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Allerheiligen, Allerseelen… ich erinnere mich an Verwandtenbesuche, gemeinsame Friedhofsgänge und ein Festessen, Kaffee und Kuchen. Dass dabei von längst verstorbenen Urgroßmüttern, Onkeln, Tanten und der früheren Zeit erzählt wurde, gehörte dazu. Auch Tod und Sterben gehörten dazu; für mich als Kind und Jugendliche war da nichts mit Angst verbunden. Schließlich erlebte ich immer wieder, mindestens jedes Jahr, ein Begräbnis mit – aufgrund der zahlreichen älteren Geschwister samt Ehegatten meiner Großmutter (sie war das 10. Kind) und meines Großvaters mütterlicherseits.

Möglicherweise jedoch hast Du diese Themen ganz anders erlebt, beklemmend, abschreckend…  Die katholische Kirche sprach ja lange Zeit von Fegefeuer und ewiger Verdammnis, von einer Menge Vorbedingungen, die unerlässlich seien für ein glückliches Dasein im Jenseits. Bei mir bewirkte diese Art der Verkündigung höchstens ungläubiges Staunen.

Vielleicht wurde in Deinem Umfeld auch kräftig geschwiegen. Schwere Krankheit, Sterben und Tod gelten bei vielen Menschen als Tabuthemen, über die man nicht spricht, erst recht nicht in Gegenwart von Kindern…

Und vielleicht suchst Du schon immer nach Antworten, die für Dich stimmig sind. Antworten, die die Menschen aller Epochen und Kulturen gesucht und auf verschiedene Weise gefunden haben, mehr oder weniger vollständig, mehr oder weniger „richtig“…

Der Lebensabschnitt, der sich nicht im Hier und Jetzt, in der physikalisch sicht- und messbaren Welt abspielt, steht uns allen bevor.

Und die Portale in diese „Anderswelt“ sind nicht versperrt.

Wenn Du Dich gern näher mit dem Thema Sterben und Tod, den Zugängen der alten europäischen und der christlichen Geschichte beschäftigen will und auch für die eigene Spiritualität Bereicherndes erfahren willst, bist du herzlich zu meinem nächsten Ritual eingeladen:

Sonntag, 1. 11. 2026, 19.00 – 20.30

Genaueres auf meiner Landingpage und unter „Termine“!

Sonntag, 1. 11. 2026,

19.00 – 20.30 Uhr – online      

Teilnahmebeitrag: EUR 50,-                                    

 Seit es uns Menschen gibt, glauben wir an eine   

 Dimension, in der wir nach dem irdischen Tod

 Weiterleben. Es gibt unterschiedliche Bräuche und    

 Riten für ein gutes „Danach“, den Übergang dorthin und

 für den Umgang mit Trauer.

 Samhain markierte zudem den Übergang von der  

 Üppigkeit zur Ruhe von Vegetation und damit

 verbundener Arbeit. Winterbeginn bei den Alten,

 Beginn des „Hexenjahres“, Zeit der Meditation, der

 geistigen Tätigkeiten…

Was Sie erwartet:

Wissenswertes zur v. a. feministischen Religions- und Kulturgeschichte von Jenseitsvortellungen, Trauer, Tod und Sterben: kreative Übungen, spirituelle Texte/Meditation, Austausch, Ritual mit Weg in die Anderswelt ,,,

Anmeldung bis Freitag, 30. 10. 26, 22.00

Den Zoomlink erhalten Sie am Tag vor dem Ritual per Mail, die Rechnung danach.

Mail: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt   oder: 

Liebe Brüder und Schwestern!

„Damit für uns der Himmel offen bleibt, haben wir auf Erden viel zu tun. Ihre Lufthansa.“

So zu lesen auf einem riesigen Werbeplakat auf dem Flughafen Frankfurt.

Eine nette Verflechtung der beiden Bedeutungsebenen von „Himmel“ in unserer Sprache – der naturwissenschaftliche freie Raum zwischen den Himmelsobjekten, der uns hier durch Sonnenlicht und Luftspiegelung blau erscheint – und dem mythologischen Symbol für den Zustand der Seligen im Jenseits. Im englischen gibt es zwei Wörter dafür: Sky und Heaven. Vielleicht kennen wir alle das Lied „Imagine – imagine, there’s no heaven, only sky…“

Den Himmel offen halten, dafür sorgen dass er offen und erfahrbar bleibt – ist eigentlich die schönste und vornehmste Aufgabe der Kirche. Das Reich Gottes, die angebrochene Gottesherrschaft verkünden, deutlich machen, sichtbar und erfahrbar machen.

Der Himmel beginnt in dir, heißt ein Buch von Anselm Grün.

Dieser Himmel der Himmelfahrt – Jesus verließ die Jünger, heißt es im Evangelium, und wurde zum Himmel emporgehoben. „Und dann sahen sie ihn nicht mehr“ wird von den Emmausjüngern erzählt.

Jesus hat sich wieder ganz in den Raum, in die Dimension Gottes begeben.

Das bedeutet nicht, dass er weg ist, fort. Es bedeutet im Gegenteil, dass die Erfahrbarkeit des Reiches Gottes, das ja mit seiner Geburt begonnen hatte, nicht mehr an die räumliche und zeitliche menschliche Anwesenheit seiner Person gebunden ist – die Menschen sind ihm immer nachgelaufen, wollten ihm zuhören, von ihm geheilt werden, ihre Sünden von ihm vergeben lassen usw. –

Dieses Fortgehen, sich in den Himmel Gottes begeben, das meint, Jesus ist jetzt wieder bei Gott und der hat einen Namen: Jahwe. Ich bin da. Ich bin der für euch.

Gott in seiner Allmacht, der es vermag, ganz und ungeteilt bei jedem Menschen überall auf der Welt da zu sein, als Gesprächspartner beim Beten, als Helfer in der Not, im Vollzug der Sakramente als der, der sich hingibt in Brot und Wein, als der, der tauft, der Sünden vergibt, den Geist sendet, den Ehebund zweier Menschen segnet, Kranke aufrichtet, in seine Nachfolge beruft…   Frieden und Versöhnung stiftet, Gemeinschaft aufbaut und nährt als Herz und Blutkreislauf einer Pfarre, eines Ordens, der Weltkirche…

„In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ heißt es in einem Hochgebet.

Christen sind eigentlich und im Grunde immer von dieser Gegenwart Gottes, Jesu durchdrungen und erfüllt. Wie die Luft, die wir atmen.

Zum Greifen nah für jeden, der dafür offen ist.

Ich habe schon einmal erzählt, dass ich zwei Jahre krank war und zeitweise solche Kreislaufstörungen hatte, dass mir immer schlecht und schwindlig war. Ich bekam manchmal Angst, wenn ich etwas erledigen musste, einen ort erreichen sollte… ob ich das wohl schaffe.

Ich war ja hartnäckig – mein Leben zu hause verbringen wollte ich nicht.

Ich hab dann ab einem bestimmten Moment glauben können. Jesus ist bei mir. Wie ein Freund, ein Bruder, der mich zur Sicherheit und aus Freundschaft begleitet.

Ich war dann von großer Freude und Beschwingtheit erfüllt, obwohl ich erst ein Jahr später ca. geheilt wurde.

Jetzt, wo es mir schon lange wieder gut geht, muss ich gestehen, denke ich nicht immer daran, dass Jesus immer bei mir ist…

Ich lade Sie ein, sich das auch vorzustellen. In schönen Zeiten, wenn gerade alles so prächtig aufblüht in Fülle, ist es wahrscheinlich leichter, und Gottes Wirken in dieser Welt vorzustellen. Aber er ist genauso da im Streit, im Konflikt, in Mangel und Not, in Krankheit, in sehr schweren Situationen. Jede Lage hätte, hat das Potential in sich, durch dieses Anteilnehmen und Dabeisein Gottes, dass sich Erstaunliches tut, zum Besten wendet.

Im Himmel, den wir uns als Zustand nach dem Tod vorstellen, fällt es uns leichter, das zu glauben. Dass es geht, dass Todfeinde sich versöhnen, Mörder und Ermordete, Folterer und Gefolterte, Kinderschänder und Missbrauchte. Klar, sind die Betroffenen ungeheuer gefordert, sich auf diesen Prozess einzulassen.

Es geht aber schon jetzt, vor dem Tod.

Und die Kirche, die Amtskirche, aber wir alle als mündige Christen, haben die Aufgabe, von diesen Möglichkeiten zu sprechen und zu zeigen, wie’s geht…

Es muss mindestens das zu merken sein, dass Gott, Jesus alle Menschen in gleicher Intensität liebt und in seiner Nähe haben will…

So ein offener Himmel, ein erlebbarer Jesus – wäre das nicht etwas, wofür sich der Einsatz lohnt? Die Werbung vom Anfang könnte dann anders lauten, z. B.:

Damit der Himmel für uns offen bleibt, haben wir auf Erden alle Hände voll zu tun. Machen Sie mit! Ihre Kirche.