Liebe Brüder und Schwestern!

Jesus Christus ist das „Licht der Welt“. Das wissen wir, wir hören es oft, besonders zur Weihnachtszeit. Aber was soll das eigentlich bedeuten?

Was wir heute tun: ein Gedicht interpretieren.

Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Licht ist stärker als die Dunkelheit.

Eine kleine Kerze, eine Taschenlampe reicht aus, und mit der Finsternis ist es dahin.

Klar: Licht ist Energie, Dunkelheit ist Abwesenheit von Energie. Wo Energie fehlt, wie kann das Kraft haben?

Menschen tun oft so, als wären sie in der Dunkelheit dieser Welt allein. Mit den Problemen, Schicksalsschlägen, mit Schuld, Irrtum, Bosheit, Feindschaft usw.

Ja, Sie haben richtig gehört: Wir tun als ob.

Wir verleugnen die Wirklichkeit.

Wir tun so, als ob das Licht nicht da wäre.

Als ob wir allein wären. Als ob es keine Hilfe, keine Aussicht, keine Rettung gäbe.

Als ob das Böse stärker wäre, die Krise stärker als ihre Lösung…

Als ob Gott nicht anwesend wäre in dieser Welt…

Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.

Ich habe Ihnen schon einmal erzählt von Fritz Muliar, der in seiner Kindheit immer gemeint hat, bei den Hubers im 1. Stock, weil sie selber im 2. wohnten. Und immer war er ein bisschen angefressen und hat sich gedacht: Was, grad bei denen…  Er hat auch gehört, was die Eltern, die anderen Hausbewohner über die Familie im 1. Stock gesagt und gedacht haben. Nichts besonders Gutes. Der Vater trinkt, die Kinder sind schlecht erzogen … die Mutter muss auswärts putzen gehen…

Als Kind hat er sich das plastisch so vorgestellt.

Aber es steckt eine tiefe theologische Wahrheit dahinter.

Ja, Gott ist einer von uns geworden.

In jedem Gesicht leuchtet uns Gottes Anwesenheit entgegen.

Jede/r ist Ort der Herrlichkeit Gottes.

Liebe Brüder und Schwestern, dies hat Konsequenzen für uns, für das Handeln der Menschen aneinander, für das Zusammenleben aller auf diesem Planeten.

Menschen, Christen, die das gesehen und begriffen haben, haben Lichtspuren hinterlassen – Krankenhäuser, Altenheime, Waisenhäuser, Schulen, Hilfsprojekte, Armenhilfe, die Gruppen und Runden in den Pfarren, Besuchsdienste,  … Einsatz für Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden, für Arme jeder Art: so verbreitet sich das Licht weiter – so verbreitet sich die frohe Botschaft – mit Lichtgeschwindigkeit.

Wir machen uns auch zeitweise Sorgen: Wie kann das weitergehen, wenn sich immer weniger Menschen für Christus, für die Kirche interessieren?

Das Evangelium zu Weihnachten möchte uns sagen. He, wie kann diese Sache gut ausgehen, diese Sache mit Gottes Menschwerdung, wo es schon so furchtbar anfängt, keiner nimmt ihn auf, im Stall geboren, arm, dann gleich in Lebensgefahr, auf der Flucht, im Ausland, liebe Leute, die Chancen stehen denkbar schlecht, wir garantieren für nichts, es könnte blöd hergehen, und von der Botschaft erfährt niemand je etwas –

Lieber Gott, danke, war gut gemeint, aber wir können leider nichts damit anfangen, mehr Erfolg möchten wir sehen, mehr Sicherheit haben, ein bisschen Prunk und eine gewisse Machtposition, …

Die Kirche ist diesen Weg gegangen – ohne zu merken, dass sie gerade damit das Licht verdunkelt hat – und ohne es zu wollen…

Es schaut manchmal so aus, als ob nichts weitergeht auf der Welt, die armen Länder sind ärmer als je zuvor, die Umweltzerstörung, die Gewalt, der Unfrieden. Die USA haben gerade Venezuela überfallen…

Da denke ich mir: Wenn Gott dieses kleine schutzlose Kind mit Tricks und List zu dem bringt, was es werden soll – na kann er nicht diese kleinen Ansätze und Versuche, die Lichtpunkte und –spuren der Menschlichkeit hüten, schützen, zum sinnvollen Ende, zur Vollendung führen …?

Schlimm ist, dass viele so leben und so denken – als ob – das Gute, Gott, keine Macht hätte, nichts bewirken würde.

Ganz recht- als ob. Denn in Wirklichkeit ist es anders. Jesus hat bereits den Sieg errungen. Das Licht ist an der Macht.

Wenn uns das von der Weihnachtsbotschaft im Bewusstsein bleibt, dann hat es sich schon ausgezahlt …

Predigt                         Sonntag der Heiligen Familie, 28. 12. 2025

Liebe Brüder und Schwestern! Liebe Kinder!

Die „Heilige Familie“, da denken wir: Eh klar. Sie bestand ja aus Jesus, Maria und Josef. Kein Wunder, dass die heilig ist.

Obwohl: Von einem idealen Dasein, wie wir uns das gern vorstellen, war diese Familie weit entfernt – wie wir im Evangelium gehört haben: „Nimm das Kind und seine Mutter und flieh nah Ägypten, denn die trachten ihm nach dem Leben…“

Das wünscht sich keiner für die eigene Familie.

Aber: Was ist das überhaupt: Familie? Weiß doch jeder. Oder etwa nicht?

Es gibt Idealbilder, die stammen aus dem Bürgertum des 19. Jahrhunderts.

eigentlich aus der Romantik, unter anderem hergeleitet aus der Bewegung um Jean Jacques Rousseau mit dem Slogan „Zurück zur Natur“.

Vater und Mutter mit einigen Kindern, die sich selbst um die Erziehung derselben kümmern.

Aber wie sah die Wirklichkeit aus – in der „guten alten Zeit“?

Kinder, die bei den eigenen Eltern aufwuchsen, waren damals keine Selbstverständlichkeit.

In den Adelshäusern kam der Nachwuchs meist mit ca. 7 Jahren außer Haus, um Umgangsformen bei einer anderen, im Idealfall bessergestellten Familie, wenn möglich am Königs- oder Herzogshof, zu lernen – oder in ein Kloster, um ab der Kindheit an dieses Leben gewöhnt zu sein.

Bei den Bauern kamen jüngere Kinder als Arbeitskraft zu anderen, vielleicht die beiden vielversprechendsten Töchter zu Lernzwecken, um später den eigenen Hof als Hausfrau führen zu können; oft starb die Mutter im relativ jungen Alter an den Folgen einer Geburt oder der Vater an einem Arbeitsunfall (Blutvergiftung), Kinder wurden auf Verwandte und Freunde aufgeteilt und hatten dort ein Leben als Magd oder Knecht vor sich.

Im besten Fall konnte ein großer Bauernhof alle Kinder selbst ernähren bzw. als Arbeitskraft brauchen, dann bildeten ca. 20 oder mehr Personen – incl. Gesinde – eine Großfamilie; ebenso in den städtischen Handwerkerhäusern.

Die Mutter übte in allen drei Fällen als Hausfrau eine Leitungsfunktion zur Versorgung der Großfamilie aus und hatte denkbar wenig Zeit für den eigenen Nachwuchs.

Heiraten konnten oder durften übrigens die wenigsten; dazu musste eine Versorgungsgrundlage gegeben sein. Sehr viele uneheliche Kinder lebten in den verschiedenen Systemen – Höfen und Häusern, und zwar eher nicht zusammen mit den leiblichen Eltern.

Der Vorteil: Kinder hatten immer eine Reihe von anderen Menschen, Bezugspersonen um sich, waren niemals einsam, hatten mehrere Vorbilder zur Auswahl, es war immer jemand da zum Reden, Trösten, Erklären …

Familie wie wir sie heute kennen oder – die Form verändert sich ja bereits wieder – oder wie wir sie selber kennengelernt haben und als Ideal und vorstellen, ist ein Produkt der Industrialisierung, der Verstädterung, der Berufstätigkeit außer Haus und der Mechanisierung des Alltags – es blieb Zeit, und die Wohnungen waren klein und wurden ab dem 3. Kind unbequem. Ca. 100, eher nur 60 – 70 Jahre lang in der westlichen Welt die vorherrschende Form.

Wie schaut jetzt die Familie aus, in der es im Evangelium geht?

Die Geburt im Stall, Maria und Josef als Unerwünschte, die auf Reisen sind. Bei den Nomaden, jedenfalls nicht zu Hause… dann sofort die Flucht. „Nimm das Kind und seine Mutter und flieh nach Ägypten“ ein paar Jahre später wieder retour.

Keine „heile Familie“ wie wir sie uns im Idealfall vorstellen.

Und das ist gut so. Denn:

Bei den Kindheitserzählungen der Evangelien handelt es sich nicht um Tatsachenberichte. Es sind theologische Texte, zusammengestellt von Geist-inspirierten Menschen.

Frohe Botschaft.

Für uns. Denn „heilig“ bedeutet nicht „bürgerlicher Idealfall des 20. Jahrhunderts in Europa und Nordamerika“.

Heilig ist die heilige Familie, weil Jesus dazugehört. Weil die Beteiligten, die Familienmitglieder, ihr Leben vor dem Angesicht Gottes zu meistern versuchen, weil sie beten, weil sie um die Anwesenheit, die Liebe und Sorge des Himmels wissen – trotz aller Widrigkeiten, mit denen sie konfrontiert sind – und durch all dies hindurch.

Wenn wir jetzt Situationen in unseren eigenen Familien erleben, die alles andere als ideal sind, unter denen wir leiden, Krankheit, Unglücksfälle, Misslingen, aneinander Vorbeireden, Gleichgültigkeit, Unverträglichkeit, Charakterschwächen, Meinungsverschiedenheiten – oder sei es nur der alltägliche Stress und das unvermeidliche Chaos, das mitunter nervt… – dann dürfen wir eines wissen:

Uns allen gilt die Zusage: Eure Familie ist heilig.

Nicht nur in den Sternstunden des Lebens, in Feierzeiten, zu Weihnachten, am Geburtstag oder im Urlaub, sondern mitten in all dem, was ärgert, nervt und Mühe macht, –  – – weil Gott bei uns ist. Weil, wie es die katholische ArbeiterInnenbewegung treffend ausdrückt: Weil jede Frau, jeder Mann, jedes Kind dieser Erde unserem Gott heilig ist.

Unter allen Umständen. Unbedingt. Pausenlos.

Sind Vanillekipferl nicht ungesund? Man soll doch nicht naschen, heißt es immer …

Ein Übermaß an Zucker ist schädlich für uns, das steht fest. Aber es hat ja niemand angeordnet, dass wir 10 bis 20 Stück essen müssen.

In früheren Zeiten wurden Nüsse, Butter und Honig gezielt für die kalten Monate zu kleinen, handlichen Gebäckstücken verarbeitet, um ausreichend Energielieferanten im winterlichen Nahrungsangebot zu haben. Es ging schlicht und einfach darum, nicht hungern zu müssen. Eine Vorform unserer Weihnachtsbäckerei gewissermaßen.

In unseren Weihnachtskeksen befinden sich allerdings eine ganze Reihe gesundheitsfördernder Zutaten.

Nüsse: Omega 3 – Fettsäuren, die das gesunde HDL-Cholesterin bilden: B-Vitamine: B1, Biotin und Folsäure, Vitamin E; Spurenelemente: Magnesium, Zink, Eisen; Haselnüsse Vitamin A und D

Vanille und Zimt lassen Speisen süßer wirken und tragen so zu geringerem Zuckerkonsum bei. Wie auch Nelken und Kardamom wirken sie wärmend und stimmungsaufhellend. Die beiden letzten wirken sich positiv auf die Darmgesundheit aus. Nelken sind entzündungshemmend, antioxidativ, antibakteriell und schmerzlindernd. Vanille, Zimt und Nelken stärken das Immunsystem.

Kardamom stärkt Verdauung und Kreislauf.

Der verarbeitete / im Teig verbackene Honig hingegen unterscheidet sich nicht mehr vom normalen Haushaltszucker.

Esst Kekse!

Sonntag, 21. 12. 2025,

19.00 – ca. 20.30 Uhr

online

Was euch erwartet:

Wissenswertes über die Religionsgeschichte der „dunkelsten Nacht“ und die Geburt des neuen Lichtes, das christliche Weihnachten und die Rauhnächte; kreative Übungen, spirituelle Texte, Austausch, Segensritual

Nehmt eure Wünsche für das kommende Jahr in schriftlicher Form mit, eine Kerze oder euren Adventkranz; Stift und Schreibpapier; ev. Räucherschale, ein kleines Gefäß mit Wasser, einen grünen (Tannen)Zweig … und was ihr gern beim Ritual dabei habt!

Teilnahmebeitrag: EUR 50,-

Anmeldung und genauere Info: www.kostbarleben.jetzt/landingpage  

Der Zoomlink wird tags zuvor per Mail zugeschickt.

Mail: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt   

In Österreich ist heute ein Feiertag: Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau Maria“ heißt er offiziell.
Was ist das jetzt wieder: Kann man Sünde erben?
Klarerweise nicht. Ein Übersetzungsfehler, wie sie immer wieder passieren – und, als feministische Theologin muss ich das anmerken, trotz besseren Wissens lange zuungunsten der Frauen beibehalten wurden.
Also: Für die Gottesdienste ist die Erzählung vom sogenannten „Sündenfall“ vorgesehen. Lest den Text gern selber nach: Gen 3, 9-20.
Ihr wisst schon: Das mit Eva und der Schlange und dem Apfel, der Frucht vom Baum der Erkenntnis.
Jahrhunderte hindurch wurde die „Erbsünde“ als Ungehorsam definiert: Weil Eva verbotenerweise die Frucht gegessen und auch ihrem Mann gegeben habe, seien alle folgenden Generationen von Gott irgendwie getrennt und müssten sich durch Wohlverhalten, Gehorsam, Buße usw. die Gnade verdienen … Frauen seien besonders sündig (weit weg von Gott), weil durch sie ja das Paradies verloren worden sei…
Im Lauf der Zeit, durch Theologiestudium und Exerzitien, an denen ich teilnahm, stieß ich auf eine andere Definition: Das Schlimme sei der Vertrauensverlust Gott gegenüber – dass sich die Menschen von einem Wildfremden, den sie vorher nie gesehen hatten, einreden ließen, Gott meine es nicht gut mit ihnen.
Wie auch immer – Eva, also die Frau, war noch immer die mehr Schuldige… diese Anschauung legitimiert bis heute die Einstufung von Frauen als irgendwie minderwertige Wesen…
Das eigentliche Problem:
Sämtliche Theologen (bewusst hier nicht gegendert, weil es sich ausschließlich um Männer handelte) haben übersehen, dass sie ihre eigene theologische katholische Lehre nicht ernst nahmen.
Denn die christliche Lehre lautet: Durch die Taufe werden wir von der Erbsünde befreit.
Einmal ganz davon abgesehen, dass man den biblischen Mythos und sämtliche davon abgeleiteten Äußerungen und Verhaltensweisen ernst nehmen kann oder auch nicht: Auch wer streng religiös im Sinne der Kirche leben möchte, sollte und darf wissen:
Wenn heute groß gefeiert wird: Maria, die Mutter Jesu, war frei von der Erbsünde – nun gut: Wir getauften Frauen sind das alle auch.
(Und denen, die nichts mit dem Christentum am Hut haben, kann die katholische Lehre sowieso egal sein).
Die eigentliche „Erbsünde“ als üble Folge des Misstrauens, dass Menschen nicht ins Dasein vertrauen und ständig befürchten, es könnte zuwenig da sein, zeigt sich in der Ausbeutung der Natur, in der bedenkenlosen Zerstörung natürlicher Ressourcen. Erbsünde, so verstanden, ist eine Angelegenheit von Männern der industrialisierten Welt und der westlichen Konsumgesellschaft.
Eine Übung für heute:
Stellt euch JHWH („Ich bin da“) als liebende zärtliche Göttin vor. Die nichts so sehr möchte, als dass es uns gut geht. Uns, den geliebten Töchtern.
Dann denkt an drei Dinge, die nach strenger katholischer Auslegung als „sündhaft“ gelten würden und die ihr selber ausübt – möglicherweise mit einem kleinen bisschen schlechten Gewissens.
Denkt euch eine absolut schräge, unmögliche, lustige „Buße“ aus (10x auf dem linken Bein hüpfen oder mit einem selbstgebastelten Gebilde aus Reisig und Stoffresten auf dem Kopf das Haus verlassen und es als die letzte Hutmode ausgeben beispielsweise…), die ihr natürlich durchführen sollt.
Damit ist alles wieder ok

Auflösung zu Satire 12 „Immer wenn Ihnen etwas einfach, logisch und plausibel erscheint: Finger weg! Das kanns nicht sein – das Leben ist kompliziert. Nicht vergessen: Hinterfragen Sie auf jeden Fall Ihr Bauchgefühl!“

Ja, Das glauben viele. Zu viele.

Diese Einstellung widerspricht diametral den Ratschlägen des Ignatius, der ja meint: Die einfachste, logische Entscheidung ist meistens die richtige. Achtung: NICHT von vornherein schon die, die leichter umzusetzen ist!

Unser sogenanntes „Bauchgefühl“ ist das Ergebnis, die Summe aller Eindrücke, aller Umstände – auch derer, die wir bewusst nicht wahrnehmen. Dazu kommt: Unser Unbewusstes vernetzt und ergänzt, kombiniert neu – es handelt sich beim „Output“ immer um weit mehr als bloß die Summe aller Teile. Tiefere Weisheit…

Das rationale Denken hat ausschließlich die wahrnehmbaren Inhalte und die bewussten Erinnerungen zur Verfügung, ist also viel ärmer dran. Sich ausschließlich auf Logik und 5 Sinne zu verlassen, grenzt im Grunde an sträflichen Leichtsinn. Einer Kontrollsucht, die alles bedenken und überblicken will, ohne sich auf die tieferen Erkenntnisschichten (und zusätzlich auch auf die höheren Dimensionen) zu verlassen, sie einzubeziehen, kommt das Leben selbstverständlich extrem kompliziert vor.

Der Satz müsste umgedreht richtig lauten:

„Immer wenn Ihnen etwas zu kompliziert vorkommt, fragen Sie Ihr Bauchgefühl…“

Überfordert und ausgelaugt (Satire 10) – Überforderung und Erschöpfung entstehen, wo Menschen zu lange nicht auf ihren Körper und auf ihr Bauchgefühl achten. Glauben, alles selbst managen zu müssen, für alles zuständig zu sein, nie Pause machen zu dürfen.

Also lasst es euch bitte gut gehen!

Am Sonntag früh startet der Advent- und Rauhnachtkalender.

Höchste Zeit also, euch anzumelden: Bis morgen 18.00 Uhr ist dies möglich.

klickt für Infos und Anmeldung einfach weiter auf die Landingpage: www.kostbarleben.jetzt/landingpage

Denken Sie am Abend vor dem Einschlafen in Ruhe über all Ihre Probleme nach.“

Genau: Natürlich nicht!

Ein gesunder Schlaf in ausreichender Länge und Qualität ist für unsere Gesundheit unbedingt nötig.

Was tun, wenn ich schlecht einschlafen kann?

Ausreichend Flüssigkeit im Körper haben. Viele trinken zu wenig, vor allem am Abend, um während der Nacht nicht aufstehen zu müssen. Genau das verhindert aber, dass sich die Muskulatur – und alle Organe – richtig entspannen können. Wer gut schläft, dem macht die Unterbrechung durch die Klopause nichts aus – weil man danach wieder sofort einschlafen und ungestört bis in der Früh durchschlafen kann. Ein halber Liter Wasser wirkt Wunder. Gern auch mit Magnesium: Das verstärkt die Wirkung, und wir nehmen sowieso meist zuwenig mit der Nahrung auf.

Satt sein ist ebenfalls wichtig. Nicht übersäuert, aber mit zufriedenem Magen. Bei mir hilft ein Käsewürfel mit einem Bissen Brot und einem Schluck Milch relativ zeitnah zum Ins-Bett-Gehen.

Erfüllt sein, das Gefühl: es war ein guter Tag.

Der Dankbarkeitsstein wirkt bei mir super: Wenn ich schon im Bett liege, denke ich an das, was an diesem Tag am schönsten war, wofür ich von Herzen dankbar bin.

Wenn die Gedanken nicht zur Ruhe kommen und ständig die ToDos der nächsten Tage die Stresshormone rotieren lassen, ist die fast unmöglich.

Morgen geht es dann weiter mit dem Thema, wofür wir alles NICHT verantwortlich sind…

Predigt Christkönigsonntag 2025

Liebe Brüder und Schwestern!

Könige – die gibt es bei uns heutzutage nicht mehr.

Höchstens in manchen Illustrierten, die so tun, als ob echte und vermeintliche Skandale diverser europäischer Königshäuser irgendwen interessieren… ein künstliches Interesse an Hochzeiten, Kindersegen und Krankheiten wach halten…

Könige mancher Filme, die eher als degenerierte Witzfiguren in Erscheinung treten…

Oder es fallen uns die Herrscher der sogenannten guten alten Zeit ein, der Sagen und Märchen, die weisen und gütigen, wo alle anderen Untertanen sind, und nichts zu lachen haben, wenn der König zufällig einmal weniger weise und gütig ist – und sich nur durch Gewalt und Unterdrückung an der Macht halten kann… Wer spürt, die eigene Position ist angemaßt, muss Opposition verfolgen… da ist man dann heilfroh, in einem demokratischen Land zu leben.

Diese Königs-Erfahrungen haben leider auch unser Gottesverständnis geprägt. Die Menschen haben sich ein Bild gemacht – auch der beste der tatsächlichen Herrscher war ein Mensch mit Fehlern, und wir haben angst, Gott könnte einem solchen ähnlich sein, tyrannisch, undurchschaubar, willkürlich, rachsüchtig…

Solche Gottesbilder hindern uns am Glauben.

Ich habe den Eindruck, Gott tut das ganze AT hindurch nichts anderes, als durch den Mund der Propheten diese allzumenschlichen Vorstellungen aufzusprengen, zu widerlegen. Weitgehend ohne Erfolg. Die guten Gegenbilder – Gott als Vater, Mutter, Suchender, Tröstender, Liebender…

Bis er selber kommt, in Jesus – Jesus, die Verkörperung all dessen, die Inkarnation. Ja, auch der König, so wie ihn sich Menschen erträumt haben und wie es kein menschlicher König zustandebringt…

Der Vorbild ist im Guten, der allen voraus ist in Güte und Weisheit, wo das Kleine und Schwache Platz haben… vielleicht denken wir an Jesaja: Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus. Ja, er bringt wirklich das Recht. Durch Beispielwirkung, nicht gewaltsam – weil er die Verantwortung und Sorge trägt, seine Krone aus Dornen drückt und sticht, ist Belastung, nicht Schmuck und Rangabzeichen wie bei den Königen, die keiner mehr ernst nimmt… der König, der sich lieber umbringen lässt als seine Botschaft – Liebe – zu verleugnen.

Der eine der beiden Männer, die neben Jesus gekreuzigt werden, kommt in diesen Stunden des qualvollen Sterbens drauf: So nicht wie bisher, vermutlich waren beide Freiheitskämpfer, die eben auch Römer und Kollaborateure überfallen, umgebracht, ausgeraubt haben… der eine denkt um, der andere verharrt in seiner Enttäuschung: der politische Messias, ein neuer irdischer König David, wäre ihm lieber gewesen, an so einen Schwächling glaube ich nicht, verschwende ich keinen Gedanken, wenn du der Messias bist, dann hilf dir und uns…

Der andere bekommt eine Ahnung von Gottes Wirklichkeit – und erlebt gleich noch mehr davon, wie dieser Jesus ist: er tröstet, hilft, richtet auf, noch am Kreuz.

Ist das nicht ungeheuer befreiend für uns?

Nicht Macht, Gewalt, Unterdrückung, Berechnung, Hierarchien, menschliche Strukturen in Erfolg-Misserfolg, Arm-Reich,—  werden sich im letzten durchsetzen, sondern das Gute, Barmherzigkeit, Recht, Hilfsbereitschaft, Geduld, Durchhalten, zweckfreie Zuwendung… Gott selber hat es bewiesen, worauf es ankommt.

Liebe Brüder und Schwestern, wir sind Jesu Königsgeschwister – wir sollen ein bisschen so sein wie er, an ihn erinnern, ………… Wir haben Anteil an seiner königlichen Würde. Besonders dann, wenn uns unsere kleine Königsgeschwisterkrone drückt und sticht: die Verantwortung, die wir übernehmen für Mitmenschen in der Familie, im Betrieb, in der Freizeit, in Gesellschaft und Politik. Die Arbeit, die wir uns antun, weil wir helfen, uns engagieren für gesunde Umwelt, für Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden…

Wenn wir mehr arbeiten als andere, weil wir nicht Dienst nach Vorschrift machen, nach Minimalanforderung, sondern putzen, kochen, reparieren, erziehen und unterrichten, bauen, pflegen, kaufen und verkaufen, planen und verwalten als Stellvertreter und Stellvertreterinnen unseres Herrn, vor seinem Angesicht, als ob er selbst es tun würde. Dieser Einsatz bedeutet mühsame Kleinarbeit, manchmal auch Spott und Verfolgung.

Und immer wieder ist es auch so, dass unser Einsatz keinen Erfolg hat, dass etwas völlig misslingt.

Könige wurden im AT gesalbt, man hielt ein Sakrament, könnten wir vergleichsweise sagen, für nötig, die besondere Begleitung und den Schutz und Segen Gottes, damit sich ein Mensch – und ein Mensch ist fehlbar und angefochten – überhaupt diesen Anforderungen stellen kann…

Wir sind getauft, gefirmt – mit hl. Öl gesalbt, dieses Sakrament, das uns Verantwortung tragen hilft, gibt es, genau dadurch sind wir ja Jesu Geschwister, wir Christen…

Indem wir diese Verantwortung übernehmen, wird Gottes Weltanschauung auf dieser Erde nachhaltig bekannt gemacht – und seine Königsherrschaft hält Einzug, immer wieder ein Stück mehr. Glauben wir daran.

Vor ein paar Tagen saß ich eine Weile im Bus. Natürlich war ich nicht der einzige Fahrgast; verschiedene Schüler/innen, Personen, die zur Arbeit mussten, SeniorInnen, die im Stadtzentrum zu tun hatten, und auch Menschen, mit denen ich freiwillig eher nicht in Kontakt treten würde…

Ich saß da also auf meinem Platz und dachte an den bevorstehenden Tag, die Sitzung in Wien, zu der ich unterwegs war … und es machte auf einmal „Klick“ in meinem Bewusstsein:

Das Wort „segnen“ war in meinen Gedanken. Einfach so.

Was, wenn alle diese Menschen ab sofort die bestmögliche Entwicklung erfahren: in ihrer privaten und beruflichen Situation, bei der Gesundheit, bei der Entfaltung ihrer Begabungen und Möglichkeiten, spirituell und finanziell …?

Der ganze Bus, die Umgebung, meine innere und äußere Welt erschienen mir hell, strahlend vor Freundlichkeit, Wohlwollen, Reichtum …

Zwei der anwesenden Damen bezogen mich in ihr Gespräch ein.

Und danach, im Zug nach Wien, wieder ein freundliches Gespräch mit meiner Sitznachbarin (die Fahrt dauert 19 Minuten).

Seitdem mache ich diese Übung öfter.

Seit vielen Jahren mache ich Ähnliches mit anderen Verkehrsteilnehmern, die sich offensichtlich seltsam oder gefährlich verhalten: Raser, Drängler, Unvorsichtige, Unaufmerksame …unter den Autofahrern, Radlern oder Fußgängern begegnen einem ja fast jeden Tag.

Nicht immer, aber oft normalisiert sich ihr Verhalten – manchmal biegen sie ab und ich bin sie los auf meinem Weg.

Wenn ein Stau gemeldet wird, segne ich die vor mir liegende Strecke – und diese kommt von hinten zu mir zurück, die Erde ist ja rund… Ich stelle mir die Straße licht, frei, locker und angenehm vor.

Probiert es aus!