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Beitrag und Übung für Samstag, 26. 10. 2024

Deine Erfahrungen

Was wir oft und vor allem regelmäßig erleben, prägt sich in unser Unterbewusstsein ein. Und zwar ob wir wollen oder nicht.

Ist dir folgendes schon einmal passiert: Du beginnst mit einem neuen Hobby, sagen wir mit dem Fotografieren. Alle paar Jahre hast du etwas begonnen, was dir wirklich Freude gemacht hat, was dich interessiert hat – Aquarellmalen, Klavierspielen, Chorgesang, Langlaufen, das Thema „Bier“ …

Jedesmal hast du zwei bis drei Kurse oder Veranstaltungen besucht – und nach einem oder zwei oder auch drei Jahren wusstest du nicht einmal mehr, dass du dieses Hobby einmal hattest.

Allerdings: Dein Unbewusstes hat sich etwas gemerkt, nämlich: Dass du es nicht schaffst, eine Sache durchzuhalten. Dass es auf dieser Welt nichts gibt, wofür sich der Einsatz lohnt, weil es ja offenbar egal ist (du lebst ganz gut ohne diese Sache …)

Das ist schade und traurig: Denn sobald du wieder – möglicherweise wider Erwarten – etwas findest, das dich und deine Aufmerksamkeit zu fesseln vermag, wird deine innere Kontrollinstanz das Vergnügen, den Einsatz, … nach einiger Zeit beenden. Ganz ohne dein Zutun, ohne dass es einer bewussten Entscheidung deinerseits bedarf.

Deine bewusste Entscheidung wäre gefordert, um das Neue weiter zu betreiben und mehr oder weniger gute „Ausreden“, Stopper, auszubremsen – als da wären: „keine zeit“, „in meinem Alter passt das noch nicht oder nicht mehr“, dafür bin ich nicht sportlich genug“, „was würden die Leute sagen“, „das ist zu kindisch“, …

Wenn du beruflich damit zu tun hast, Veranstaltungen zu organisieren, einzuladen, in irgendeiner Form Auftritte zu haben, kann die Erfahrung von kaum oder wenig besuchten Events ähnlich wirken. „Hoffentlich kommen diesmal nicht wieder so wenige“ „das interessiert eh keinen“ usw. werden zu selbsterfüllenden Prophezeiungen.

Erfolg, Freude, interessante Lebenserfahrungen, neue Freunde, eine glückliche Paarbeziehung, rauschende Feste mit begeisterten Gästen … das alles scheint UNVEREINBAR mit deinen Erfahrungen, mit dem Gewohnten, mit deiner Prägung.

Dabei kann alles ganz anders sein!

Wie?

Dein Unbewusstes unterscheidet nicht zwischen tatsächlichen Ereignissen und denen, die du dir vorstellst.

Nimm dir mehrmals am Tag die Zeit, dir den Event mit zahlreichen Teilnehmern vorzustellen – plastisch und lebensecht auszumalen. Oder die glückliche Liebesbeziehung. Oder wie du das Hobby begeistert ausübst. Oder … oder … oder.

Mindestens dreimal am Tag, am besten immer zur gleichen Uhrzeit, mehrere Wochen hindurch.

Fang gleich heute, jetzt sofort, damit an!

Vergiss, was nicht geklappt hat. Vorbei ist vorbei.

Und unternimm natürlich konkrete Schritte zur Verwirklichung … du wirst ohnehin Lust dazu bekommen!

Predigt                                                         Osternacht 2022 Haid

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Botschaft von der Auferstehung ist inzwischen hinlänglich bekannt. Interessant, dass auch eingefleischte Atheisten keinen Zweifel darüber haben, dass es nach dem Tod weitergeht …

Dass Jesus Christus wahrhaft auferstanden ist, dass er LEBT, da glauben immer noch manche, das Gegenteil beweisen zu müssen …

Seltsam, oder?

Simone Weil, die christliche Philosophin, obwohl man gar nicht weiß, ob sie getauft war – sie schreibt über die Menschen, die sich nie entscheiden, sondern sich vom Geschehen treiben lassen: Im Essay „Das Unglück und die Gottesliebe“ bringt sie wie auch im Buch „Schwerkraft und Gnade“ folgendes Bild:

Der Mensch, der sich nicht bewusst für das Leben mit Gott, für das Erlöst- und Gehalten sein durch Jesus Christus entscheidet, ist wie ein Ziegel, der aufgrund der Schwerkraft sich von einem Dach löst bei einem Sturm – der Ziegel kann nichts dafür, wohin er fällt, aufgrund der Schwerkraft, es ist ein Naturgesetz. Auf einen Menschen und ihn tötet, auf ein Gerät und es kaputtmacht, oder einfach auf die Wiese.

Wer im Bewusstsein der Auferstehung lebt, die Gnade Gottes in Anspruch nimmt, mit seiner Anwesenheit im eigenen Leben rechnet, ihm Raum gibt bei sich, in Gottes Gegenwart lebt – da ist es so, wie wenn der Ziegel von einer Hand gehalten wird, dass er nicht hinunterfallen kann.

Da wirkt eine Kraft, die stärker ist als die Schwerkraft, als die herrschenden Gesetze.

Da kann es sogar umgekehrt sein: Paulus meint einmal: Denen, die Gott lieben, gereicht alles zum Segen, da entwickelt sich alles, auch und gerade negative Ereignisse, Unglück, Katastrophen … so, dass es dem Heil nicht einmal nur des einen dient, sondern von vielen, der gesamten Umgebung.

Wie können wir das anstellen, dass wir in den Bereich des Lichtes, der Auferstehung, gelangen?

Wir müssen uns bewusst entscheiden. Automatisch geht es nicht. Automatisch wirken die Naturgesetze, die Schwerkraft. Gott tut nichts automatisch, er achtet unsere Persönlichkeit und Freiheit, er braucht unsere bewusste Entscheidung. Täglich stehen wir vor der Wahl: Was denke ich über ein Phänomen, über einen Menschen, dem ich begegne? Wie reagiere ich? Woran orientiere ich mich? Womit fülle ich meine Zeit?

Viele Menschen, ja die meisten, entscheiden sich nicht bewusst – für gar nichts. Die Anforderungen des täglichen Lebens, arbeiten, einkaufen, Familie, dann die Medien, Informationsflut – lassen einen schon nicht zur Ruhe kommen. Dazu kommt die Freizeitindustrie mit zahllosen Angeboten.  Süchte – auch Arbeit kann zur Sucht werden -, Stress – all das wirkt auf viele wie ein Rauschzustand, der vom nüchternen Denken abhält. Vom Überlegen.

Wo ist dann Entscheidungsfreiheit?

Gerade in der Fastenzeit waren wir eingeladen, ja aufgerufen, uns von den verschiedenen Verstrickungen, die uns binden und fesseln, zu befreien, befreien zu lassen…

  • Von der Tendenz, nicht menschengerecht zu leben – sondern ständig unsere Grenzen zu missachten, unsere (biologische Bedingungen …), aber auch die der anderen …
  • Von verkehrten, schädlichen Gottesvorstellungen. Der alte Opa mit weißem Bart jenseits der Berge und Wolken – existiert nicht. Er verlangt auch keine Opfer, es handelt sich auch nicht um einen „er“ – Barmherzigkeit will ich, steht in der Hl. Schrift…
  • Befreien mögen wir uns lassen von der Zerstörung, der Missachtung der Natur. Es gibt nur diese eine Erde – und alles, was wir zum Leben brauchen, stammt von ihr.
  • Von den Verstrickungen, die es mit den nächsten Angehörigen gibt – Familie, Kollegen, Nachbarn, Freunde.
  • Von Fesseln, die ungute Traditionen, ungerechte Gesetze … uns auferlegen, ja ganze Kulturen und Völker knechten…
  • Von den Verwicklungen und Verflechtungen der Politik…

Auferstehung meint: Gott ist stärker als all das. Wenn wir in der Taufe von der Erbsünde befreit werden, dann heißt das: Jesus ist stärker als alle Zwänge, Fesseln und Gewalt, auch von allem, die in dieser Welt unterwegs sind … , auch von allem, was in der Vergangenheit falsch gemacht wurde oder schief gegangen ist…Wir dürfen frei sein und neu anfangen. Nur die Zukunft zählt.

Halleluja!