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Was ich für wirklich bemerkenswert halte: Die Kombination der heutigen Bibeltexte, die für den katholischen Gottesdienst des 4. Fastensonntags vorgesehen sind.

Das Evangelium: Die Heilung des Blindgeborenen (Joh 9,1-41) und der Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen…“

Was das mit uns zu tun hat (denn darum geht es im Grunde jedesmal in diesen Texten)?

Wir sind auch meistens blind – nicht blind geboren, sondern zur Blindheit erzogen, richtiggehend „dressiert“ durch Gesellschaft, Familie, Medien … Zum Mangeldenken in einer Art Armutsfalle: Ständig anstrengen, nie nachlassen – und auch dann wird es maximal für das Nötigste reichen. Menschen, die Reichtum und Fülle leben: Ist ein bisschen verdächtig, unanständig, die haben sicher ein bisschen getrickst, geerbt – wenn nicht Ärgeres…

Diese Einstellung tut uns nicht gut.

Aber woher kommt sie?

Vor nicht allzulanger Zeit stand die sogenannte „Sündenfallerzählung“ auf dem Programm. Ihr wisst schon: Adam, Eva, Schlange, Apfel …

Die Menschen im Paradies hatten dieses Mangeldenken schon. Es könnte uns etwas Wesentliches vorenthalten werden. Und dann fallen sie raus, werden vertrieben aus dem Garten Eden. Wir könnten es auch so verstehen: Was sie geglaubt haben, geschieht ihnen.

Die Beschreibung der „Erbsünde“.

Die gute Nachricht:

Jesus heilt den Blinden, dass er sehen kann.

Jesus befreit die Menschheit von der Erbsünde. Klar, das Gesetz des Denkens und Glaubens, der Anziehung usw. existiert und gilt weiterhin (wir erleben es ja dauernd), aber der Kreislauf kann jederzeit durchbrochen werden.

Zum Beispiel jetzt, in diesem Augenblick.

Wir sind nicht an die Denkweisen oder unser Verhalten in der Vergangenheit gebunden, auch wenn es 50 Jahre oder länger so war.

Es ist jederzeit möglich, umzukehren (wieder so ein Begriff aus der Bibel…😊) und ganz neu zu beginnen.

Ab sofort:

Neu sehen. Die Fülle. Das Gute. Beachten, was gelingt, was schön ist, wo wir Glück hatten und worüber wir froh und dankbar sind…

Heute ist Sonntag.

Vielleicht habt ihr mehr Zeit als sonst.

Dieses Umdenken, neu Sehen: Probiert es aus!

Beitrag für Montag, 28. 10. 2024: Abschlusstag

Neu sehen

Das gestrige Sonntagsevangelium schildert eindrücklich, wie der blinde Bartimäus geheilt wird.

Blind – in unserer Alltagssprache gibt es verschiedene Redewendungen: Betriebsblind. Systemblind. Auf einem Auge blind. Blind vor Wut. Blind vor Tränen, vor Liebe, vor Stolz …

Wir sehen schon: Es geht um Voreingenommenheiten.

Die Prioritäten haben sich verschoben, und man kann nicht mehr erkennen, was eigentlich da ist.

Übrigens kann das lateinische Wort „caecus“ nicht nur mit „blind“ übersetzt werden, sondern auch mit „unsichtbar“.

Der blinde Bettler ist für die anderen tatsächlich unsichtbar. Eine Unperson, jemand, den man ignorieren, über den man hinwegsehen kann.

Jesus heilt ihn. Es ist ja christliche Botschaft.

Und: Jesus heilt umfassend. Seele und Leib. Das gesamte Umfeld, das System, die Gesellschaft.

Als Jesus kommt, verändert sich alles.

Der Übersehene fällt plötzlich auf. Er kann mit einemmal mehr wahrnehmen als bisher. Er sieht seine Chance. Und er ergreift sie.

Das Umfeld, seine Mitmenschen, sein Milieu, wenn wir so wollen, versucht sofort, ihn einzubremsen. Ich denke, er stört die andächtige Verehrung der vielen, die Jesus gerade zum Abschied nachschauen, als er Jericho wieder verlässt.

Um Glück schert sich der Blinde nicht darum. Und – auch Jesus nicht.

Gott pfeift auf andächtige Verehrung, wo sie blind macht für gute neue Möglichkeiten, für das Heilwerden der Menschen…

Und er pfeift die Verhinderer zurück: Bringt ihn her!

Und so beginnen auch sie zu begreifen: Es gibt mehr als das, was wir immer schon gewusst und gedacht haben. Immer sind da noch Chancen und Möglichkeiten, wo wir nur Unvereinbarkeiten sehen. Viel, viel mehr.

In den vergangenen 13 Tagen des Seminars „UNVEREINBAR?“ habt ihr einen Eindruck davon bekommen, was mit „schräger“ Theologie gemeint ist. Es geht tatsächlich um Voreingenommenheiten, um Systemblindheit, wo wir aufgrund unserer familiären, traditionellen, kulturellen, weltanschaulichen, religiösen … Prägung die Vielzahl an guten Möglichkeiten und Chancen nicht sehen können, die rund um uns existieren.

Mein Begleitprogramm bietet das nötige Handwerkszeug und zeigt Wege, wie ihr aus euren alten Einschränkungen herausfinden und euch ganz neu erfinden könnt: als freie, glückliche, verantwortliche Persönlichkeiten.

Bucht gerne ein erstes Informationsgespräch: Mail: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt

Die Infogespräche finden via Zoom oder vor Ort in meiner Praxis statt.