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Möglicherweise haben Sie gestern und heute auch die verschiedenen Beiträge gesehen über das Platzen der Koalitionsverhandlungen in Österreich.

Ein typisches Beispiel, wie aufgrund egoistischer Interessen eine geniale Win-Win-Lösung verspielt werden kann.

Die ÖVP wäre der „Seniorpartner“ in einer Regierung mit SPÖ und NEOS gewesen – und auch und erst recht mit der SPÖ zu zweit.

Gründe, sich dagegen zu entscheiden: die absolute Unfähigkeit reicher Menschen, auch nur eine Kleinigkeit ihres Gewinns ab- oder aufzugeben – auf Teufel komm raus. Ja, sie haben möglicherweise ihre Gewinne für einige Zeit gesichert. Aber um welchen Preis?!

Es ging ihnen ja nicht einmal um die ÖVP: denn diese wird in einer Koalition mit der FPÖ der Juniorpartner sein. Oder bei Neuwahlen wiederum Stimmen verlieren.

Um unser Land und sein Wohl bzw. um das Bestmögliche für die Gesamtbevölkerung kann es ihnen auch nicht gegangen sein. Die Spaltung der Bevölkerung, die Kluft zwischen Reich und Arm wird größer.

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Anstand und die Werte der Freiheit, Demokratie, Fairness, Gerechtigkeit usw. werden nach und nach immer kleinere Rollen spielen.

Hauptsache, wir verdienen gut.

Ich bemühe heute die Bibel, bin ja Theologin. Da steht ganz deutlich: Ihr könnt nicht gleichzeitig Gott dienen und dem Mammon.

Ja, die Win-Win-Lösung wäre gewesen: ÖVP als Seniorpartner in der Regierung; plus das Wohl der Bevölkerung, auch und gerade der Kleinen und Durchschnittlichen, wie es von der SPÖ beobachtet wird – und dazu die offene Perspektive, fortschrittstaugliche Lösungsansätze und der frische Wind durch die NEOS.

Pioneers of Change Newsletter   Niemand von uns kann so viel bewirken, wie wir alle miteinander. Elie Wiesel  
  Hallo Dagmar,   während du diese Zeilen liest, ist die österreichische Nationalratswahl gerade voll im Gang – oder vielleicht auch schon gelaufen. Dass wir überhaupt zu einer Wahl gehen können – dafür haben Menschen früherer Generationen ihr Leben gegeben. Sie sind echte Vorbilder, für die wir dankbar sind! Was würden diese Menschen wohl heute tun? Vermutlich würden sie sich für die Weiterentwicklung unserer Demokratie einsetzen.  Denn  …unabhängig davon, wer konkret diese Wahl gewinnt oder verliert, bewegt uns schon seit langem ein Unbehagen: Warum ist das eigentlich ein Wahlkampf?  Warum geht’s ums Siegen, das immer auch Verlierer:innen hervorbringt? Warum geben wir unsere Stimme ab, statt sie zu erheben?Warum gestalten wir eine Art von Demokratie, wo uns Menschen versprechen: wir lösen das für euch! – statt die Lösungen gemeinsam mit den Menschen zu finden? Nicht nur in der Politik, auch in Teams und Organisationen erleben wir, dass sich die Lauteren Gehör verschaffen und die Entscheidungsmacht haben. Die meisten aber werden nicht wahrgenommen. Ihre Perspektive, ihr Beitrag findet kaum Platz. Oder wir verlieren uns in endlosen Debatten, in denen wieder die „gewinnen“, die das beste Sitzfleisch haben.  Aber … Könnte das nicht auch ganz anders gehen? Wie wäre es, wenn wir eine Kultur des Miteinanders entwickeln, wo wir alle zur Problemlösung beitragen können?  Bei den Pioneers beschäftigen wir uns schon seit vielen Jahren damit, was es braucht, damit so eine Kultur des Miteinanders wachsen kann. Was wir jedenfalls wissen: Es braucht Zeit, Geduld, und auch Know-how und innovative Methoden.  Die gute Nachricht ist: All das können wir lernen! Zum Beispiel im Onlinekurs Hosting für Kulturwandel (Start am 9. Oktober). Oder auch im Regionallabor der Mitmach-Regionen. Wir erleben gerade heute so viel mehr Gegeneinander als Miteinander – und Kräfte die das bewusst schüren. Das wirkt zerstörerisch auf unsere Gesellschaft. Deshalb brauchen wir weniger Menschen, die allein vorangehen. Wir brauchen mehr Menschen, die Menschen zusammenbringen, damit wir gemeinsam vorwärts kommen! Und das ganz unabhängig davon, woher der (partei-)politische Wind gerade weht …    Martin und Hemma Von Herzen,
Hemma und Martin   PS: Besonders freue ich (Martin) mich auf ein Online-Gespräch mit Gerald Koller, wo wir nicht nur über die Wahlen reflektieren, sondern auch über Wege in eine Demokratie für alle – exklusiv für Pioneers.Members.   Highlight   Kurs Hosting für Kulturwandel » Für eine Kulturveränderung im Arbeitskontext braucht es mutige Menschen wie dich « Hosting bedeutet viel mehr als Moderation. Hosting ist eine Schlüsselkompetenz für nachhaltigen Kulturwandel. In diesem Online-Kurs (Start: 9 Oktober) tauchst du in eines Kultur der Verbundenheit ein und lernst Methoden des Art of Hostings kennen, mit denen du bedeutungsvolle Begegnungsräume selbst gestalten kannst. Du hast noch Fragen zum Kurs? Dann komm am Montag, 30. September um 19:00 Uhr zu unserem Hosting Schnupper-Call. Rechteck: abgerundete Ecken: Mehr erfahren   Pioneers.Members Special     Talk: Demokratie für alle Am Do, 3. Oktober um 19 Uhr gibt’s eine Gelegenheit für alle Pioneers Members dem Gespräch zwischen Martin Kirchner und Gerald Koller über gesellschaftliche Spannungen nach der Wahl, Vielfalt und das Konzept einer planetaren Demokratie zu lauschen.  » Info & Zoom-Link für Members Telegram
Diese Nachricht habe ich heute von den Pioneers o Change erhalten – da ich seit 2017 Mitglied bin, leite ich sie gern an euch weiter!

Es sind seitdem schon 10 Tage vergangen, aber ich möchte ein sehr beeindruckendes Erlebnis mit euch teilen.

Am 19. Jänner war ich Teilnehmerin beim 10. Barbara-Prammer-Symposium in Wien. Ort der Veranstaltung war das Parlament, Veranstalter waren die SPÖ-Frauen. Ohne Feminismus keine Demokratie, lautete das Motto – und es stimmt:

Wo Frauen als Menschen 2. Klasse gelten (und sei es nur unbewusst und unbeabsichtigt), dort ist echte Demokratie nicht möglich. Dieser Grundsatz gilt natürlich für alle Menschen und Gruppen,. die als nicht gleichwertig oder gleichberechtigt angesehen werden.

Als feministische Theologin und vor allem in meiner Eigenschaft als Sprecherin des Österreichischen Frauenforums Feministische Theologie ist mir Vernetzung immens wichtig. Gemeinsam sind Frauen stark – über sämtliche weltanschaulichen Richtungen hinweg. Leider gibt es weltanschauliche Richtungen, die Frauen noch immer nicht als gleichwertig ansehen. Ich schäme mich da auch immer wieder für die Römisch-Katholische Kirche, der ich angehöre.

Aber: Wer das Recht auf seiner/ihrer Seite hat, wird sich am Ende durchsetzen. Davon bin ich überzeugt.

In diesem Sinne: Feministinnen aller Länder, Zeiten und Sorten: Vereinigt euch!

Die Welt und unser Land haben es bitter nötig.

Predigt Christkönigsonntag 2021

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

„Bist du ein König?“ Der römische Statthalter ist vorsichtig. Die Anhänger eines Königs könnten einen Aufstand beginnen, wenn er ihren Anführer zum Tod verurteilt. Andererseits: Die Anhänger gibt es offenbar schon…Wenn er ihn nicht verurteilt, ist er selber dran. Ich denke, er hofft, dass Jesus die Frage mit „Nein“ beantwortet. Dann kann er ihn nämlich freilassen, was er sowieso vorhat.

Zwischen König und König ist ein Unterschied.

Das Königsein hat sich im Lauf der Geschichte entwickelt.

Im frühen Mittelalter war König derjenige, der aufgrund eigener Tüchtigkeit – Kampferfolg, Gefolgschaft und Persönlichkeit – zum Anführer wurde. Andere Fürsten schlossen sich dem an, dem sie die Führungsrolle – zumindest momentan in einer Krisensituation – zutrauten.

Die Artuslegende und auch die König-David-Legende im Judentum erzählen von Königen dieser Art.

Dass die Königswürde mit der Zeit erblich wird und der Verwandtschaftsgrad wichtiger wird als die Eignung, das entwickelt sich in allen Völkern so.

Und irgendwann werden die Monarchen mehr schädlich als nützlich, und sie verschwinden so oder so …

Das Modell setzt auf freie Wahlen, damit die Chance besteht, dass wieder die Tüchtigsten eines Landes das Sagen haben …

Menschen, die sich für das Wohl der Gemeinschaft einsetzen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, werden immer seltener.

Wenn sie ehrlich und klug sind, erkennen sie genau: Aus eigener Anstrengung ist vieles nicht zu schaffen. Man kann es nie jedem recht machen, es sind Entscheidungen zu treffen, die möglicherweise fast niemand freuen, aber richtig sind, und bei bestem Willen und aller Umsicht kann leicht Wichtiges übersehen werden … allwissend ist eben niemand.

Ich bin mir sicher, viele Politiker/innen oder auch Verantwortliche oder Vorsitzende verschiedener Gremien fühlen sich öfter wie dieser Jesus, der schon die Dornenkrone aufhat – mehr Bürde als Würde…

Hier durchzuhalten, nicht das Handtuch zu werfen, das geht nur mit einer gesunden Spiritualität, mit tiefem Glauben. Wenn Gottes Geist als Kraftspenderin dahintersteht …

Ab heute sind wir hier in der Pfarre Pucking aufgerufen, KandidatInnen für den nächsten Pfarrgemeinderat vorzuschlagen.

Wie wir als Staatsbürger der Souverän des Volkes sind, die Verantwortung haben, unser Land und Volk zu gestalten, so sind wir als Katholiken, als Christen berufen, die Gemeinde vor Ort zu gestalten. Zu Königinnen und Königen sind wir bei unserer Taufe ja sowieso gesalbt worden.

Wir tragen die Verantwortung, der Ball liegt bei uns.

Allerdings dürfen wir den guten König, den Souverän des ganzen Universums, bei uns wissen. Jesus Christus, dem alles zu Füßen gelegt ist, der den Kampf zwischen Gut und Böse bereits für sich entschieden hat, steht hinter uns…

Wir fühlen uns heute gerade wieder verzagt und ohnmächtig, wütend und verzweifelt – angesichts der Lage.

Aber dass alles gut ausgehen wird, mit der Welt, mit der Menschheit, mit der – mit den Glaubenden im großen Stil, nicht mit einer Konfession oder Pfarre -, wenn wir unseren Beitrag dazu leisten.

Das dürfen wir als Christen nie aus den Augen verlieren.

Alles ist sein Eigentum, heißt es in einem Lied.

Ja, Gott greift in die Geschichte ein, ins Weltgeschehen, davon spricht die Bibel in immer neuen Variationen. Aber nicht ohne unsere Mitwirkung.

Gott, Jesus, ist kein König, der Untertanen braucht.

Gott, Jesus, möchte uns frei und glücklich. Das hat einen Preis, wenn wir nicht wollen, dass uns wer anderer beherrscht. Wir müssen das dann höchstpersönlich selber übernehmen: Selbstbeherrschung.

Ganz sicher möchte er unser König sein: der sich um uns kümmert, dass es uns gut geht, dass wir frei sind – deswegen mag er das ganz und gar nicht, wenn wir andere Könige (oder sogar Götter) haben neben oder statt ihm.

Auch die Angst, die wir vielleicht jetzt neu haben, darf uns nicht knechten, unterdrücken, beherrschen. Genausowenig wie andere Menschen oder das Geld, die Karriere, die Firma, ja nicht einmal unsere Familie. Erst recht nicht Süchte oder Krankheiten, oder fixe Ideen, Traditionen oder Systeme … – wenn und sobald wir Gott als König annehmen, verteidigt er uns vor sämtlichen selbsternannten Königen, die Untertanen suchen…

Jesus Christus verteidigt unsere Freiheit – uns stärkt unsere eigene Verantwortung.

Lassen wir ihn das tun.

Amen.

In der Zwischenzeit war ich einige Tage im Krankenhaus.

Zu meinem großen Entsetzen habe ich in den diversen Nachrichten zuerst vernommen, dass Mr. Trump die Kurden im Stich lässt – und kurz darauf Mr. Erdogan in Syrien einmarschiert, um die Kurden zu vernichten.

Wie kommt es, dass Politiker wie die genannten (es gibt noch einige weitere ähnlicher Sorte, Bolsonaro, Assad, …) absolut nur an sich selber zu denken in der Lage sind?

Volk, Heimat, Anstand, Zukunft, Recht, Wahrheit, Demokratie, das Wohl der Menschheit, des Planeten … restlos wurscht.

Kann das jemand erklären?

Jedenfalls bete ich zur Zeit mehr als gewöhnlich…