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Die Kardinaltugenden. Heute: Tapferkeit

Die alte Tugendlehre verwendet lateinische Begriffe, und der entsprechende lautet „fortitudo“.

Es stecken gleich mehrere Bedeutungsfelder drin.

Das, was uns vermutlich als erstes einfällt, hat mit Stärke zu tun. Mut, Tatkraft, Energie, Durchsetzungskraft – aber auch Widerstandsgeist, Durchhaltevermögen – und das, was wir heute „Resilienz“ nennen, schwingt ebenfalls mit.

Fortitudo erinnert an die Sprache von Militär und Krieg, und das ist nicht ganz falsch, weil Soldaten und Kampf(tüchtigkeit), im Römischen Reich der Antike eine bedeutende Rolle spielten.

Und doch ist viel mehr gemeint. Etwas anpacken, durchziehen und zum Abschluss bringen. Verantwortung übernehmen statt sich davor zu drücken. Werte, Überzeugungen, sich selbst und andere verteidigen. Einstehen dafür, beherzt eintreten für das Gute, für Wahrheit und Gerechtigkeit ungeachtet möglicher Nachteile für einen selbst.

Zivilcourage.

Aber genauso der Lebensmut an sich, Bereitschaft, sich den Herausforderungen des Lebens zu stellen, statt sich zurückzuziehen und es sich in den eigenen vier Wänden allzu sehr gemütlich zu machen.

Entdeckerfreude, Pioniergeist.

Sich und anderen etwas zutrauen. Ein gesundes Selbstbewusstsein.

Und:

Unangenehmes, wenn es sich nicht vermeiden lässt, tapfer ertragen. Eine Situation, eine Zeit der Entbehrungen oder auch einen Konflikt durchstehen. Geduldig ausharren.

Eine Therapie oder medizinische Behandlung, eine Entwicklung oder Arbeitsschritte auf sich nehmen.

Nicht vorschnell aufgeben, wenn der gewünschte Erfolg noch ausbleibt.

Tapfere Menschen sind solche, auf die man sich im Ernstfall verlassen kann.

Bildnachweis: Johanna von Orleans, Jeanne d‘Arc von DominiqueVince auf Pixabay