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Predigt                                                          Sonntag, 11. 8. 2024 Lackenhof

Liebe Brüder und Schwestern!

„Ich bin das Brot des Lebens.“

Sagt Jesus über sich. Diese Worte sind uns vertraut, wir denken da gleich an die Eucharistie und Kommunion.

Es steckt allerdings noch viel mehr dahinter.

Jesus spricht über sich, seine lebendige Person und Persönlichkeit. Er selbst, das meint er damit, ist für uns lebensnotwendig.

Alles, was ihn ausmacht. Wie er lebt, denkt und redet, wie er sich verhält, handelt – und weil er ja Mensch und auch ganz Gott ist: das sollen wir essen; aufnehmen, uns zu Gemüte führen. Inhalieren.

Ich habe im Gymnasium einen wunderbaren Klassenvorstand gehabt, Frau Prof. Zechmeister, wir hatten sie auch in Mathematik und Physik. Wenn sich die eine oder andere von uns sagen wir eine Woche vor der Schularbeit noch immer nicht wirklich bei einer Rechenart ausgekannt hat, hat sie regelmäßig gesagt: Haiderer, Wagner, Ruhm, … hörst, du kennst dich ja gar nicht aus – das solltest du vor der Schularbeit auf jeden Fall noch einmal inhalieren …

Jesus möchte, dass wir uns auskennen mit ihm, dass wir immer vertrauter werden, bis wir ganz vertraut sind mit ihm, mit Gott selber …

Das heilige Brot, die Eucharistie, ist eine sicht- und greifbare Hilfe dazu, ein Sakrament, wirkkräftiges heiliges Zeichen, Zeichen für das, was eigentlich geschieht. In der nächsten Dimension, wo wir hingehen, wenn wir die Erde verlassen, gibt es keine Sakramente mehr, weil wir Jesus live und echt selber erleben können…

Brot des Lebens.

Es wird öfters so getan, als ob Religion Luxus wäre, eine Bereicherung und Verschönerung des gewöhnlichen Lebens. Nun, das ist sie sicher auch. Aber den Kern der Sache trifft es nicht. Dafür wäre eher der Wein zuständig, Eucharistie ist uns ja in 2 Gestalten geschenkt …

Brot des Lebens bin ich, sagt Jesus, Brot für das Leben der Welt.

Ob jemand glaubt oder nicht, ist kein Luxusproblem. Spiritualität ist nichts, was bei Bedarf und nach Belieben noch dazu kommt, weils nicht wirklich wichtig ist. Im Gegenteil: Er ist essentiell. Grundlegend für uns und unser gelingendes Leben.

Und zwar nicht nur für das individuelle gelingende Leben jedes einzelnen – das wäre auch schon sensationell – sondern für das gelingende glückliche Leben für alle Menschen, für alle Wesen auf dieser Erde…

Warum? Wenn ein Mensch Jesus quasi „inhaliert2, so wie ich das vorher beschrieben habe – alles, was ihn betrifft, begeistert aufnimmt, sich davon nährt – und im Gebet regelmäßig mit Jesus sich austauscht, so jemand wird immer mehr und mehr im Leben verkörpern, verwirklichen, was Gott gemeint hat. Wie Gott das Leben gemeint hat …

Liebe deine Nächste wie dich selbst ein Herz haben für andere, sich einsetzen für Ärmere, Benachteiligte. Hier und in armen Ländern. …Fairness. Hilfsbereitschaft. Geduld. Verzeihenkönnen. Verlässlichkeit. Freundlichkeit. Paulus beschreibt es in seinem Brief perfekt…

So jemand macht, was sich gehört, was gut und richtig ist – ist immun gegen den allgemeinen Volksglauben … kennen Sie den?  Die meisten Menschen religionsübergreifend – verehren den Wassa – Gott: Wassa-gen die Leute, Wassa-gen die Leute … und richten sich in ihren Entscheidungen danach…

Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit nicht sterben.

Wer sich vom Geist Jesu erfüllen lässt, wird gestärkt im Umgang, im Widerstand gegen diesen Wassa – Gott…und wenn es sich um noch so prominente Autoritäten handelt.

Ein Vorschlag: Wenn Sie heute zur Kommunion gehen, achten Sie bewusst darauf, wie Sie dadurch gestärkt werden. Nehmen Sie mit Jesus, der Ihnen ja dann ganz nahe ist, geistig Kontakt auf. Fragen Sie sich selbst: Bin ich bereit, will ich so wie ich den Leib Jesu in meinen Leib aufnehme, seine Persönlichkeit, die Gegenwart Gottes, in mein Leben hereinlassen und mein gesamtes Sein von Gott erfüllen, stärken, nähren, ordnen, beleben lassen?

Predigt                                                                      Pfingstsonntag 2022

Liebe Brüder und Schwestern!

Luft und Wind – gibt es die überhaupt?

Man sieht sie nicht. Sehen können wir nur die Blätter eines Baumes z. B., die sich im leichten Wind bewegen.

Man spürt sie nicht – außer bei starkem Wind.

Dann allerdings können wir die Luft auch hören, die starken Windböen – oder hören wir auch dann nur den Aufprall der Luft auf das Hindernis, das Rauschen der Baumkronen oder der Wellen in einem See oder Meer?

Oder den Luftdurchzug – je nach Stärke ein Pfeifen oder Dröhnen – durch eine Flöte, Trompete oder Orgelpfeife …

Die Menschen des Alten Testaments haben Gottes Geist den Namen „Ruach“ gegeben, das heißt ursprünglich tatsächlich Atem oder Wind.

Die Wüstenbewohner haben gesehen, was Wind bewirkt: in der Sonnenhitze kühlt, Regenwolken bringen kann – dies im Guten -, aber sie haben auch gewusst, welche verheerenden Folgen ein Sandsturm haben kann, wo das Unterste zuoberst gekehrt wird, oder die stetige Macht des Windes, wo nach einigen Jahren die Landschaft in der Wüste sich verändert, wegen der Wanderdünen Neuorientierung, notwendig wird, die Suche eines neuen Weges …

Ja, und ohne Luft kann kein Mensch leben. Der lebendige Hauch des Atems ist Zeichen dafür, dass jemand lebendig ist.

Wir sagen aber auch zu Menschen, die wir nicht mögen: Du bist Luft für mich.

Überflüssig, wie nicht vorhanden.

Luft ist wirklich ein gutes Symbol für Gottes Geist.

Dem geht es nämlich ähnlich: Die meisten Menschen halten ihn/sie für überflüssigen Luxus, auch gute Christen. Brauch ich eigentlich nicht.

Ruach oder Schekinah ist der Aspekt Gottes, die Persönlichkeit Gottes, die mit uns Kontakt aufnimmt, ständig da ist und uns am Leben erhält – wie die Luft, die wir atmen. Ohne dass wir das merken.

Uns aufatmen lässt. Einen Luftpolster bildet, rund um uns, dass wir es weicher haben. Eine Sicherheitsmatratze nach unten, wenn wir fallen.

Einen Filter für das, was von oben kommt. Ein Schlauchboot, das über Untiefen führt. Uns sicher durchs Leben segeln lässt.

Wenn ich das nicht haben will – ausdrücklich Gott mir wurscht ist – dann darf ich mich nicht wundern, wenn ich ständig selber ruachln – das heißt, ich kanns fast nicht derschnaufn – und rudern muss, um mehr schlecht als recht über die Runden zu kommen, der Auftrieb und Antrieb fehlt. Und irgendwann pfeift man aus dem letzten Loch.

Liebe Brüder und Schwestern, wenn wir Gottes Geist so dringend brauchen, wenn er/sie so lebensnotwendig ist wie Luft – was können wir tun?

Da habe ich eine wirklich gute Nachricht:

Wissen Sie, was die Luft noch für eine Eigenschaft hat?

Luft strömt von selbst, automatisch, in leere Räume. Ins Vakuum, in den luftleeren Raum – sobald eine Öffnung da ist.

Wir müssen aufmachen.

Wenn dauernd gebetet, dass Gottes Geist kommt und wirkt. Warum tut sich so wenig? Vielleicht sollten wir besser darum beten, dass die Ruach ein paar Löcher bohrt. In uns. In die Menschen. In die festgefügten Mauern der Weltanschauungen, Vorurteile, Gewohnheiten …

Nur: aufmachen, Augen, Ohren, Herzen, Verstand…  aufmachen müssen wir. Und rausgehen ins Freie.

Wenn wir uns das vielleicht nicht trauen – wenn uns der Heilige Geist lästig vorkommt wie ein Gegenwind oder ein scharfer Luftzug ins Gesicht, kann es daran liegen, dass wir in die falsche Richtung laufen und umkehren angesagt ist.

Die Frage an uns ist: was möchte Gottes Windhauch aus unserem Leben fortblasen – oder aus unserer Pfarre – Staub, Ablagerungen, Verkrustungen, Müll, Schutt, der uns zudeckt und fast begräbt, Ungesundes und Unbrauchbares?

Bei uns herrscht manchmal so eine Scheu, fast ein Schuldbewusstsein, dass wir Christen sind und Freunde von Jesus. Wir können Gott einfach darum bitten, dass er das beseitigt. Gehen tut es. Die Jüngerinnen und Jünger haben zu Pfingsten trotz Lebensgefahr sich plötzlich stolz zu Jesus bekannt.

Wo wünschen wir uns mehr Lebendigkeit und Bewegung? Rückenwind?

Ich lasse den Ventilator jetzt eine kleine Weile laufen – wir sind eingeladen, dass wir uns dem Wirken des Geistes wie einer frischen Brise aussetzen.

Das soll uns heute als Glaubensbekenntnis gelten.

Die Bischofskonferenz in Lima wird von der Diözese Linz lernen, wie man Seelsorgeteams aufbauen kann.

Habe ich heute im Vortrag von Gabriele Eder-Cakl erfahren.

„Soviel Anfang war noch nie“.

Das Seminar für Haupt-und ehrenamtliche in der Diözese Linz war eine echte Bereicherung.

Noch etwas sagte die Pastoralamtsleiterin: Die Menschen im Amazonasgebiet brauchen die Eucharisitiefeier, um Kraft zu haben für ihren Einsatz für Gerechtigkeit, für ihren Kampf um die Erhaltung der Natur, des Regenwaldes. Und für vieles mehr.

Sie brauchen die Eucharistie dringend. Lebensnotwendig.

Und deswegen müssen endlich Frauen die Priesterweihe empfangen, damit dies gewährleistet ist.

Und der Stammesälteste, der auch der Schamane ist, muss sie empfangen, weil er der glaubwürdige Respräsentant der Spiritualität ist für den Stamm.

 

Bitten wir Gottes heilige Geistin ruach, dass sie darauf hinarbeitet.