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Win-Win-Lösungen wären ohne weiteres auch im Bereich der Schule möglich. Geringes Bemühen aber der aufrichtige Wille aller Beteiligten reichen aus, um das Erleben von Schule in all seinen Facetten für SchülerInnen, Lehrkräfte und Eltern zu einer erfreulichen Sache u machen.

Wie?

Oder fragen wir besser: Wieso klappt es oft nicht?

Viele Eltern schimpfen auf Schule und LehrerInnen bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Ja, es gibt sie, die Lehrenden, die „Dienst nach Vorschrift“ machen – und nicht einmal das. Wo der Unterricht langweilig, die Beurteilung ungerecht, das menschliche Verhalten destruktiv ist.

So etwas gehört abgestellt, keine Frage.

Die überwiegende Mehrheit hat sich den Lehrberuf aber ausgesucht – und übt diesen seit Jahrzehnten aus -, weil sie die Arbeit, das tägliche Zusammensein mit Kindern und Jugendlichen schätzt und das Beste an Informationen aus dem eigenen Interessengebiet (Schulfach) weitergeben möchte.

Eltern und LehrerInnen, die zusammenwirken, sind eine tolle Chance, dass aus jungen Menschen tatsächlich „etwas wird“: glückliche, verantwortungsbewusste, tüchtige, kluge, freie Erwachsene.

Noch etwas: Sogenannte „Problemschüler/innen“ – ich habe in Jahrzehnten, in denen ich unterrichtet habe, festgestellt: Als ich die dazugehörigen Eltern kennenlernte, war ich froh, dass die Kinder „nur so“ sind – nämlich weit harmloser. Unerträgliches Benehmen (nicht zuhören, nicht Ordnung halten, Aufgaben nicht erledigen, Faulheit, Rücksichtlosigkeit, Gewalt, Beschimpfungen, Mobbing …) werden gelernt. In den meisten Fällen zu Hause.

Hab gerade im Fernsehen die Sendung über den Mangel an Nachwuchs bei Hausärzten mitverfolgt.

Zuerst waren es die Pfarrer.

Jetzt sind es die Ärzte.

Die nächsten, die fehlen werden, werden die LehrerInnen sein.

 

Meiner Meinung nach (allerdings bin ich mit dieser Meinung nicht die einzige) hängt das mit dem schwindenden Respekt zusammen.

Priester, Arzt, Lehrer – das waren vor 100 Jahren die drei angesehensten Menschen im Dorf.

Alle drei Berufsgruppen wurden öffentlich jahrzehntelang demontiert. Nicht von der 68er-Bewegung, sondern im Zuge des aufsteigenden Neoliberalismus im Lauf der Achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.

Geldverdienen, Perfektionismus, der einklagbar wurde.

In diesem Denkschema ist es logisch, dass ärztliche, spirituelle und Bildungsleistungen immer mehr eine Frage des Geldes,der Bezahlbarkeit wurden und werden.

IdealistInnen, die einen der genannten Berufe ergreifen, wollen dafür lieber nichts mit Verwaltung, Buchhaltung, Kalkulation usw. zu tun haben.

 

Können wir aus diesem Dilemma, aus dieser Entwicklung wieder herauskommen?

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