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Die Menschen jubeln Jesus zu, als er in Jerusalem einzieht. Es gibt die alte Prophezeiung von Jesaja – oder vielleicht die Formulierung eines Wunschtraumes, einer Vision, die er gehabt hat, wie der Messias sich verhalten wird -: „Er reitet auf einer Eselin“. Das Tier der armen Leute, mit dem man keinen Staat machen kann… ein Bild der Bescheidenheit und des Friedens – kein Pferd, mit Pferden zieht man in die Schlacht.

Jesus wählt dieses Zeichen ganz bewusst; selbstverständlich weiß er, welche Hoffnungen, Assoziationen er damit heraufbeschwört. Schließlich kennt er die Heilige Schrift.

Ja, er erhebt den Anspruch: Ich bin der Erwartete. Ich bin der Messias.

Alle, die da die Straßen säumen, begreifen das.

Und doch – sofort stellen sie sich wieder vor, was sie gern hätten, was sie gelernt haben, was es an alten Bildern gibt.

Die Menschen suchen sofort den „starken Mann“, rufen nach ihm. Einen, auf den man alle Verantwortung und jede Entscheidung abwälzen kann. Einen, der „es richten wird“. Der es allen recht machen kann. Der endlich Schluss macht mit sämtlichen Missständen der Weltgeschichte.

Wie geht es mir mit diesen Vorstellungen?

Ja, Jesus ist der ersehnte Retter, der letztendlich alles heilen und vollenden wird. Ja, Gott ist allmächtig.

Und doch:

Er entlässt uns nicht aus unserer Verantwortung.

Er nimmt uns Entscheidungen nicht ab.

Er respektiert unseren freien Willen. Unsere Persönlichkeit.

Achtet unsere Fähigkeiten.

Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit: durch und durch biblische Werte…

Und hier der Bibeltext:

Mt 21, 1-11

211 Als sie sich Jerusalem näherten und nach Betfage am Ölberg kamen, schickte Jesus zwei Jünger aus

2 und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie zu mir!

3 Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen.

4 Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist:

5 Sagt der Tochter Zion: / Siehe, dein König kommt zu dir. /

Er ist sanftmütig / und er reitet auf einer Eselin / und auf einem Fohlen, / dem Jungen eines Lasttiers.

6 Die Jünger gingen und taten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte.

7 Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie und er setzte sich darauf.

8 Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.

9 Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen:

Hosanna dem Sohn Davids! / Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. / Hosanna in der Höhe!

10 Als er in Jerusalem einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte: Wer ist dieser?

11 Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

Passion heißt “Leidenschaft”.

Heute Abend beginnen wir die Feier und das Gedenken an die Leidenschaft Gottes für uns Menschen.

Passions-Lesung in den Gottesdiensten zum Palmsonntag. Leidensgeschichte. Vergegenwärtigung.

Ja, es gilt, JETZT.

Für Gott spielt Zeit keine Rolle.

Es ist als ob sie nicht existierte.

Zeit ist an die Schöpfung gebunden, an den Raum.

Es war nicht nur damals.