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Ich hatte immer wieder schon einmal von der sogenannten „Landjugend“ gehört, kannte aber, bevor ich Pfarrassistentin in Pucking wurde, keine Beteiligten persönlich.

Heute die Jahreshauptversammlung war unwahrscheinlich aufschlussreich.

Tätigkeiten des vergangenen Jahres wurden beschrieben, und ich muss sagen: Ich bin beeindruckt.

Tipp: Erkundigen Sie sich, ob es bei Ihnen am Ort eine Landjugendgruppe gibt. Wenn sie Kinder im Teenageralter haben: Machen Sie diese auf diese Möglichkeit aufmerksam!

Es lohnt sich.

Die Zeiten, in denen ausschließlich die bäuerliche Jugend dabei sein durfte, sind längst passé.

Jede/r kommt in Frage.

Minischnuppern für Kinder zwischen 7 und 10 Jahren:

Pfarre Haid, Kirchenstr. 1, 4053 Haid-Ansfelden

Samstag, 23. 10.2021, 15.30 – 16.30

Ministrant/in werden – leicht gemacht!

Mit Pfarrassistentin MMag. Dagmar Ruhm

Spiele – Rätsel – Üben

In meiner Laufbahn als Pfarrassistentin habe ich in den letzten 2 Jahrzehnten 4 Bau- und Umbauprojekte durchgeführt. Übrigens sind das genauso viele wie in meinem eigenen Haus.

Heute war ich mehrere Stunden bei einer Veranstaltung im Bildungshaus Schloss Puchberg,bei der die Abteilung Kirchliches Bauen der DFK und das Pastoralamt, Liturgie- und Kunstreferat, wertvolle Informationen zu diesem Thema gaben.

Wenn ihr mehr darüber wissen wollt: Schaut dort auf die Homepage (googeln!), ruft an, macht euch einen Termin aus. Ich trau mich nämlich wetten, dass nicht alle, die Umbauten vorhaben in der Pfarre, heute dabei waren.

Also: los!

Eine Zeitlang hieß es, es sei besonders fromm und vorbildlich, täglich an einer Heiligen Messe teilzunehmen.

Ich habe genau das ca. eineinhalb Jahre lang gemacht.

Aber nun, im Jahr 2020 dazu folgende Anmerkung: Wo, bitte, geht das überhaupt noch?

In den beiden Pfarren, in denen ich als Pfarrassistentin tätig bin, jedenfalls nicht.

Auch nicht im Umkreis derselben.

Wer nicht in einer größeren Stadt oder nahe einem Männerkloster, z. B. in Kremsmünster, St. Florian oder Melk zu Hause ist, hat keine Chance.

Also muss es andere Wege geben … Täglicher Wortgottesdienst ist es wohl auch nicht.

Was meint ihr?

Schreibt mir eure Ideen!

Heute habe ich das 4, Kind getauft an meiner neuen Arbeitstelle als Pfarrassistentin in Haid und Pucking. Insgesamt sind es, glaub ich, 40 Kinder – in 20 Jahren.Eigentlich in 14 Jahren, denn 6 Jahre lang habe ich nicht getauft.

Ich finde es derart schön, sinnvoll, bereichernd, dass wir jetzt dank Bischof Manfred Scheuer wieder taufen dürfen in der Diözese Linz – vom Erstkontakt zur Familie über das Taufgespräch, die gemeinsame Vorbereitung der Feier und natürlich zuletzt das Spenden des Sakraments.

Kurz: Es ist mir eine Freude …

Wegen meines arbeitsintensiven Dienstsantritts als Pfarrassistentin in den Haid und Pucking erst heute die Predigt zum vorgestrigen Sonntag:

 

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

 

Nach oben buckeln, nach unten treten. Diesen Spruch haben Sie sicher schon öfter gehört – und es beschreibt treffend das Verhalten mancher Menschen – und es ist kein Kompliment.

 

Geschichte vom Portier

 

Vor einigen Tagen war erst der G7-Gipfel, und in den Zeitungen wurde unter anderem kommentiert, wer neben wem saß und wie lange und warum …

Und bei uns im Kleinen und in der Öffentlichkeit ist oft zu bemerken, wie jede vornehme Zurückhaltung schlagartig und restlos verschwindet, sobald es zum Sturm auf die Futtertröge, in die Medienberichte oder sonst auf die besten Plätze geht.

Zur Zeit Jesu gab es das genauso wie heute – und zu allen Zeiten, die dazwischen liegen.

Ich weiß nicht, ob es ein Trost ist, dass auch die Pharisäer nicht anders gehandelt haben – die Elite der Frommen und (religiös) Gebildeten damals, – oder ob wir uns aufgrund dieser Tatsache eher schrecken sollen.

 

In der Kirche ist es nicht anders – obwohl in den letzten Jahrzehnten weit besser geworden und obwohl Papst Franziskus eine ganz andere Sprache spricht.

Zumindest hat er diese ganzen überflüssigen Ehrentitel Monsignore, Geistlicher Rat usw. abgeschafft.

Man könnte jetzt solches Gehabe auch ganz lustig finden, Prof. Nemecek hat den Begriff „Knopflochrotlauf“ erfunden, Kleider- und Rangordnung, Titelsucht usw. … wenn nicht eine ganz reale Gefahr dahinterstünde: Nämlich die, dass Menschen, die sich in diesen Systemen an den oberen Plätzen befinden, tatsächlich oft überheblich auf die da unten herabschauen – und sich besser vorkommen, als die besseren Christen, die besseren Menschen, die fitteren, gesünderen, Tüchtigeren, Fähigeren … Beliebteren, Schöneren, Reicheren die, die es „geschafft“ haben, eben.

Im religiösen Bereich fühlt man sich dann näher bei Gott, würdiger, spiritueller, geistig entwickelter, intelligenter, gebildeter usw.

 

Und da wird uns klar, warum Jesus so ein Verhalten kritisiert. Nicht, weil er Menschen herabsetzen will – ja, wir haben diese Redewendung, es ist genau diese Situation gemeint, jemanden an einen schlechteren Platz, weiter unten an der Tafel, zu platzieren -, nein, Jesus, der für Gott spricht, möchte alle an den besten Platz holen, einladen, gerade und vor allem die, die im normalen Leben übersehen, ausgegrenzt, schief angeschaut, verachtet werden, keine Geltung haben, die die vornehme Welt nicht dabei haben will.

Die Unsichtbaren sichtbar machen, ihnen den zustehenden Wert als Kinder Gottes, die Würde des guten Platzes geben.

 

Wir erinnern uns wahrscheinlich, dass Jesus in einer ähnlichen Situation an seine JüngerInnen die Parole ausgibt: „Bei euch aber soll es nicht so sein.“

 

Für die neue Ordnung, die er zu schaffen gekommen ist, im Reich Gottes, haben andere Maßstäbe zu gelten.

Ich vermute, dass Sie hier in der Pfarre Haid diese Maßstäbe Jesu leben.

Wo alle gleich wertvoll sind, gleich geachtet und willkommen beim Gottesdienst, bei Festen, beim Mitarbeiten und Mitgestalten in der Pfarre.

Arbeiter/innen und Chefs, Chefinnen. Geschäftsleute und Putzfrauen. Lehrer und SchülerInnen. Ingenieure und Hausfrauen. Bankangestellte und Arbeitslose. Lehrlinge und Pensionisten.

Bei Gott hat niemand, wer er auch sei, dem anderen etwas voraus.

Und zwar deswegen, weil jedem/r einzelnen das volle Maß, die unmittelbare Nähe und Freundschaft bereits geschenkt sind. Mehr geht nicht.

Ich in meiner Funktion als Leiterin und Seelsorgerin möchte Helfen, dass wir alle hier in Haid diese Geschenke – das volle Maß des Heils – annehmen und verwenden.

Jetzt ist es also fix: Ab 1. September werde ich in Haid und Pucking als Pfarrassistentin arbeiten.

Ich freue mich schon.

Sehr gern, ja leidenschaftlich, habe ich 16 Jahre diese Verantwortung getragen, mit allem Auf und Ab, Sternstunden und Katastrophen, normalen Abläufen, Verwaltungs“kram“ (kommt dieser Begriff eigentlich von Schriftstellern, Künstlern also, die so Nicht-kunst abwerten?), auch Verwaltung ist eine Kunst, die Können und oft Einfühlungsvermögen erfordert… mit Harmonie und Streit, mit guten Ideen und weniger guten, mit gelungenen Projekten und gescheiterten Versuchen, Gesprächen und Gottesdiensten, Vorbereitungs-Arbeiten und Arbeitssitzungen, Organisieren und Erfinden und Improvisieren … schön!

Ich werde, darf, soll, mag, kann es wieder tun.

Und ich freue mich auf die beiden Pfarrgemeinderäte, von denen ich ja schon einige kennengelernt habe.