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Habe 2 Tage meinen Vater in St. Pölten besucht.

Es blieb Zeit genug,für die in dieser Woche anstehenden Bußgottesdienste Steine zu sammeln.

Heute stell ich euch die erste Besinnung in meinen Blog.

Vielleicht passt es ja für euch -immerhin ist Fastenzeit.

Also:

 

BESINNUNG/GEWISSENSERFORSCHUNG

 

I.                Ziegel                   Zum Lesen Ziegel zum Altar bringen – damit er noch einmal 

                                              von allen gesehen wird.

 

Mit Ziegeln kann man Mauern bauen – oder Häuser.

Wann verstecke ich mich hinter meiner Mauer, weil ich es mit Mitmenschen nicht zu tun bekommen möchte? Wie oft schotte ich mich ab – gegen Menschen, die meine Hilfe brauchen würden oder nur ein gutes Wort oder einen Blick?

Gegen Informationen aus Wirtschaft und Politik, weil ich meine Ruhe haben will?

Ist es nur Desinteresse – oder Bequemlichkeit, fehlende Solidarität, Menschenfurcht?

Oder ist es alles zusammen?

Die Mauer aus Angst und Egoismus kann so hoch werden, dass sie nicht nur andere von mir fernhält, sondern dass ich aus eigener Kraft nicht mehr aus meinem Gefängnis heraus kann …

Vielleicht bin ich zu stolz, um mir helfen zu lassen?

Hege ich bewusst eine Feindschaft?

Bin ich irgendwo unversöhnlich, unnachgiebig?

Weigere ich mich dazuzulernen?

Oder meine ich, es kommt auf mich nicht an, ich traue mir nichts zu, keiner will mich dabeihaben – und ziehe mich in mein Schneckenhaus zurück?

 

Betrachte ich Mitmenschen – Partner, Kinder, Freunde … als so etwas wie mein Eigentum – und bewache eifersüchtig ihr Tun und ihre Weltanschauung?

 

Traue ich Gott zu, dass er mich aus meinen Gefängnismauern befreien, aus Angst, Isolation, Schuld, … herausholen kann und will?

Bitte ich ihn darum?

Oder verweigere ich ihm den Zutritt zu meinem Leben, zu meinen Privatangelegenheiten?

 

 

 

Die Palme mit der schweren Last

Eine kleine Palme wuchs kräftig am Rande einer Oase. Eines Tages kam ein Mann vorbei. Er sah die kleine Palme und konnte es nicht ertragen, dass sie so prächtig wuchs.

Der Mann nahm einen schweren Stein und hob ihn in die Krone der Palme. Schadenfroh lachend suchte er wieder das Weite. Die kleine Palme versuchte, den Stein abzuschütteln. Aber es gelang ihr nicht. Sie war verzweifelt.

Da sie den Stein nicht aus ihrer Krone bekam, blieb ihr nichts anderes übrig, als mit ihren Wurzeln immer tiefer in die Erde vorzudringen, um besseren Halt zu finden und nicht unter der Last zusammenzubrechen.

Schließlich kam sie mit ihren Wurzeln bis zum Grundwasser, und so wuchs sie trotz der Last in der Krone zur kräftigsten Palme der Oase heran.

Nach mehreren Jahren kam der Mann und wollte in seiner Schadenfreude sehen, wie verkrüppelt die Palme wohl gewachsen sei, sollte es sie überhaupt noch geben. Aber er fand keinen verkrüppelten Baum.

Plötzlich bog sich die größte und kräftigste Palme der Oase zu ihm herunter, zeigte ihm den Stein und sagte:

„Ich muss dir danken. Deine Last hat mich stark gemacht!“

Afrikanisches Märchen