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Frauenfeindlichkeit hat ihren Ursprung in der Bibel…?

Nein, umgekehrt! Allerdings haben verschiedene Texte und Aussagen, die in der Bibel stehen, bereits existierende Frauenabwertung religiös untermauert, quasi legitimiert.

Die Bücher des Alten und Neuen Testaments sind in einem Umfeld entstanden, das durch eine strenge patriarchale Kultur und Gesellschaft geprägt war.

Menschen haben die Erfahrungen, die sie spirituell gemacht haben und die ihre Gemeinschaft, i. e. das Volk Israel, mit JHWH gemacht hat, schriftlich festgehalten und für die Nachwelt auch interpretiert. Die Texte sind NICHT wortwörtlich von höheren Mächten diktiert worden, sondern von gläubigen menschlichen Autoren (ich spare mir hier das „-innen“, weil es sich fast ausschließlich um Männer gehandelt haben dürfte) nach bestem Wissen und Gewissen, auf der Höhe der damaligen Erkenntnis, Wissenschaft und Traditionen – aber nicht darüber hinaus -, und in der besten Absicht verfasst worden.

Die katholische Theologie hat den von Thomas von Aquin formulierten Grundsatz: „Die Gnade baut auf der Natur auf“ – d. h., Menschen können von der Wirklichkeit Gottes/der Göttin usw. nur so viel erfassen, wie weit ihr Verständnis und ihre Auffassungsgabe reicht. – Mit anderen Worten: In ein Schnapsgläschen geht kein ganzer Liter…

Dass – und wie sehr v. a. aus der göttlichen Perspektive – in der Bibel durchgehend Frauen und Männer als gleichwertig beschrieben werden, ist angesichts der damaligen Gesellschaftsformen beachtlich. Viele Textabschnitte sind sozusagen ihrer Zeit voraus gewesen.

Ab morgen bekommt ihr dazu verschiedene Beispiele!

Im Moment arbeite ich ein neues Programm aus. Irrtümer, Missverständnisse in der v. a. katholischen Theologie gibt es ja enorm viele. Manches wurde und wird immer und immer wieder von Nachbarn#, KollegInnen oder Verwandten gesagt – und die wissen es auch nicht genau, haben irgendwann gehört dass … und manche Priester plappern solches ungefiltert in ihrer Predigt nach. Halten es für Theologie.

Dabei handelt es sich schlicht und einfach um ausgemachten Unsinn, der religiös daherkommt…

Es geht auch anders. Und das möchte ich euch gern zeigen.

Theologie ist genau wie die Frohbotschaft, mit der sie sich im Grunde beschäftigt, wohltuend, heilsam, ordnend, friedenstiftend, aufbauend, froh machend, humorvoll … usw. usw…

Einmal im Monat, Dienstag Abend um 19.30, könnt ihr gern dabei sein: vor Ort oder online.

Da es sich um meine berufliche Arbeit handelt, ist ein Beitrag zu bezahlen: EUR 36,-

Anmeldung bitte per Mail: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt

Nächster Termin: Dienstag, 18. Juni 2024.

Ich freue mich auf euch!

Predigt     Firmvorstellung                           5. Fastensonntag 2022

Liebe FirmkandidatInnen! Liebe Brüder und Schwestern!

Aha, auf frischer Tat ertappt.

Kennen Sie das auch: Jemanden einmal so richtig bloßstellen, alle Fehler und Mängel ans Licht zerren und an die Öffentlichkeit, jetzt sagen wir es dem einmal so richtig hinein …

Die Ankläger sind in der Mehrheit – wir wunder uns heute, was die Leute das angeht, wenn jemand in der Ehe fremdgeht.

Ist alles privat. Denen ihre Angelegenheit.

Damals war das nicht so.

Frau und Mann waren rechtlich in keiner Weise gleichgestellt.

Die Frau galt als so etwas wie das Eigentum des Mannes. Wenn sie ihn betrügt, ist das quasi eine Besitzstörung – umgekehrt höchstens ein Charakterfehler des Mannes, ein Kavaliersdelikt.

Das hatte sich historisch so entwickelt. Im jüdischen Gesetz, in der Tora, in der Bibel, steht nichts davon. Da gilt für beide, Frau und Mann, auf Ehebruch steht die Todesstrafe.

Aber – Die Männer hatten die Macht und haben sich’s gerichtet. Dagegen ist auch das Gebot Gottes offenbar machtlos…So fromm sie sich auch geben: Wenn es ihre eigenen Vorteile stört, ist ihnen Gottes Wort denkbar wurscht.

Es ist schon richtig: die Frau ist schuldig. Sie wehrt sich auch nicht.

Aber die Selbstgerechten übersehen und übergehen die höhere Gerechtigkeit:

Vermutlich haben sie schon länger vom Verhältnis dieser Frau gewusst. Wahrscheinlich war ihr Geliebter einer aus ihrem Kreis, vielleicht Sohn oder Bruder oder Geschäftspartner. Der war ihnen mehr wert – sie haben dafür gesorgt, dass er das Weite suchen kann.

Sie messen also mit verschiedenem Maß.

Zweitens: Sie stöbern die Frau gerade jetzt auf, weil sie sie brauchen können, um Jesus eine Falle zu stellen. Um ihn aufzublatteln. Ginge es ihnen nicht darum, sondern wirklich um Recht und Ordnung, hätten sie das Paar möglicherweise ungestört weiter machen lassen.

Und Jesus spürt das.

Es geht nicht um den Bund mit Jahwe. Es geht nicht um das Gesetz, und es geht schon gar nicht um diese Frau.

Und da schafft er Ordnung. In genialer Weise.

Ihm geht es um Jahwe, um das Gesetz und um die Frau. Das ist eine höhere ORDNUNG UND EINE TIEFERE; STIMMIGERE GERECHTIGKEIT:

Da täte es gut, wenn wir uns etwas von Jesus abschauen.

Der Mensch steht im Mittelpunkt.

Beim Vorbereiten des Gottesdienstes hat die Firmgruppe gleich ein paar Beispiele gefunden, wo Unrecht zum Recht erklärt wird – die Gesetze in der Nazizeit, Putin und seine Diktatur in Russland; die Rassentrennungsgesetze, die es in Südafrika oder in den USA gab, gegen die Martin Luther King aufgetreten ist, die Gesetze in vielen Staaten des Orients, wo für Frauen andere Rechte gelten als für Männer, wie seit letztem Sommer wieder in Afghanistan.

Unrechte Gesetze sind immer Egoismus einzelner oder von Gruppen, der sich als rechtmäßig ausgibt. Machtmissbrauch.

Gottes Gebote und gute Gesetze hingegen sorgen immer dafür, dass die Schwächeren zu ihrem Recht kommen.

Aber solche Anwandlungen kennen wir auch.

Bei uns sind es meistens Traditionen oder Gewohnheiten, die sich eingeschlichen haben.

Ein Cliquenzwang – wo feststeht, wo jemand wieviel mitmachen muss, um als Mitglied anerkannt zu werden.

Wieviel Ausbildung in einer Familie für die Mitglieder als gut empfunden wird. Was Söhne und was Töchter in der Freizeit machen dürfen. Wie lange ausbleiben z. B. Wer was im Haushalt helfen muss …

So etwas ist für die Nutznießer möglicherweise ganz angenehm … eine Zeit lang – aber macht das glücklich?

Natürlich nicht.

Gott möchte, dass wir glücklich sind. Und zwar alle Menschen auf diesem Planeten.

Deswegen gehört Sünde als solche benannt, deshalb ist Umkehr erforderlich. Vor allem bei der irrigen Vorstellung, Menschen könnten jemals Mittel zum Zweck sein.

Wenn wir etwas von anderen verlangen oder erwarten: passen wir auf, ob wir selber bereit wären, das zu machen.