Gestern habe ich mich an einer Facebookdiskussion beteiligt – es ging um KI, dem eine Kollegin mittels Hartnäckigkeit beigebracht hat, eine alte Schamanin bildlich darzustellen. Bei den ersten Versuchen wurden ausschließlich Männer (mit weißem Bart …) kreiert.

Ich habe ca. 2017 ein Buch gelesen: Die Kunst der Schamanin von Barbara Tedlock. Sie beschreibt einen europäischen Forscher, der vor ca. 100 Jahren SchamanInnen in Amerika aufsuchte und so zu einem Ehepaar kam, ins bescheidene Heim eingeladen wurde und dort seine Fragen stellte. Für die Familie dort war bloß eines seltsam: Der Forscher richtete seine Fragen ausschließlich an den Ehemann der Schamanin. Erst nach einer Weile klärte sich sein Irrtum auf. Er hatte – in patriarchaler Prägung voreingenommen aufgewachsen und in einer Männerwelt studiert – ganz selbstverständlich vorausgesetzt, dass der MANN die wichtige Person, Schamane eben, sein musste. Dass dieser hauptberuflich die Landwirtschaft bestellte und als Gehilfe seiner Ehefrau tätig war, konnte er sich von vornherein nicht vorstellen.

Diese Gemeinsamkeit hatte er – mit der tagesaktuellen Künstlichen Intelligenz, die ja ausschließlich wiederzugeben und zu kombinieren vermag, womit sie zuvor gefüttert wurde. Früher haben wir Blechtrottel gesagt …

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Schreibt doch in die Kommentare!

Predigt zu Mariä Empfängnis 2024

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Ohne Erbsünde – Erbsünde, was ist das überhaupt? Was wird da ver- oder geerbt – und von wem?

Liebe Brüder und Schwestern!

Das Wort ist eine sehr schlechte Übersetzung.

Im Lateinischen heißt es „peccatum originale“.

Originalsünde. Wir wissen was ein Original ist – die Ur- oder 1. Sünde ist sozusagen das Markenzeichen der Menschen. Wir haben das Copyright darauf.

Es ist zugleich die Ursache aller weiteren Sünden, Fehlhaltungen und Schandtaten, die Menschen begehen können und auch immer begangen haben. Der Grund für diese.

Woran leiden Adam und Eva – im Mythos so dargestellt – eigentlich, in welcher Beziehung verhalten sie sich falsch?

Sie kündigen Gott das Vertrauen auf.

Sie lassen sich von jemand X-Beliebigem, den sie gar nicht kennen und zu dem sie keinen Bezug haben, einreden, dass ihnen etwas fehlt. Man muss sich das vorstellen: Dass ihnen im Paradies etwas abgeht.

Jemand stört das Vertrauen, das gute Einvernehmen, die Beziehung zwischen den ersten Menschen und Gott.

Und gleich ist auch die Beziehung zueinander gestört – statt Vertrauen hat Adam plötzlich Angst vor Gott – und so kündigt er Eva, dem Liebsten, was er haben sollte, auch gleich das Vertrauen auf – gut dastehen will und muss er schließlich.

Fehlhaltungen entstehen aus einem Mangel an Vertrauen.

Schauen wir uns an, was aus dem Feiertag, dem 8. Dezember, geworden ist:

Es ist ja typisch menschlich, sich schnell einmal benachteiligt vorzukommen.

Die Diskussion um den 8. Dezember begann, als der 8. Dezember auf einen Adventsamstag fiel, langer Einkaufssamstag hieß das früher. Da erwartete man sich Umsatz, den großen Geschäftsgewinn – schrecklich, geschlossen halten zu müssen, keiner kann einkaufen gehen, und besonders in grenznahen Gebieten fürchteten Geschäftsleute, Kunden würden ins nahe Ausland ausweichen. Geschäftsentgang.

Da könnte einer das Geld verdienen, mit dem eigentlich ich gerechnet hätte …

Es ist dann nur logisch, dass, gleich in welchem Berufszweig, auch am Sonntag gearbeitet werden muss – sonst erwirtschaftet man ja um ein Siebentel weniger …

Kriege entstehen, weil sich Völker im Vergleich zu ihren Nachbarn benachteiligt fühlen.

Gewalt, Raub, Raubbau an der Natur und an der menschlichen Gesundheit, Diebstahl, Verleumdung, Mobbing …

Und so weiter und so fort …

Genau diese Grundhaltung hatte Maria nicht.

Im Gegenteil. Das genaue Gegenteil wird von ihr gesagt: „du bist voll der Gnade“.

Du bist reich beschenkt. Sie hatte diesen Mangelkomplex nicht, als ob Gott oder wer immer ihr etwas vorenthalten würde. Sie sagt um Verkündigungsengel nicht: O, ich bin nicht würdig… da gibt es besser Geeignete … wie lange hab ich Bedenkzeit … ich schaffe das nicht…

Nein. Selbstbewusst und im Vertrauen auf Göttins Hilfe erklärt sie sich bereit, das Wagnis und die große Verantwortung auf sich zu nehmen, nimmt sie es, Konigin bzw. Königsmutter zu sein.

Wir alle sind das im Grunde genommen auch: befreit von unserem ererbten Markeneichen. Die Taufe beseitigt die Erbsünde, so formuliert es die Theologie.

Also dann …

Aber mit uns ist es oft so wie mit einem Haus, dessen Fensterläden geschlossen sind. Erst wenn wir die aufmachen, kann das Licht hineinströmen. Wir sind wie vernagelt, wie es so schön heißt…

Maria war offen und empfänglich. Sie hat die Fülle Gottes, alle Geschenke, zu sich, in ihr Leben strömen lassen.

Wir können das lernen, so zu sein. Wir brauchen nur zu sagen: Bitte, ja ich möchte das. Probieren wir es doch!

Heute habe ich mir den Film „Konklave“ angeschaut. Unbedingt empfehlenswert!

Ja, es steht in der Beschreibung „Thriller“.

Ja, es ist ein Ur-katholisches Thema – Papstwahl … wen interessiert das überhaupt…

Zivilcourage. Normaler gesunder Hausverstand. Gottvertrauen. Mut. Handlungs- und Beziehungskompetenz.

Anschauungsunterricht für all das.

… und noch mehr, aber alles verrate ich natürlich nicht…

Seht euch das an! Wo? um Beispiel im Hollywood Megaplexx St. Pölten oder im Cinema Paradiso.

Heute hatte ich ein wunderbares Erlebnis, den ganzen Tag über: Ich nahm an einem Aquarellkurs teil, bei dem ich mich ein Bild zu gestalten traute, im 2. Anlauf, zuerst Tür mit Sessel …, aber dann einen Blick auf verschiedene Hausdächer in einer Stadt. Leicht wars nicht, schon das Vorzeichnen. Aber das Bild wurde fertig.

Und sieht der Vorlage auch ähnlich…:)

Als ich bei Kursbeginn am Morgen die Vorlage erstmals sah, war mein erster Gedanke: Dieses Bild sicher nicht, das schaffe ich nie und nimmer …

Äußerst empfehlenswert: Sonja Asch-Gruber im Creativshop in St. Pölten – Süd.

Wintersonnenwende – 1. Rauhnacht – Geburt des neuen Lichtes – Weihnachten

Herzlich lade ich euch schon heute ein zu meinem nächsten Onlineritual am Samstag, 21. 12. 2024, 19.00 – ca. 20.30.

Anmeldung ist per Mail ab sofort möglich: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt

Wer verursacht den Weltuntergang? Und: ist er unausweichlich? Mehr dazu erfahrt ihr in meiner Predigt zum gestrigen Sonntag.

Live-Video in der Facebookgruppe: „GöttInnen in Ausbildung“ www.facebook.com/groups/goettinneninausbildung/

Von heute, Freitag, bis Sonntag Mittag findet die Dreijahrestagung des Internationalen Versöhnungsbundes Zweig Österreich statt – ich bin dabei. Im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten geht es morgen um 9.00 weiter mit Workshops; am Abend ist eine Feier, am Sonntag Vollversammlung.

Wer mag: Kommt gerne noch vorbei, einige wenige haben noch Platz.

Oder bestellt euch die Zeitung: Spinnrad.

Thema der Tagung: gewaltfrei auf dem Weg

Info: www.versoehnungsbund.at

Seit zwei Tagen steht mein Auto wieder auf seinem Platz neben dem Haus. Das heißt: der Bauschuttcontainer ist weg. Die Firmen haben ihr Material weggeräumt. Die (winterfesten) Gartenmöbel stehen wieder auf der Terrasse. Hausklingel und Außenbeleuchtung funktionieren wieder.

Es ist ruhig, kein Hämmern, Bohren, Schweißen, Beton Entfernen … und ich werde bei Onlineaktivitäten nicht alle Viertelstunden durch Erfordernisse der Baustelle unterbrochen.

Ein paar Kleinigkeiten warten noch auf ihren Abschluss. Aber:

Es ist für mich wieder möglich, hier vor Ort zu arbeiten: die ersten Esperenten für Heilsitzungen haben sich für nächste Woche angemeldet.

Nach dem 5. Modul von insgesamt 7 der Heilerausbildung kenne ich neue wunderbare Möglichkeiten, Menschen zu helfen.

Ich freue mich!

Predigt                                                                       10. 11. 2024, gehalten in Kienberg, NÖ

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Lebensbedingungen der Ärmsten, der Witwen, sind Gradmesser für die Gesundheit , den Entwicklungsstand der Spiritualität einer Gemeinde/ eines Systems.

„Ich hab ja nichts zu verschenken.“

Können Sie sich noch an diesen Satz erinnern?

Vor einer Reihe von Jahren kam er regelmäßig in der Werbung vor: Niki Lauda, einer der reichsten Menschen Österreichs, sprach ihn aus. Er lässt sich die Reste von seinem Mittagessen einpacken. Dagegen ist nichts einzuwenden, es ist schließlich wirklich schade drum und muss sonst weggeworfen werden.

Bedenklich, und zwar sehr, finde ich die Mentalität, die da angesprochen und verstärkt wird unter der Normalbevölkerung. Wenn einer der Superreichen nichts zu verschenken hat, wieso soll dann ich als Durchschnittsbürger/in …?

Wo ich doch ganz sicher weniger habe als der …

Dabei ist diese Geisteshaltung ohnehin schon viel zu stark verbreitet. Sich benachteiligt oder arm vorzukommen und sich mit diesem Argument ins private Dasein zu vertschüssen, sich aus der Verantwortung für die Allgemeinheit und vor dem Anspruch der Nächstenliebe zu verstecken.

Eine Legitimierung des Egoismus. Da braucht man kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn sogar der nichts hergibt …

Es ist eine traurige Tatsache und weltweit zu beobachten, dass ärmere Menschen gastfreundlicher sind als wohlhabendere. Woran das liegt? Vielleicht bekommt Besitz ab einer gewissen Höhe des Wertes eine Eigendynamik, wo einem dann leid drum ist, dass mans hergibt … Oder man vergisst ganz einfach, wie es ist, in Not zu sein ….

So gesehen hat der Prophet Elia Glück gehabt, gerade auf die Witwe in Sarepta zu treffen, die selbst fast nichts mehr hatte.

Und so gesehen ist es vorbildlich und lobenswert, wenn die vielen Reichen im Evangelium viel in den Opferstock werfen. Das findet auch Jesus.

Was er tut, ist, die Leistung der Witwe besonders hervorzuheben.

Diese hat nämlich ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben. Hergeschenkt.

Wieso macht sie das?

Oder, besser gefragt: Wie kommt sie dazu, was bringt sie dazu?

Wo nimmt sie die Kraft her, das Vertrauen?

Wo hat der Hl. Martin, dessen Gedenktag wir morgen feiern, die Kraft hergenommen, das einzige, was er hatte, herzugeben? Den halben Mantel?

Es ist, so dürfen wir annehmen, genauso eingeübt wie das Mangeldenken, unter dem viele in unserem Land leiden – und das aus politischem Kalkül jahrelang hochgezüchtet wurde.

Ja, Jesus meint, wir können lernen, von der Fülle her zu denken, vom Beschenktsein her – im Stand der Gnade leben hat man früher einmal gesagt.

Die Witwe in Jerusalem konnte das. Obwohl sie ihren Mann verloren hatte und am Existenzminimum angekommen war.

Sie kommt ja in den Tempel, sie betet, weiß sich mit Gott verbunden.

Was können wir tun, um dieses Bewusstsein der Gnade, des Beschenktseins, zu bekommen – und dann daraus zu schöpfen?

Denken wir doch an unsere Vergangenheit – wo in unserem Leben bisher haben wir erlebt, dass Gott bei uns ist – uns hilft – uns etwas schenkt, weil wir darum gebeten haben – oder ohne dass wir darum gebeten haben? Glückliche Zufälle, unbeschwerte Tage, ein schöner Urlaub oder Waldspaziergang – die Schöpfung, Berge, Flüsse, Seen, Wiesen, das Meer, … Menschen, die wir lieben – mit denen wir uns versöhnt haben – Gesundheit – oder Heilung in Krankheit?

Die Fülle unserer Fähigkeiten und Möglichkeiten …

Oder einfach eine Art Geborgenheit – stiller Frieden inmitten des Alltagsstress?

Gott ist in unserem Leben auch jetzt gegenwärtig.

Es gibt nichts, was er uns nicht schenken könnte.

Gewöhnen wir uns offene Herzen und Hände an – um seine Fülle zu empfangen – und um sie weiterzugeben.

Übung: 10 Dinge, für die ich dankbar bin … jeden Abend aufschreiben

Als Meditation ur Übertragung der Hostien noch einmal…

Ab morgen könnt ihr hier wieder regelmäßig zu allen katholischen Sonn- und Feiertagen eine Predigt finden, die ich entweder im Lauf meines dreißigjährigen Wirkens als Pfarrleiterin gehalten habe oder aktuell in einer niederösterreichischen Pfarre halte.

Viel Geist und Freude wünsche ich! Und: Ich freue mich natürlich über Rückmeldungen! dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt