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Ja, Klugheit hat mit Wissen und Bildung zu tun.

Ohne wird es nicht funktionieren.

Doch viel zu wissen ist noch nicht gleichbedeutend damit, klug zu sein.

Ich denke, ihr habt schon den Begriff „Lebensklugkeit“ gehört.

Klug in diesem Sinne ist, wer in den verschiedenen Situationen und bei den vielfältigen Herausforderungen des Lebens weiß, was zu tun ist. Nicht automatisch, aber sich die Zeit nimmt zu überlegen.

Es ist nämlich genau das ein Zeichen dieser Klugheit, zu wissen, wann es angebracht ist, sich Zeit zu lassen. Noch einmal nachzudenken. Sich Wissen anzueignen, über das man noch nicht verfügt. Um Hilfe zu bitten, wo man etwas allein nicht schafft.

Die Tugend Klugheit ist verwandt mit echter Demut. Wissen, was man selbst nicht kann – nur Aufgaben zu übernehmen, die man bewältigt. Oder sich die nötigen Mittel zu beschaffen, die Erfolg versprechen.

Und genauso braucht echte Klugheit Mut: die Courage, etwas nicht zu tun, etwas sein zu lassen, etwas nicht haben zu müssen.

Klug ist, wer weiß, was NICHT im eigenen Kompetenzbereich, in der eigenen Zuständigkeit liegt – aber sehr wohl, wer dafür gefragt werden kann.

Die gestern beschriebene Gerechtigkeit braucht die Klugheit. Sie weiß, wie im Einzelfall zu entscheiden ist. Wie die Regeln anzuwenden sind, um Menschen zu helfen – und nicht, um sie zu ärgern.

Klugheit in ihrer menschenfreundlichen Weite ist der Gegensatz zu Engstirnigkeit, zu Dummheit (die übrigens in der Verkleidung von Bildung oder besser Intellektualismus und Besserwisserei daherkommen kann).

Dinge, Ereignisse, Menschen … richtig einordnen zu können mit dem Stellenwert, der ihnen zukommt. Die richtigen Prioritäten setzen.

All das steckt in der Klugheit.

Bild: misterfarmer-Pallas Athene

Heute ein paar Gedanken dazu, warum die win-win-Lösung in meiner Familie bei der Weihnachtsfeier funktioniert hat – und warum es leider nicht überall und jederzeit möglich ist, dass Menschen eine solche Lösung akzeptieren oder zulassen können.

Im Beispiel vom Donnerstag, 2. Jänner hat meine Mutter akzeptiert, dass sie nicht die einzige Person ist, die dazu fähig oder vielmehr berechtigt ist, den Weihnachtsbaum zu schmücken.

Ich kenne heute, Jahrzehnte später, Frauen – Gleichaltrige in meinem Bekanntenkreis -, die um nichts auf der Welt jemand anderen (sprich: Ehemann, Kinder, auch wenn diese . B. 14 Jahre alt sind, …) diese Aufgabe überlassen würden.

Es gibt auch Familien, wo eine Änderung des Prozedere (wer ist an welchem Tag bei wem zum Essen oder Kaffee eingeladen inklusive Uhrzeit) auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen denkbar ist.

Wir sehen schon: Fixe Vorstellungen, starre wie Dogmen feststehende Regeln sind oft die Ursache, dass eine gute Lösung, die für alle vorteilhaft wäre, nicht in die Tat umgesetzt werden kann.

Die Demut einzusehen, dass man selbst nicht mehr (sondern höchstens andere) Fähigkeiten hat als die anderen, dass man selbst nicht mehr Rechte hat usw., und die Bereitschaft, dazuzulernen und kommunikativ gemeinsam an Lösungen heranzugehen, sind nötig.

Win-Win-Situationen sind grundsätzlich bei Konflikten oder Problemen immer möglich – aber sie entstehen nicht von selbst.

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