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Habe gerade an einem Meeting der Pioneers of Change teilgenommen mit Kousha Joubert – es ging um kollektive Intelligenz …

Eines hat mich heute tief berührt:

Die Formulierung “wohlwollendes Universum”.

Ja, das ist es.

Und mich beschäftigt die Frage: Wieso glauben so viele Menschen, die in Pfarren mitarbeiten, die in die Kirche gehen … und sich selber als gläubig einstufen würden – oder so viele Engagierte, die sich in Initiativen engagieren und sich selber als spirituell bezeichnen – warum glauben diese nicht an das Wohlwollen des Universums – sondern stellen sich irgendetwas Feindseliges vor, man muss auf der Hut sein, … sich dauernd anstrengen

Kousha Joubert meinte, uns hängen unsere Traumata nach. die eigenen aus unserer Kindheit und die kollektiven aus der Menschheitsgeschichte…

Erbsünde, so gesehen …

Gott befreit uns genau davon!

Ihr Christen, nehmt sie ernst, eure Taufgnade!

Es ist vorbei.

Gott liebt uns. Das Universum ist zärtlich uns zugewandt.

Frohe Botschaft pur …

Wie erfahrt ihr das?

Schreibt einfach!

Predigt                                                      Mariä Empfängnis

Ohne Erbsünde – Erbsünde, was ist das überhaupt? Was wird da ver- oder geerbt – und von wem?

Liebe Brüder und Schwestern!

Das Wort ist eine sehr schlechte Übersetzung.

Im Lateinischen heißt es „peccatum originale“.

Originalsünde. Wir wissen was ein Original ist – die Ur- oder 1. Sünde ist sozusagen das Markenzeichen der Menschen. Wir haben das Copyright darauf.

Es ist zugleich die Ursache aller weiteren Sünden, Fehlhaltungen und Schandtaten, die Menschen begehen können und auch immer begangen haben. Der Grund für diese.

Woran leiden Adam und Eva – im Mythos so dargestellt – eigentlich, in welcher Beziehung verhalten sie sich falsch?

Sie kündigen Gott das Vertrauen auf.

Sie lassen sich von jemand X-Beliebigem, den sie gar nicht kennen und zu dem sie keinen Bezug haben, einreden, dass ihnen etwas fehlt. Man muss sich das vorstellen: Dass ihnen im Paradies etwas abgeht.

Jemand stört das Vertrauen, das gute Einvernehmen, die Beziehung zwischen den ersten Menschen und Gott.

Und gleich ist auch die Beziehung zueinander gestört – statt Vertrauen hat Adam plötzlich Angst vor Gott – und so kündigt er Eva, dem Liebsten, was er haben sollte, auch gleich das Vertrauen auf – gut dastehen will und muss er schließlich.

Fehlhaltungen entstehen aus einem Mangel an Vertrauen.

Schauen wir uns an, was aus dem Feiertag, dem 8. Dezember, geworden ist:

Es ist ja typisch menschlich, sich schnell einmal benachteiligt vorzukommen.

Dann sehen wir die Fülle um uns nicht, sondern nur das eine, das wir gerade nicht haben (können).

Die Diskussion um den 8. Dezember begann, als der 8. Dezember auf einen Adventsamstag fiel, langer Einkaufssamstag hieß das früher. Da erwartete man sich Umsatz, den großen Geschäftsgewinn – schrecklich, geschlossen halten zu müssen, keiner kann einkaufen gehen, und besonders in grenznahen Gebieten, z. b. in Braunau, in Salzburg oder Schärding, fürchteten Geschäftsleute, Kunden würden ins nahe Ausland ausweichen. Geschäftsentgang.

Heuer muss das auf- und nachgeholt werden, was in den letzten 3 Wochen wegen des Lockdowns nicht möglich war …

Da könnte einer das Geld verdienen, mit dem eigentlich ich gerechnet hätte …

Es ist dann nur logisch, dass, gleich in welchem Berufszweig, auch am Sonntag gearbeitet werden muss – sonst erwirtschaftet man ja um ein Siebentel weniger …

Kriege entstehen, weil sich Völker im Vergleich zu ihren Nachbarn benachteiligt fühlen.

Gewalt, Raub, Raubbau an der Natur und an der menschlichen Gesundheit, Diebstahl, Verleumdung, Mobbing …

Und so weiter und so fort …

Genau diese Grundhaltung hatte Maria nicht.

Im Gegenteil. Das genaue Gegenteil wird von ihr gesagt: „du bist voll der Gnade“.

Du bist reich beschenkt.

Wir alle sind das im Grunde genommen auch. Gott nimmt dieses menschliche „Markenzeichen“ von uns weg, in der Taufe geschieht das grundsätzlich.

Aber mit uns ist es oft so wie mit einem Haus, dessen Fensterläden geschlossen sind. Erst wenn wir die aufmachen, kann das Licht hineinströmen. Wenn wir es bei uns finster haben, dann sehen wir die anderen nicht, die Mitmenschen sind bedrohlich, werden als Gefahr erlebt, vor der man sich schützen muss. Wo es licht ist, kann ich mich freuen, dass sie da sind.

Maria war offen und empfänglich. In ihrem Leben war es hell.

Wir können das lernen, so zu sein. Wir brauchen nur zu sagen: Bitte, ja ich möchte das. Bitte, lass die Gnade in mir wirken, lass mich das spüren und erleben. Dann wird es hell in uns – versuchen Sie es einfach!

Predigt Mariä Empfängnis                                       7./8. 12. 2019 Pucking

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Schauen wir uns jetzt unser Adventsymbol an.

Ihr habt Wurzelstücke gebracht, heute entsteht hier auf dem Wüstenboden vom 1.Adventsonntag eine Wurzel…

Wo zu braucht man eine Wurzel, wozu ist sie gut?

………………………

Der Baum oder eine Pflanze hat Halt im Boden, eine Verankerung. Sonst fällt er um.

Er stirbt sogarab. Warum? – Eine Pflanze ernährt sich über die Erde, auf der sie wächst. Wasser vor allem wird über die Wurzeln aufgenommen. Ohne Wurzel kann die Pflanze nicht überleben.

Unsere Wurzel hier ist ein Symbol, ein Zeichen für etwas anderes. Für etwas, das uns Menschen betrifft.

Wir Menschen – haben wir Wurzeln?

— Nein, solche nicht.

Wir sagen „Wurzeln“ zu dem, was uns Halt gibt im Leben, was uns leben lässt, zu unseren Lebensgrundlagen, die unverzichtbar notwendig sind. Und für das, woher wir stammen.

Was kann das sein?

Nahrung, Kleidung, Wärme,Wasser, … ja, aber mehr noch sind unsere Vorfahren gemeint, die Menschen, von denen wir abstammen, aber auch das, was uns unsere Familie, die Gesellschaft, unser ganzes Umfeld mitgibt, die Erziehung, die Tradition. Im Grunde sind es mehrere Hauptwurzeln, wenn ein oder zwei wegfallen, geht es noch, wenn fast alle ausfallen, wird es kritisch.

Auch unser Glaube. Gott selber ist für uns wie eine Wurzel, die uns trägt, Halt und Nahrung gibt – ohne die wir nicht leben können. Gott ist sogar die Hauptwurzel, die Grundlage, aus der die anderen wichtigen Wurzeln ihren Ursprung haben. Wenn diese Wurzel, die Verbindung zu Gott, gekappt ist, dann tragen auch die anderen nicht mehr wirklich.

Das ist eigentlich mit dem gemeint, was das Wort „Erbsünde“ etwas unpassend ausdrücken will. Eigentlich heißt es UR-Sünde. Trennung vom göttlichen, himmlischen Bereich… Wenn die Basis schief ist, kann man nicht ordentlich drauf bauen …

In der Lesung spricht der Prophet Jesaja von der Wurzel Jesse, die bereits abgestorben war – ein toter Baum! – aus der ein neuer Trieb entspringt.

Dieses neue Zeichen von Lebendigkeit ist Maria, die Mutter von Jesus.

Die Menschen damals in Israel, vor allem die tonangebende Schicht, hatten den Bezug zu Gott weitgehend verloren. Sie haben sich an hunderte von religiösen Vorschriften gehalten, die Liebe und das echte Gottvertrauen, verlernt gehabt.

Maria hat das gehabt. Unbändiges Gottvertrauen. Obwohl sie im Orient der Antike ein lediges Kind bekommt, vertrauen, dass alles gut ausgehen wird.

Es bestand die Gefahr, dass sie gesteinigt wird. Aber ihr Verlobter ist zu ihr gestanden, im Matthäusevangelium steht, weil er gerecht war – das soll heißen: er hatte das Herz auf dem rechten Fleck. – Ich liebe diese Frau, dann nehme ich sie halt mit dem Kind…

Es geht heute am Feiertag eigentlich um die Wurzeln von Jesus.

Das Evangelium möchte klarstellen, wo Jesus herstammt: von einer durch und durch gläubigen gottverbundenen Mutter, von sensationell guten Eltern, und direkt von Gott. Gott selber hat dafür gesorgt, dass die Wurzeln, die Voraussetzungen denkbar optimal sind … dass der Menschensohn im Elternhaus, in der Erziehung diese vertrauensvolle warmherzige menschenfreundliche Spiritualität erlebt … die er als Erwachsener verkünden wird.

Was uns angeht: Wir sind jederzeit, aber heute besonders eingeladen, unsere Wurzeln zu stärken. Die Verbindung zu Gott neu zu stärken, auszubauen – ihre Kraft in die anderen wichtigen Bereiche unseres Lebens fließen zu lassen.

Reden wir mit Gott – jeden Abend beim Adventkranz. Gemeinsam und jede/r für sich. Beschäftigen wir uns mit religiösen Themen. Empfangen wir die Sakramente. Leben wir als freie Menschen, die das Herz auf dem rechten Fleck haben.