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Im heutigen Sonntagsevangelium erfährt die engste Familie von Jesus eine krasse Abfuhr. Sie wollen ihn mit Gewalt nach Hause zurückhole; weil sich die Massen bei ihm anstellen, um seine Predigt zu hören und geheilt zu werden, halten sie ihn für übergeschnappt. „Wer mein Wort hört und den Willen meines Vaters tut, ist für mich Schwester und Bruder und Mutter“, sagt er. Also: Das sind wir.

Jesus hatte seine spezielle Berufung, sein Wesen zutiefst erfahren – in der Szene, wo er sich taufen lässt, ist das verdichtet fassbar.

Und jetzt kommt die Familie und will ihn davon abhalten, zu tun, zu leben, was er als richtig und ultimativ heilbringend für die gesamte Menschheit erfahren hat.

Umso erstaunlicher, weil im Orient zur damaligen Zeit die Familie über alles ging. Ohne die mizpoche v. a. im Judentum heute noch erlebbar, war man niemand und eigentlich verloren.

In unserem modernen Verständnis ist es normal, dass Jugendliche sich von der Ursprungsfamilie entfernen, selbständig werden, sich ein eigenes Leben aufbauen – schon auch einmal konträr zum zu Hause Erfahrenen und Gelernten. Es gilt sogar als gesund und normal, den eigenen Weg zu gehen – auch und gerade über Widerstände hinweg.

Das Richtige zu tun: davon werden allerdings auch heute Menschen abgehalten oder lassen sich abhalten durch falsche Rücksichtnahme.

Wie viele werden heute noch neurotisch oder sonstwie krank oder unglücklich, weil sie auf die Meinung von Nachbarn, FreundInnen, Eltern, Verwandten, KollegInnen … gehört haben, sich nach ihnen gerichtet haben, obwohl sie spürten, dass etwas anderes richtig wäre?

Sich von der eigenen Berufung, von der eigenen Integrität abbringen lassen, um gut dazustehen, um nicht anzuecken …

Heute wird in der gesamten EU gewählt.

In unserem Land treten mehrere Parteien an. Da sind jetzt unter uns immer wieder Menschen „politikverdrossen“ – es geht nichts weiter in der Politik, und man wendet sich enttäuscht ab.

Es ist tatsächlich erschreckend, wie sehr Politikerinnen sich an Meinungsumfragen orientieren – nicht das entscheiden und umsetzen, was wichtig und richtig ist, sondern was opportun erscheint – damit man bitte nur ja von möglichst vielen gewählt wird.

Schade. So wird Integrität verspielt. Und weiter geht auch nichts, was schrecklich ist: in der Klimafrage, in der Asylpolitik, im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen … in der Armutsbekämpfung…

Als Christen sind wir berufen, in der Politik mitzumischen. Uns zu orientieren an unserem großen Vorbild Jesus und unserem Gewissen. Leuchttürme sein. Nicht irgendwelches seltsames katholisches ewiggestriges Zeugs wiederzukäuen…

Dass das immer mehr und immer besser gelingt, dazu helfe uns Gottes inspirierende stärkende Geistkraft.

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag – und eine gute Wahl!

Morgen ist die EU Wahl in Österreich. Geht auf jeden Fall in euer Wahllokal und wählt!

Ein Drittel der österreichischen Gesetzé werden auf EU-Ebene beschlossen. Es ist unverzichtbar, mitzureden. Es stimmt nicht, dass wir nichts tun können als einzelne. Viele einzelne ergeben die Mehrheit!

Heute habe ich bei einem Kurs für Hühnerhaltung teilgenommen im Bildungshaus St.Benedikt in Seitenstetten. Erstens war es unglaublich interessant, und zweitens ist es ganz einfach, privat für den Eigenbedarf Hühner zu halten.

Jeden Tag ein Ei …

 

Meistens legen sie jeden 2. Tag.

Auf der Autofahrt dorthin habe ich in den Radionachrichten von der Sache mit Strache und Gudenus gehört.

Manchmal denke ich, der Heilige Geist, Gottes Heilige Geistin, die ruach, die sophia, arbeitet selbständig und intensiv zum Wohl der Menschheit.

Sogar in Österreich.

Ja, ich bin schadenfroh.

Fragt mich einmal, ob ich es ihnen „vergunnt“ bin.

Aber froher bin ich über die Entwicklung gerade eine Woche vor der EU-Wahl.

Und, ja: Beten hilft.

Habe mir heute Abend mein Brevier gesucht, das Stundengebet ist eine tolle Sache, hilft, dass wir wirklich und hinsetzen zum Beten, auch wenn uns selber nichts einfällt,

Gut, mir ist heute selber genug Betungswürdiges eingefallen.

Aber trotzdem. Hat gutgetan.