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Ich möchte die heutige erste Sonntagslesung mit euch teilen. Im Kontrast dazu seht euch den Cartoon auf der letzten Seite des Freitagstandard an!

1Kön 3, 5-14

5 In Gibeon erschien der HERR dem Salomo in einem Traum bei Nacht. Und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll! 6 Und Salomo sagte: Du selbst hast ja an deinem Knecht David, meinem Vater, große Gnade erwiesen, weil er vor dir gelebt hat[3] in Treue[4], in Gerechtigkeit und in Aufrichtigkeit des Herzens gegen dich; und du hast ihm diese große Gnade bewahrt und ihm einen Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzt, wie es am heutigen Tag ist. 7 Und nun, HERR, mein Gott, du selbst hast deinen Knecht zum König gemacht anstelle meines Vaters David. Ich aber bin ein kleiner Junge, ich weiß nicht aus- noch einzugehen[5]. 8 Und dein Knecht ist inmitten deines Volkes, das du erwählt hast, eines großen Volkes, das wegen seiner Menge nicht gezählt noch berechnet werden kann. 9 So gib denn deinem Knecht ein hörendes[6] Herz, dein Volk zu richten, zu unterscheiden zwischen Gut und Böse. Denn wer vermag dieses dein gewaltiges[7] Volk zu richten? 10 Und das Wort war gut in den Augen des HERRN, dass Salomo um diese Sache gebeten hatte. 11 Und Gott sprach zu ihm: Weil du um diese Sache gebeten hast und hast dir nicht viele Tage erbeten und hast dir nicht Reichtum erbeten und hast nicht um das Leben[8] deiner Feinde gebeten, sondern hast dir Verständnis erbeten, um auf das Recht zu hören[9], 12 siehe, so tue ich nach deinen Worten. Siehe, ich gebe dir ein weises und verständiges Herz, so dass es vor dir keinen wie dich gegeben hat und nach dir keiner wie du aufstehen wird. 13 Und auch das, was du nicht erbeten hast, gebe ich dir, sowohl Reichtum als auch Ehre[10], so dass es unter den Königen keinen wie dich geben wird alle deine Tage. 14 Und wenn du auf meinen Wegen gehst, indem du meine Ordnungen und meine Gebote bewahrst, so, wie dein Vater David auf ihnen gegangen ist, dann werde ich auch deine Tage verlängern.

Pfingstmontag 2020

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Luft: ein wunderbares Symbol für den Geist Gottes, für das göttliche Wirken. Nötig, damit wir atmen können.

Verhält sich vollkommen demokratisch ohne Ansehen der Person, und vollkommen sozial – sickert dorthin, wo weniger Druck ist, sorgt für ständigen Ausgleich, dass jederzeit für alle genug da ist …

Geist Gottes, umgibt uns ständig, ist zum Greifen nah – wie die Luft, und mindestens ebenso lebensnotwendig. Ständig für uns da. Nur Atemholen, den Hl. Geist hereinholen und hereinbitten in unsere Welt, in unser Leben, in unsere Lebensbezüge und –vollzüge, und dann auch mit seinem Wirken rechnen, das müssen wir schon selbst.

Der Sauerstoff in der natürlichen Lufthülle erneuert sich ununterbrochen durch die grünen Pflanzen. Wesen, die von der Atmosphäre leben, sorgen für ihr Weiterbestehen.

Denken wir an die Christen in den Basisgemeinden Lateinamerikas. In den Slums, Favelas der Millionenstädte oder in den armen Landgebieten an der Peripherie. Ständig bedroht vom Verhungern, und wenn es ihnen mit Bewässerung und Landwirtschaft einigermaßen geht, bedroht vom Landraub durch die Großgrundbesitzer oder multinationale Konzerne.

Was tun sie? Sie kommen zusammen, lesen und diskutieren die Bibel. Beten und fragen: Was würde Jesus in unserer Lage, an unserer Stelle tun? Feiern Gottesdienst. Leben gemeinsam ihren Glauben.

Und sie finden Wege aus dem Elend.

Kraft, immer neu anzufangen. Zu verzeihen.

Gewaltloser Widerstand. Nein, wir gehen nicht von unseren Feldern und Häusern, obwohl eure Todesschwadronen warten. Wir warten auf die gerechte Entscheidung bei Gericht, in dem Prozess, der geführt wird.

Sie wissen den Gott der Gerechtigkeit auf ihrer Seite, und immer wieder, geht es gut aus. Gottes Geist kennt alle Hintertüren der Weltgeschichte. Und der menschlichen Herzen. Luft sickert auch überall hin. Es bedarf großer Anstrengungen, um etwas luftdicht hermetisch abzuschließen. Normal ist es nicht.

Und noch einer, der letzte Vergleich für Gottes Geist:

Luft ist für alle da. In gleicher Weise. Ja, wo mehr Luftdruck ist, strömt sie sofort dorthin, wo weniger ist. Luft strebt nach Ausgleich.

Jedem und jeder steht sie zur freien Verfügung.

Luft verhält sich absolut demokratisch und gerecht. Und:

Luft verbindet die gesamte Menschheit miteinander. Keiner kann wissen, wer die Sauerstoff- und Stickstoffatome des gegenwärtigen Atemzuges vorher schon ein- und ausgeatmet hat, wer es danach tun wird. Jetzt gleich oder tausend Jahre später.

Jetzt, nach 20 Minuten gemeinsam in diesem Raum, können wir sicher sein, dass jeder von uns schon mehrmals mit jedem anderen den Atem geteilt hat ganz intim.

Genauso ist Gott in jedem und jeder von uns gleichzeitig. Sein Geist und seine Gegenwart. Gottes Geist stellt eine Verbindung unter uns her.

Wenn wir uns der heiligen ruach Jahwe, Gottes lebensspendender Weisheit und Schöpferkraft, öffnen, hat das immer gute Auswirkungen auf unsere Umgebung und auf die ganze Menschheit. Früher oder später.

Beten wir darum – und glauben wir daran!

Hier die heutige Predigt:

Liebe Brüder und Schwestern!

Da braucht man nichts mehr dazusagen.

Oder doch?

Vielleicht sind die Meinungen geteilt: Manche von uns sind möglicherweise schockiert: so streng kennen wir Jesus sonst nicht; manche reagieren erfreut und erleichtert: endlich Klartext!

Eines ist sicher:

Das, was Jesus sagt, ist durch und durch menschenfreundlich. Aus der Sicht der jeweils Schwächeren und auf dem Hintergrund der damaligen Zeit, Kultur, Lebensweise.

Ziel ist ein Zusammenleben in Liebe, gegenseitigem Wohlwollen, in Freundschaft und Achtung voreinander. Die Bergpredigt ist der Entwurf einer Idealgesellschaft.

Da passt es nicht dazu, dass jemand beschimpft wird. Wenn einer einen anderen so beschimpft, dann hält er den für weniger wert. Denken wir einmal konkret nach: Wen würden wir nicht beschimpfen? Jemand, den wir für höherrangig als uns selbst betrachten.

Kinder oder Lehrlinge kann man leicht mutlos machen durch blödes Reden. Wenn wir jemand nichts zutrauen, das macht den krank, zerstört Lebenschancen.

Unsere Gerechtigkeit soll weit größer sein als die bürgerliche Norm.

Wir sind alle Königskinder, Geschwister von Jesus. Gehen wir so miteinander um!

Wenn du merkst, dass jemand etwas gegen dich hat, unternimm was, damit es besser wird.

Die bürgerliche Norm lautet: Solang er mir nicht schadet, soll er mir doch den Buckel runterrutschen. Was geht mich den sein Gschauert an.

Jesus sagt nicht einmal: Wenn du etwas gegen einen anderen hast, bring die Sache in Ordnung – das würden wir noch leichter verstehen. Nein, er dreht es um – wir sind verantwortlich, dass es anderen gut geht, es darf uns nicht wurscht sein.

Übrigens: Jesus hilft uns, wenn wir Zwischenmenschliches in Ordnung bringen wollen. Da zahlt sich Beten aus.

Wenn beim nächsten Thema ausdrücklich nur Männer angesprochen werden, dann müssen wir das aus dem kulturellen Zusammenhang heraus verstehen.

Für Jesus sind Männer und Frauen vollkommen gleich wichtig.

Allerdings ist das Zusammenleben der Geschlechter ca. dem heute in Saudiarabien oder im Jemen vergleichbar. Ein Stück rückschrittlicher als etwa im Iran. Frauen waren so gut wie rechtlos. Sie hatten auch unsichtbar zu sein in der Öffentlichkeit. Dies lag nicht so sehr am jüdischen Religionsgesetz, sondern noch weit mehr am traditionell üblichen Verhalten der damaligen Männergesellschaft.

Eine Frau wurde durch ihre Ehe und Familie definiert – außer sie war selber sehr reich. Der Ehemann war praktisch Schutz und Sozialversicherung. Wenn ein fremder Mann einer Frau nachgeschaut hat, dann war das oft schon Grund genug, dass sie als Junge nicht mehr für eine Ehe vermittelbar war – und es war für viele Ehemänner Grund genug, ihr den Scheidebrief zu geben. Die Frau galt dann als leichtes Mädchen. Und einmal geschieden als Freiwild.

Jesus spricht da ganz aus der Sicht der schwächeren Partei.

Erstens eine Frau nicht dem Verdacht aussetzen, zweitens sie nicht aus der Ehe entlassen.

Wir wundern uns, da fehlt der für uns normale Zwischenschritt: Es ist furchtbar, aber für viele von sich selbst eingenommenen Pharisäer war es tatsächlich unter ihrer Würde, ja unvorstellbar, mit einer Frau ganz normal von Du zu Du zu reden, auch nicht mit der eigenen.

Man stellt sich vor, dass der Mann in einem Gespräch artikuliert, dass er gekränkt ist, eifersüchtig, weil da irgendein anderer seiner Frau schöne Augen macht und so mit seiner Frau die Sachlage klärt.

Das tun die meisten Betroffenen nicht einmal bei uns. So im Guten miteinander zu reden ist etwas, was man in der Eheberatung oder in der Mediation mühsam lernt. Zur Zeit Jesu waren die Verhältnisse nicht so.

Nicht einmal der Hl. Josef hat mit Maria drüber geredet, was los ist, als er bemerkt hat, sie ist schwanger.

Jesus hat größtes Befremden hervorgerufen, weil er mit Frauen ganz normal gesprochen hat, ja sie als Jüngerinnen immer dabei hatte.

Im Umgang zwischen Männern und Frauen wäre es extrem hilfreich, wenn sich alle so verhalten, als ob sie es mit Königen und Königinnen zu tun hätten.

Es geht Jesus um eine Atmosphäre des Vertrauens.

Lüge entsteht dort, wo ein Mensch nicht anders auskann – wo Verachtung, Spott, … drohen. Wo Zwang und Unfreiheit herrschen, wo Menschen nicht akzeptiert und geschätzt werden, wie sie sind. Diplomatisch muss man sein, wo für die Wahrheit Sanktionen drohen.

Je rigoroser ein System, desto größer Heuchelei und Verstellung.

Jesus möchte, dass wir frei und glücklich sind. Wenn wir uns wirklich darauf einlassen, bekommen wir, was im AT schon verheißen ist:

Ein neues Herz.

Also wird es etwas mit der türkis-grünen Koalition.

Ich dachte immer, dass das die beste Variante darstellt.

Hoffentlich kommen sieaberauch wirklich zum Regieren, zum guten Einflussnehmen in unserem Land.

Zum Weichenstellen, zum Schwerpunktsetzen, zum Handeln …

Bitte: keine Streitereien, keine Untergriffigkeiten, kein Ideologisieren – das Unterrichtsministerium hätte unbedingt von den Grünen besetzt gehört!

Aber immerhin: viele Damen.

Das spricht dafür, dass wir mit Pragmatismus rechnen dürfen, mit Tun um der Sache willen, ohne Eitelkeiten und Selbstdarstellungswahn.

Gerechtigkeit und Einsatzfreude statt alte Zöpfe, wohltuend!

Also bitte: nur weiter so!

Heute in einer Runde theologisch sehr interessierter Freunde/innen und Bekannter. Es gab verschiedene Meinungen zum Thema (Priester)weihe für Frauen:

 

  • Ja, ist unbedingt notwendig wegen des Priestermangels und wegen der Gerechtigkeit, weil viele Junge (unter 45) nichts mehr mit der katholischen Kirche zu tun haben möchten wegen der Ungleichstellung der Frauen
  • Wäre eine nette Geste der Kirchenleitung, die Frauenweihe einzuführen (wenn, dann auch Priester, nicht nur Diakone, das wäre ein guter Anfang), aber es stellt sich die Frage, ob es nicht bereits zu spät ist. Dieser Schritt hätte spätestens vor 20 Jahren erfolgen sollen.
  • Der Priestermangel würde nicht behoben, die wenigen, Frauen, die sich weihen lassen würden, machten “das Kraut nicht fett”
  • Weihe ist theologisch gesehen nicht wichtig – eine einfache Ordination (wie z. B. in der evangelischen Kirche) reicht aus
  • Thema ist nicht so wichtig, es gibt wichtigere, um die sich die Kirche vorrangig kümmern muss und sollte
  • Das Weiheamt muss überhaupt neu überdacht und teilweise neu “erfunden” werden. Klerikalismus darf nicht mehr, sondern muss abgebaut werden – keine Verdopplung auf Frauen auch noch)
  • Rom muss endlich umdenken, sich für den Heiligen Geist öffnen

 

Was meinen Sie?

 

In Haibach war heute eucharistische Anbetung, vorbereitet vom Gebetskreis.

Das Gebet zur Sorgenübergabe möchte ich euch heute bekannt machen:

 

Gebet Sorgenübergabe

 

Herr, ich übergebe dir meine Sorgen,
die ich mit mir oder meinen Mitmenschen habe,
mit meinen seelischen und körperlichen Leiden.
Du sagst auch zu mir:
“Werft alle eure Sorgen auf den Herrn,
denn er kümmert sich um euch!” (1 Petr. 5,7)
Mit einem großen Vertrauen nehme ich dich beim Wort
und werfe alle meine Sorgen dir in die Hand.
Mache du damit, was du willst.
Von nun an gehören sie alle dir.

Mit meinen Sorgen übergebe ich dir auch
alle meine Ängste und unguten Gefühle,
die in mir wühlen und immer wieder hochkommen,
die mich quälen und unglücklich machen.
Ich löse sie von den Menschen und Umständen,
von den Ursachen und Zufälligkeiten,
in denen sie begonnen haben.
Ich übergebe sie dir, so wie sie sind,
auch wenn sie in mir noch spürbar bleiben.
Alle Unsicherheit und Angst tausche ich ein
für die Gewissheit, dass du für mich sorgst.

Ich übergebe dir alles, was mich aufregt,
jede Unzufriedenheit und Enttäuschung,
jeden Ärger und Zorn, Hass und Schmerz.
Zeige mir, wie du alles beurteilst
und hilf mir, meine Aufgabe zu erkennen,
aus allem das Beste zu machen.
Heile mich, wo ich mich beleidigt und gedemütigt fühle.

Beende Unrecht und Unfrieden in meinem Leben.
Hilf mir, dass ich vergeben und vergessen kann.

Ich überlasse es dir,
mich zu verteidigen und mit´r Recht zu verschaffen.
Ich will niemand Böses mit Bösem vergelten,
ich will nicht bei mir immer nur das Gute
und bei anderen das Schlechte hervorkehren,
ich überlasse dir die Beurteilung jeder Situation.

Ich übergebe dir jeden Grund, den ich habe,

mich zu sorgen und zu ängstigen.
Ich will nicht mehr zurückdenken,
wie und warum etwas begonnen hat.
Es genügt, dass du es weißt.
Ich übergebe dir auch meine Krankheiten und Leiden.
Du kennst ihre Ursachen und Auswirkungen.
Du kennst auch den Weg der Besserung und Heilung.
Ich will mit Vertrauen in die Zukunft blicken,
weil du nur mein Bestes willst.

Alle meine Sorgen lege ich zusammen
und werfe sie dir in die Hand, o Herr.
Ich vertraue dir, dass du sie übernimmst,
dass du für mich sorgst und mir hilfst,
mit allem in rechter Weise fertig zu werden.

Herr, ich danke dir und preise dich,
dass du mich so entschieden aufgefordert hast,
anstatt mich zu ängstigen und zu ärgern,
anstatt zu jammern und unglücklich zu sein,
dir zu vertrauen und dich für mich sorgen zu lassen.
Ich weiß, dass du mir hilfst und danke dir dafür.

Nach: Gib dem Herrn deine Sorgen v. P. Paul Haschek

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

 

Notre Dame de Paris – wie ist es Ihnen am Montag Abend gegangen? Als ich die Meldung vom Brand dieser Kirche, eine der wunderbarsten der Welt, gehört habe, habe ich momentan blankes Entsetzen gespürt.

Wie ein Schock. Da fehlen einem die Worte, es bildet sich eine Gänsehaut…

Etwas Schönes, Großartiges ist unwiderruflich zerstört.

 

So ein Entsetztsein hat etwas mit dem Karfreitag zu tun.

Wir haben gerade die Passionslesung gehört – packt es uns noch, dieses Entsetzen, wie konnte das passieren, dass der wunderbarste aller Menschen, der in seinem ganzen Leben immer nur Gutes getan hat, ein solches Ende nimmt, verurteilt wird, gekreuzigt …? Als Kind habe ich mir immer gedacht, es müsste doch gut ausgehen können …

 

Die Anhänger Jesu haben so ein Entsetzen gespürt. Das totale Zunichtemachen aller Hoffnungen. Das Leiden und Sterben des verehrten und geliebten Meisters, wie sie ihn nannten.

Wir dürfen annehmen, Gott selber spürte dieses Entsetzen, die in den Evangelien festgehaltenen Naturereignisse: Finsternis, Erdbeben … deuten darauf hin. Weltuntergangsstimmung. Die bisherige Ordnung aus den Fugen geraten.

Gott selber wird gehasst und ans Kreuz geschlagen von einer Menschheit, die ihn nicht aushält, nicht erträgt.

 

Wir glauben, dass Jesus auferstanden ist und in Wahrheit letztlich alles gut ausgeht – aber noch ist das Entsetzen nicht vorbei.

 

Beim Brand der französischen Kathedrale waren sehr viele erschüttert, darunter viele Prominente, und man ging unverzüglich daran, vom Beheben des Schadens zu sprechen, zu spenden, zu planen, zu organisieren.

Denn, da ist man sich einig: Diese wunderbare Kirche mitten in Paris – um die ist schade.

 

Dennoch, liebe Brüder und Schwestern: Es ist nur eine Kirche, ein materielles Objekt.

 

Wie steht es um die unzähligen Menschen, die Tag für Tag unter verheerenden Umständen umkommen: in kriegerischen Konflikten, durch Verbrechen, an Hunger und Not, an einer Krankheit, die in Mitteleuropa mit einem gewissen Aufwand aber doch ziemlich rasch geheilt werden könnte?

Oder die Missbrauchsfälle an Kindern… Terror an Unschuldigen, Unbeteiligten …

 

Wir fragen da schnell: Wie kann Gott so etwas zulassen? Warum greift er nicht ein?

Warum greift er nicht durch?

 

Die Liebe Gottes zu uns Menschen ist größer als die Gerechtigkeit.

Die Freiheit des Menschen ist Gott so wichtig, dass er lieber leidet, ja von Entsetzen gebeutelt mitansieht, wie es hier auf der Erde zugeht, als uns diese Freiheit zu nehmen oder auch nur zu beschneiden.

Aber das bedeutet keineswegs, dass Gott tatenlos zusieht.

Liebe Brüder und Schwestern, Gott tut sehr wohl etwas: Er geht aus seiner himmlischen Glückseligkeit heraus, erhält den Sohn, sich selbst, hin, Gott leidet, und sein Schmerz wird sichtbar am Kreuz, an das Jesus geschlagen ist…

Gott hält sich nicht heraus.

Jedoch tut er das, was keiner erwarten würde:

 

Gott ist nicht so, wie die meisten Menschen ihn sich vorstellen.

Das Über sich verfügen Lassen ist die Art Gottes, seine Liebe unter Beweis zu stellen – die Hände nicht erheben können, weil sie festgenagelt wurden – was ist das für ein Schmerz, die Möglichkeiten zur positiven Änderung, zu helfen, zu haben – und tatenlos mitansehen zu müssen, wie etwas den Bach runter geht?

 

Vielleicht stellt jemand die Frage: Greift also Gott nie ein?

O doch.

Aber nur, wenn wir bitten. Und er liebt und schätzt die ungemein, die das tun. Denn sie eröffnen die Möglichkeit, allmächtig zu sein und nicht untätig zusehen zu müssen. Die Möglichkeit, dass sich alles ändert.