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Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Haus einer wohlhabenden Familie zu verbringen. Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln, sich im Gästezimmer des Hauses auszuruhen.

Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller.

Als sie sich aufdem harten Bodn ausstreckten, sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es. Als der jüngere Engel fragte, warum, antwortete der ältere Engel: „Die Dinge sind nicht immer fas, was siescheinen.“

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus einer sehr armen, aber gastfreundlichen Bauernfamilie.

Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten, mit ihnen geteilt hatten, ließen die Bauersleute die Engel in ihrem eigenen Bett schlafen und begnügten sich selbst mit der Bank hinter dem Ofen in der Kpche.

Als am nächsten Tag die Sonne aufging, fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen. Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen gewesen war, lag tot im Stall.

Der jüngere Engel wurde wütend und fragte den älteren, wie er das habe geschehen lassen können.

„Der erste Mann hatte alles, trotzdem halfst du ihm!, meinte er anklagend. „Die zweite Familie hatte fast nichts, und du ließest die Kuh sterben.“

„Die Dinge sind nicht immer das, was sie scheinen“, sagte der ältere Engel. „Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten, bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand steckte. Weil der Eigentümer so von Gier und Dünkel besessen war und sein glückliches Schicksal nicht teilen wollte, versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht mehr finden konnte.

Als wir dann in der letzten Nacht im Bett der Bauersleute schliefen, kam der Engel des Todes, um die Bauersfrau zu holen. Ich bewog ihn, statt ihr die Kuh zu nehmen.

Die Dinge sind nicht immer das, was sie scheinen.“

Beim Schulanfangsgottesdienst der NMS Haid wurde heute eine Geschichte vorgelesen, die auch mich beeindruckt hat.

Hier der Text:

Joel stand kurz vor seiner Bar Mizwa (vergleichbar mit unserer Firmung).
Einige Wochen vorher  durfte er dem Rabbi einen Besuch abstatten.

Der Rabbi begrüßte Joel und seinen Vater mit einem freundlichen Händedruck.

Dann segnete er den Buben, damit er wachsen möge und eine Freude für die Gemeinde und seine Familie werde.

Schließlich  stellte der Rabbi eine ungewöhnliche Frage an Joel: „Bist du ein Fußball-Fan?“ Joel bejahrte die Frage.

„Von welcher  Mannschaft bist du ein Fan – von Rapid Wien oder  FC Salzburg?“ „Von FC Salzburg“, antwortete der  Bub.

„Ist auch dein Vater ein Anhänger dieser Mannschaft?“ „Ja“, antwortete Joel.

„Nimmt er dich zu den Spielen mit?“, fragte der Rabbi weiter.

„Hin und wieder“, sagte Joel. „Erst vor drei Wochen habe ich ein Spiel mit ihm gesehen.“

„Wie war das Spiel?“, fragte der Rabbi.

„Es war enttäuschend“, meinte der 13-jährige. „Bereits nach der ersten Halbzeit ist unsere Mannschaft 3:0 hinten gelegen. Daher haben wir uns entschieden, das Stadion zu verlassen.“

Da fragte der Rabbi: „Und haben auch die Spieler das Spiel verlassen, als ihr gegangen seid?“

„Aber nein, Rabbi. Die Spieler können das Spiel nicht mittendrin verlassen“, erklärte Joel.

„Warum nicht?“, fragte der Rabbi lächelnd. „Erkläre mir, wie das funktioniert.“

Joel sagte: „Also das ist so. Es gibt Spieler und es gibt Anhänger. Die Anhänger können gehen, wann immer sie wollen. Denn sie sind nicht Teil des Spiels. Das Spiel geht auch ohne sie weiter. Aber die Spieler müssen bleiben. Sie müssen bis zum Ende des Spiels versuchen zu gewinnen.“

Da lächelte der Rabbi erneut und sagte: „Das ist eine Lehre, die ich dir auch in Bezug auf die Religion und die Schule geben will.  Du kannst ein Anhänger oder aber auch ein Spieler sein. Sei ein Spieler!“