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Sonntagskommentar, erschienen im aktuellen JA-die neue Kirchenzeitung

Angst vorm Welt“untergang“?

Haben die Esoteriker und fundamentalistischen Evangelikalen recht, die seit Jahren (2012 war so ein Eckdatum) vom Weltende reden, vom bevorstehenden „Gericht“, weswegen man sich schleunigst bekehren, d. h. sich der entsprechenden Gruppierung anschließen bzw. mittels strahlensicherer Bunker und Vorratshaltung sich auf die weltweit zu erwartende Katastrophe vorbereiten  soll?

Tatsächlich hören wir im Evangelium dieses Sonntags die Prophezeiung eines katastrophalen Endes dieser Welt aus dem Mund Jesu. Was daran ist „Frohe Botschaft“?

Wenn so ziemlich alles, was auf dieser Erde normalerweise Halt und Sinn gibt, mit mehr oder weniger Getöse verschwindet: religiöse (Tempel) und staatliche (Kriege) Ordnung, Grundversorgung (Hunger, Seuchen), Stabilität der Natur (Erdbeben), familiärer Zusammenhalt (Verrat durch Nahestehende), ist das

furchtbar genug.

Wir dürfen nicht vergessen: 1. In weiten Teilen der Erde ist dies bereits Alltag.

2. Es handelt sich bei diesen Dingen, so wichtig sie sind, um Zweitrangiges. Die jetzt sichtbare Wirklichkeit wird nicht auf ewig bestehen.

Erstrangig ist: Jesus kündigt für diese Zeit sein Wiederkommen als Weltenrichter an. Müssen wir uns davor fürchten?

Ein einfacher Vergleich aus der Justiz: Wer fürchtet sich vor der Gerichtsbarkeit: Übertäter/in oder Geschädigte/r?

Leben wir so, dass wir uns freuen können, wenn alles in die gute Ordnung Gottes umgewandelt wird!

Das göttliche endgültigen Richten, In-Ordnung-Bringen von allem und jedem macht unseren Einsatz für eine bessere Welt keineswegs überflüssig, sondern gibt ihm erst richtig Sinn – weil es schlussendlich Erfolg haben wird.

Wir haben heute einen besonderen Kreuzweg in der Kirche gebetet. “Kreuzweg der Märtyrer des 20. Jahrhunderts.Andacht für Gemeinde, Gruppen und das persönliche Gebet.” HG.; Gundula Kühneweg. Maria Laach und Stuttgart 2016.

Ein Auszug daraus ( S. 10 f):

Er ließ sich den Mund nicht verbieten. Der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King lehrte seine Anhänger gewaltfreien Widerstand gegen die Rassentrennung zu leisten. Beim Versuch an einer Gerichtsverhandlung teilzunehmen, wurde er von weißen Polizisten misshandelt und anschließend beschuldigt Widerstand geleistet zu haben. Der Richter sprach Martin Luther King schuldig, verurteilte ihn zu einer Geld-, beziehungsweise Haftstrafe. Martin Luther King gab zu Protokoll: “/Ich könnte/ nicht guten Gewissens eine Strafe zahlen für eine Tat, die ich nicht begangen habe, und vor allem nicht für die brutale Behandlung, die ich nicht verdiene. … Mein Verhalten wird bestimmt durch die zwingende Stimme des Gewissens und den Wunsch, der Wahrheit und dem Willen Gottes zu folgen, wo sie auch hinführen mögen. Da ich die Strafe nicht zahlen will, werde ich die von Ihnen gebotene Alternative bereitwillig und ohne Groll annehmen.”

Martin Luther King ging ins Gefängnis. Am 4. April 1968 wurde er ermordet.