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Die drei Weisen aus dem Morgenland…

Die Geschichte ist gut erfunden – die frühe Kirche wusste noch um win-win-Lösungen.

Bei den „Magiern“ aus dem Osten handelt es sich um Vertreter einer anderen Religion. Sterndeuter waren nicht Astronomen im heutigen rein wissenschaftlichen Sinn, sondern genauso Astrologen – und die Sterne galten als Gottheiten. Aus jüdischer Sicht damals waren es schlicht und einfach Heiden.

Ja – und wo ist die win-win-Situation?

Die Anhänger Jesu und die Christen der ersten Zeit hatten noch einen relativ unproblematischen Zugang zu Andersgläubigen. Was einen Vorteil versprach, wurde integriert. Wie auch die vielen Feste aus der keltischen Religion in unseren Breiten …

Im Fall der „Heiligen drei Könige“ geht es darum, zu zeigen: Sogar die Prominenz des Heidentums bemerkt, dass da ein ganz besonderes Kind geboren wird. Derart bedeutend, dass eine lange Reise unternommen wird, um es aufzuspüren.

Ihr Zeugnis hat Geltung.

Abgesehen davon, dass es sich um eine Legende handelt, die sich auf dichterisch formulierte Prophezeiungen von Jesaja (Jes 60,1-6; Genau diese Stelle wird in der ersten Lesung des Katholischen Gottesdienstes vorgelesen) zurückführen lässt, hat schon die besagte Stelle im Alten Testament die Erwartungshaltung aufgedehnt, aufgesprengt: Jahwe – und der Meschiach – ist für alle Menschen. Es handelt sich nicht um eine auf ein bestimmtes Volk oder Land (Israel) beschränkte Gottheit.

Jesus hat universale Bedeutung.

Wo ist der Gewinn oder Vorteil für die Magier? Aus der Perspektive derer, die dies aufgeschrieben haben: Sie durften als erste (nach den Hirten) den Meschiach sehen.

Möglicherweise haben Sie gestern und heute auch die verschiedenen Beiträge gesehen über das Platzen der Koalitionsverhandlungen in Österreich.

Ein typisches Beispiel, wie aufgrund egoistischer Interessen eine geniale Win-Win-Lösung verspielt werden kann.

Die ÖVP wäre der „Seniorpartner“ in einer Regierung mit SPÖ und NEOS gewesen – und auch und erst recht mit der SPÖ zu zweit.

Gründe, sich dagegen zu entscheiden: die absolute Unfähigkeit reicher Menschen, auch nur eine Kleinigkeit ihres Gewinns ab- oder aufzugeben – auf Teufel komm raus. Ja, sie haben möglicherweise ihre Gewinne für einige Zeit gesichert. Aber um welchen Preis?!

Es ging ihnen ja nicht einmal um die ÖVP: denn diese wird in einer Koalition mit der FPÖ der Juniorpartner sein. Oder bei Neuwahlen wiederum Stimmen verlieren.

Um unser Land und sein Wohl bzw. um das Bestmögliche für die Gesamtbevölkerung kann es ihnen auch nicht gegangen sein. Die Spaltung der Bevölkerung, die Kluft zwischen Reich und Arm wird größer.

D

Anstand und die Werte der Freiheit, Demokratie, Fairness, Gerechtigkeit usw. werden nach und nach immer kleinere Rollen spielen.

Hauptsache, wir verdienen gut.

Ich bemühe heute die Bibel, bin ja Theologin. Da steht ganz deutlich: Ihr könnt nicht gleichzeitig Gott dienen und dem Mammon.

Ja, die Win-Win-Lösung wäre gewesen: ÖVP als Seniorpartner in der Regierung; plus das Wohl der Bevölkerung, auch und gerade der Kleinen und Durchschnittlichen, wie es von der SPÖ beobachtet wird – und dazu die offene Perspektive, fortschrittstaugliche Lösungsansätze und der frische Wind durch die NEOS.