Predigt 1. Fastensonntag 2019                                     9./10. 3. 2019

 

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Firmlinge, liebe Kinder!

 

Der Teufel – gibt es den? Griechisch steht da Diabolos“, Durcheinanderwerfer, der der alles durcheinanderbringt, einen Wirbel wo hineinbringt.

 

Wir haben das auch öfter in unserem Leben: Wir haben gute Ziele, und dann erreichen wir sie nicht, weil was durcheinandergerät.

Wenn die Nebensache zu wichtig wird, mit der Hauptsache verwechselt wird, dann entsteht eine Un-Ordnung. Dann geht etwas schief.

Im Text des Evangeliums stellt der Versucher die Hauptsache in Frage, will sie von der Nebensache abhängig machen.

Wer erinnert sich noch gleich, wie die Fragen an Jesus beginnen?—

„WENN du Gottes Sohn bist …“ – dann beweise es gefälligst, indem du Steine zu Brot machst, die Weltherrschaft antrittst, dich alles traust…

 

Bei uns Menschen ist es so, dass die Grundlage von allem lautet: Wir sind Gottes geliebte Kinder von unendlichem Wert.

Das ist der Ausgangspunkt.

 

Unsere Fähigkeiten, aus welcher Familie wir stammen, aus welchem Land, ob wir gesund oder krank sind, reich oder arm, erfolgreich oderberuflich gescheitert, schön oder hässlich, beliebt oder einsam, berühmt oder unscheinbar, das ist 2.rangig, das kommt erst danach.

 

Jesus hat das durchschaut, darum sind die Versuchungen ergebnislos an ihm abgeprallt.

Wenn bei uns die Basis passt, die Wurzeln gesund sind, dann passt auch alles andere, entwickelt sich richtig. Wie bei einem Baum, der in guter Erde wächst.

 

Mir hat das gefallen, als ihr eure Ziele genannt habt: im Beruf gut verdienen, reich werden, alt werden in Gesundheit, Sport-, Fußballprofi werden. An dem kann man arbeiten. Diese Ziele zu erreichen, erfordern Arbeitseifer, viel Fleiß, Ausdauer, aber auch Glück. Oft muss man da Ablenkungen ausschalten. Optimale Rahmenbedingungen schaffen. Arbeitsplatz zum Lernen, bestimmte Zeit reservieren. Fixe Zeiten, Aktivitäten für die Gesundheit einplanen, Sport, frische Luft. Nicht beim Heißhunger alles in sich hineinstopfen, was man gerade in die Finger bekommt, sondern sich die Zeit nehmen, Gesundes zu kochen. Sich zumindest einen Salat anzumachen.

 

Wir können aber etwas tun, dazu beitragen, dass wir unsere Ziele und Prioritäten richtig ordnen und in eine gute Reihenfolge bringen.

Die Wurzeln pflegen, gießen, Boden lockern.

 

Schauen, dass nicht Überflüssiges oder Sinnloses zuviel Energie verbraucht – es – Wildlinge – abschneiden.

Und warten. Die Früchte kommen nicht gleich Ende März, sondern im Sommer.

 

Unsere Fähigkeiten und Kräfte nicht sinnlos verausgaben, wo die Früchte verpuffen und nicht geerntet werden können. – Vogelnetz

 

Thomas von Aquin, einer der bekanntesten Theologen der Kirchengeschichte, hat gesagt, die Gnade baut auf der Natur auf.

Gott will uns jederzeit reich mit seinen Gaben, mit dem Heiligen Geist beschenken.

Aber es geht nur soviel in uns rein, wie wir aufnahmefähig sind. Unsere Kapazität spielt eine enorme Rolle. In ein Stamperl geht kein Liter rein.

Wenn wir uns zumachen, Dumpfbacken sind, untrainiert, faul, antriebslos, uninteressiert … oder voll ausgebucht und ausgepowert von Freizeitaktivitäten, Handyfonieren, sinnlosen Computerspielen, Fernsehschauen … dann geht nichts mehr rein – Gottes Geist hat dann bei uns keine Landebahn, keine Einflugschneise.

Wir sind dann wie so ein Baum, der ausgegraben herumliegt, nie gegossen wird und wo sämtliche Schädlinge der Welt dran herumknabbern und ihn kaputtmachen.

 

Gott wünscht sich für uns etwas anderes: das Leben in Fülle, das für seine Kinder, für uns, seine heiligen Söhne und Töchter, angemessen ist. Wir haben schließlich eine Aufgabe, der wir gewachsen sein sollen. Die Sache Jesu hier weiterzubetreiben.

 

In der katholischen Kirche sind wir noch weit von Gleichberechtigung entfernt. Und ich spreche jetzt nicht von der Diözese Linz, wo wirklich alles getan wird, um Gleichberechtigung zu leben. De facto. De iure geht es nämlich nicht, weil das Kirchenrecht eine andere Sprache spricht.

Frauen gehören in die kirchliche Gesetzgebung, i. e. Kardinälinnen.

Gleiche Chancen, gleiche Rechte. Jesus war seiner Zeit damalsweit voraus – die Kirche war das immer wieder mal.

Momentan hinkt sie Lichtjahre nach. OK, nur mehr 4-5 Lichtjahre, es waren einmal mehrere Tausend.

Was meint ihr dazu?

Ich freue mich über Rückmeldungen.

Ein ergiebiger Tag, in jeder Beziehung.

Zum Schluss noch Eltern- und Patenabend.

Ein Eltern- und Patenabend, zu dem wirklich von jedem Firmling jemand kommt, von vielen 2, von einigen 3 Personen (beide Eltern und 1 Pate/in) – das finde ich super.

Es war auch sehr lebendig. Und lustig. Die Erlebnisse von der eigenen Firmung,die manche erzählt haben,mit allen geteilt haben…

Und: Ja, natürlich, ich habe vorher gebetet. In Sprachen. Damit ruach Jahwe zum Zug kommt, Wirken kann. D. h., dass alle ihr Wirken bemerken. Aufnehmen.

Ich freue mich.

Predigt                                                     Aschermittwoch, 6. 3. 2019, 19.00

 

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder!

 

Fastenzeit. Wie wir uns während des Fastens verhalten sollen, sagt Jesus im Evangelium.

Warum aber überhaupt „Fasten“? Und: Wie?

Seit unserer Kindheit denken wir beim Wort „fasten“ an weniger essen, oder nichts essen, kein Alkohol, keine Süßigkeiten und Luxusartikel, nicht rauchen, weniger fernsehen, Kino usw. … Davon abgesehen, dass es für das Gesundbleiben wirklich optimal wäre, im Frühjahr zu entgiften und zu entschlacken und das ganze Jahr über 2 nahrungslose Tage pro Woche einzulegen – ja, Gott meint es unwahrscheinlich gut mit uns, religiöses Gebot, damit es uns besser geht, auch dem Leib … – alle Kulturen dieser Erde kennen Fastenzeiten.

 

Wie schaut das optimale Fasten in der Bibel aus? In der Lesung: Klagen, weinen und flehen. Zerreißt eure Herzen.

Wer fastet, wer in die Stille geht um zu meditieren, zu beten, Einkehr zu halten – wird dünnhäutig. Sensibel. Man spürt mehr, denkt mehr, es fällt einem mehr auf – die Betäubung durch Sattsein, Stress, Vergnügen …verschwindet.

Masken und Panzer – unsere Verteidigungs- und Scbutzmechanismen lösen sich auf.

Bei einem „Schaufasten“, das ich mache, um vorden anderen in der religiösen Gemeinschaft gut dazustehen, passiert das nicht. Da missbrauche ich das heilige heilsame Fasten als Maske und Panzer.

Da kommt Gott nicht durch, die Anregungen des Geistes prallen ab.

 

Unser Symbol für die Fastenzeit heuer ist ein kleiner Baum.

Er wurde erst vor wenigen Tagen ausgegraben, vorher war die Erde noch gefroren.

Dieser kleine Weichselbaum war in der Winterstarre. Sobald der Boden ringsum auftaut, können die Wurzeln Wasser aufnehmen und Nährstoffe, und von innen heraus beginnt er zu leben.

Die Zeit heißt eigentlich „österliche Bußzeit“, d. h., es geht ums „Besser“, – – Wege zu finden und zu probieren, wie wir besser leben können.

Wie der Baum in der Wärme sollen wir lebendig werden.

Gott ist ein leidenschaftlicher Liebhaber des Lebens. Der Menschen.

In unserer Welt ist wahnsinnig viel nicht ok, Kriege, Habsucht, Geltungssucht, Hass, Unrecht, Not … was Menschen einander alles antun.

Wenn Gott das anschaut, und er sieht alles, zerreißt es ihm das Herz. Gott schaut nicht weg, Gott ist das Leben in Person.

Bei diesem Bild der griechischen antiken Philosophen vom „unbewegten Beweger“ handelt es sich um einen Irrtum.

Deswegen kann “Coolsein“ nicht das Ziel für Christen sein.

 

Die Gärtnerin in der Baumschule hat gesagt: Wenns in der Kirche sehr warm ist, dann müssen Sie den Baum die ersten Tage ins Kalte, nach draußen in den Schatten stellen. Sonst geht er ein. Die Adern können sich nicht so rasch umstellen, es geht was kaputt.

 

So gesehen ist der kleine Baum hier noch besser als Fastenzeitsymbol geeignet, als ich ursprünglich gedacht hatte.

Wir – jede/r von uns – wird einst direkt bei Gott landen. In Unmittelbarer Nähe.

Wenn wir dann nicht aufgetaut sind, lebendig, wenn wir starr sind, kalt und lieblos, unengagiert, hart und kalt – unsere Sprache hat eine Menge eindeutiger Worte dafür -, dann tut uns die plötzliche Nähe Gottes weh. Ich weiß nicht – haben Sie schon erfrorene Hände oder Zehen gehabt – und sie ins warme Wasser gehalten? Oder einen eingeschlafenen Arm oder Fuß, wenn das Blut wieder zu zirkulieren beginnt?

Wenn der Klimawechsel plötzlich eintritt, tut es weh.

So, stelle ich mir vor, funktioniert das Fegefeuer.

In der Zeit vor Ostern haben wir Zeit, allmählich aufzutauen, wach, lebendig zu werden. Aufmerksam auf die Zu- und Missstände dieser Welt, in unserem Inneren, und der Schmerz darüber wird uns den Wunsch eingeben, etwas dagegen zu unternehmen.

Begeben wir uns immer wieder in diese unmittelbare Nähe Gottes, die uns wärmt, auftaut, lebendig macht. Beten. Sich hinsetzen im Angesicht Gottes. Spüren, wie diese unendliche Liebe und Kraft da ist … das allein reicht völlig aus.

Gebetsgedanken oder -worte kommen von selber. Und Ideen, was zu tun ist.

 

Wir haben jetzt die Gelegenheit, in einer besonderen Form mit Gottes Liebe in Berührung zu kommen. Wenn wir das Aschenkreuz auf unsere Stirn zeichnen lassen, drücken wir aus: Ja, ich möchte alles Tote und Starre und Lebensverneinende loswerden, um wieder neu aufzuleben. Umkehren zum Leben. Der frohen Botschaft Jesu trauen und vertrauen.

 

Dazu segne ich jetzt die Asche.

Was könnte man am Faschingmontag Besseres tun, als für Faschingdienstag ein Humorseminar vorzubereiten?

Frauengenussabend in Haibach zum Thema …

 

Ich freue mich auf morgen.

Übrigens: Humor kommt vom lateinischen „umor“ = Feuchtigkeit

Das Gegenteil wäre „trocken“. Wenn sich im geistlichen Leben nichts tut, heißt das „Trockenheit“

Wenn sich was tut, weint oder lacht man, in beiden Fällen Tränen …

Im trockenen Zustand wächst nichts.

Wasser, Regen, Durst löschen … ist ein Symbol für die Gnade Gottes.

Humor ist Gnade. Geschenk.

Gabe des Heiligen Geistes.

Deswegen ist er auch so heilsam und befreiend.

 

Faschingsonntag früh in der Großstadt. Zwei Polizisten gehen Streife.

Alles schläft noch, keiner ist unterwegs.

Direkt vor dem Eingang zum Gymnasium liegt eine Leiche.

Der eine Polizist zückt sein Notizbuch, um den Fall zu protokollieren, hält kurz inne und fragt: „Du, wie schreibt man eigentlich ‚Gymnasium'“?

Kurze Nachdenkpause.

Dann sagt der andere: “ Weißt du was, ziehen wir ihn hinüber zur Post.“

Ein Flohzirkus ist ein Friedhof dagegen …

Mit 13 Firmlingen einen Vorstellgottesdienst vorbereiten – das geht. Und: ja, der Heilige Geist hat gewirkt, ohne Zweifel.

Das Evangelium von der Versuchung Jesu, die Ziele der jungen Menschen, was will ich im Leben erreichen – und was kann ich selber dazu beitragen, und wie sind Gottes Ziele …

Es wird ein lebendiger, inhaltlich tiefer Gottesdienst werden.

DANKE (in Richtung ruach Jahwe)

Berufsgemeinschaft der pfarrlichen PastoralassistentInnen …

Da gehöre ich jetzt dazu.

Ein Netz von spirituellen, theologischen, pastoralen ExpertInnen

Die Haute-Volée der katholischen Kirche Oberösterreich.

SeelsorgerInnen.

Geballte Einsatzfreude, Glaube, Ideenreichtum, Charismenvielfalt.

Kirche lebt.

Zumindest hier.

Beim Spaziergang, den ich mir heute gegönnt habe, der mir in einer unvorhergesehenen Arbeitspause zwischen 2 Terminen zugefallen ist, habe ich ein paar Birkenknospen gegessen, Das habe ich mir 2015 im späten Februar angewöhnt.

 

Gut geschmeckt haben sie heute nicht, das sollten sie aber meiner Erinnerung zufolge – etwas herb schon, aber nicht so unangenehm bitter wie heute…

Wozu Birkenknospen gut sind?

 

Ein paar Sätze aus meiner TEM-Abschlussarbeit:

 

Das Innere der Knospe – das pflanzliche Embryonalgewebe – enthält eine große Menge an Proteinen und Aminosäuren, Phytohormone, Chlorophyll, ätherische Öle, Schleimstoffe, Saponine, Flavonoide und Gerbsäuren. Je nach Zusammensetzung wirken sie entgiftend, ausleitend, regenerierend, beruhigend oder kräftigend.

Außen sind die Knospenschuppen oder die Blattknospen insgesamt meistens von einem harzhältigen Sekret überzogen, das seinerseits wegen der Aromastoffe positiv auf die Gesundheit wirkt.

 

Da Birkenblätter aufgrund der harntreibenden Wirkung bei Rheuma, Gicht und Wassersucht verwendet werden, müssten auch die Blattknospen in diesem Bereich einsetzbar sein.

 

(Ruhm Dagmar:Meine saisonale Hausapotheke. Linz 2018, S. 6)

Wenn der Karfreitag kein allgemeiner Feiertag (mehr) ist, ist das bloß eine logische Folge dessen, was schon lange üblich ist.

Wer geht tagsüber in einen Gottesdienst, nimmt an einer Kreuzwegandacht teil oder stellt sich in einer Warteschlange zum Beichten an?

Die Liturgie beginnt meist um 19.00 – da hat man auch Zeit dafür, wenn man bis 18.00 im Geschäft gestanden ist.

Evangelische Christen: Beten sie tagsüber ausgiebig? Oder geht sich auch ein Abendgottesdienst aus, wenn man wirklich gehen will?

 

Ich freue mich auf einen Meinungsaustausch!