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Predigt                                                                 4. Advent 2020 Pucking

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

In den Weihnachtsgeschichten der Bibel spielen Engel eine große Rolle. Heute im Evangelium besucht ein Engel Maria. Auch zu ihrem Mann Josef spricht 2 x ein Engel. In der heiligen Nacht verkünden die Engel den Hirten auf dem Feld dass Jesus geboren ist. Im Alten und Neuen Testament kommen sie immer wieder vor, die Engel.

Ihr habt gezeichnet, wie ihr euch euren Schutzengel vorstellt.

Was ist ein Engel jetzt überhaupt?

Das Wort kommt aus der griechischen Sprache. Dort heißt es aggelos, angelos. Bote. Wir kennen das Wort von Evangelium, eigentlich eu-angelion, gute Botschaft.

Gott hat eine Botschaft für uns Menschen, und man stellt sich vor, dass er Boten hat, die sie ausrichten.

Ich persönlich glaube ja, dass Gott allmächtig ist und mit jedem Menschen selber in Kontakt treten kann, gleichzeitig und überall.

Aber Gott wird verschiedene Möglichkeiten haben, viel mehr als wir uns vorstellen können.

Das einzig Interessante ist, WAS uns ausgerichtet, mitgeteilt werden soll. Wie die Botschaft lautet. Was drinsteht.

Die Engel in der Heiligen Schrift sagen als Einleitung immer dasselbe. Egal was danach noch kommt, istder1.Satz jedesmal gleich.

Wer hat eine Ahnung, wie der lautet?

Fürchte dich nicht.

In den letzten Jahren gibt es in den Zeitschriften und bei Dekoartikeln einen richtigen Engelboom.

Fast so, als ob sie wichtiger wären als Gott selber.

In manchen esoterischen Zirkeln sind Botschaften und Filmchen im Umlauf, wo es um den nahenden Weltuntergang, verschiedene abstruse Thesen zu Corona und ähnliches geht …

Auch in diesem Zusammenhang werden oft Engel genannt.

Da können wir aber ganz klar unterscheiden. Wenn da Angst verbreitet wird oder Dummheit oder engstirniges Denken, eine „Du-musst-Religion“, eine Drohbotschaft – wenn ihr diese Botschaft nicht 20 mal an Bekannte weiterschickt, wird euch Unglück treffen“ oder wenn nicht genau dieses besondere Gebet gesprochen wird, gibt es keine Rettung …wenn die Botschaft im Grunde lautet: „Fürchtet euch“, dann können wir ruhig aufatmen im Bewusstsein: So was kommt nicht von Gott.

Denn: Die Engel in der Bibel nehmen die Angst. Fürchtet euch nicht. Gott zeigt Wege aus Furcht und Dunkel heraus. Gott ruft Menschen auf, daran zu arbeiten, dass es besser wird.

Und noch etwas: Die Engel Gottes befehlen nicht. Sie sind nicht unsere Chefs. Sie bitten um unsere Zusammenarbeit mit Gott und mit ihnen.

Wir sind frei. Gott lässt uns frei, ist auf unsere Zustimmung angewiesen.

Maria ist ein Mensch, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Sie erstarrt nicht vor Ehrfurcht, weil da ein spirituelles Wesen kommt und sie anspricht. Sie schaltet ihr klares Denken nicht aus. Angesichts der Verheißung, dass der Sohn Herrscher über Israel sein wird, zuckt sie nicht aus vor Begeisterung, sondern äußert mit gesundem Menschenverstand ihre Bedenken: Schön und gut, lieber Engel – aber wie soll das gehen? Ich bin nicht im sexuellen Kontakt mit einem Mann.

Und dann erklärt es der Bote Gottes genau.

Wie ist das bei uns – gerade in der momentanen Situation?

Es ist verständlich, dass wir uns Sicherheit wünschen. Eine Gewissheit, dass es ein gutes Ende geben wird, dass es sinnvoll weitergeht mit unserem Leben, mit der Familie, Gesundheit, mit der Firma, …

Unser Adventweg hier in der Kirche ist ein Symbol auch für unser Unterwegssein auf unserem Lebensweg.

Der gesunde Hausverstand sagt: Wenn ein Weg gut verlaufen soll, müssen wir das Ziel und die Strecke kennen. Dafür haben wir am 1. Adventsonntag die Landkarten hingelegt. Der Weg ist sicherer, wenn er gut gebaut, befestigt ist. Dafür liegen die Steine hier, die ihr mitgebracht habt.

Eine gute Ausrüstung, zweckmäßige Schuhe, sind auch nötig für das Vorwärtskommen. Aber da gibt es noch etwas, wodurch die Sicherheit groß wird: Wenn wir von jemandem begleitet werden unterwegs, der sich auskennt und uns beschützt, berät …

Wir dürfen glauben, ja damit rechnen, dass jeder Mensch einen Schutzengel als Begleiter an der Seite hat.

Jesus sagt es über die Kinder: Ihre Engel stehen täglich vor Gottes Thron und berichten …

Wir können es auch so sehen: Gott selber sorgt dafür, dass wir gut durchs Leben kommen, das wir zu ihm finden.

Na, wenn das keine Sicherheit gibt …

Wenn wir uns in den letzten Tagen damit beschäftigt haben, dass wir von Gott total mit Gnade und Liebe erfüllt werden, mit Talenten reich beschenkt, behütet, gesegnet, mit liebevollen Details überrascht …, stellt sich noch immer die Frage:

Wie kommt es, dass wir von Gott nicht ALLES erwarten, oder mehr als bisher, uns zeitweise gar nicht zu bitten trauen …? Oder nicht glauben können, im Ernst für eine Tatsache halten können, dass Gott uns bedingungslos liebt?

Vielleicht ist es es ein christlicher Minderwertigkeitskomplex – wir stellen selbst an uns Ansprüche, die Menschen gar nicht erfüllen können. Wir meinen, wir müssten erst perfekt sein, superfromm, ständig hilfsbereit, fleißig, fehlerlos …

Und erst dann, wenn wir das hinbekommen, haben wir eine Chance, dass wir uns eventuell in die Schlange der Bittsteller vor Gottes Thron einreihen dürfen …

Seltsam, nicht?

Es ist fast so, als ob niemand von uns, wenn wir so denken, das Evangelium je gelesen hätte.

Das, was Jesus nämlich als Kernbotschaft verkündet hat, ist die Vergebung der Sünden.

Im Klartext (es gibt da noch mehr, aber davon ein anderes Mal): Gott liebt uns bedingungslos, nicht trotz unserer Mängel, Unvollkommenheiten und Sünden, sondern mitsamt dem allen. Sünde heißt Trennung von Gott, dieses verkehrte Bewusstsein, dass wir glauben, unwürdig oder nicht gut genug zu sein und deswegen nicht glauben können, dass Gott uns zu FreundInnen haben will.

Gott würde (was heißt hier „würde“ … hat er ja tatsächlich getan …) alles dafür geben, wenn wir einfach so mit ihm/ihr Kontakt hielten, alles sagen würden, was uns am Herzen liegt, einfach da wären in seiner /ihrer Nähe … Von seiner Warte aus gibt es keine Barriere.

Ich habe seit ein paar Jahren Engelkarten. Auf einer davon steht der schöne Satz: Die Engel verurteilen dich nie. Egal, was auch vorgefallen sein mag und wie schrecklich das ist, was du vielleicht getan hast – sie wenden sich nie von dir ab und hören nie auf, dir zu helfen.

Wenn das schon bei den Engeln so ist – dann doch weit mehr bei Gott selbst …!

Die Übung für heute: Ich setze mich hin im Bewusstsein, dass Gott sich reißt um meine Aufmerksamkeit und Nähe … und dann einfach ein paar Minuten so sitzen bleiben …

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen,

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder –

jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.

Wie geht es Ihnen mit diesem Gebet?

Vertraut? Fremd? Kommt es Ihnen etwas seltsam, antiquiert … vor?

Früher, in meiner Jugend, erschien es mir peinlich, höchst seltsam, ein „Gegrüßet seist du, Maria“ zu beten – oder gar einen Rosenkranz. Schonallein die Formulierungen …!

Ein kluger Exerzitienbegleiter (P. Rupert Dinhobl, Göttweig 1993) fand für mich folgende Worte:

Das „voll der Gnade“ meint: bis oben hin angefüllt mit Gnade, mit der Liebe Gottes, mit all seinen Gaben, die er zu geben hat. Griechisch kecaristomenh /KECHARISTOMENE/ …  Bezieh das auf dich. Es stimmt ja auch … diese Zusage gilt uns allen. Stell dir vor, wie Gott dich mit seiner Zuwendung ganz erfüllt und wie es noch überfließt.

Mein heutiger Vorschlag: beten Sie das Ave Maria mit dieser Vorstellung, in diesem Bewusstsein. Und gehen Sie heute – vorerst einmal nur heute – in dieser Haltung, in diesem Bewusstsein durch den Tag.

Exerzitien – Tag 4

Heute gibt es zwei Gebets-Anregungen, um das gestern Erlebte zu verstärken und zu vertiefen.

Bibeltext: Jesaja 43, 1-7

1 Jetzt aber – so spricht der Herr, der dich erschaffen hat, Jakob, und der dich geformt hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich ausgelöst, ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir!

2 Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, keine Flamme wird dich verbrennen.

3 Denn ich, der Herr, bin dein Gott, ich, der Heilige Israels, bin dein Retter. Ich habe Ägypten als Kaufpreis für dich gegeben, Kusch und Seba gebe ich für dich.

4 Weil du in meinen Augen teuer und wertvoll bist und weil ich dich liebe, gebe ich Menschen für dich und für dein Leben ganze Völker.

5 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Vom Aufgang der Sonne bringe ich deine Kinder herbei und vom Untergang her sammle ich dich.

6 Ich sage zum Norden: Gib her! und zum Süden: Halt nicht zurück! Führe meine Söhne heim aus der Ferne, meine Töchter vom Ende der Erde!

7 Denn jeden, der nach meinem Namen benannt ist, habe ich zu meiner Ehre erschaffen, geformt und gemacht.

ANLEITUNG:

  1. Ich beginne mit einem Kreuzzeichen, wenn ich mag, mit dem Vorbereitungsgebet
  2. Ich lese den Text durch und stelle mir vor, wie Gott zu mir spricht, diese Worte zu mir sagt;
  3. Ich komme mit Gott darüber ins Gespräch

2. Möglichkeit:

Heute ist der Festtag Mariä Verkündigung.

Wir beten die Worte, mit denen der Bote Gottes Maria im Evangelium begrüßt, in jedem „Ave (= sei gegrüßt) Maria“:

„Du bist voll der Gnade, der Herr ist mit dir.“

Beziehen wir diese Worte heute auf uns (oder natürlich auch in Zukunft, wann immer wir dieses Gebet sprechen).

Kosten wir die Bedeutung aus – Gnade, was ist das überhaupt … erfüllt sein damit, so dass mehr gar nicht mehr geht … Gott ist mit mir …

Ich hatte heute eine Ehesegnung.

Hier meine Predigt (Namen gelöscht) für Sie, für Ihre Beziehung oder für eine Heirat, die Sie eventuell vorbereiten müssen… oder einfach zum Nachdenken und als Anregung.

Predigt                         Ehesegnung 31. 8. 2019, 16.00

 

Liebe Frau X, lieber Herr Y! Liebe Verwandte und Freunde des Paares, liebe Festgäste!

 

Dieser Bibeltext, den wir soeben gehört haben, wird oft und gern bei Hochzeiten ausgesucht. Ja, weil es um eine Hochzeit dabei geht, natürlich. Aber da steckt noch mehr dahinter.

Die Verwandlung von Wasser in Wein, in einer unglaublichen Menge. 600 Liter sind ja wirklich nicht gerade wenig.

Bisschen schräg, was da von Jesus erzählt wird. Manchen kommt das beinahe unmoralisch vor. Will er alle betrunken machen?

 

Liebe Brüder und Schwestern, Jesus zeigt da etwas davon, wie Gott ist. Wie Gott es meint mit den Menschen, mit uns. Mit Ihnen, Herr Y, Frau X.

 

Gott gönnt uns alles Gute in großer Fülle. Es gibt da keine knausrige Kleinkariertheit, bürgerliche Engstirnigkeit, was jemandem unter Umständen gerade noch zusteht und was nicht. Kalkulation und Berechnung. Weil: es könnte ja irgendwann aus sein, die Ressourcen sind begrenzt, einmal wird es zu Ende sein mit dem Segen…

 

Nein, bei Gott gibt es keine Knappheit, keine Missgunst und Zurückhaltung …

 

Gott wünscht sich nichts mehr, als dass wir in Freude und Fülle leben. In Begeisterung.

Alles möchte er uns, IHNEN, schenken und noch mehr.

 

Aber – jetzt kommt das große ABER.

Die Menschen müssen auch etwas machen dafür. Im Evangelium ist es zunächst nötig, dass die Diener Jesus Vertrauen schenken. Zutrauen, dass er weiß, was er tut, ist ja keine Kleinigkeit, die 6 großen Krüge zu füllen, das bedeutet schließlich Wasser schleppen. Das ist ganz schon anstrengend. 60 Gänge zum Brunnen und zurück mit einem 10-Liter-Eimer.

 

Damit ihre Ehe, ihre Beziehung gelingt, bitten Sie beide heute Gott um seinen Segen. Das heißt, Sie vertrauen ihm, trauen ihm zu, dass er sich um Sie kümmert, Sie begleitet, Situationen in der Zukunft zum Guten wendet, Sie als Paar und Familie wachsen und gedeihen lässt.

Viele ganz junge Paare haben bei der Eheschließung NICHT im Blick, dass sie auch selber an der Beziehung arbeiten werden müssen. Dass eine gute Ehe kein Zufall ist und nicht einfach so vom Himmel fällt.

Diese Gefahr besteht bei Ihnen nicht mehr. Lange und intensiv haben Sie erprobt, wie das geht, haben Mühe aufgewendet, schwierige Zeiten gemeinsam überstanden.

Diese Anstrengung, dass Menschen das Ihre tun, ist Voraussetzung, dass Gott das Seine in der besten Weise tun kann. Thomas von Aquin hat dazu gesagt: Die Gnade baut auf der Natur auf.

Er stattet uns mit Fähigkeiten und Begabungen aus, damit unser Glück von Dauer sei, damit Beziehung gelingt.

Aus den vielen Kleinigkeiten, wo Sie im Alltag Verständnis zeigen, Selbstbeherrschung, Rücksichtnehmen, Verzeihen, ein Lächeln, wo Ihnen gar nicht danach ist, wo Sie den ersten Schritt machen, eine winzige Geste oder Aufmerksamkeit … das sind die vielen Tropfen und Liter Wasser, die Gott in die Kostbarkeit einer wundervollen Beziehung verwandelt …

 

Und zur Erinnerung daran, dass das so ist, habe ich Ihnen eine Flasche Wein mitgebracht als Startgeschenk für die neue Qualität Ihrer Ehe. Sie können die Flasche wo aufstellen, wo Sie sie immer sehen können und sich erinnern, dass Gott mit seinem Segen bei Ihnen ist.

Oder: wenn Sie in der Beziehung einmal an einen Punkt kommen, wo Sie den Eindruck haben, dass nichts mehr geht, dann lade ich sie ein, DANN sich zusammen an einen Tisch zu setzen und die Flasche zu öffnen, miteinander ein, 2 Gläser zu trinken und währenddessen ins Gespräch zu kommen.

Dies wird Sie mit ziemlicher Sicherheit aus der Sackgasse herausführen und zurück zum Glück, das Ihnen von Herzen gegönnt ist.

 

 

 

 

Was ist das: Glück?

Wissen und spüren,dass alle Probleme nicht in die 1. Ordnungskategorie gehören, sondern dass da etwas anderes ist. Oder jemand anderer herrscht und regiert.

Menschenfreundlich bis dorthinaus.

Liebe in Person.

Jede/r geliebt, total, und absichtlich da auf diesem Planeten, in diesem Leben.

Getragen und behütet vom, im SEIN.

An 1. Stelle steht das In Ordnung Sein, das glückliche Ende, der gute Ausgang von allem.

Gegrüßt seist du, …,

voll der Gnade,

der Herr ist mit dir …

 

Fühlt euch angesprochen.

Wir brauchen das – gerade angesichts der ständigen Katastrophen, Extremismen, von Hass, Gewalt und Unrecht, von Dummheit, Oberflächlichkeit und Egoismus aus dieser Welt ringsum.

Habe heute beim Webseminar von Uli Feichtinger ein Mantra mitgesungen – das hab ich schon lang nicht mehr gemacht.

Probiert es einmal aus.

Kann ein Wort, ein Satz sein, der euch inspiriert.

egal.

Oder ihr nehmt eines,das Menschen schon erprobt haben, das seit langem verwendet wird.

 

Z. B.: Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, Erlöser

Oder: Gott liebt mich, denn ich bin sein/ihr Kind.

Kostbar und wertvoll

(du bist) voll der Gnade, der Herr ist mit dir

Was könnte man am Faschingmontag Besseres tun, als für Faschingdienstag ein Humorseminar vorzubereiten?

Frauengenussabend in Haibach zum Thema …

 

Ich freue mich auf morgen.

Übrigens: Humor kommt vom lateinischen “umor” = Feuchtigkeit

Das Gegenteil wäre “trocken”. Wenn sich im geistlichen Leben nichts tut, heißt das “Trockenheit”

Wenn sich was tut, weint oder lacht man, in beiden Fällen Tränen …

Im trockenen Zustand wächst nichts.

Wasser, Regen, Durst löschen … ist ein Symbol für die Gnade Gottes.

Humor ist Gnade. Geschenk.

Gabe des Heiligen Geistes.

Deswegen ist er auch so heilsam und befreiend.