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Ganz schön streng, oder?

Und: Wenn wir ganz ehrlich sind: Genau dieses Verhalten, das Jesus da empfiehlt, wünschen wir uns im Grunde.

Wir möchten uns auf andere verlassen können.

Dass andere es ehrlich mit uns meinen.

Dass Menschen feste Beziehungen, Ehe, Treue, respektieren, hochachten.

Und wir leiden darunter, dass das oft und schnell einmal wo nicht so ist.

Dieser Abschnitt des Evangeliums steht in einem größeren Zusammenhang. Innerhalb der sogenannten Bergpredigt. Am Anfang der Bergpredigt stehen die Seligpreisungen.

Das was wir heute gehört haben, sind die genauen Erläuterungen von Jesus, er will uns eigentlich Handlungsanleitungen geben, wie das geht, wie das gehen kann: glücklich sein. Denn:

Dieses glücklich sein als Christ…

Das geht über das Normal-Menschliche noch hinaus.

Es gibt noch mehr, möchte Jesus in der Bergpredigt sagen.

Das menschlich Erwart- und Wünschbare, das Durchschnittliche, das was alle erwarten, der Konsens, was gesellschaftlich etwas gilt,  ist nicht das, was im Grunde und im letzten glücklich macht. Wieviele Menschen haben alles, Reichtum, Haus, Familie, gute Arbeit… und sind nicht glücklich,

Ja, Gott will, dass wir Menschen glücklich sind.

Gottes Ordnung ist eine ganz andere als die der Menschen. Als Christen gehören wir eigentlich zu dieser Ordnung Gottes dazu, da gelten andere Gesetze – Gesetze nicht im Sinn von Vorschriften, sondern von Naturgesetzen oder geistlichen Gesetzmäßigkeiten. Und in diesem Sinn ist Dieser Text aus dem Evangelium das neue Gesetz, Jesus steigt auch wie einst Mose bei den 10 Geboten auf einen Berg…

Jesus fordert uns auf, ein gesundes Gottvertrauen zu entwickeln – wenn wir in seinem Auftrag unterwegs sind, wenn wir handeln, wie er es möchte, ehrlich und gerecht, dann liegt sein Segen darauf – und wir brauchen uns die Sorgen um den weiteren Verlauf und guten Ausgang der Sache nicht zu machen.

Viele Menschen sind der Meinung, sie müssten ein bisschen tricksen, sich Vorteile verschaffen durch Lobbys oder Freunde, „Vitamin B“, Beziehungen … damit „was weitergeht“. Das ist menschliches Denken.

Gott ist anderer Meinung.

Bei ihm spielt das alles keine Rolle. Wenn er für jemanden, für etwas ist, dann kann sein was will – die Großkopferten dieser Welt, auch innerhalb der kirchlichen Hierarchie, werden sich anschauen.

Jesus möchte uns einladen zu größerem Vertrauen.

Wie bekommen wir das? Der Fasching ist eine tolle Möglichkeit dafür. Ausgelassen feiern, wirklich lustig sein. Dem Leben und seinen Widrigkeiten ins Gesicht lachen. Über sich selbst lachen.

Humor ist ein Geschenk Gottes.

Humor hat dieselbe Wortwurzel wie „humilitas“, Demut. ERDE Da geht es ja gerade darum, dass ich nicht alles selber zu machen brauche, weil ich als Mensch das gar nicht schaffen kann. Wir brauchen schlicht und einfach 1. die natürlichen Lebensgrundlagen – Luft zum Atmen. Essen, Trinken, ein Klo, Wärme, Kleidung, ausreichend Schlaf, Hygienemaßnahmen, Geborgenheit, Heimat, ggf. ärztliche Versorgung und später einmal ein Begräbnis usw. … Ich brauche die anderen Menschen.

Und ich brauche den göttlichen Beistand und Segen.

Die Leichtigkeit, die im Lachen steckt – ist nicht zu verwechseln mit Leichtfertigkeit. Humor blendet das Schwere und Dunkle des Lebens nicht aus – es gibt Krankheit, Tod, Katastrophen … Aber von dauerndem ängstlichem Sorgen, was alles sein könnte, hat noch niemand etwas besser gemacht. Dies ist verschwendete Lebenszeit, in der man sich dankbar über das Gute, das da ist, freuen könnte.

Und sooft wie möglich herzlich lachen.

Heute habe ich den Rücklauf meiner Umfrage zur feministischen Theologie/femininen Spiritualität abgeschlossen.
Eine Antwort, die immer kam: das Gottesbild, wie es in den großen monotheistischen Religionen vermittelt wurde – und wird -, stellt ein grundsätzliches Problem dar, weil die patriarchale kulturelle Situation, das Umfeld, immer mitverkündet und so als glaubwürdig weitertradiert wird – mit allen unguten, krankmachenden, kleinhaltenden Folgen für Frauen, die wir kennen…
Eines der Hauptgebote der Bibel lautet jedoch: „Du sollst dir kein Gottesbild machen …“ Fundierte Theologie ist dem auf der Spur – wie von Gott/Göttin sprechen, ohne „Bild“, ohne Voreingenommenheit, ohne menschliche Eingrenzungen, Vorbehalte usw….?
Der NAME – ha schem – ist ja genial: JHWH – ich bin da (für dich)
Wie geht es Ihnen/euch mit Gottesvorstellungen?

Liebe Brüder und Schwestern!

Verherrlichen – ein Wort, das wir sonst eigentlich nie verwenden.

Es ist auch nicht die wörtliche Übersetzung des griechischen Wortes, aber die Strahlkraft und das Wesen Gottes weithin sichtbar machen ist etwas langatmig.

„Verherrlichen“ passt ganz gut zu dem, was Jesus, das Johannesevangelium hier meint, wenn wir mitbedenken, woher der Begriff „herrlich“ kommt.

Im deutschen Sprachgebrauch hat ursprünglich „herrlich“ all das bezeichnet, was mit der „Herrschaft“, der Grundherrenfamilie oder eben mit einer oder 2 Ebenen darüber, mit Herzog, König, Kaiserhaus zu tun hatte.

Die einfache Bevölkerung stellte sích da vor, wie auf dem Schloss, in der Hauptstadt, bei Kaisers gelebt wird – nämlich in der Herrlichkeit besten Essens und schöner Kleidung und ohne Arbeit und Feste, im Warmen – selber hatte man zeitweise gerade das Nötigste zu essen und fror im Winter, musste schwer arbeiten.

In diesem Sinn vermittelt Jesus wie Gott ist, wie es bei ihm zugeht: wir können es am Verhalten Jesu ablesen.

Er heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

Er vergibt Sünden.

Er tröstet.

Holt Ausgegrenzte in die Gemeinschaft herein.

Gibt Entrechteten neues Ansehen, schief angeschauten, Verachteten einen Platz neben sich.

Kennt keinerlei ‚Rangunterschiede. Heilt die Tochter der Samariterin und den Knecht des römischen Hauptmanns.

Lasst die Kinder zu mir kommen.

Keinerlei Vorbehalte gegenüber Frauen. Nimmt sie ernst als Personen. Macht sie zu Jüngerinnen und zu Verkünderinnen seiner Botschaft.

Persönliche Zuwendung.

Er versteht selbst zu feiern, genießt die guten Gaben des Lebens.

Fröhlichkeit und Humor hat er ausgestrahlt.

Jede Verehrung und Stilisierung seiner eigenen Person erstickt er im Keim.

Schaut, dass keiner hungrig heimgehen muss.

Schaut, dass sich niemand zu fürchten braucht – stillt den Sturm.

Redet über Gott: Abba – lieber Paps, Papa. So redet das kleine Kind, wenn es ein Spielzeug aus dem Regal haben möchte und selber nicht rauflangt. Oder dem es raufklettert, einfach weil es der Papa ist und möglichst in seiner Nähe sein möchte.

Im Predigtbehelf steht großartig: Jesus hat uns einen neuen Namen Gottes geoffenbart: Vater. Ich glaub ich spinne – Gott hat einen Namen: Jahwe.

Ich bin da – wie die Mama in der Nacht antwortet, wenn das kleine Kind aus dem Nachbarraum voll Angst vor der Dunkelheit – oder um sich zu vergewissern, dass es nicht allein ist, ruft: Mama – und die zurückruft: Ich bin ja da.

Bloß: Wenn Jesus von der „Mama im Himmel“ geredet hätte, hätte sein Wirken rasch geendet mit seiner Steinigung.

Die große Muttergottheit, Schöpferin des Alls und des Lebens, wie sie im gesamten Orient verehrt wurde, galt ja als Fremdreligion, als Heidentum und musste verfolgt werden.

In dieser ansprechbaren, zugewandten Haltung verhält sich die Göttin – und ich verwende jetzt mit voller Absicht die weibliche Bezeichnung – uns gegenüber.

Liebe Brüder und Schwestern, es ist nicht gleichgültig, an welchen Gott und was wir glauben.

Fundamentalisten machen Gott wieder streng und unnahbar. Warum? Aus Machtgier, weil sie dann Menschen Angst einjagen und ihnen eine Abhängigkeit von ihnen einreden können?

Wir sollen Gott, wie es Jesus zeigt, verkünden, bekannt machen auf dieser Erde. Das bedeutet nicht, ständig über Gott oder Göttin zu reden und predigend durch das Dasein zu laufen. Obwohl das auch dazugehört.

Die Form muss zum Inhalt passen. Unser Benehmen und Verhalten, alle Äußerlichkeiten – muss wie bei Jesus zum Ausdruck bringen, wie dieser Gott ist. Zumindest ein bisschen, dass es nicht komplett in die verkehrte Richtung läuft.

Das II. Vatikanum spricht sogar davon, dass viele Strukturen in der Kirche geeignet sind, das Wesen Gottes zu verdunkeln – bis zur Unkenntlichkeit.

Vieles ist seitdem besser geworden, aber nicht alles.

Wir sind Kirche.

Jede/r von uns ist eingeladen und berufen, es besser zu machen. Ab sofort.

Liebe Brüder und Schwestern!

Prallen heute nicht vollkommen unterschiedliche Gottesbilder aufeinander?

Oder doch nicht?

Ich kann mich noch gut an den Sturm der Entrüstung erinnern, als vor einigen Jahren katholische Geistliche von Naturkatastrophen als der Strafe Gottes gesprochen haben, – ist da heute nicht von gan etwas Ähnlichem die Rede im Evangelium?

Aber wirklich nur etwas Ähnliches.

Jesus redet nicht davon, dass Menschen aufgrund ihrer Sünde von Unglücksfällen getroffen werden – ganz im Gegenteil: er hebt den Zusammenhang auf, den die Menschen damals in Gedanken hergestellt hatten. Alle sind Sünder – wenns nach dem ginge, müsstet ihr alle auch so enden, müsste alle das Unglück treffen …

Diese Aussage ist schockierend – hören wir nicht gern.

Aber da gehört ein größerer Zusammenhang dazu:

Es geht darum, wie Gott ist – und wie Menschen diesem Gott antworten, auf seine Zuwendung reagieren – oder eben auch nicht.

Gott offenbart sich Mose im brennenden Dornbusch. Von sch aus. Es steht nirgends, dass Mose vorher extra gebetet hätte. Ich habe das Elend meines Volkes gesehen, ihre laute Klage habe ich gehört – nun bin ich herabgestiegen …ICH BIN

Gott mischt sich in das Irdische ein.

Jahwe – ich bin da für euch.. Überlegt sich etwas. Geht auf den Menschen zu, ruft Mose mit Namen, überlegt, wie könnte ich die Aufmerksamkeit dieses Menschen da erregen, damit er aufmerksam wird auf meine Gegenwart …

Und dann begleitet er den Mose auf allen Wegen, bei allem Tun, befreit , rettet, hilft, ordnet …

Wir kennen die Geschichte.

Und im Evangelium – wir können es auch so sehen: Menschen sind oft recht streng mit ihresgleichen; da geht einem oft sehr schnell die Geduld aus, wenn wir uns bemühen und es ist kein Ergebnis zu sehen. Die Schriftgelehrten zur Zeit Jesu – und immer, sie sterben nicht aus, religiöse Fanatiker, die meinen, Gottes Strafe treffe manche zu Recht…

Jahwe, Jesus ist anderer Meinung – Gott handelt wie ein guter Gärtner – probiert noch etwas und noch was, verwöhnt uns Menschen, päppelt uns auf, damit auch einmal eine Frucht zu sehen ist.

Gott verliert die Geduld nicht. Er wird nicht müde sich anzustrengen, damit as uns etwas wird.

Es stört ihn dabei eher nicht, wie oft wir beten, wie orthodox oder katholisch strenggläubig unsere Ansichten sind, ob wir alle Dogmen auswendig kennen, der kirchlichen Obrigkeit gegenüber gehorsam sind (😊) oder … oder … oder …

Wichtig ist unserer guten Mutter im Himmel . der Gottesname ist ja geschlechtsneutral – einig: ob und wie wir Gerechtigkeit üben – unseren Mitmenschen gegenüber. Was wir tun, wie wir uns verhalten angesichts von Unterdrückung, Unrecht, Not.

Rest: denkbar egal.

zu Mk 10, 35-45

Liebe Kinder, liebe Brüder und Schwestern!

„Bei euch aber soll es nicht so sein.“ Erstaunlich, dass fast sämtliche Christen in der Geschichte der letzten 2000 Jahre offenbar diesen Satz überlesen, überhört haben.

Klar haben Kirchenfürsten genauso wie weltliche Herrscher ihre Untertanen unterdrückt, Sklaven und Leibeigene gehabt und ihre Macht nicht immer zum Wohl der Menschen eingesetzt, sondern auch missbraucht.

Die Menschenrechte sind innerhalb der Katholischen Kirche noch immer nicht rechtlich verankert. Wer eine „Hierarchie“ für normal hält, für den sind eben nicht alle Menschen gleichberechtigt.

Auch bei den Armen ist es so, auch auf den Philippinen, in Lateinamerika und Afrika – in Madagaskar, dem heurigen Beispielland – sobald irgendwer eine gewisse Macht über andere spürt, nützt er sie aus.

Bei uns ist es auch nicht anders. Schauen wir uns Firmenchefs an oder manche Politiker, die, wenns nach ihnen ginge, keiner mehr kontrollieren darf, auch nicht bei Millionenprojekten, weil die dann … ja, was eigentlich? Böse werden, zu schreien anfangen – tut nicht weh. Oder weil man sich für sich selber einen Machtverlust, einen Einkommensnachteil befürchtet, wenn man nicht „brav“ ist und ja und amen dazu sagt, was der macht?

 Woher kommt das?

Vielleicht werden wir schlauer, wenn wir uns die beiden Jünger ansehen, mit denen die Geschichte beginnt. Jakobus und Johannes möchten im Reich Gottes links und rechts neben Jesus sitzen, d. h., sie wollen die besten Plätze neben dem Herrscher. Dies deutet darauf hin, dass sie in keiner Weise verstanden haben, worum es im „Reich Gottes“ geht. Sie halten es fälschlich für ein Königreich als Fortsetzung der real existierenden, und sie übertragen die herrschenden Regeln auf dieses Gottesreich. Die Freunde des Königs haben den meisten Einfluss, haben das Sagen.

Es wird aber noch ärger. Ihre Antwort auf Jesu Frage, ob sie den Kelch trinken können, den er trinkt – damit ist die Kreuzigung gemeint -, antworten sie frischfröhlich mit „Ja, wir können es“. Sie haben von Gott nichts verstanden …

Im Reich Gottes gelten die Regeln Gottes, nicht die der Menschen.

Gott interessiert, wer sich für das Wohl der Mitmenschen bemüht. Goethe hat das begriffen, der betont, wer der erste einer Gruppe ist (und er war mehrmals Minister), hat am meisten zu tun: Schauen, dass alle zu ihrem Recht kommen, dass es allen möglichst gut geht, Streit schlichten, Meinungsverschiedenheiten ausgleichen, Interessen verknüpfen …

Fragen sie einmal den Chef, die Chefin/Inhaberin eines kleineren Betriebes. Wenn es da nicht allen Beteiligten, Angestellten und Arbeitern, gut geht, ist bald einmal Schluss.

In der Mission hat die Kirche lange Zeit die alten Fehler gemacht. Wenn Christen in anderen Kontinenten als Herren auftreten und die dort Einheimischen zu Sklaven degradieren, kann man sich ausrechnen, wie viel Erfolg die Glaubensverkündígung hat.

Indianische Bevölkerung hat sich umgebracht, um nicht in den Himmel der Europäer zu kommen.

Australien – Protestanten haben die Aborigines weit ärger unterdrückt, sie wollten die gesamte Kultur auslöschen.

Mission muss Dienst sein: Fragen: Was braucht ihr? Was habt ihr schon, das ausbaufähig ist? Sich in die andere Kultur einfühlen. Mitleben.

Krankenhaus eröffnen, für Gerechtigkeit sorgen…  Gott kommt früher als der Missionar.

Inzwischen gibt es unzählige Priester und Ordensleute, die im Geiste Jesu auf der Seite der Armen und Unterdrückten sind, ihnen wieder Zugang verschaffen zu Selbstachtung, zu ihren Rechten, zu Bildung und Gesundheit und den Gütern des Lebens. Nicht selten unter Einsatz des eigenen Lebens.

Weil jede Frau, jedes Kind, jeder Mann dieser Erde ist unserem Gott heilig ist…

Diese Art der Mission ist es wert, dass wir sie unterstützen.

MEDITATION

Ich sitze ruhig und entspannt auf meinem Sessel.

Die Füße stehen gut auf dem Boden. Die Gelenke bilden einen rechten Winkel. Meine Wirbelsäule ist gerade aufgerichtet.

Ich atme durch die Nase ein 1-2-3-4 – und durch den Mund aus 1-2-3-4-5-6-7 (3-5 x)

Ich spüre, wie mein Herz schlägt.

Ruhig. Alles zur rechten Zeit. Im richtigen Augenblick.

Ich atme aus – und der Atem kehrt von selbst zu mir zurück.

Das Universum um mich herum und überall ist erfüllt von reiner Liebe. Wie ein warmes Licht hüllt mich diese Liebe ein.

Wertschätzung des Kosmos streichelt mich.

Erschaffen bin ich – genau ich mit diesen Genen, mit genau diesem Geburtsdatum, mit diesen Eltern, diesem Aussehen, diesen Anlagen, Fähigkeiten, Begabungen …

Total geliebt bin ich in wunderbarer Weise.

Eingehüllt und durchdrungen.

Mit voller Absicht ins Dasein gerufen.

Vorbereitet für meine einzigartige Aufgabe, die ich in dieser Welt übernehmen, erfüllen kann – und niemand sonst.

Jederzeit präsent diese Liebe, Liebe und Großzügigkeit und Fülle und Gerechtigkeit in Person.

Ansprechbar

Schenkend ohne Grenzen

Ordnend und haltend

Jedoch Freiheit atmend

Ihr kosmisches Herz fühlend wie meines, das nach ihrem Bild geformt ist – schlägt für mich.

Alles ist möglich alles Gute und Schöne und Heilsame

Ich bin da sagt sie unentwegt

lässt es mich spüren ohne Worte

Ich atme

Atme ein ihre Liebe ihre Fülle ihren Reichtum ihre Macht ihre Weisheit ihr Leben

Alles darf ich ist für mich

Ich ihre Tochter

(C) Dagmar Ruhm

Predigt                                                          26./27. 3. 2022

Liebe Brüder und Schwestern!

Das Gleichnis aus dem Lukasevangelium, das wir eben gehört haben, ist nicht nur einer der bekanntesten Texte unter Christen, sondern ist weltweit bekannt, gehört praktisch zur Weltliteratur.

In einem Liturgiebehelf habe ich allen Ernstes die Meinung gefunden; Der Vater verhält sich sehr ungewöhnlich, eigentlich ungehörig … Dahinter steckt eine Denkweise, an der, mit Verlaub, die Frohe botschaft Jesu Christi spurlosvorbeigerauscht sein dürfte.

Esging Jesus beim Erzählen dieses Gleichnisses ja darum zu demonstrieren, erahnvbar, vorstellbar zu machen, wie Gott handelt.

Ja, und in einem 2. Schritt ist es eine Handlungsanweisung für uns, für jede/n Christin/en.

Gäbe es sie nicht bereits, müsste man diese Geschichte erfinden.

Der jüngere Sohn ist erstens an seiner Notlage selber schuld.

Zweitens kehrt er bemerkenswerterweise nicht zu seinem Vater zurück, weil er plötzlich große Sehnsucht nach seiner Familie verspürt oder ihm bewusst wird, dass er denVater traurig gemacht hat durch seine Abwesenheit, sondern schlicht und einfach, um nicht zu verhungern.

Dann zu Hause bekommt er nicht nur gerade das Notwendigste, sondern wird als Mitglied der Familie wertschätzend wieder aufgenommen.

Und viertens regt sich sofort jemand auf, der eigene Bruder, bei dem, der geholfen hat, dass es ihm wieder gut geht.

Mit all dem ist z. B. die Caritasarbeit ständig konfrontiert.

Viele helfen leichter und lieber, wenn Menschen unverschuldet in Not geraten sind, aufgrund einer Katastrophe, Brand, Unfall, Krankheit … Das ist oft ganz wichtig bei der Berichterstattung in den Medien, bei Hilfs- und Spendenaufrufen.

Wenn da wer „selber schuld“ ist, auch nur vermeintlich, schaut die Sache schon anders aus. -Aha, der war eingesperrt, bei denen funktioniert die Ehe nicht, da sind Drogen, Alkohol, Spielsucht die Ursachen, oder die Menschen, die ihr Land wegen der dort herrschenden Not oder wegen des Krieges verlassen …….…man hört sogar den Ausspruch „Ich bin ja nicht die Caritas“

Nun: Wir sind die Caritas, schlicht und einfach, weil wir Christen sind.

Das Kriterium, ob jemandem geholfen wird, ist die Notlage, dass es ein Mensch ist, der oder die Hilfe braucht. Sonst nichts.

Das christliche Menschenbild kennt nur Familienmitglieder auf Augenhöhe. Eine Hilfe von oben herab, so ein bisschen Almosen auf der Basis „mei bist du arm“, wo es Underdogs gibt, die irgendwie doch nicht so ganz dazugehören, weil man für sie sorgen muss, weil sie selbstständig nicht über die Runden kommen, weil sie das gesellschaftliche schöne Bild – alles perfekt, gesund, wohlsituiert – stören … so etwas kommt nicht in Frage.

Der ältere Bruder, der ordentliche brave Bürger, hätte sich, denke ich, nicht aufgeregt, wenn der abgesandelte Heimkehrer tatsächlich als Tagelöhner hätte arbeiten müssen. 

Jesus erzählt dieses Gleichnis ja gerade deswegen, weil die damaligen „Guten“ es in keiner Weise eingesehen haben, dass die Zöllner und Sünder die gleichen Chancen bei Gott haben, von Jesus Zuwendung und Heil erfahren – geschenkt bekommen und nur anzunehmen brauchen.

Beim Glauben geht es um die persönliche Beziehung zu Gott.

Um Freundschaft.

Wir stehen vor Gott nicht so wie vor einem Polizisten oder einem Lehrer, der uns prüft. Nicht wie vor dem Firmenchef, wo wir möglichst mit Leistung punkten sollen.

Wir können aus der Gnade Gottes nicht herausfallen, Seine Liebe vergeht nicht. Immer und überall wird er sich für uns interessieren und schauen, dass es uns gut geht.

Gott freut sich, wenn wir fähig und tüchtig und erfolgreich sind, das schon. Aber er liebt uns nicht deswegen. Sondern weil wir seine Kinder sind.

Weil wir jeden Moment neu anfangen dürfen mit allen Chancen und Möglichkeiten, und zwar alle Menschen auf diesem Planeten, deswegen geht es uns gut, wir sind geborgen in Gottes Hand.

Predigt 3.Fastensonntag, PGR-Wahl und Erstkommunionvorstellgottesdienst Haid

Liebe Kinder! Liebe Brüder und Schwestern!

Gott straft Sünder durch Katastrophen. Das haben Menschen damals geglaubt. Heute gibt es diese Befürchtung auch immer noch, heute vielleicht sogar wieder stärker als vor einigen Jahrzehnten.

Im heutigen Evangelium räumt Jesus mit dieser Vorstellung auf.

Jesus redet nicht davon, dass Menschen aufgrund ihrer Sünde von Unglücksfällen getroffen werden – ganz im Gegenteil: er hebt den Zusammenhang auf, den die Menschen damals in Gedanken hergestellt hatten. Alle sind Sünder – wenns nach dem ginge, müsstet ihr alle auch so enden, müsste alle das Unglück treffen …

Diese Aussage ist schockierend – hören wir nicht gern.

Aber da gehört ein größerer Zusammenhang dazu:

Wir Menschen hängen alle mit drin. Egal wobei.

Gerade die letzten 2 Jahre, Corona, haben uns das gezeigt: Niemand kann sich heraushalten aus dem Geschehen.

Unbeteiligt, geht mich nichts an: das ist eine Illusion.

Der jetzige Krieg in Europa, in unserer nachbarschaft, erschüttert uns zu Recht. Menschen haben Verwandte oder Bekannte da.

Die Kriege, die sonst noch toben gerade auf diesem Planeten, lassen uns ja eher kalt: Burma, Afghanistan, Oman, Syrien, …

Und erst recht bei Klima und Umweltschutz. Da hängen wir alle mit drin.

Wenn die Natur einmal gestört, zerstört ist, dann trifft das genauso alle, die sich klimafreundlich, nachhaltig verhalten haben – und umgekehrt: Jeder, der/die sich umwelterhaltend verhält, schützt zugleich auch die UmweltsünderInnen.

Wir atmen alle die gleiche Luft, leben vom selben Wasser, Essen, was ein und dieselbe Erde hervorbringt.

Und wo ist jetzt die gute Nachricht heute für uns?

Gott mischt sich in das Irdische ein.

Schaut nach, wie es uns geht – wie der Besitzer des Weinberges.

Gott verhält sich aber genauso auch wie der Gärtner, der Winzer, der noch mal und noch mal umgräbt und sorgt und düngt und bewässert – Maßnahmen trifft, damit es besser wird.

Jede/r von uns darf sich fühlen wie Gottes spezieller Lieblingsbaum.

Gott handelt an uns wie ein guter Gärtner – probiert noch etwas und noch was, verwöhnt uns Menschen, päppelt uns auf, damit auch einmal eine Frucht zu sehen ist.

Gott verliert die Geduld nicht. Er wird nicht müde sich anzustrengen, damit aus uns etwas wird.

Heute wird ein neuer PGR gewählt. Überall in Österreich.

Auch eine Pfarre ist nichts, wo sich einzelne schnell mal heraushalten können.

Der Gottesdienst gefällt mir so nicht mit dieser Gestaltung – komme ich halt nicht mehr.

Es gibt keine Bibelrunde – ein Grund zu schimpfen, sollte es schließlich geben …

Schon wieder sind einige Pfarrblattstapel liegen geblieben … ich kriege es in meiner Siedlung immer so spät, es ist eine Zumutung …

Die Pfarre, das sind nicht irgendwelche unsichtbaren Organisatoren, die halt einiges machen oder auch nicht – die Pfarre sind WIR. Und die Pfarre wird so sein, wie wir uns einbringen, was wir entwickeln.

Die Erstkommunion ist das erste Erlebnis, was Kinder oft in der Pfarrgemeinde haben.

Sie spüren: Ich gehöre da ja wo dazu. Ich werde geschätzt, ich darf etwas machen: Im Gottesdienst lesen, die Räumlichkeiten benützen usw.

Es darf das ganze Leben so bleiben.

Wenn wir mit Gott verbunden sind, dann entwickelt sich alles in super Weise.

Aber wir lassen ihn oft nicht. Wir behandeln Gott wie einen unbeteiligten Zuschauer – dabei ist er das Zentrum, der Mittelpunkt, der, der alles trägt und einhüllt mit Liebe.

Lassen wir uns heute befreien von der Verstrickung ins scheinbar Unvermeidliche, in die Klimakatastrophe, den Krieg, die Not auf der Welt … von der Fessel, die heißt: Da kann man doch nichts machen. Von der Fessel, die heißt: ich bin ja allein, wir sind nur so wenige … fünf!

Nein, wir sind mit Gott verbunden immer ausreichend genug.

Und so befreien wir uns bewusst, indem wir jetzt den nächsten Faden unseres Netzes durchschneiden.

Predigt                                    12. und 13. 6. 2021

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir ahnen s hon: Jesus will uns keinen Kurs in effektiver Landwirtschaft geben. Es geht ums Reich Gottes.

„Gottes Reich“ ist nach Jesu Verständnis überall dort, wo Menschen nach Gottes Maßstäben handeln, wo sozusagen Gottes Gesetze gelten.

Die Gesetze der Welt kennen wir allzu gut: Der Stärkste zählt und gewinnt, wer fit ist, jung und gesund, gebildet und erfolgreich, wer hervorragende Leistung und Herkunft vorzuweisen hat – der gilt heute etwas.

Ganz anders geht es zu, wo Gottes menschenfreundliche Gesetze gelten. Jesus hat das verkündet und gelebt:
Für ihn waren Außenseiter, Kranke, Schwache, Kinder, Fremde und Benachteiligte genauso wertvoll wie andere Menschen. Gerade ihnen hat er sich zugewendet. Er ist mit ihnen so umgegangen, dass ihr Selbstwertgefühl wachsen konnte und damit auch das Gesunde und Starke in ihnen und ihre Beziehungsfähigkeit. Seine Botschaft in Wort und Tat lautet: Das Kleine, das Schwache und Unscheinbare ist in Gottes Augen viel wert. Man muss ihm Raum geben und Zeit lassen, damit es wachsen und leben kann.

Damit sich auf diese Weise Gottes Reich in dieser Welt ausbreiten kann, hat Jesus keine Revolution angezettelt, obwohl das manche unter der Römerherrschaft gern gesehen hätten. Nicht mit Gewalt, sondern mit Geduld und Entschlossenheit; nicht im Großen, sondern im Kleinen, in einzelnen Begegnungen, hat Jesus die Maßstäbe verändert.

Liebe Brüder und Schwestern, morgen ist Vatertag.

Väter brauchen – übrigens natürlich auch Mütter und alle Erziehenden – diese beiden Eigenschaften: Geduld und Entschlossenheit.

Geduld: wieso?

Oft wünschen wir uns, dass eine Entwicklung schneller vor sich geht. Dass Kinder rascher begreifen, lernen, weniger Fehler machen, usw. …

Da kann das Gleichnis vom Wachsen der Saat helfen: Es nützt nichts, wenn man an den kleinen Halmen zieht. Sie wachsen dann nicht schneller.

Ja, man macht sie kaputt.

Entwicklungen brauchen ihre eigene Zeit.

Was wir tun können, ist: Gießen, Umgraben, Düngen, Unkraut entfernen.

Schauen, dass das Kind alles hat, was es braucht.

Luft, Freiheit, guter Boden – das Klima in der Familie.

Düngen: Schule, Begabungen fördern.

Verschiedenheit achten und beachten und wertschätzen. Eine Rose ist kein Erdapfel und ein Kirschbaum ist kein Hollerstrauch und schon gar nicht ein Getreidefeld …

Jeder braucht etwas anderes.

Darum gibt es wahrscheinlich eine ganze Legion von Erziehungsratgebern …

Übrigens: Forschungen haben ergeben, dass Pflanzen besser gedeihen, wenn man mit ihnen spricht und ihnen harmonische Klänge vorspielt. Z. B. Mozart oder entspannende Meditationsmusik.

Wenn man ihnen Aufmerksamkeit und Liebe entgegenbringt.

Also, wenn das schon bei den Pflanzen so ist …!

Und trotzdem: Dass die Pflanze wirklich prächtig gedeiht, das können wir fördern – wir können es auch verhindern -, aber eines können wir nicht: wir können es nicht machen.

Das soll uns nicht zur Verzweiflung treiben, sondern aufatmen lassen.

Vieles geschieht von selbst.

Wir müssen nicht viel machen – Das ist für viele, die gern die Kontrolle über alles haben, oder hätten, denn man hat sie nie, schon gar nicht über andere Menschen – schwieriger zu akzeptieren. Mit Ungewissheiten leben…, Erfolg nicht herbeizwingen können…, eigene Ohnmacht aushalten… und manchmal Rückschläge erfahren… alles normal.

Geduld fällt leichter, ich sag nicht leicht, sondern leichter, wenn wir glauben können: da ist noch jemand, der auf mein Kind schaut – und zwar besser als ich das selber könnte, weil er allmächtig und allwissend ist.

Und der die gleiche sorgt noch dazu für mich selbst auch.

Wir sind wunderbar gut aufgehoben, alle miteinander…

Und Gott als Vorbild nehmen als Vater oder Mutter dürfen wir auch.

Wenn Jesus sagt, wir sollen werden wie Kinder, meint er das in Bezug auf das Vertrauen, dass wir unbeschwert und spielfreudig leben. Dazulernen wollen.

Selbstverständlich nicht, weil er uns unfähig und unwissend und hilflos möchte. Ganz im Gegenteil.

Der Sinn des Vaterseins ist es, dass er als Vater eines Tages überflüssig wird.

Vom Sorgenden, aufbauenden, beschützenden wird man – auch als Mutter – zum Freund, zum Ratgeber, zur Freundin, Gesprächspartnerin des erwachsen gewordenen Kindes.

Und einmal kommt die Zeit, wo die Kinder, die gelernt haben, gut für sich und andere zu sorgen, für die Alten da sein werden.

Das „Vater unser“ kennt ihr – es kennen fast alle Menschen dieser Erde, über das Christentum hinaus.

Wir sind heute eingeladen, es 2x zu beten, langsam, durchzumeditieren …

  1. Ganz normal, Satz für Satz – mit dem Bedenken dessen, was das gerade für mich bedeutet
  2. Mit folgender Zusatzinformation:

Jesus hat niemals „Vater“ gesagt.

Das Wort, das er verwendet hat, um Gott zu bezeichnen, lautet

ABBA

Papa, Väterchen, Paps, Vati … so wie kleine Kinder den rufen, der ihnen helfen soll, die Schuhe zuzumachen, beim Klogehen, beim Brotstreichen, beim Schlafengehen eine Geschichte vorliest, ihnen radfahren lernt, …

Vertrauen und Nähe pur.

Jesus wäre angeeckt, keiner hätte ihn ernst genommen in seiner Religionsgemeinschaft, hätte er

AMMA

Gesagt, „Mama“.

Muttergottheiten gab es im Heidentum, das war tabu. Nicht einmal im Ansatz durfte da Ähnliches gedacht, ausgedrückt, geglaubt … werden.

Obwohl es Spuren dieser weiblichen Gotteserfahrung im Alten Testament gibt.

Mama, Papa, – beides ist gleich richtig. Gott ist ja nicht Mann noch Frau.

Nur: „Vater“ im patriarchalen Sinn, als Familienoberhaupt usw.  – ist ganz bestimmt falsch.

Also auf, lasst uns beten!

Unser Abba, der du bist im Himmel,

geheiligt werde dein Name (Jahwe – ich bin da),

dein Reich komme,

dein Wille geschehe –

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute

und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern (Schuldnern).

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.