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Beitrag und Übung für Sonntag, 27. 10. 2024

Dolce Farniente – Sonntagsruhe …

„Hast du nichts zu tun?“

„Schau nicht in die Luft!“

„Von nichts kommt nichts …“

„Faulheit ist eine Schande“

Solche und ähnliche Sätze hast du wahrscheinlich von klein auf gehört. Fleißig sein – das war das oberste Gebot. Dazu am besten noch: ordentlich, sauber, bescheiden…

Diese Wertvorstellungen haben nach wie vor Geltung. Oft geht das so weit, dass Menschen sich keine ruhige Minute gönnen, in der Freizeit den Garten bewirtschaften, Im Liegestuhl in der Sonne noch handarbeiten oder ein kluges Buch (Weiterbildung!) lesen, in der Freizeit Sportrekorde aufstellen oder Schwammerl und Beeren sammeln…

Oh nein, natürlich sollen und dürfen wir all das tun, wenn es uns Freude macht!

Schlimm wird es, wenn du es für UNVEREINBAR und unmöglich hältst, ohne Anstrengung oder Dauerfleißübungen glücklich, erfolgreich, wohlhabend … zu sein.

Wenn du irgendwie das Gefühl hast, dass dein Wert als Person damit zusammenhängt, wie wenig echte Freizeit du dir gönnst.

In der Bibel verordnet Gott den Menschen per Gesetz einen arbeitsfreien Tag pro Woche. Sicher aus gutem Grund.

„Keine Arbeit darfst du tun“ heißt es da – auch nicht kochen, Nähzubehör benutzen … usw.

Unsere Vorfahren v. a. im ländlichen Raum (95 % der Bevölkerung waren das) lebten in ständiger Sorge, der Ernteertrag könnte über den Winter nicht reichen. Es wurden Vorräte angelegt – Ende nie.

Diese Haltung lebt unbewusst – oder auch sehr bewusst – in uns weiter. Wer sich nicht anstrengt, ist mit schuld, wenn es allen irgendwann schlecht geht. So dachte man.

Irrtümlich gehen wir auch im Jahr 2024 davon aus, dass unser Leben nur gelingt, wenn wir rund um die Uhr arbeiten.

Dass Pausen unabdingbar sind für Produktivität und Kreativität, lassen wir außer Acht, auch wenn wir wo davon gehört haben.

Dass es im Leben überhaupt nicht darum gehen kann, ununterbrochen etwas zu leisten, haben wir vergessen.

Wirklich reiche Menschen wissen: Alles, worauf es ankommt, bekommt man geschenkt. Aber davon morgen mehr!

Die heutige Übung – es ist sowieso Sonntag -: Lass es dir gut gehen. Vermeide es, Arbeit zu verrichten. Mach etwas, was dir Spaß macht – ohne einen Zweck darin zu suchen. Sitze einfach so herum oder geh spazieren allein oder mit deinen Lieben…

Ja, und: Eines davon reicht aus … 😊

U

Beitrag und Übung für Samstag, 26. 10. 2024

Deine Erfahrungen

Was wir oft und vor allem regelmäßig erleben, prägt sich in unser Unterbewusstsein ein. Und zwar ob wir wollen oder nicht.

Ist dir folgendes schon einmal passiert: Du beginnst mit einem neuen Hobby, sagen wir mit dem Fotografieren. Alle paar Jahre hast du etwas begonnen, was dir wirklich Freude gemacht hat, was dich interessiert hat – Aquarellmalen, Klavierspielen, Chorgesang, Langlaufen, das Thema „Bier“ …

Jedesmal hast du zwei bis drei Kurse oder Veranstaltungen besucht – und nach einem oder zwei oder auch drei Jahren wusstest du nicht einmal mehr, dass du dieses Hobby einmal hattest.

Allerdings: Dein Unbewusstes hat sich etwas gemerkt, nämlich: Dass du es nicht schaffst, eine Sache durchzuhalten. Dass es auf dieser Welt nichts gibt, wofür sich der Einsatz lohnt, weil es ja offenbar egal ist (du lebst ganz gut ohne diese Sache …)

Das ist schade und traurig: Denn sobald du wieder – möglicherweise wider Erwarten – etwas findest, das dich und deine Aufmerksamkeit zu fesseln vermag, wird deine innere Kontrollinstanz das Vergnügen, den Einsatz, … nach einiger Zeit beenden. Ganz ohne dein Zutun, ohne dass es einer bewussten Entscheidung deinerseits bedarf.

Deine bewusste Entscheidung wäre gefordert, um das Neue weiter zu betreiben und mehr oder weniger gute „Ausreden“, Stopper, auszubremsen – als da wären: „keine zeit“, „in meinem Alter passt das noch nicht oder nicht mehr“, dafür bin ich nicht sportlich genug“, „was würden die Leute sagen“, „das ist zu kindisch“, …

Wenn du beruflich damit zu tun hast, Veranstaltungen zu organisieren, einzuladen, in irgendeiner Form Auftritte zu haben, kann die Erfahrung von kaum oder wenig besuchten Events ähnlich wirken. „Hoffentlich kommen diesmal nicht wieder so wenige“ „das interessiert eh keinen“ usw. werden zu selbsterfüllenden Prophezeiungen.

Erfolg, Freude, interessante Lebenserfahrungen, neue Freunde, eine glückliche Paarbeziehung, rauschende Feste mit begeisterten Gästen … das alles scheint UNVEREINBAR mit deinen Erfahrungen, mit dem Gewohnten, mit deiner Prägung.

Dabei kann alles ganz anders sein!

Wie?

Dein Unbewusstes unterscheidet nicht zwischen tatsächlichen Ereignissen und denen, die du dir vorstellst.

Nimm dir mehrmals am Tag die Zeit, dir den Event mit zahlreichen Teilnehmern vorzustellen – plastisch und lebensecht auszumalen. Oder die glückliche Liebesbeziehung. Oder wie du das Hobby begeistert ausübst. Oder … oder … oder.

Mindestens dreimal am Tag, am besten immer zur gleichen Uhrzeit, mehrere Wochen hindurch.

Fang gleich heute, jetzt sofort, damit an!

Vergiss, was nicht geklappt hat. Vorbei ist vorbei.

Und unternimm natürlich konkrete Schritte zur Verwirklichung … du wirst ohnehin Lust dazu bekommen!

U

Beitrag und Übung für 24. 10. 24

Biologischee Handicaps

Vielleicht bist du extrem kurzsichtig oder fast blind. Möglicherweise schwerhörig oder sogar taub. In deiner Fortbewegung beeinträchtigt, d. h. kannst ohne Hilfe und Hilfsmittel nicht gehen

Es kann sein, dass jemand nach einer Chemotherapie keine Haare hat, nach einem Unfall entstellende Gesichtsnarben oder fehlende Körperteile. Manche haben eine Diagnose bekommen, die sie bestimmte Verhaltensweisen, Nahrungsmittel usw. vermeiden lässt.

Oder ein/e Ärztin hat dir gesagt, du kannst keine Kinder bekommen.

Oder nie wieder schifahren, tanzen, eislaufen, …

… oder auch: Körperbau oder Gesichtsform oder die Gesamterscheinung entsprechen nicht dem angesagten Schönheitsideal.

Auch wenn solche Beeinträchtigungen naturgegeben sind: Viele damit verbundene Vorstellungen, was dann gegebenenfalls alles nicht möglich ist, sind gesellschaftlich entstanden, anerzogen, gelernt – und können demnach wieder ver-lernt werden.

Du denkst jetzt sicher, ich übertreibe.

Denk an die Menschen, die bei den Paralympics antreten – und freudestrahlend ihre Medaillen in die Höhe halten. Oder an Helen Keller, die taub und blind war und genau aus diesem Grund Großartiges geleistet hat. Oder Stephen Hawkins. Beethoven war mehrere Jahre fast völlig taub. Abraham Lincoln litt unter Depressionen. Frida Kahlo hatte stärkste Schmerzen. Mutter Teresa begann ihr Lebenswerk beim Pensionsantritt.

Gerade das, was wir als Schwächen bezeichnen, kann die Herausforderung sein, die uns zum Besonderen werden lässt, die uns motiviert, uns etwas zu überlegen, wie das Leben mit diesem Handicap gelingen kann. Wie wir glücklich und erfolgreich zu sein vermögen.

Niemand von uns weiß, wie lange das eigene Leben auf diesem Planeten dauern wird. Hab den Mut, jetzt sofort mit dem Glücklichsein zu beginnen!

U

5. Seminartag, 23. 10. 2024

Standesdünkel

Gibt es heutzutage nicht mehr … Leider doch.

Er schaut nur anders aus als vielleicht vor 50 oder 100 Jahren.

Deine Herkunftsfamilie gehörte einer bestimmten Gesellschaftsschicht an. Es kann sein, dass du ähnliches erlebt hast wie ich:

Als Schulkind freundete ich mich mit einer Mitschülerin an, die mich auch bald zu sich nach Hause einlud. Natürlich fragte ich meine Mutter, ob ich am übernächsten Nachmittag zu Astrid gehen dürfe – außerdem musste ich nach dem Weg fragen, in dieser Wohngegend war ich nämlich noch nie gewesen. Meine Mutter hatte etwas dagegen. „Nein wirklich, muss das sein?“ meinte sie, mittelstark entsetzt. Die Familie von Astrid wohnte in einer Gegend, wo nach Meinung meiner Mutter „anständige Bürger nicht hingehen“.

Allerdings: Meine Mama kannte mich gut genug, um es mir nicht ausdrücklich zu verbieten. Der Nachmittag war lustig, ich lernte neue Spiele kennen. Das WC war am Gang, Bad innerhalb der Wohnung gab es keines, auch kein fließendes Wasser. Substandardwohnung nannte man das damals.

Du merkst es wahrscheinlich gar nicht: Aber es gibt Menschen, mit denen du von dir aus nicht sprichst. Du hältst es für so normal, dass du nicht weiter darüber nachdenkst.

Es kann auch sein, dass du VertreterInnen einer bestimmten Weltanschauung oder Religion links liegen lässt. Du hast kein Bedürfnis, sie näher kennenzulernen, auch wenn sie deine KollegInnen, MitstudentInnen, Vereinsmitglieder etc. sind.

Solche Einteilungen können sein:

ArbeiterIn

AkademikerIn

Alternativ

Ländliches Milieu

Gehobenes Milieu (LeserInnen der „Presse“, Friseurfrisur, V-Pullover, Anzug, Krawatte, Kostüm, Kleid …)

„Halbstarke“ (Tätowierung, Piercing, schwarz gekleidet, schwerer Schmuck, Motorrad …)

Biedermeier (Häuschen, Vorgarten, 40Stunden-Woche, Wochenende grillen, nur private Interessen)

Abgesandelt (ungepflegt, ohne feste Lebens- oder Tagesstruktur)

Naturfreaks

Extrem reich

Alter Adel (den es laut Gesetz nicht mehr gibt)

Migranten, denen man dies ansieht

Ich habe jetzt 12 Möglichkeiten, Menschen einzuteilen, aufgezählt. Es dürfte mehr geben …

D. h., wenn du einer dieser Gruppen angehörst und von vornherein ausschließt, mit den weiteren Gruppen etwas zu tun zu haben, nimmst du dir 11 Möglichkeiten, wunderbare Menschen, FreundInnen, GesprächspartnerInnen, HelferInnen, … kennenzulernen – und von ihnen zu lernen, wie das Leben sonst noch gelebt werden kann, wie jemand auf

Arten glücklich werden kann, die du – leider – niemals in Erfahrung bringen wirst…

Die heutige Übung: Denk darüber 5 Minuten nach.

Dann: Such dir eine Person aus einer dir fernstehenden Bevölkerungsgruppe (mit der du bisher freiwillig nie etwas zu tun hattest) und komme mit ihr ins Gespräch, schließ Bekanntschaft …!

4. Seminartag

Feindschaften und Unversöhnlichsein

Ist dir folgendes schon passiert: Du wirst u einer Feier eingeladen und freust dich riesig. Ungefähr einen Tag lang. Dann nämlich erfährst du, dass X oder  Y ebenfalls dort sein wird, die Person, mit der du seit Jahren absolut nichts u tun haben willst, die du nicht riechen kannst, wo sich alles in dir aufbäumt, wenn du an sie denkst – weil sie dich irgendwann schlecht behandelt hat, ausgebootet oder vor anderen lächerlich gemacht, den Mann ausgespannt, den Job vor der Nase weggeschnappt, wie der Elefant im Porzellanladen deine Feier ruiniert oder was weiß ich sonst noch nie wieder zu Entschuldigendes verbrochen hat …

Du willst sie ganz sicher nicht sehen, nie wieder etwas mit ihr/ihm zu tun haben – und so beschließt du allen Ernstes, zur Verlobungsfeier deiner besten Freundin, zur Geschäftseröffnung deines besten Kunden, zur Antrittsparty des für dich wichtigen Politikers … NICHT HINZUGEHEN

Furchtbarer Gedanke, stimmts?

Es gibt so etwas auch eine Ebene darüber; Familienfehden oder Nachbarschaftskriege sind (leider!) häufiger, als man zunächst glauben möchte.

In meiner Verwandtschaft mütterlicherseits gab es eine Tante, die wurde nie zu Familienfesten eingeladen. Nach dem Streit um die Pflege einer Grabstätte im Familienbesitz konnten 2 Geschwister meiner Mutter nicht mehr mit ihr.

Sie war für die beiden „gestorben“, wie man so schönsagt. Luft, wie nicht existierend.

Ich fand das als junge Frau verstörend – und besuchte sie um Geburtstag mit einer kleinen Aufmerksamkeit …

Wieso um alles in der Welt sollte ich mit ihr, ihrem Mann und meinem Cousin und meiner Cousine, den Kindern der beiden, nie wieder reden dürfen?

Das Familiengrab war mir ohnehin denkbar egal…

Familienzwistigkeiten, Fehden, Unversöhnlichkeiten füllen ganze Bibliotheken. Ein besonders bekanntes Beispiel aus der Literatur: Romeo und Julia. Heirat nicht möglich, da beide aus extrem verfeindeten Familien stammen.

Ich bin davon überzeugt, wir alle möchten keine weitere Tragödie erzeugen, sondern frei und glücklich leben.

Hingehen, wohin immer wir Lust haben.

Tun, was uns Freude macht.

Reden, mit wem wir wollen.

Befreundet sein und gesellschaftlichen Umgang pflegen, mit allen, die uns lieb und teuer sind oder interessant erscheinen

… … …

Und … und … und

Folgende Überlegung möchte ich euch nicht vorenthalten:

Für Feindschaft und Unversöhnlichkeit ist das Leben zu kurz – und die Ewigkeit zu lang …

Das Gefühl des Hasses, der Missgunst, des Verletztseins ist zu stark – du willst ja vergeben, aber weißt nicht, wie das gelingen kann?

Dafür gibt es eine wunderbare Übung. Sie stammt aus dem Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola:

Stell dir einen Menschen vor, der dir sehr lieb und teuer ist. Den besten Freund z. B. oder die Partnerin oder ein Vorbild, das du verehrst… Wünsche diesem Menschen in Gedanken alles Gute, allen Segen, dessen du fähig bist. Sprich ein Gebet für diese Person und meine mit Gefühl wirklich, was du ihr Gutes wünschst.

Atme dreimal tief durch.

Dann mach die gleiche Übung mit einem Menschen, der dir gleichgültig ist. Z. B. die Fernsehsprecherin, der Buschauffeur, eine Kollegin aus der Arbeit …

Atme wieder dreimal tief durch.

Dann mache diese Übung zum dritten Mal. Diesmal denke dabei an eine Person, die du als Feind/in einstufst.

Zum Abschluss stell dir vor, wie alle drei Personen nebeneinander stehen – und wie Gott sie in gleichem Maß liebt und segnet.

Mach diese Übung mehrere Tage hintereinander. Mindestens 10.

2. Seminartag

Als kleine Kinder sind wir völlig von unserer nächsten Umgebung abhängig. Im Normalfall sind es die Eltern, die uns beibringen, wie das Leben funktioniert – und zwar ganz einfach durch ihr Da-Sein, durch ihr Tun, durch ihr Vorbild. Sie brauchen uns nicht viel zu erklären. Wir bekommen automatisch mit, was erwünscht ist und was nicht – und was auf gar keinen Fall geht…

Bis ca. um Alter von 7 Jahren halten wir Erwachsene für unfehlbar; was sie sagen und tun, gilt uns als unumstößliches Gesetz.

Wir lernen aber ununterbrochen dazu, wir lernen stets neue Menschen kennen und werden mit anderen Werten, Vorstellungen, Lebenshaltungen … konfrontiert. Manche gefallen uns besser als die, die wir in der eigenen Familie vorfinden.

Spätestens in der Pubertät stellen wir sowieso alles in Frage, was Autoritäten so von sich geben… Dies ist die gesunde und normale Entwicklung, denn: Wir sind auf der Suche nach unserer eigenen Ordnung, nach unseren eigenen Werten, wir werden erwachsen.

Und das ist gut so – unsere Eltern sind ja wie alle Menschen in keiner Weise unfehlbar – und wir tun gut daran, immer wieder zu überprüfen, was Sinn macht und was eventuell über Bord geworfen gehört.

Jetzt kann es aber sein, dass wir gar nicht mitbekommen, dass eine Werthaltung die wir gelernt haben, nicht wirklich ok ist. Auch wenn das Beispiel übertrieben erscheint: Denken wir an einen Mafiaclan, in dem Kinder von klein auf lernen, dass es normal ist, wenn Stärkere die anderen mit Schutzgeldzahlungen erpressen, dass man Rache üben darf, …und dass Widerspruch dem Boss gegenüber absolut tabu ist, will man am Leben bleiben…

Es kann auch sein, dass Familienrituale ewig unverrückbar beibehalten werden, obwohl im Grunde niemand glücklich damit ist.

2 Beispiele:

Eine Familie in einer der Pfarren, die ich geleitet habe, fuhr jeden Sonntag zur Oma, die ca. 25 km entfernt wohnte; pünktlich um 11.30 mussten die Kinder mit PartnerInnen und Kindern antreten zum gemeinsamen Mittagessen plus anschließendem Kaffee und Kuchen… so ca. ab 15.00 Uhr war es möglich, den Heimweg anzutreten. UNMÖGLICH schien es, dieses Ritual auch nur an einem einzigen Sonntag auszulassen.

Man kann sich vorstellen, wie blockiert die jungen Familien in ihrer eigenen Sonntagsgestaltung gewesen sind … Sportveranstaltungen oder Erstkommunionvorstellgottesdienst mit Pfarrcafé usw. oder ein gemeinsamer Ausflug, wandern, schwimmen gehen … waren UNVEREINBAR mit dem Altgewohnten. „Das können wir der Oma/Schwiegermutter nicht antun …“ lautete der resignierte Kommentar.

Weder Außenstehende fragt sofort: „Warum nicht?“ …

Weites Beispiel:

Das gemeinsame Weihnachtsfest. Der Abend beginnt um 17.00 – seit mehr als 20 Jahren. Damals war diese Uhrzeit sinnvoll wegen der kleinen Kinder, die nach der Bescherung und dem gemeinsamen Essen spätestens um 20.00 todmüde ins Bett fielen…

Die Kinder spielen inzwischen bei einer Musikkapelle – und können UNMÖGLICH bei der Kindermette musizieren, weil sie dann nicht rechtzeitig um 17.00 zu Hause aufkreuzen … UNDENKBAR, dass die Beginnzeit z. B. auf 18.30 verschoben wird…

Ihr seht schon: Es gibt so manches, das unverrückbar erscheint. Eine Änderung würde allen Beteiligten entgegenkommen, sie froh und glücklich machen…

Die heutige Übung:

Welche Gewohnheit, welches Muster behalte ich immer noch bei, obwohl es weder einem Zweck dient noch irgendjemanden glücklich macht?

Was möchte ich ändern?

Gestern und vielleicht auch vorgestern seid ihr immer wieder mit Gedankenmustern konfrontiert worden, die euch davon abhielten, eure Wünsche u verwirklichen.

Das, WAS NICHT GEHT (angeblich; aber als Kind konntest du das nicht wissen, du hast deinen wichtigsten Bezugspersonen blind vertraut), starre Traditionen, fixe Vorstellungen, Mindset … , all das wird in der Regel in frühester Kindheit zugrundegelegt. Noch dazu mit der besten Absicht der Eltern oder sonstiger Erziehender.

Heute lade ich dich zu folgender Übung ein:

Forsche nach der ersten, frühesten Erinnerung in deinem Leben, als dir etwas verboten wurde. Wir sprechen hier nicht über Themen der Hygiene oder des guten Benehmens bzw. Verträglichen Verhaltens anderen Menschen gegenüber. Vielmehr geht es um Sinnloses, über gesellschaftlich gewachsene oder traditionell gedankenlos weitergegebene Zwänge, wie z. B.:

  • Mädchen dürfen nicht pfeifen
  • Buben spielen nicht mit Puppen
  • Buben weinen nicht
  • Mädchen werden nicht zornig
  • Lautes Lachen ist verpönt
  • Der Einschaltknopf an Radio oder Fernseher oder das Telefon waren tabu
  • Man berührt sich nicht „da unten“
  • Man oder eher: frau trägt keine bunten, schon gar keine roten Schuhe
  • (zu) auffällige Kleidung ist unerwünscht
  •  … oder du wurdest angehalten, mit bestimmten Personen nicht zu sprechen, keinen Umgang zu haben
  • … oder
  • … oder

Du wirst etwas finden, vermutlich sogar zwei oder mehr Dinge.

Es kann gut sein, dass du erst während deiner Jugendjahre oder noch später, z. B. in der Familie der Ehepartnerin/des Ehepartners auf vergleichbare Vorstellungen gestoßen bist. Dass von dir stillschweigend oder vehement gefordert wurde, mitzuspielen im Reigen der engstirnigen Verhaltensweisen … 

Schreib alles auf, was dir einfällt.

Wenn Tränen kommen oder Zorn dich packt: gut so! Lass es nur zu!

Nimm dir Zeit für deine Gefühle.

Und: Versuche, so ehrlich und vollständig wie möglich zu sein.

Für diese Übung am ersten wirklichen Tag der Reihe wünsche ich dir Kraft und Mut.

Wie lang ist deine Liste gestern geworden?

Gleich, ob du zwei oder 20 Dinge aufgeschrieben hast, die du immer schon in die Tat umsetzen wolltest: Heute darfst du dranbleiben.

Nimm die Liste deiner Herzenswünsche zur Hand.

Lies sie aufmerksam durch, wenn möglich laut.

Schritt 1:

Mach ein Häkchen überall da, wo du dir den betreffenden Wunsch bereits erfüllt hast – oder der Wunsch durch andere oder „zufällig“ in Erfüllung gegangen ist.

Genieße kur das Gefühl, erinnere dich zumindest, wie es war, als du z. B. dir die Reitstunden gegönnt hast, die Reise unternommen hast, das Hobby begonnen oder ein Lokal aufgesucht hast …

Wie war es damals?7

Schritt 2:

Schreib eine neue Liste mit den Vorhaben, die noch auf ihre Verwirklichung warten.

Schreib bei jedem unverwirklichten Vorhaben dazu, warum du es noch nicht getan hast. – z. B. ich habe zwischenzeitlich das Interesse verloren, jemand hat es mir ausgeredet, ich hatte keine Zeit, kein Geld dafür, ich habs für einen verbotenen Wunsch gehalten, finde, das sollte ich nicht tun … … ……

Was immer es ist.

Bewahre beide Listen auf.

Möglicherweise gehörst du zu den glücklichen Menschen, die mehrere Vorhaben aus der Jugendzeit („Was ich unbedingt irgendwann im Leben machen will …“) in die Tat umgesetzt haben.

Ok., vielleicht hat dich die Verwirklichung deiner Wünsche nicht in jedem einzelnen Fall wirklich glücklich gemacht …

Doch ich gratuliere dir: Du hast es versucht – und es ist auch einiges gelungen und HAT dich glücklich gemacht …

Es kann aber auch sein, dass du dir ganz viele Wünsche gar nicht zu denken getraut hast. Schnell wieder beiseitegewischt, als sie auf der Bildfläche erschienen – aus welchen Gründen immer.

Heute lade ich dich zu folgender Übung ein:

Was wolltest du in deinem Leben immer schon tun (lernen, erreichen, erleben, sagen, sehen, kosten, lesen, anziehen, ausprobieren …

…)

Setz dich hin mit einem Blatt Papier und einem Stift und schreib alles auf, was dir in den Sinn kommt.

Ungefiltert.

Ungebremst.

Unbeeinflusst von was oder wem auch immer.

Schalte deinen inneren Kontrollmechanismus aus und schreib einfach.

So lange, bis dir nichts mehr einfällt.

Warte dann ein paar Minuten.

Zuletzt lies dir deine Liste aufmerksam durch.

Bewahre sie wie die Kostbarkeit, die sie in Wahrheit ist, an einem besonderen Ort auf. Du wirst sie noch brauchen.

Ich bereite die nächste Serie für euch vor: UNVEREINBAR?
Immer wieder stoßen wir an Grenzen, die wir selbst gezogen haben. Imaginäre Denkverbote, Verhaltensregeln aus dem Jahre Schnee, Kommunikationsmuster aus dem Kindergartenalter oder der Pubertät … dazu kommen mitunter religiöse Tabus, die uns irgendwann eingetrichtert wurden oder Familienstreitigkeiten (so nach dem Motto: mit denen kann man nicht reden … die laden wir aber besser nicht ein zur Geburtstagsfeier … wenn die kommt, müssen wir die Bilder von Onkel X bzw. die Zeitung XY wegräumen, weil sonst Unfrieden entsteht …) und überhaupt: was sollen DIE bloß von mir/uns denken, wenn…
Also: Humor und tiefe Spiritualität helfen garantiert, solche „Zustände“ zu überwinden, oder einfach alles zu vereinfachen…
Das Leben darf genossen werden!
An den nächsten drei Tagen findet ihr vorbereitende Übungen zum Weiten eurer Perspektive, zum Vertiefen des Humors und zum wirklichen Wesen der frohen Botschaft, die Jesus gebracht hat.