Wir sprechen in der Karwoche und zu Ostern oft von der „Passion“. Gerade haben wir die Passionserzählung nach Matthäus gehört.

Passion bedeutet Leidensgeschichte.

Aber dieses Wort hat mehrere Bedeutungen: Leidenschaft. Vorliebe

Jesus Christus hat nicht nur eine Leidensgeschichte.

Er hat eine Leidenschaft, eine Passion für uns Menschen – und für diese Welt.

Gerade in diesen Tagen und Wochen heute: Diese unnötigen Kriege, die verblendete Machthaber begonnen haben – das Leid unzähliger Menschen, unschuldiger Privatpersonen – die zunehmende Umweltzerstörung auf unserem Heimatplaneten. Mittel und Kräfte, die weit besser einzusetzen wären in der Forschung für Gesundheit z. B…. verplempert und verludert in Gewalt- und Zerstörungsaktionen.

Und bei dem allen gilt: Wir brauchen nicht glauben, dass es Gott wurscht ist.

Wir, die Menschen, die Erde mit all ihren Lebewesen, sind Gottes Passion.

In beiden Hinsichten – JHWH leidet mit, weil er in unglaublicher Weise liebt.

Das ist aber noch nicht alles.

Die Passion Jesu, Gottes in Menschengestalt, hat ja etwas bewirkt.

Wir sind erlöst. Das vergessen wir manchmal. Es wird gut ausgehen. Aber nicht ohne dass wir Menschen etwas unternehmen.

Gottes gute Geistkraft zeigt ununterbrochen Mittel und Wege, wie Menschen es besser machen können – wie die Menschheit da wieder rauskommt und eine Entwicklung zum Besseren anfangen kann.

Gottes Geist wartet nur auf Menschen, oder auf genügend Menschen, die offen sind und ihren freien Willen dazu benützen, all die guten Möglichkeiten zu sehen und umzusetzen.

Möglicherweise sitzt hier herinnen die eine oder andere Person, die so einen guten Weg sieht und ihn zu gehen beginnt.

Ich wünsche es uns.

Was mich heute am Evangelium fasziniert – nicht so sehr, dass der Tote wieder zum Leben auferweckt wird – wem, wenn nicht Jesus oder JHWH würde ich das zutrauen!

Mich fasziniert:

Das Sterben des jungen Freundes, die Trauer der Schwestern, ja der ganzen Dorfbevölkerung, das alles lässt Jesus nicht kalt.

Er weint.

Er ist erschüttert und regt sich seinerseits auf – über den Tod des Freundes, über das Leid der Schwestern, über die Hoffnung, die an ihn herangetragen wird, über die Tatsache menschlichen Sterbens an sich, über die Wundersucht, wo es mehr um die Sensation geht als um Leben und Tod eines Menschen …

Jesus lässt sich durch Menschen bewegen.

Liebe Brüder und Schwestern – Gott/Göttin lässt sich durch Menschen bewegen.

Wir sind gerade mitten in der Fastenzeit, eher schon am Höhepunkt.

Es geht beim Fasten darum, selber weniger zu verbrauchen, bewusster zu leben, damit alle Menschen weltweit das Nötige zum Leben haben.

Menschen können als Einzelwesen nicht leben.

An vielen Orten und in weiten Gebieten unserer Erde fehlt das Grundlegende: Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung, Bildung. Frieden..

In beinahe 100 % fehlt Wesentliches, weil Menschen nicht zusammenhelfen.

Weil sie nicht auf ihre Menschengeschwister achten.

Weil es in vielen Ländern zuviel gibt.

Weil der Austausch nicht funktioniert – und damit meine ich nicht bloß den Transport. Viele Menschen, viele Firmen, viele Länder leben als ob es die anderen nicht gäbe.

Und: Menschen sind nicht lästig genug – wie die Jünger und Marta.

Menschen lassen sich durch fremde Tränen nicht erschüttern, nicht durch den Tod der jungen Menschen in armen Ländern.

Menschen bleiben in ihren Grabhöhlen, obwohl sie beim Namen gerufen werden berufen sind, Verantwortung zu übernehmen – für das eigene Verhalten und für ihre Mitmenschen.

Menschen beten nicht, sind nicht lästig Gott gegenüber, schreien zu leise oder gar nicht um Hilfe, erwarten das Unmögliche nicht.

Dabei ist die Bibel voll von Beispielen, wie Gott angesichts unmöglicher Situationen noch handeln und alles zum Besseren verändern kann. Für Gott ist es nie zu spät. Aber er mag nicht allein handeln ohne aktive Menschen. Ohne uns.

Was ich für wirklich bemerkenswert halte: Die Kombination der heutigen Bibeltexte, die für den katholischen Gottesdienst des 4. Fastensonntags vorgesehen sind.

Das Evangelium: Die Heilung des Blindgeborenen (Joh 9,1-41) und der Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen…“

Was das mit uns zu tun hat (denn darum geht es im Grunde jedesmal in diesen Texten)?

Wir sind auch meistens blind – nicht blind geboren, sondern zur Blindheit erzogen, richtiggehend „dressiert“ durch Gesellschaft, Familie, Medien … Zum Mangeldenken in einer Art Armutsfalle: Ständig anstrengen, nie nachlassen – und auch dann wird es maximal für das Nötigste reichen. Menschen, die Reichtum und Fülle leben: Ist ein bisschen verdächtig, unanständig, die haben sicher ein bisschen getrickst, geerbt – wenn nicht Ärgeres…

Diese Einstellung tut uns nicht gut.

Aber woher kommt sie?

Vor nicht allzulanger Zeit stand die sogenannte „Sündenfallerzählung“ auf dem Programm. Ihr wisst schon: Adam, Eva, Schlange, Apfel …

Die Menschen im Paradies hatten dieses Mangeldenken schon. Es könnte uns etwas Wesentliches vorenthalten werden. Und dann fallen sie raus, werden vertrieben aus dem Garten Eden. Wir könnten es auch so verstehen: Was sie geglaubt haben, geschieht ihnen.

Die Beschreibung der „Erbsünde“.

Die gute Nachricht:

Jesus heilt den Blinden, dass er sehen kann.

Jesus befreit die Menschheit von der Erbsünde. Klar, das Gesetz des Denkens und Glaubens, der Anziehung usw. existiert und gilt weiterhin (wir erleben es ja dauernd), aber der Kreislauf kann jederzeit durchbrochen werden.

Zum Beispiel jetzt, in diesem Augenblick.

Wir sind nicht an die Denkweisen oder unser Verhalten in der Vergangenheit gebunden, auch wenn es 50 Jahre oder länger so war.

Es ist jederzeit möglich, umzukehren (wieder so ein Begriff aus der Bibel…😊) und ganz neu zu beginnen.

Ab sofort:

Neu sehen. Die Fülle. Das Gute. Beachten, was gelingt, was schön ist, wo wir Glück hatten und worüber wir froh und dankbar sind…

Heute ist Sonntag.

Vielleicht habt ihr mehr Zeit als sonst.

Dieses Umdenken, neu Sehen: Probiert es aus!

Es gibt zwei Meinungen:

  1. Um erfolgreich zu sein, braucht es ein gewisses Maß an Beliebtheit.
  2. Wer nur beliebt sein will, bleibt am Ende auf der Strecke und hat keinen Erfolg.

Beide stimmen.

Also: Was jetzt?

Da ich auch Jahrzehnte hindurch an verschiedenen Schulen unterrichtet habe, ein Beispiel aus diesem Bereich.

Als jungen LehrerInnen wurde uns ein bemerkenswerter Grundsatz beigebracht:

„Seid drei Monate, von Schulbeginn bis ca. Dezember, sehr streng und genau – aber natürlich gerecht, mit nachvollziehbaren klaren Vorgaben und Entscheidungen. Die SchülerInnen respektieren euch dann als ernstzunehmende Lehrkraft und sind diszipliniert. Wenn ihr dann ab Weihnachten von Zeit zu Zeit eine Ausnahme macht, z.B. keine Hausaufgaben, wenn an den nächsten Tagen schwierige Prüfungsarbeiten in anderen Fächern anstehen, oder eine „Faschingsstunde“ mit Witzeerzählen und lustigen Spielen am Faschingdienstag – und wenn ihr in Notfällen auch einmal eine Viertelstunde ein offenes Ohr habt für die Sorgen der Jugendlichen, werdet ihr auch als menschlich und beliebt gelten, und die Arbeitsdisziplin wird sogar noch steigen.“

Also: Beliebt UND erfolgreich. Nur so geht es.

Und in der freien Wirtschaft?

Morgen dazu mehr!

Es wird heuer 3 meiner Rituale in Wien vor Ort geben. Merkt euch gern schon Termine und Ort vor:

Feminine Spiritualität im Jahreskreis

Als Frau zur eigenen femininen Spiritualität finden – frei von einengenden, krankmachenden oder frauenfeindlichen Dogmen und Traditionen…

Den Ursprung entdecken, patriarchale Verdrehungen auflösen, Wissen sammeln und Praktiken lernen, die gut tun und wirklich etwas bewirken… aufleben zu den vollkommenen Wesen, die wir sind …

Merkt euch gern schon die Termine vor:

    Mittwoch, 29. 4. 2026: Walpurgisnacht

   Dienstag, 23. 6. 2026:  

Sommersonnenwende – Mittsommer

   Freitag, 14. 8. 2026: Hoher Frauentag –

    Mariä Himmelfahrt

    Dauer jeweils 18.30 – max. 21.00

                                            Ort: „Ladykompass“ Silvia Hummel, 

                                                   Gersthoferstr. 109/12, 1180 Wien

Anmeldung jeweils bis spätestens 2 Tage zuvor 12.00:

Mail: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt   oder

Tel. 0650/2814707

Kosten pro Abend: 50,-

Was euch erwartet: Wissenswertes und aus feministischer Sicht Relevantes aus Religions- und Kulturgeschichte zur jeweiligen Festzeit, kreative und meditative Übungen, spirituelle Texte, Austauschrunde, Ritual, Getränke, zum Ausklang kleine kulinarische Köstlichkeiten

RITUAL

zur

Frühjahrs- Tagundnachtgleiche/Ostara

Montag, 23. 3. 2026, 19.00 – ca. 20.30 Uhr

online via Zoom                      Teilnahmegebühr: EUR 50,-

Wir alle merken: die Tage sind spürbar länger und wärmer, die Natur erwacht zu neuem Leben. Gras und Blumen sprießen, Vögel zwitschern, es zieht uns hinaus ins Freie … Aufbruchstimmung.

Das Leben besiegt den Tod. Religionen aller Zeiten und Kulturen (nicht nur das Christentum) haben dies in Worte und Rituale gefasst.

Wir feiern – mitten in der Fastenzeit der Großkirchen – ein Fest der Auferstehung und Fülle. Warum das kein Gegensatz zu sein braucht und welche guten Bräuche und Traditionen uns in der Frühlingszeit unterstützen und bereichern, darum geht es an diesem Abend.

Was euch erwartet:

Wissenswertes zur feministischen Religions- und Kulturgeschichte des Frühlingsanfangs, kreative Übungen, spirituelle Texte/Meditation, Austausch, Auferstehungsritual

Anmeldung bis spätestens Freitag, 20. 3. 2026 abends:

Mail: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt   oder: 

Der Zugangslink wird am Tag vor dem Ritual per Mail zugeschickt.

Veranstalterin: MMag. Dagmar Ruhm, Schule der Kostbarkeiten, Gerichtsfeldg. 3,

                         3100 St. Pölten, Tel.: 0650/2814707

Am heutigen Sonntag ist als Lesung im Gottesdienst die Sündenfallerzählung vorgesehen.

Im Lauf der Jahrhunderte wurde kirchlicherseits derart viel Seltsames, Missverständliches, Frauenfeindliches und einfach Verkehrtes gelehrt und gepredigt, dass eine wohltuende Auflösung mehr als nötig ist – wenn auch nicht ganz einfach.

Kurzfassung (traditionell): In der Mitte des Garten Eden wachsen der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse und der Baum des Lebens; Gott hat Adam und Eva verboten, von deren Früchten zu essen.

Schlange/Teufel verführt Eva, vom Baum der Erkenntnis zu essen; sie gibt auch ihrem Mann davon, wodurch sie die Erbsünde begründen und aufgrund ihres Ungehorsams Gott gegenüber von diesem aus dem Paradies vertrieben werden, wobei er das Menschenpaar noch mit einigen Verfluchungen belegt (Arbeit im Schweiß des Angesichts, Geburtsschmerzen, patriarchale Gesellschaftsordnung).

Bekanntermaßen hat die theologisch verdrehte Rezeption dieser mythologischen Erzählung (die im Grunde bereits den unguten Ist-Zustand erklärt) zu einer extremen Abwertung der Frauen geführt à la „Eva ist an allem schuld“ und muss daher kontrolliert, kleingehalten, … usw. werden…

Dass TheologInnen und MystikerInnen immer schon bemerkt haben: Die eigentliche „Sünde“ besteht im Misstrauen Gott gegenüber (JHWH könnte es nicht gut mit uns meinen), dem Vertrauen-Schenken  einer wildfremden Person, die absichtlich Misstrauen sät zwischen einander Nahestehenden, das Mangeldenken (im Paradies, wohlgemerkt!), es könnte nicht genug da sein – dieser Umstand war zwar bekannt, wurde aber nicht der Allgemeinheit weitergegeben.

Irgendwie verständlich: Man(n) hätte sich ja beim weiblichen Geschlecht entschuldigen, die Frauen rehabilitieren, vieles revidieren müssen.

Das eigentliche Übel: Männer haben sich eine Gottesvorstellung geschaffen nach dem orientalischen antiken Patriarchatsmodell: Der Vater (Scheich) ist unumschränkte Obrigkeit, die absoluten Gehorsam fordert und Zuwiderhandeln bestraft (bei Nomaden wurden Missetäter buchstäblich in die Wüste geschickt).

Im Judentum übrigens wird das Hören auf die Schlange (Verkörperung von Wissen und Weisheit) und Mehr-Wissen-Wollen Evas positiv gesehen.

Schlange, fruchtbarer Garten: Es handelt sich um uralte Erinnerungen an die große Muttergottheit. Diese guten Erinnerungen, den älteren, lebensfreundlichen Glauben, wollten Autoren der Bibel auslöschen. Dazu mehr im morgigen Beitrag.

Schon gewusst? Markante Frauenpersönlichkeiten spielen in der Bibel immer wieder eine entscheidende Rolle.

Richterin Deborah

„Damals war Debora, eine Prophetin, die Frau des Lappidot, Richterin in Israel. Sie hatte ihren Sitz unter der Debora-Palme zwischen Rama und Bet-El im Gebirge Efraim, und die Israeliten kamen zu ihr hinauf, um sich Recht sprechen zu lassen.“ Richter 4,4-5

Richter hatten damals eine Funktion ähnlich unseren heutigen Bundeskanzlern; sie wurden prophetisch ermittelt und gewählt bzw. mussten vom Volk akzeptiert sein, was bei Debora der Fall war.

Debora zieht auch zusammen mit dem von ihr beauftragten Feldherrn Barak siegreich in den Kampf (Ri 4), das Volk verleiht ihr den Ehrentitel „Mutter in Israel“  (Ri 5,7)

Frauenfeindlichkeit hat ihren Ursprung in der Bibel…?

Nein, umgekehrt! Allerdings haben verschiedene Texte und Aussagen, die in der Bibel stehen, bereits existierende Frauenabwertung religiös untermauert, quasi legitimiert.

Die Bücher des Alten und Neuen Testaments sind in einem Umfeld entstanden, das durch eine strenge patriarchale Kultur und Gesellschaft geprägt war.

Menschen haben die Erfahrungen, die sie spirituell gemacht haben und die ihre Gemeinschaft, i. e. das Volk Israel, mit JHWH gemacht hat, schriftlich festgehalten und für die Nachwelt auch interpretiert. Die Texte sind NICHT wortwörtlich von höheren Mächten diktiert worden, sondern von gläubigen menschlichen Autoren (ich spare mir hier das „-innen“, weil es sich fast ausschließlich um Männer gehandelt haben dürfte) nach bestem Wissen und Gewissen, auf der Höhe der damaligen Erkenntnis, Wissenschaft und Traditionen – aber nicht darüber hinaus -, und in der besten Absicht verfasst worden.

Die katholische Theologie hat den von Thomas von Aquin formulierten Grundsatz: „Die Gnade baut auf der Natur auf“ – d. h., Menschen können von der Wirklichkeit Gottes/der Göttin usw. nur so viel erfassen, wie weit ihr Verständnis und ihre Auffassungsgabe reicht. – Mit anderen Worten: In ein Schnapsgläschen geht kein ganzer Liter…

Dass – und wie sehr v. a. aus der göttlichen Perspektive – in der Bibel durchgehend Frauen und Männer als gleichwertig beschrieben werden, ist angesichts der damaligen Gesellschaftsformen beachtlich. Viele Textabschnitte sind sozusagen ihrer Zeit voraus gewesen.

Ab morgen bekommt ihr dazu verschiedene Beispiele!

Ganz schön streng, oder?

Und: Wenn wir ganz ehrlich sind: Genau dieses Verhalten, das Jesus da empfiehlt, wünschen wir uns im Grunde.

Wir möchten uns auf andere verlassen können.

Dass andere es ehrlich mit uns meinen.

Dass Menschen feste Beziehungen, Ehe, Treue, respektieren, hochachten.

Und wir leiden darunter, dass das oft und schnell einmal wo nicht so ist.

Dieser Abschnitt des Evangeliums steht in einem größeren Zusammenhang. Innerhalb der sogenannten Bergpredigt. Am Anfang der Bergpredigt stehen die Seligpreisungen.

Das was wir heute gehört haben, sind die genauen Erläuterungen von Jesus, er will uns eigentlich Handlungsanleitungen geben, wie das geht, wie das gehen kann: glücklich sein. Denn:

Dieses glücklich sein als Christ…

Das geht über das Normal-Menschliche noch hinaus.

Es gibt noch mehr, möchte Jesus in der Bergpredigt sagen.

Das menschlich Erwart- und Wünschbare, das Durchschnittliche, das was alle erwarten, der Konsens, was gesellschaftlich etwas gilt,  ist nicht das, was im Grunde und im letzten glücklich macht. Wieviele Menschen haben alles, Reichtum, Haus, Familie, gute Arbeit… und sind nicht glücklich,

Ja, Gott will, dass wir Menschen glücklich sind.

Gottes Ordnung ist eine ganz andere als die der Menschen. Als Christen gehören wir eigentlich zu dieser Ordnung Gottes dazu, da gelten andere Gesetze – Gesetze nicht im Sinn von Vorschriften, sondern von Naturgesetzen oder geistlichen Gesetzmäßigkeiten. Und in diesem Sinn ist Dieser Text aus dem Evangelium das neue Gesetz, Jesus steigt auch wie einst Mose bei den 10 Geboten auf einen Berg…

Jesus fordert uns auf, ein gesundes Gottvertrauen zu entwickeln – wenn wir in seinem Auftrag unterwegs sind, wenn wir handeln, wie er es möchte, ehrlich und gerecht, dann liegt sein Segen darauf – und wir brauchen uns die Sorgen um den weiteren Verlauf und guten Ausgang der Sache nicht zu machen.

Viele Menschen sind der Meinung, sie müssten ein bisschen tricksen, sich Vorteile verschaffen durch Lobbys oder Freunde, „Vitamin B“, Beziehungen … damit „was weitergeht“. Das ist menschliches Denken.

Gott ist anderer Meinung.

Bei ihm spielt das alles keine Rolle. Wenn er für jemanden, für etwas ist, dann kann sein was will – die Großkopferten dieser Welt, auch innerhalb der kirchlichen Hierarchie, werden sich anschauen.

Jesus möchte uns einladen zu größerem Vertrauen.

Wie bekommen wir das? Der Fasching ist eine tolle Möglichkeit dafür. Ausgelassen feiern, wirklich lustig sein. Dem Leben und seinen Widrigkeiten ins Gesicht lachen. Über sich selbst lachen.

Humor ist ein Geschenk Gottes.

Humor hat dieselbe Wortwurzel wie „humilitas“, Demut. ERDE Da geht es ja gerade darum, dass ich nicht alles selber zu machen brauche, weil ich als Mensch das gar nicht schaffen kann. Wir brauchen schlicht und einfach 1. die natürlichen Lebensgrundlagen – Luft zum Atmen. Essen, Trinken, ein Klo, Wärme, Kleidung, ausreichend Schlaf, Hygienemaßnahmen, Geborgenheit, Heimat, ggf. ärztliche Versorgung und später einmal ein Begräbnis usw. … Ich brauche die anderen Menschen.

Und ich brauche den göttlichen Beistand und Segen.

Die Leichtigkeit, die im Lachen steckt – ist nicht zu verwechseln mit Leichtfertigkeit. Humor blendet das Schwere und Dunkle des Lebens nicht aus – es gibt Krankheit, Tod, Katastrophen … Aber von dauerndem ängstlichem Sorgen, was alles sein könnte, hat noch niemand etwas besser gemacht. Dies ist verschwendete Lebenszeit, in der man sich dankbar über das Gute, das da ist, freuen könnte.

Und sooft wie möglich herzlich lachen.