Dies ist der Name für eine Aktion der Kath. Männerbewegung, die eine lange Tradition hat. Früher hieß sie „Bruder in Not“ – aber da genauso Frauen geholfen wird mit den Spendengeldern, wurde ca. 1995 die Bezeichnung geändert.

Gehen Sie morgen in die Kirche, so mein heutiger Tipp.

Es wird um dieses Thema gehen. Heuer wieder unter dem Motto: „Stern der Hoffnung“.

Spenden Sie.

Es handelt sich nicht um Almosen, sondern um die gerechte Rückerstattung von etwas, was wir durch die Teilhabe an diesem Wirtschaftssystem den Menschen in den armen Ländern vorenthalten oder genommen haben …

Denken Sie darüber einfach nach!

Predigt Mariä Empfängnis 2022                                Do., 8. 12. 2022 Haid

Liebe Brüder und Schwestern!

Gehören Sie auch zu den Rabattsammlern? Adventrabatt, der 10.Artikel ist gratis, Weihnachtsermäßigung, Vielfahrerbonus, Stammkundensupersamstag …

Man hat den Eindruck, man kriegt etwas geschenkt, und freut sich, kommt und stellt sich an in der Warteschlange, kämpft sich durchs Gedränge … es ist ja gratis.

„Gratis“ – dass etwas gratis ist, feiern wir heute. Geschenkt. Gnadenhalber.

„Du Begnadete“, du hast bei Gott Gnade gefunden … „voll der Gnade“ beten wir richtigerweise im „Gegrüßet seist du, Maria …“

Gnade ist ein altmodisches Wort, leider. Weil es sich um etwas handelt, dass in keiner Weise ausgedient hat.

Was ist das überhaupt?

Gnade ist, wenn nicht die schlechte Folge eines schlechten Handelns eintritt, sondern wider Erwarten Besseres.

Ich habe vor vielen Jahren einen Strafzettel auf dem Auto vorgefunden, weil ich zu nahe an eines Zebrastreifen geparkt hatte. Ich bin zur Polizeistation gegangen mit dem Zettel, der Beamte hat gesagt. Und wieso parken sie so nahe am Zebrastreifen? Ich habe ihm erklärt, dass ich mit dem Auto in der Schule war und dann mit dem Zug nach Wien gefahren bin, weil ich ja studiert habe Theologie … und wo ich wohne, ist Kurzparkzone, Innenstadt St. Pölten.

Der Polizist hat gesagt: „Aber das ist ja ein Wahnsinn, wenn sie nicht einmal zu Hause das Auto abstellen können … Dann hat er das Strafmandat zerrissen und gesagt: „Vergess ma das – aber nächstesmal stellen Sie sich bitte mindestens 5 m vom Schutzweg entfernt hin …“

Der Polizist hat die Wirklichkeit hinter dem äußeren Schein gesehen – gelten lassen.

Gott sieht immer unsere Wirklichkeit hinter dem äußeren Schein.

Gott sieht und lässt das gelten, was aus einem Menschen werden könnte, wie er ihn gemeint hat, das Potential, die guten Möglichkeiten.

Und er hält sie uns vor Augen. Wir sollen nicht zufrieden sein mit dem Status quo – wir sollen stets an unsere guten Möglichkeiten denken, die auf Verwirklichung drängen und warten.

Maria hat ihre Möglichkeiten gesehen …

Es gibt einen frommen Satz, ich glaube, er ist von Ignatius von Loyola: „Kaum jemand ahnt, was Gott aus ihm machen würde, wenn er sich ihm/seinem Wirken (dem Wirken seiner Gnade) vollständig überließe…

Vielleicht kennen sie die Geschichte vom Meister, bei dem in der Nacht ein Einbrecher auftaucht, der Meister wird munter und sagt: Nehmen Sie das, lieber Herr – und das auch noch … Nicht lange danach wird der Einbrecher gefasst. Bei der Gerichtsverhandlung wird auch der Meister als Zeuge und Geschädigter befragt, ob und was der Übeltäter ihm gestohlen habe, und gibt zu Protokoll: Bei mir hat er nichts gestohlen, denn alles, was er mitgenommen hat, habe ich ihm geschenkt.

Als der Einbrecher seine Gefängnisstrafe verbüßt hatte, kam er zum Meister und bat, als Schüler aufgenommen zu werden.

Gott nimmt das Beste von uns an. Dreht unser Tun zum Besten.

„Du bist in Ordnung so, wie du bist“ – welche Wirkung kann so ein Satz entfalten; – es braucht öfter mal einen Engel (Bote, Botin Gottes!), der uns das sagt.

Es wird von Theologen immer wieder kritisiert, dass wir vom „lieben Gott“ reden. Das sei verharmlosend und werde Gott nicht gerecht … Wir kennen diese Vorstellung – als ob Gott alle 2 Augen zudrückt,

Aber, liebe Brüder und Schwestern: Genau so ist Gott aber. Dies trifft es!

Gott ist nicht so, weil er nicht anders könnte – Gott ist sehr wohl auch gerecht und allwissend.

Aber Gott ist kein abstraktes Prinzip, sondern der Liebende …

Gott ist bis über beide Ohren verliebt in uns. Läuft uns nach. Lesen Sie einmal den Propheten Hosea!

Wer liebt, wird zum anderen nie sagen: ich will nichts mehr von dir wissen. Egal, was vorgefallen ist.

Wir dürfen das als Christen genießen, es ist uns offiziell verordnet wie eine Medizin: Gott schaut, dass unser Fehlverhalten nicht mit gleicher Münze heimgezahlt wird. Sondern überschüttet uns mit einem Geschenk nach dem anderen.

Die Sache hat nur einen Haken. Wir müssen es wollen.

Wenn wir nicht wollen, dass wir so bis zur Besinnungslosigkeit geliebt werden, dürfen wir gern was anderes haben. Nämlich dass wir die Auswirkung jeder einzelnen Tat, jedes Gedanken erleben.  Das Gesetzt von Ursache und Wirkung:

  • Zu wenig aufgepasst – Fehler, Unfall, Missverständnis … In der Gnade passt Gott auf …
  • Zu viel getrunken, gelacht, gefeiert …? Gesundheit beeinträchtigt, Umweltgifte tun ein Übriges dazu … alles bedrohlich … In der Barmherzigkeit bewahrt Gott auch unseren Leib.
  • Etwas gesagt, gemacht (Hass, Neid…) was nicht ok war? Kommt umgehend zu dir zurück, ausgleichende Gerechtigkeit …

Im Zustand der Gnade, wenn wir um Vergebung bitten, ist es weg … kann nicht wie ein Bumerang auf Umwegen zuerst andere behelligen und dann wieder zu uns zurückkehren …

Wenn wir die Gnade und Barmherzigkeit nicht wollen, gilt das Karma – und das ist vielleicht in, so zu reden – aber es ist ganz und gar nicht lustig. Karma – das ist die Denkweise einer anderen Religion.

Maria hat die Liebe und Zuwendung Gottes freudig angenommen. Mit Gnade und Barmherzigkeit total angefüllt. Gott will das auch für uns – es ist doch seltsam, dass sich die Massen nicht darum reißen, alles stehen und liegen lassen dafür und sich in langen Warteschlangen anstellen…

Hermann Knapp – Lesung eigener Texte. Super! Formulierungskunst, tiefgründiger Humor, feine Menschenkenntnis und -freundlichkeit.

Die Poxrucker Sisters waren da.

Nach Abzug der Kosten gehört der Reinerlös der Turmsanierung.

Davon abgesehen: Ein wunderbarer Spätnachmittag am 2. Adventsonntag.

Stimmung.

Brote und Punsch vor der Kirche.

Alles so, wie es sein soll.

Danke an die Künstlerinnen, danke an die zahlreichen BesucherInnen.

Eine Veranstaltung, die sich gelohnt hat – im besten Sinn und im Vollsinn des Wortes!

Predigt                                                          Hubertusgottesdienst 3. 12. 2022, Pucking

Liebe Weidgenossen, liebe Brüder und Schwestern!

Der Täufer Johannes hat eine gute Zeit lang in der Wüste gelebt. Mitten in der Natur seines Heimatlandes. Er war mit den Gegebenheiten dort vertraut. Wir lesen da oft schnell darüber hinweg, wenn es heißt: Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung.

Er wusste sich der Kräfte und Gaben der Natur in der Wüste, so karg sie auch scheint, zu bedienen, er lebte davon.

Mit den Pharisäern und Sadduzäern schimpft er. Diese, so sagt er, wissen offenbar nicht, worauf es ankommt.

Vor Gott, in Wirklichkeit nämlich. Es war der Adel und das gute Bürgertum, Menschen, die in der Stadt lebten. Da geht es ums Geldverdienen, ums Gut Dastehen vor den anderen, um gesellschaftliche Regeln, Konventionen, um Traditionen, die gewachsen waren, aber die Menschen vom eigentlichen, vom Gottvertrauen und gesunden Leben ferngehalten haben.

Die Jägerschaft hat es da gut.

Der Aufenthalt in der freien Natur, der Umgang mit Tieren und Pflanzen, mit Wetter und dem Lauf der Jahreszeiten macht uns Menschen normal, gesund, bringt uns auf den Boden, zeigt uns, worauf es ankommt, was zählt und wichtig ist – ungekünstelt, unverstellt.

Ich bin davon überzeugt, viele von euch haben einen direkten Draht zum lieben Gott gefunden – was tut man denn in den eineinhalb oder 2 Stunden auf der Kanzel, oder auf den Wegen durch Wald und Au? Sich hingeben an die Natur, genießen, das Grün, die Luft, die Jahreszeit, die Gesundheit, Meditation…danken und loben : den, der sich das alles einst ausgedacht hat … ein wortloses oder auch formuliertes Gebet …  und wenn ein Wild erlegt wurde: die Dankbarkeit, die Ehrfurcht vor dem Lebendigen, vor dem Mitgeschöpf.

Die Sorge um Wald und Flur. Um das gesunde Gedeihen der Natur und aller ihrer Wesen.

Der Heilige Hubertus war in seiner Jugend, heißt es, ein ziemlich rücksichtloser Jäger, der sich der Natur bedient hat zum eigenen Nutzen und Vergnügen …

Dann hat er den göttlichen Ursprung und Hintergrund gesehen. Begriffen, dass dem Schöpfer nicht egal ist, was mit seiner Schöpfung, mit den Wesen geschieht. Gemacht wird. Und er hat sein Verhalten, sein Leben geändert.

Wir würden uns heute von vielen Umweltschädlingen und -zerstörern – im großen Stil – wünschen, dass sie ihr Verhalten ändern.

Dass wir am Karfreitag nicht jagen, das gilt uns heute als selbstverständlich. Oder die Weidgerechtigkeit.

Was wir tun können und schon tun: Als Jägerschaft Vorbild zu sein: puncto Verantwortung, Rücksicht und Gemeinschaftssinn. Da können die Visionen der Lesung aus Jesaja ein Stück wahr werden.

Dies wünsche ich euch und mir.

Liebe Kinder, liebe Brüder und Schwestern!

Na servas, da geht es zu … die Sterne fallen vom Himmel, Weltuntergang … und das soll eine frohe Botschaft sein? Das ist ja furchtbar.

Jesus möchte uns da aber wirklich etwas Gutes sagen damit.

Sonne und Mond – der Lauf des Jahres, die kosmische Ordnung – das sind Symbole für die ordnungen, für die systeme und Vorstellungen, die wir hier und heute bei uns für fix, für feststehend und unverrückbar halten.

Solche unveränderlich scheinenden Ordnungen gab es zur Zeit Jesu damals in Israel auch.

Und die meisten davon waren nicht toll und schön, sondern die Menschen haben unter ihnen gelitten, ganz gewaltig sogar.

Vor allem die JüngerInnen und ersten Christen.

Die militärische Gewalt der Römer. Die Unterdrückung der Armen undKleinen. Die starre Gesellschaftsordnung mit den Religionsgesetzen. Zum Beispiel.

Und Jesus sagt: Wenn ich komme, beseitige ich das. Auch wenn euch diese Ordnungen wie Fixsterne am Himmel vorkommen.

Gottes Ordnung ist das nicht. Ja ihr könnt die gar nicht mehr sehen, weil es verdeckt wird.

In diesem Advent in der ersten Woche sind wir aufgerufen, zu schauen: Wo sind bei uns ungute, menschenfeindliche, ungerechte Ordnungen, Systeme, die Menschen krank und unfrei machen?

Welche Furchtbarkeiten, die sich als Sterne tarnen, verdunkeln uns das gute milde sanfte Licht Gottes und Jesu, weil sie sich in den Vordergrund drängen mit schrillem Neongeblinke …?

Gottes gutes Licht strahlt angenehm und freundlich und gibt Orientierung und Trost – wie die echten Sterne am nächtlichen Himmel.

Wir können ihm zur Geltung verhelfen, wenn wir mit unserem eigenen wunderbaren Licht gegen die künstlich erzeugten Fixsterne anleuchten. Wenn wir auf der Seite der Kleinen und Unterdrückten sind. Ehrlich und rechtschaffen, obwohl das megaout ist. Uns einsetzen, statt uns ins Privatleben zurückzuziehen. Freundlich und hilfsbereit statt überheblich und rücksichtslos. Verlässlich statt verantwortungslos.

Viele von uns, die heute hier sind, sind wie solche freundlich leuchtenden
Sterne.

Und die Kinder, die in unserer Pfarre jetzt neu sind als MinistrantInnen, auch die lang dienenden und die Gruppenbegleiter, sind wie solche kleinen Sterne, die das Pfarrgeschehen leuchtender, bunter, fröhlicher, schöner machen.

Der Gedenktag der Heiligen Katharina von Alexandrien als internationaler Aktionstag gegen Gewalt an Frauen – eine sensationell gelungene Verbindung.

Ich weiß nicht, ob der Zusammenfall beider Termine mit Absicht so geplant worden ist – aber er ist schlichtweg genial.

Ein Einfall der Heiligen Geistin, wenn wir im christlichen Bezugssystem bleiben.

Katharina von Alexandrien war eine gelehrte Frau vornehmer Abstammung, die an der Universität von Alexandrien lehrte – und Christin wurde.

Der Statthalter des römischen Kaisers – oder er selber – hielt um ihre Hand an. Sie schlug das Angebot der Überlieferung zufolge aus, „weil ihr als Frau des vornehmen Gatten die Zeit fehlen würde, ihre
Studien weiter zu betreiben.“

Das war dem vornehmen Herrn zuviel. Er wurde aufmerksam, was die Begehrte denn so trieb – und entdeckte, dass sie, verbotenerweise, Christin war.

Zuerst soll er ihr 500 heidnische Gelehrte (Männer) geschickt haben, um sie zu überzeugen.

Katharina diskutierte diese nicht nur in Grund und Boden; der Legende zufolge ließen sie sich anschließend allesamt taufen.

Nun ließ sie der verschmähte vornehme Herr verhaften. Katharina wurde auf das Rad gespannt, eine grausame Foltermethode, die zum Tod führt. Das Rad zerbrach, so wurde sie enthauptet.

Katharina ist die Patronin, Schutzheilige der TheologInnen. Eine der 14 Nothelfer/innen.

Kommt Ihnen da erwas bekannt vor?

Wieviele Frauen sterben täglich weltweit oder nur in Österreich, weil sie einen Mann abweisen, verlassen, nicht tun, was er verlangt, anderes glauben, denken, sagen, widersprechen, … und und und …?

Der Termin ist gut gewählt.

Ich wünsche uns allen den Mut und die Tatkraft Katharinas – und ihren fürsprechenden und geistlichen Beistand – im Engagement für Gewaltfreiheit, für Freiheit und Sicherheit sämtlicher Frauen auf dieser Erde.

Gestern haben die LiturgInnen der Pfarren Haid, Ansfelden, Berg und Pucking einen Plan aller Sonn- und Feiertage bis Oktober 2023 erstellt – wann welche ZelebrantIn in welcher Pfarre den Gottesdienst hält. Insgesamt: 3 Priester, 8 LaiInnen und ein Diakon anwesend, weitere 5 LaiInnen in den Pfarren vorhanden …

Ja, es geht sich aus, alles zu besetzen. Unterzubringen. Den Plan zu füllen.

Wie lange noch?

Wie geht es euch mit dem Feiern von Gottesdiensten in euerer Pfarre/Einrichtung?

Vor einer Woche, am Elisabethsonntag, konnte die Pfarre Haid dieses brasilianische typische Gericht der armen Leute verkosten – gegen eine Spende für die Pfarrcaritas.

Ihr könnt es nachkochen:

Zutaten:

1 gr. Zwiebel, Butter zum Anrösten

1 Suppengrün

1 Zucchini

1 Dose rote Bohnen

1 Dose Weiße Bohnen

Erbsen und Maiskörner tiefgekühlt oder aus der Dose

1 Scheibe Hamburgerspeck, gewürfelt

1 Schweinsfuß

Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt, Oregano, Knoblauch, 1 Suppenwürfel

1 Orange

Schweinsfuß (Sauzehen) kochen, Fleischteile ablösen, klein schneiden. Kochwasser aufheben.

Zwiebel fein schneiden, mit Speckwürfeln und Butter anrösten, gewürfeltes Suppengrün mitrösten.

Mit etwas Weißwein ablöschen

Ca. 15 min köcheln lassen, dann die Dosenbohnen und -erbsen sowie die Maiskörner samt Flüssigkeit dazugeben.

Gewürze dazugeben (Knoblauch pressen)

Zucchini schneiden, mitkochen, Fleischteile und Kochwasser dazugeben.

Alles ca. 30 min weiter köcheln lassen. Zum Schluss die Orange klein schneiden und mitsamt dem Saft beifügen.

Schmeckt gut zusammen mit Reis.

Liebe Firmkandidaten, liebe Brüder und Schwestern!

Ist der, der da gerade am Kreuz stirbt, ein König? Oder nicht doch eher ein Looser. In jeder Beziehung?

Wie soll ein König aussehen, woran erkennt man, dass jemand ein König ist?

Könige – die gab es – damals, in der „guten alten Zeit“ … Als die Welt in Ordnung war. Zeit vom Hl. Leopold? Oder Maria Theresia oder Kaiser Franz Josef … ? Sagenkönig Artus …

Für die Juden zur Zeit Jesu waren die legendären Vorbildkönige David und Salomo. Fromm und gerecht, auf der Seite der Schwachen, das Reich in Sicherheit, Frieden und Wohlstand … eine Ära, die im Nachhinein golden oder ideal erscheint. Sicher besser war als davor und danach, deswegen verklärt wird.

So einen 2. David erwarten die Juden – auch heute noch. Ein Nachkomme Davids, der ein ideales Reich Israel wiederherstellt, die äußeren Feinde vernichtet, die weniger Frommen bekehrt, für Recht sorgt, einen Ausgleich zwischen Arm und Reich, dass alle dieselbe Würde und Geltung haben im Land, Recht spricht ohne Ansehen der Person …

Zu Jesu Zeit hat es bereits viele Prophezeiungen gegeben, woran dieser König zu erkennen sei, was er tun würde usw.

Jesus hat mehrere dieser Erwartungen erfüllt, ja sogar übertroffen: Wunder, Heilungen, gleicher Wert aller Menschen, egal ob arm, reich, Mann, Frau, Kind, Krank, Gesund … Ausländer, Sünder … alle in die Mitte geholt vom Rand, Frieden in den Herzen gestiftet durch die Sündenvergebung.

Nur die eine nicht: als irdischer König mit Waffengewalt aufzutreten, eine neue politische Ordnung zu errichten.

Mein Reich ist nicht von dieser Welt.

Dies wurde ihm zum Verhängnis. Die führenden Schichten waren enttäuscht. Sie haben sehr wohl gehofft, dass dieser Jesus er Messias sei – aber dass er so auf irdische Macht verzichtet, und dass ihm die religiöse enge Tradition  im Zweifel herzlich egal ist, das passt nicht, dann muss er ein religiöser Spinner sein so wie viele andere vor und nach ihm auch.

Hätte Jesus den Erwartungen entsprochen, diese Szene, wo er gekreuzigt wird, gäbe es gar nicht.

Wenn du der erwartete große König bist, rette dich und uns… In unserer heutigen Redeweise würden sie sagen: Du Jesus bist echt eine Enttäuschung, mit dir wollen wir nichts zu tun haben.

Viele Menschen wollen mit dem Christentum nichts zu tun haben, weil sie meinen, es ist eine Religion der Enttäuschten, der Verlierer, die es zu nichts bringen, wo es fad ist und mehr oder weniger seltsam….

Aber – ist es das?

Jesus ist auferstanden, ja, er ist ein König. Könnte es nicht sein, dass er zu uns sagen möchte: Aber eure allzu irdischen befangenen traditionellen Vorstellungen von oben und unten, von Herrschaft und Macht und weltlichem Sieg und religiöser und staatlicher Ordnung, die mag ich nicht, mit mir nicht. Ich habe Besseres mit euch vor, ganz anderes.

Der Tod am Kreuz war unter anderem notwendig, dass wir Menschen endlich die Angst vor Gott ablegen. Die Befürchtung, Gott könnte es schlecht mit uns meinen. Wir hätten kein schönes Leben mehr, wenn wir religiös werden …

Dabei ist das Gegenteil der Fall.

Gott, Jesus, macht unser Leben schön, wenn er in unserem Leben Raum bekommt und wir ihm erlauben, dass er alles in Ordnung bringt, was nicht ok ist. All diese Dinge, nach denen wir uns richten: Meinung der Whatsappgruppe, der Facebookfreunde, der Werbung, der Schulklasse, der Wirtschaft und der politischen Zwänge, ungute gesellschaftliche oder auch religiöse Traditionen, unserer schlechten Gewohnheiten, unsere Süchte, Genussmittel, Vorurteilen, fixen Ideen, Handicaps usw und so fort …

Wir werden draufkommen: In uns steckt viel mehr, als man auf den ersten Blick sehen kann. Wenn all dieser Mist rund um uns weg ist.

Unsere Begabungen, guten Anlagen werden sich erst noch entwickeln, unser königliches Wesen wird und darf zum Vorschein kommen. Gott möchte, dass wir leuchten und strahlen …

Wenn wir Jesus unseren König sein lassen, dann befreit er uns von allem, was irgendwie Macht über uns ausüben will. Er duldet nicht, dass wir uns klein machen, zu Sklaven machen lassen – von wem oder was auch immer.

Und wir brauchen es nur wollen und ihn bitten darum.