Predigt     Sonntag der Weltkirche 2022                                    Pucking                                                  

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Wir kennen diese Stelle aus dem Evangelium alle schon lange und ziemlich gut.

Zachäus, der Jesus zu Besuch hat. Ausgerechnet.

Die anderen, die „Frommen“, haben das gar nicht verstanden, dass Jesus gerade bei Zachäus einkehrt, dem Zolleintreiber zugunsten der feindlichen Besatzungsmacht… und noch dazu mit dessen Freunden isst und trinkt, sich freut … mit ihnen zu reden. Und wie sich der dann besinnt und das unrechtmäßig Genommene zurückgibt.

Heute ist mir ein Blickwinkel, ein Detail dieser Evangeliumsstelle besonders aufgefallen.

Jesus sagt über Zachäus: Auch dieser ist ein Sohn Abrahams. Alle Verheißungen und Zusagen Gottes, alles Gute, das er für die Menschen bereithält und plant, ist genauso für ihn gedacht.

Für jeden einzelnen Menschen auf der Welt. Spirituell und materiell.

Heute geht es ja um die Weltkirche. Ich war ja in Brasilien und habe dort 2 Basisgemeinden vor Ort kennengelernt.

Seitdem sind mir die Anliegen der Entwicklungshilfe, wie es heißt, der Zusammenarbeit zwischen 1. Und 3. Welt, in Fleisch und Blut übergegangen.

Viele Menschen in den Industrieländern in der sogenannten „1. Welt“ verhalten sich ähnlich wie Zachäus vor seiner Begegnung mit Jesus.

Die Menschen tun dies nicht jede/r einzeln und geplant und gezielt. Die große Wirtschaft tut das.

Jahrzehntelang ist den Ländern des Südens alles genommen worden. Vor allem den einfachen Menschen dort. Die Mächtigen wurden z. T. reich durch die Zusammenarbeit, die Kollaboration mit der Weltwirtschaft, mit den großen Konzernen.

Begonnen hat es im 18. Jahrhundert mit dem Sklavenhandel. Baumwolle. Reis. Bananen. Schokolade. Kaffee. Ananas. Palmöl. Hölzer des Regenwaldes. Bodenschätze. Seltene Erden. Rindfleisch auf gerodetem Regenwald.

Seit den 80erJahren gibt es die EZA, die Initiative Entwicklungszusammenarbeit. Das Bewusstsein wird stärker, die Initiative greift, Erfolge, Kleinbäuerinnen … können leben von dem, was sie anbauen und tun.

Viele ArbeiterInnen in Fabriken und Bergwerken oder auf Plantagen können das nicht.

Ihnen jetzt das Evangelium zu verkünden oder den Kirchenbesuch nahezulegen allein hilft da nicht. Echte Missionare sorgen immer für gerechte Lebenschancen, für Gesundheit, Bildung, Gerechtigkeit…

Mission so gesehen kann nie längst überholt sein. Aber:  Hat das etwas mit uns zu tun?

Mission ist, wenn wir hinausgehen in die Öffentlichkeit.

Wir wirken als Gesamtperson.

Wenn wir ordentlich arbeiten, Fleiß, Verlässlichkeit, Tüchtigkeit, Genauigkeit, Umsicht, Verantwortung, gerecht, fair, hilfsbereit, anständig – auch großzügig, lebensfroh, humorvoll sind ..… dann wird es heißen: aha, Sie sind also ein Christ – interessant … kann ich das auch?

Wir sind Gottes Gesandtschaft – die Werbeträger der Botschaft.

Das Christentum ist niemals abstrakt – es ist die Religion der Menschwerdung, Inkarnation – das Evangelium wird an uns abgelesen oder eben nicht.

Die Trennung von „Sakral“ und „profan“ gibt es nicht. Alles ist Gottes gute Schöpfung, durchwoben und durchatmet von seiner Gegenwart.

Es gibt ein modernes Kirchenlied: „Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind ist unserem Gott heilig“.

Katholisch heißt allumfassend – offene Augen, Interesse dafür, wie es anderswo zugeht – in Lateinamerika, Afrika, Asien, … Anteilnahme an den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, Einsatz für das Gute, für die Gemeinschaft – Salz sein, das in blind gewordenen Augen brennt, Sand im Getriebe der Rüstungs-, Umweltzerstörungs- und Menschenverachtungsmaschinerie.

Wer getauft ist, hat kein Recht, sich auf Dauer ins Privatleben, in einen Elfenbeinturm oder auf eine Insel der Seligen zurückzuziehen. Der Schlaf der Sicherheit. Geht mich nix an.

Wer getauft ist, hat überall Familie. Darauf möchte der Sonntag der Weltkirche jedes Jahr hinweisen.

In den letzten Tagen bin ich mit der Vorbereitung zum Sonntag der Weltkirche beschäftigt, den wir in der Pfarre Pucking am Sonntag, 30. 10. begehen. Der ursprünglich eingeladene Gastprediger hat leider abgesagt, also: selber …

Ich erinnere mich: Ca. 10 Jahre hat es gebraucht, bis ich vom Wortgebrauch meiner Kindheit und Jugend „Weltmissionssonntag“ entwöhnt war und automatisch vom „Sonntag der Weltkirche“ sprach, wie es seit ca. 1990 hieß.

Wir sollen ja nicht „missionieren“, sondern wir alle sind gleichberechtigte Partner/innen in der einen Weltkirche, so ungefähr wurde der Sinn der Bezeichnungsänderung erklärt.

Gut.

Wieso es jetzt seit etwa 4 Jahren wieder anders lautet, wird zwar irgendwo erklärt – missio ist da zuständig, die Päpstlichen Missionswerke, aber ich finde es seltsam, schlicht und einfach.

Werde auch dazu predigen morgen und übermorgen.

Das schöne Lied aus meiner Jugend hatte eine treffende Formulierung: „Lasst das Missionieren, Frieden ist das Ziel“

Im übrigen gefällt mir diese Art und Weise nicht, wie missio in letzter Zeit vorgeht – Rosenkranz, Priester Priester und nochmals Priester,

Da gab es schon einmal mehr. Da gibt es mehr.

Einsatz für Gerechtigkeit. Zum Beispiel. Ist ja kirchenintern auch nicht wirklich ein Thema. Sollte es aber sein.

Heute war ich in Lunz, hab den Garten endlich (!) in Ordnung gebracht, zumindest im großen und ganzen … und zum Mittagessen habe ich mich mit einer Bekannten im Gasthaus Seeterrasse getroffen.

Vorzüglich!

Über dem See, im sogenannten Wintergarten. Blick auf den Lunzer See.

Leider: Heute war den letzten Tag geöffnet. Jetzt, wenn ich diese Zeilen schreibe, ist Winterpause, bis mit Palmsonntag wieder geöffnet wird.

Tipp: Der warme Schokokuchen mit flüssigem Inhalt und Eis …

Darauf freue ich mich!

Probiert es selbst einmal aus, dort zu speisen!

Es ist zwar schon wieder eineinhalb Wochen her, aber die 25-Jahr-Feier der Frauenkommission der Diözese Linz war ein gelungenes Fest.

Eine ganze Reihe der Eingeladenen ist leider nicht dabei gewesen- Covid, anderes, … wie auch immer.

Ich war selbst 9 Jahre Mitglied dieses Gremiums, von 2009 bis 2018 als Vertreterin der Theologinnen.

Eine unvergessliche Zeit.

Informiert euch gerne auf der diözesanen Webseite über dieses beratende Gremium des Linzer Diözesanbischofs!

Buchempfehlung

Toni Distelberger: Magie aus dem Mostviertel.

Ich habe mir das Buch in Scheibbs vor über einem Monat bestellt und inzwischen einen Großteil gelesen. Beschrieben werden Heiler, Wendter, Gesundbeter usw. aus dem niederösterreichischen Mostviertel in den letzten 200 Jahren, v. a. aber seit dem 2. Weltkrieg.

Viele der Beschriebenen leben und wirken heute noch.

Meine Empfehlung: Lesen Sie dieses Buch – und nehmen Sie die Arbeit der Genannten – oder anderer Ihnen bekannter Menschen mit entsprechenden Fähigkeiten – in Anspruch!

Viel Gesundheit und Freude wünsche ich dabei!

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Alltagssorgen – nicht wirklich weiterkommen, irgendeine Schwierigkeit, die belastet und im Weg ist, Konflikte, gesundheitliche Handicaps …

Unser Leben könnte so viel schöner und wunderbarer sein, leicht, beschwingt, voll Gelingen …

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1 Jahr lang wöchentlich (ausgenommen 3-4 Wochen Urlaubszeit), 2 Live Tage in Lunz am See oder an einem Ort nach Vereinbarung, Natur-, Humor-, Spiritualitäts-Tage (mind. 3 Tage) während der warmen Jahreszeit in Lunz, Abschlusstreffen (ev. zusammen mit anderen Teilnehmer/inn/en)

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Predigt Patrozinium Braunau – St. Franziskus

Liebe Brüder und Schwestern!


Das, was wir gerade gehört haben, hat der heilige Franz ernst genommen.

Er hat von Jesus gelernt. Er hat sich angeschaut: Wie hat denn dieser Jesus gelebt? Wie hat er sich verhalten, den Menschen gegenüber, der Schöpfung gegenüber, sich selbst gegenüber… Wie waren seine Tage? Was haben seine Jünger von ihm mitbekommen?

Und Franziskus hat genau das, auf was er da draufgekommen ist, nachgemacht, sich angeeignet, sein Leben danach gestaltet.

Franziskus ist so zum lebenden Evangelium geworden, und seine Ordensgeschwister mit ihm, und sie haben der Welt damals enorme Hoffnung gegeben, einen spirituellen Input, Fortschritt, der einzigartig war.

Lange Zeit waren Ostkirche und Westkirche ungetrennt.

Bis ca. 100 Jahre vor Franziskus.

Das, was wir jetzt noch an Ikonen der östlichen Christenheit sehen und ein bisschen als fremd empfinden, war damals überall verbreitet: Christus, der Auferstandene, der Weltenherrscher, der kommen wird zu richten… Stilisiert, in einiger Entfernung, als König und Kriegsherr…

Franz und viele vor ihm , die sind aber als Ketzer verfolgt worden, Katharer und Waldenser z. B. – haben Jesus als den wiederentdeckt, der unter den Menschen, auf dieser Erde gewohnt hat.

Müde und hungrig, froh und betrübt, zornig und feiernd, betend, hilfsbereit, lehrend, heilend, abgelehnt, verurteilt, einsam, gekreuzigt… Eben auch ganz Mensch, wie wir ihn kennen und gewohnt sind, uns ihn vorzustellen.

Es ist der nahe Jesus der Mystiker/innen, der zuhört und versteht, der mahnt, tröstet und hilft.

Es ist kein Wunder, wenn dieser Jesus mitsamt seinem Jünger Franziskus in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt sind – 2. Vatikanum, Hippiebewegung christlich… alles echt und authentisch erleben, Christsein wie in der Urkirche… es war ein richtiger Boom. Alle neuerrichteten Pfarren um diese Zeit haben Franziskus als Pfarrpatron, so auch wir…

Das Evangelium sagt uns heute, wir sollen von Jesus lernen, weil unser Leben dann leichter wird.

Was gibt es da zu lernen? Schauen wir Jesus so an, wie Franziskus es tat:

Jesus hat unglaublich viel gebetet. Es war der direkte Kontakt jeden Tag, manchmal mehrere Stunden, mit dem Vater, der ihn immer wieder normal gemacht hat, fähig, den Willen Gottes zu tun – die Traditionen und Vorurteile abzustreifen, die überhandzunehmen drohen immer wieder einmal.

Jesus war kein strenger Asket. Er war menschenfreundlich, im Umgang mit den Menschen so, dass man gern mit ihm zusammen war. Er hat seine Gefühle gezeigt. Freude, Begeisterung, Mitleid, Trauer, Angst, Zorn, Erschütterung.

Er verstand zu feiern, wenn es angebracht war. Er machte keine Unterschiede zwischen Menschen. Die vornehme Gesellschaft hat sich bekanntlich genauso aufgeregt wie die fromme puritanische.

Er hat seine Macht dazu benützt, den Menschen zu helfen. Heilung. Rettung aus Gefahr.

Nie hat er grob oder streng zu armen Sündern gesprochen, zu Kranken, Hilfesuchenden, ..

Er hat geschimpft mit den Mächtigen, wenn sie den Kleinen, Schwachen zu viele Lasten auferlegten, zu strenge Religionsgesetze. Wenn Arme unterdrückt wurden, da kannte er keinen pardon.

Er hatte unbegrenztes Vertrauen zum Vater. Alles wird er schenken auf dem Weg, sucht das Reich Gottes, alles andere kommt von selbst…

Selber hielt er sich ohne weitere Umstände nicht an jüdische Religionsgesetze, wo sie dem echten Zugang zu Gott, dem Leben im Wege standen.

Er ging Anstrengung und Gefahr, Hunger, Durst, Verfolgung, Spott, Schmerzen nicht aus dem Weg, wo es unvermeidlich war für das Ziel.

Er traute seinen Jüngern sehr viel zu. Wer glaubt, kann noch größere Werke tun als ich. Er war nicht dünkelhaft oder von oben herab. Er hat seinen Jüngern freie Hand gelassen. Ohne Bevormundung. Voll Vertrauen auf den Heiligen Geist.

Er erstickte Ansätze zu Herrschaft und Hierarchie im Keim: Wer der 1. sein will, soll der Diener aller sein.

Sie werden noch mehr finden. Es ist unsere Aufgabe als Christen, diesen Jesus in dieser Welt lebendig zu halten.

Denken wir jeden Tag daran, nicht nur heute am Patrozinium.

Gerade komme ich von einem Konzert nach Hause …

Pucking, Gasthof Mayr: Georg Höfler und Sigi Mittermayr. Gitarre und Gesang …

Wo ihr sie noch erleben könnt: am 26. 11. um 20.00 im Posthof, Linz.

Sie beherrschen ihr Instrument! Ein Ohrenschmaus, und witzig sind sie auch.

Hingehen!

Heute habe ich mich damit geplagt -ja, es war nicht gar so einfach – ein Live-Video für meine Facebookseite zu erstellen.

Habe ihr das schon einmal versucht?

Bitte hier gern um Rückmeldungen…

oder seht es euch an: Schule der Kostbarkeiten ist auch auf Facebook.

Ich kenne mindestens 5 Frauen, die sich wirklich gut für das Amt der österreichischen Bundespräsidentin eignen.

Frage: Wieso kandidiert keine von ihnen? Jede einzelne ist weitaus geeigneter als alle Kandidaten (ausgenommen Prof. van der Bellen) zusammengerechnet.

Zum Beispiel:

Birgit Gerstorfer

Brigitte Bierlein

Christine Haiden

Brigitte Maria Gruber (Frauenfachakademie Mondsee)

Monika Langthaler

Danielle Spera

und da gibt es noch einige mehr…

Ich würde mir Rückmeldungen der Genannten wünschen …