„Und alle Menschen werden das Heil sehen, das von Gott kommt.“ (Lk 3,6)

So steht es im heutigen Sonntagsevangelium. Und es ist auch dringend nötig.

Gestern haben wir von Barbara gehört, die als Märtyrin gestorben ist. Ihre Legende spielt im Gebiet der heutigen Türkei,

Wir denken oft nicht daran, dass Zwangsverheiratungen von minderjährigen Mädchen in vielen Kulturen gang und gäbe sind. Ein Eingriff in die persönliche Integrität und Entscheidungsfreiheit, wie er größer kaum sein kann.

Die Freiheit, das eigene Leben eigenverantwortlich zu bestimmen und zu gestalten, haben nicht nur die meisten Frauen und Mädchen in den orientalischen Ländern nicht, sondern immer noch zu viele weltweit.

Ohne Zugang zu Bildung, Beruf, sauberem Wasser, Gesundheitsversorgung und gesellschaftlicher Anerkennung ist die Entscheidungsfreiheit erheblich eingeschränkt.

Uns Christen kommt es zu, nach dem Vorbild Jesu Gottes Heil zu jedem Menschen zu bringen, bis in die entferntesten Winkel der Erde.

Das Nachdenken darüber, wie und was wir unternehmen können, kann in diesem Advent beginnen, an besten jetzt gleich.

Heute ist Barbaratag.

Vielleicht ist es bei euch so, dass Kirschzweige abgeschnitten und in eine Vase gestellt werden. Bis Weihnachten sollen sie dann aufgeblüht sein.

Woher kommt dieser Brauch?

Die heilige Barbara war bereits Christin, ohne dass ihr (heidnischer) Vater das wusste. Als er sie mit einem vornehmen jungen Mann, der ebenfalls Heide war, verheiraten wollte, weigerte sie sich, v. a., weil sie befürchtete, ihr Chriostsein dann nicht leben zu können. Ihr Vater sperrte sie in einen Turm – quasi als letzte Frist, damit sie es sich anders überlege. Da sie bei ihrer Haltung blieb, ließ er sie enthaupten.

Vor dem Turmfenster stand ein großer Kirschbaum; da gibt es nun 2 Erzählvarianten: 1. Der Baum begann mitten im Winter zu blühen und schenkte Barbara so Freude.

2. Barbara erklärte, sie werde sich entschließen, die vom Vater arrangierte Ehe einzugehen, sobald die Kirschblüte vorbei sei – worauf der Baum immerfort weiterblühte.

Dieses Blühen zur falschen Jahreszeit bzw. trotz widriger äußerer Bedingungen (Winterkälte oder Sommerhitze) ist auch Symbol für großes Durchhaltevermögen, für Widerstandsgeist – Eigenschaften, die Barbara offenbar besessen hat.

Hole dir einen Barbarazweig aus dem Garten (es geht auch Weichsel, Ringlotte, Marille, Zwetschke …) und stell ihn auf deinen Feierplatz.

Wo brauchst du Durchhaltevermögen? Wobei sind Widerstand oder entschlossenes energisches Auftreten gefragt und sinnvoll?

PS.: Du kannst auch darum bitten. Es handelt sich um eine Gabe des Heiligen Geistes („Stärke“); Gott schenkt sie dir gern, wenn du in seinem Sinne unterwegs bist …

Es begegnen uns immer wieder Personen, bei denen wir einfach nicht „ankommen“. Wenn du dich ärgerst, dass dich bestimmte Menschen nicht mit offenen Armen willkommen heißen, mach dir bewusst: Du bist in der besten Gesellschaft.

Jesus hat durchaus nicht bei allen Anklang gefunden. Wir hören es am Weihnachtstag im Evangelium: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11).

Schon seinen Eltern ging es so. In vielen Pfarren gibt es den Brauch des Herbergsuchens. Es erzählt davon, wie Maria und Josef – beinahe – vergebens eine Unterkunft suchen in Betlehem.

Schließlich wird ein Stall zum Ort der Geburt.

Du kannst heute einmal nachschauen, wo sich bei euch zuhause die Weihnachtskrippe befindet, die dann am 24. Dezember unter dem Christbaum oder an einem besonderen Ort aufgestellt wird.

Ist etwas zu reparieren? Ist sie vollständig? Du kannst sie auch leer, ohne Figuren, schon einmal aufstellen …

„Ankommen“ -das hat noch eine andere Bedeutung.

Ein Sänger, eine Schauspielerin „kommen an“ beim Publikum, das heißt, sie finden Anklang. „Das kommt gut an“, vermuten Werbetexter in Wirtschaft und Politik und wählen mit Bedacht ihre Worte …

Wer „ankommt“, ist beliebt, willkommen.

Für Menschen aller Altersgruppen ist es wichtig, bei anderen „anzukommen“, dazuzugehören, gemocht und anerkannt zu sein. Für viele ist es das Wichtigste überhaupt.

Bei wem kommst du gut an? Bei welchen Menschen ist es dir wichtig, beliebt und anerkannt zu sein?

Und: Warum gerade bei diesen?

Wer kommt bei dir gut an – und: was? Von wem hast du eine gute Meinung, wen bewunderst und schätzt du, wer ist bei dir willkommen?

Du kannst mit deinem besten Freund/ mit deiner besten Freundin darüber reden oder dir Notizen machen.

Advent heißt auch „Ankunft“.

Du bist schon mehrere Male oder oft irgendwo „angekommen“: In einer neuen Wohnung, an einem Urlaubsort, als Gast bei den Menschen, die dich eingeladen haben, am Ziel einer Fahrt … in der Früh in der Schule, am Arbeitsplatz …

Erzähle die Geschichte einer dieser Begebenheiten, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist! Achte vor allem auf deine Gefühle und Eindrücke, die du dabei hattest.

Du kannst deine „Ankunftserzählung“ in dein Tagebuch schreiben oder /und sie einer vertrauten Person erzählen.

Du hast gestern ein paar Dinge aufgeschrieben, die du gern von Jesus geordnet haben möchtest.

Wahrscheinlich hast du über die Angelegenheiten, die jetzt nicht in Ordnung sind, schon öfter nachgedacht, vielleicht stören sie dich schon lange.

Und es kann sein, dass du Jesus bisher nicht gebeten hast, etwas zu unternehmen.

Du kannst das jetzt tun.

Und dann: Warte eine Weile.

Hör noch nicht auf zu beten.

Hör hin. Spüre hin.

Wenn du mit Jesus reden kannst, ist er anwesend. Im Grund genauso anwesend wie damals in Palästina und so wie dann, wenn er als König des Himmels wiederkommen wird.

Der einzige Unterschied: Unsere 5 Sinne können ihn jetzt nicht wahrnehmen.

Aber wenn du ganz still wirst, siehst du auf einmal, was du tun oder dazu beitragen kannst, dass ein Konflikt, eine Unrechtssituation, eine aussichtslose Lage, etwas, das ganz und gar verkehrt läuft, sich zum Besseren verändert.

Du kannst sicher sein: Jesus möchte jetzt schon, dass alles in eine, in seine gute Ordnung kommt …

Montag, 29. 11. 2021

Im gestrigen Sonntagsevangelium (Lk 21,25-28.34-36) ging es darum, dass Jesus einst als Herrscher über alles wiederkommt und die ganze Erde „richten“ (in Ordnung bringen, herrichten) wird.

Wenn Jesus JETZT käme, live und echt: Worum würdest du ihn bitten, dass er es in Ordnung bringt?

Es kann etwas ganz Persönliches sein (z. B. Streit in der Familie, Lernschwierigkeiten …) oder die ganze Menschheit betreffen (Klimawandel, …)

Schreib alles auf, was in Ordnung kommen soll!

Tipp: Verwende für Schreibübungen ein Tagebuch oder einen Schreibblock, damit nichts verlorengeht. Manche deiner Aufzeichnungen wirst du später noch brauchen.

Lk 21,25-28.34-36 – Evangelium von 1. Adventsonntag

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: 25 Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen und auf der Erde werden die Völker bestürzt und ratlos sein über das Toben und Donnern des Meeres. 26 Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. 27 Dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit. 28 Wenn dies beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.

34 Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, 35 wie eine Falle; denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen. 36 Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt.

 1. Adventsonntag, 28. November 2021

ADVENT ist eine Zeit der Erwartung: auf Jesus als neugeborenes Kind in der Krippe und als König des Universums, der einst wiederkommt. Es ist auch die Erwartung einer besseren, lichterfüllten Zukunft – für sich selbst und für die ganze Menschheit und Erde.

Setz dich ruhig an deinen vorbereiteten Feierplatz und nimm dir Zeit nachzudenken:

Wie sehen deine Erwartungen aus? Was wünschst oder erhoffst du für den Advent, für das kommende Jahr, für dein weiteres Leben? Was könnte im bestmöglichen Fall eintreten?

Werde kreativ und schreibe Wörter dafür auf, die mit einem der Buchstaben des Wortes „Advent“ beginnen. Z. B.:

A … Arbeit, die Freude und Sinn macht

D …

V … viele Möglichkeiten, Vertrauen

E … echte Freunde/innen

N …

T …

Macht ein Wettbewerbsspiel daraus: Wem fallen die meisten Begriffe ein?

Ihr könnt zu Hause euren Adventkranz segnen, wenn ihr nicht in der Kirche wart. Ganz einfach:

Zünde die erste Kerze am Adventkranz an.

Lies – oder lest gemeinsam – das Segensgebet:

Gott, du liebst uns und schaust auf uns.

Wir glauben, dass du jetzt bei uns bist und uns nie verlässt.

Wir bitten: Segne diesen Adventkranz, die grünen Zweige und die Kerzen, damit wir immer, wenn wir ihn verwenden oder sehen, an deine Gegenwart und an das Kommen deines Sohnes Jesus erinnert werden.

Segne alle, die die Kränze gebunden und geschmückt haben, und lass uns zum Segen werden für die Menschen um uns und für die ganze Welt.

Amen.

Nimm etwas (Weih)wasser und mach ein Kreuzzeichen über dem Kranz. – Dies können auch alle, die dabei sind, nacheinander tun.

Dies soll ein Adventkalender zur Vorbereitung auf das heurige Weihnachtsfest sein – für Kids, mehr oder weniger Erwachsene, spirituell Suchende, Nichtglaubende und alle anderen.

Ich spreche alle mit „Du“ an, weil ich vor allem junge Menschen im Blick habe. Erwachsene, schreibt die Texte einfach um in „Sie“-Form, wenn ihr so leichter damit arbeiten könnt!

Dagmar

Hier der erste Impuls für den Tag vor Adventbeginn, also heute:

Tag der Vorbereitung

Heute Abend beginnt der Advent, die Zeit der Vorbereitung, der Einstimmung auf das Weihnachtsfest.

Du kannst einen Adventplatz für dich vorbereiten, wo du in der Zeit bis Weihnachten die Übungen mitmachen kannst,

Das kann dein Schreibtisch sein, wo vielleicht sowieso der Computer steht – oder der Platz im Wohnzimmer oder in der Küche oder wo ihr zuhause den Adventkranz habt.

Was du brauchst?

Eigentlich nichts außer ein paar Minuten Ruhe.

Wer mag, stellt eine Kerze auf oder einen Tannenzweig oder eine Schale mit Weihrauch – oder was für dich ein bisschen für Vorweihnachtsstimmung sorgt.

Vielleicht möchtest du eine bestimmte Zeit an jedem Tag reservieren. Oder jeweils tags zuvor festlegen, wann es am nächsten Tag am besten passt: vor dem Frühstück, nach dem Frühstück, am späten Nachmittag oder am Abend…trotz Lockdown gibt es ja Termine ohne Ende, und sei es online…

Morgen früh ab 5 Uhr findest du den ersten Impuls – also bis dann!

Österreich verzeichnet eine Serie von bereits 29 Femiziden und 51 Mordversuchen an Frauen seit Jahresanfang. Kein Tag vergeht, ohne dass einer Frau in Österreich Gewalt angetan wird. Gewalt, die verhindert werden muss. Mit österreichweiten Aktionen „Diese Hände schlagen nicht“ fordern die SPÖ-Frauen die Bundesregierung auf, zu handeln. Krisenzeiten und Isolation erhöhen die Gefahr. Im Jahr 2020 wurden den Gewaltschutzzentren 11.495 Betretungs- und Annäherungsverbote von der Polizei gemeldet. Frauen- und Gewaltschutzorganisationen schlagen seit Monaten Alarm. In Österreich fehlen 228 Mio. Euro und 3000 Mitarbeiter*innen für den Gewaltschutz. Denn lange Wartezeiten sind lebensgefährlich. 

Die Ausgabe der Politik-am-Ring-Sendung vom 22.11. mit Eva-Maria Holzleitner widmete sich ebenfalls dem Thema „Kampf gegen Frauenmorde. Wie stoppen wir Gewalt gegen Frauen?“

Was tun Sie in Ihrem Umfeld, um Frauen zu schützen?

Wie drückt sich die gleiche Würde und Wertigkeit von Frauen (im Vergleich zu Männern) in Ihrem Leben, in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, in Ihrer Firma …aus?