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Waren Sie heuer schon in einer Rorate?

rorate ist lateinisch und bedeutet “tauet” – also tauet Himmel, den Gerechten – wie im bekannten Adventlied gesungen wird.

Gott wird gebeten, endlich den Messias zu schicken.

Wir feiern oder begehen diese Erwartung nach, die es im Judentum heute noch gibt. Der große Erlöser und Retter der Menschen, des Universums, möge endlich kommen.

In der Dunkelheit des Morgens vor Sonnenaufgang beten Menschen in der Kirche um das Licht aus dem göttlichen Bereich.

Romantisch, stilvoll, berührend.

Morgen früh in Haid.

6.30.

Wer aufstehen mag, ist herzlich eingeladne zu kommen und mitzufeiern.

Oder erkundigen Sie sich , wann in Ihrer Kirche eine Rorate gefeiert wird.

Für mich gehört das einfach im Advent dazu.

Ein Vorbild im Beten …

Betrachten Sie die Bibelstelle, versetzen Sie sich ins Geschehen hinein wie in einen Film, in dem Sie mitspielen!

Sprechen Sie zum Abschluss mit Gott oder mit Jesus über Ihre Gedanken, Gefühle, Erkenntnisse, …

Gen 18, 20-33

Der Herr sprach also: Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, ja, das ist laut geworden, und ihre Sünde, ja, die ist schwer.

Ich will hinabgehen und sehen, ob ihr Tun wirklich dem Klagegeschrei entspricht, das zu mir gedrungen ist. Ich will es wissen. Die Männer wandten sich von dort ab und gingen auf Sodom zu. Abraham aber stand noch immer vor dem Herrn. Er trat näher und sagte: Willst du auch den Gerechten mit den Ruchlosen wegraffen?

Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte in der Stadt: Willst du auch sie wegraffen und nicht doch dem Ort vergeben wegen der fünfzig Gerechten dort? Das kannst du doch nicht tun, die Gerechten zusammen mit den Ruchlosen umbringen. Dann ginge es ja dem Gerechten genauso wie dem Ruchlosen. Das kannst du doch nicht tun. Sollte sich der Richter über die ganze Erde nicht an das Recht halten?

Da sprach der Herr: Wenn ich in Sodom, in der Stadt, fünfzig Gerechte finde, werde ich ihretwegen dem ganzen Ort vergeben.

Abraham antwortete und sprach: Ich habe es nun einmal unternommen, mit meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.

Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf. Wirst du wegen der fünf die ganze Stadt vernichten? Nein, sagte er, ich werde sie nicht vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde.

Er fuhr fort, zu ihm zu reden: Vielleicht finden sich dort nur vierzig. Da sprach er: Ich werde es der vierzig wegen nicht tun.

Und weiter sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich weiterrede. Vielleicht finden sich dort nur dreißig. Er entgegnete: Ich werde es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde.

Darauf sagte er: Ich habe es nun einmal unternommen, mit meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich dort nur zwanzig. Er antwortete: Ich werde sie um der zwanzig willen nicht vernichten.

Und nochmals sagte er: Mein Herr zürne nicht, wenn ich nur noch einmal das Wort ergreife. Vielleicht finden sich dort nur zehn. Und wiederum sprach er: Ich werde sie um der zehn willen nicht vernichten.

Nachdem der Herr das Gespräch mit Abraham beendet hatte, ging er weg und Abraham kehrte heim.

In der Bibel gibt es ein prominentes Beispiel eines Menschen, dem es sehr schlecht geht, der „Pech gehabt“ hat, auf der ganzen Linie …

Ich lade euch heute ein, dass wir uns mit Hiob beschäftigen.

Hiob ist reich, fromm und glücklich, hoch angesehen, beliebt, gesund … usw.

Im alttestamentlichen Text steht, dass er zum Objekt einer Wellte zwischen Gott und Satan wird, Dies ist zeitbedingte Sprechweise – die Menschen, die Theologen damals haben sich das so vorgestellt – die einzige Erklärung damals, warum es einem gerechten und frommen Menschenschlecht geht …

Was passiert?

Seine Kinder – 3 Töchter, 7 Söhne – sterben alle auf einen Schlag, weil die Festhalle, in der sie versammelt sind, einstürzt.

Das Vermögen versinkt im Meer oder wird geraubt oder durch Missernten, Wetterkatastrophen zerstört.

Hiob bekommt Aussatz, damals die schwerste bekannte Krankheit.

Seine Frau verlässt ihn.

Die Freunde wenden sich ab, wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Sie wollen ihm einreden, dass Gott ihn bestrafe für ein Vergehen, das er selber nur nicht sehe. – „Bereue, unterwirf dich Gott und stirb!“

Hiob jedoch lässt seiner Empörung freien Lauf.

In dieser Situation gibt er keineswegs klein bei oder gar auf, sondern er klagt Gott an. Hiob beschwert sich, er schimpft, er nennt Gott gewalttätig, grausam, unberechenbar, ungerecht, … usw.

Für seine Umwelt damals ist das unerhört, sie wirft ihm Gotteslästerung vor.

In der Erzählung geht es erstaunlich weiter:

Gott antwortet auf die Anschuldigungen Hiobs. Ausführlich.

Und als Schlussbemerkung Gottes steht da: „Ich nehme Rücksicht auf Hiob, meinen Knecht. Er hat recht von mir geredet, nicht so wie ihr (die äußerlich frommen Freunde) …“ (Ijob 42,7 und 8 – zwei Mal!)“Mein Diener Ijob soll für euch beten, denn auf ihn werde ich hören und euch nicht für euren Unverstand bestrafen.“

Und die Schlussbemerkung Hiobs: „Denn nur vom Hörensagen hatte ich dich gekannt. Nun aber hat mein Auge dich geschaut. Ich atme auf – in Staub und Asche.“ (Ijob 42,5f)

Gott und der Mensch sind einander auf Augenhöhe begegnet. Unmittelbar. Von Person zu Person.

Genau das sollen, dürfen, … wir auch!

Worauf es ankommt, ist: Nicht ÜBER Gott reden, nachdenken, theologische Floskeln verwenden … – sondern MIT Gott … in allen Situationen des Lebens.

Das ist das Ziel jedes Versuchs zu glauben, jeder Religion, jeder Spiritualität.

Ich verrate noch ein Geheimnis:

Es geht gar nicht ums „Glauben“.

Es geht ums Schauen, um die Erfahrung.

Die Frage: „Kann man Glauben lernen?“ ist auf einer anderen Ebene zu beantworten:

„Erfahrungen kann man machen.“

Wir haben uns jetzt eine Weile mit dem Thema beschäftigt, dass Gott jeden Menschen bedingungslos liebt, dass wir wertvoll, umsorgt, behütet, gesegnet, … sind.

Und doch ist da bei manchen diese Frage: Wie soll ich an einen gütigen. gerechten, liebenden Gott glauben – wenn er doch nie eingreift, sich heraushält, nichts unternimmt angesichts des Leids in der Welt?

Wie kann er zulassen, dass ein 19jähriger Sohn an Krebs stirbt, dass die jungen Eltern beim Autounfall draufgehen, dass Zigtausende bei einem Erdbeben sterben und obdachlos werden, … dass Millionen Kinder mangelernährt sind und vor Hunger umkommen, dass es ständig Kriege gibt auf der Welt … oder angesichts Corona und verschiedener weiterer Epidemien…?

Gott muss entweder nicht allmächtig sein – oder nicht gütig.

Und wenn er eines von beiden nicht ist, ist es kein Gott, an den zu glauben möglich ist …

Dieses Dilemma ist alt. Man nennt es das „Theodizeeproblem“.

Ich möchte dazu ein paar Sätze formulieren, die aus meiner persönlichen Glaubens-Erfahrung gewachsen sind:

  • An vielen Übeln ist nicht Gott „schuld“, sondern sie sind von Menschen verursacht: Krieg, Gewalt, Unrecht, Hunger, medizinischer Unterversorgung und anderer Not in armen Ländern (es ließe sich lösen! Fehlt an Einsicht, gutem Willen.)
  • Bei natürlichen Ursachen ist daran zu denken, dass wir nicht im Paradies leben, sondern als Menschen auf einem Planeten mit natürlichen Bedingungen(Wetter, Vulkanausbrüche, Erdbeben, …). Auch Krankheiten und unser körperlicher Tod, unsere Endlichkeit, ist da dazuzurechnen.
  • Es ist keineswegs so, dass Gott NIE eingreift. Zahlreiche Beispiele geben Zeugnis davon, dass Menschen mit ihrem Beten „Erfolg“ haben, dass sich ein Problem auf wunderbare (menschlich nicht planbare und nicht herstellbare ) Weise lösen. Es gibt Krankenheilungen, abgewendete Katastrophen, beendete Kriege, plötzlich erreichte Gerechtigkeit …

Die Frage lässt sich meiner Meinung nach eingrenzen auf die Formulierung: Warum greift Gott nicht IMMER ein, wenn Negatives droht oder geschieht?

Als Anregung zum Selber-Weiterdenken:

Gott lässt uns die größtmögliche Freiheit. Dazu gehört auch, dass wir mit unseren menschlichen Möglichkeiten und Fähigkeiten selber wirken sollen und dürfen.

Gott drängt uns ihre/seine allumfassende Liebe nicht auf, wenn wir sie nicht haben möchten.

Kann es nicht sein: Gott tut ausschließlich etwas für uns, wenn wir darum bitten, wenn wir mitteilen, dass wir das möchten, es uns wünschen?

Da kann dann auch ein Freund für den anderen, die Mutter für das Kind, eine Gebetsgemeinschaft für ein Staatsoberhaupt … bitten …

Wir müssen Gott einladen, Zutritt gewähren … so leid es ihm/ihr tut, weil sie ja möchte, dass es uns erdenklich gut geht: Wir verhindern sonst selber, dass uns die himmlischen Mächte unterstützen …

Schreibt mir doch eure Meinung, eure Erfahrungen dazu!

Wenn wir uns in den letzten Tagen damit beschäftigt haben, dass wir von Gott total mit Gnade und Liebe erfüllt werden, mit Talenten reich beschenkt, behütet, gesegnet, mit liebevollen Details überrascht …, stellt sich noch immer die Frage:

Wie kommt es, dass wir von Gott nicht ALLES erwarten, oder mehr als bisher, uns zeitweise gar nicht zu bitten trauen …? Oder nicht glauben können, im Ernst für eine Tatsache halten können, dass Gott uns bedingungslos liebt?

Vielleicht ist es es ein christlicher Minderwertigkeitskomplex – wir stellen selbst an uns Ansprüche, die Menschen gar nicht erfüllen können. Wir meinen, wir müssten erst perfekt sein, superfromm, ständig hilfsbereit, fleißig, fehlerlos …

Und erst dann, wenn wir das hinbekommen, haben wir eine Chance, dass wir uns eventuell in die Schlange der Bittsteller vor Gottes Thron einreihen dürfen …

Seltsam, nicht?

Es ist fast so, als ob niemand von uns, wenn wir so denken, das Evangelium je gelesen hätte.

Das, was Jesus nämlich als Kernbotschaft verkündet hat, ist die Vergebung der Sünden.

Im Klartext (es gibt da noch mehr, aber davon ein anderes Mal): Gott liebt uns bedingungslos, nicht trotz unserer Mängel, Unvollkommenheiten und Sünden, sondern mitsamt dem allen. Sünde heißt Trennung von Gott, dieses verkehrte Bewusstsein, dass wir glauben, unwürdig oder nicht gut genug zu sein und deswegen nicht glauben können, dass Gott uns zu FreundInnen haben will.

Gott würde (was heißt hier „würde“ … hat er ja tatsächlich getan …) alles dafür geben, wenn wir einfach so mit ihm/ihr Kontakt hielten, alles sagen würden, was uns am Herzen liegt, einfach da wären in seiner /ihrer Nähe … Von seiner Warte aus gibt es keine Barriere.

Ich habe seit ein paar Jahren Engelkarten. Auf einer davon steht der schöne Satz: Die Engel verurteilen dich nie. Egal, was auch vorgefallen sein mag und wie schrecklich das ist, was du vielleicht getan hast – sie wenden sich nie von dir ab und hören nie auf, dir zu helfen.

Wenn das schon bei den Engeln so ist – dann doch weit mehr bei Gott selbst …!

Die Übung für heute: Ich setze mich hin im Bewusstsein, dass Gott sich reißt um meine Aufmerksamkeit und Nähe … und dann einfach ein paar Minuten so sitzen bleiben …

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen,

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder –

jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.

Wie geht es Ihnen mit diesem Gebet?

Vertraut? Fremd? Kommt es Ihnen etwas seltsam, antiquiert … vor?

Früher, in meiner Jugend, erschien es mir peinlich, höchst seltsam, ein „Gegrüßet seist du, Maria“ zu beten – oder gar einen Rosenkranz. Schonallein die Formulierungen …!

Ein kluger Exerzitienbegleiter (P. Rupert Dinhobl, Göttweig 1993) fand für mich folgende Worte:

Das „voll der Gnade“ meint: bis oben hin angefüllt mit Gnade, mit der Liebe Gottes, mit all seinen Gaben, die er zu geben hat. Griechisch kecaristomenh /KECHARISTOMENE/ …  Bezieh das auf dich. Es stimmt ja auch … diese Zusage gilt uns allen. Stell dir vor, wie Gott dich mit seiner Zuwendung ganz erfüllt und wie es noch überfließt.

Mein heutiger Vorschlag: beten Sie das Ave Maria mit dieser Vorstellung, in diesem Bewusstsein. Und gehen Sie heute – vorerst einmal nur heute – in dieser Haltung, in diesem Bewusstsein durch den Tag.

Und, haben Sie heute wider Erwarten einen Parkplatz gefunden? Oder ist Ihnen etwas anderes zuteilgeworden, zugefallen, einfach so, anstrengungslos …? Nur auf Ihre Bitte hin, den vielleicht sogar unausgesprochenen, nur halb gedachten Wunsch …?

Ich schreibe „nue“ – nur auf die Bitte hin …

Ehrlich: Kann etwas Großartigeres eintreten, als dass Gott persönlich mit uns in Kontakt tritt – wie ein lieber Papa, eine vertraute Freundin, wie der geliebte Mensch … uns einfach eine Freude macht, unser Leben erleichtert, weil er/sie uns mag?

Zeichen der Liebe und Fürsorge für uns …

Die Anregung für heute: Sprechen Sie mit Gott/Jesus darüber! Über das, was er getan hat, über Ihre Wünsche, Sorgen, Hoffnungen, Ängste, Freuden … über Ihre Gedanken und Pläne – und vielleicht auch über seine Gedanken und Pläne …

Sprechen Sie über offene Fragen Ihres Glaubens. Bitten Sie um Antwort, um Aufklärung, um Erkenntnis.

Sprechen Sie mit Jesus über Ihre Mitmenschen – über die, denen Ihre Liebe, Zuneigung, Sorge … gilt – und über die lästigen, Schwierigen, Zeit und Nerven Raubenden, über die, denen Sie nicht begegnen möchten, über die, die Sie bewundern und denen Ihr tiefer Respekt gilt … Sprechen Sie mit ihr (Gott*) über Ihre Arbeit, über Ihre Freizeit …

Ganz egal, worüber Sie mit ihr* reden, haben Sie folgenden Satz der  Heiligen Teresa von Avila im Bewusstsein:

Alle Schwierigkeiten im Gebet können zurückverfolgt werden auf eine Ursache: zu beten, als wäre Gott abwesend.

Oder:

Beten ist nichts anderes als ein Gespräch mit einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil wir sicher sind, dass er uns liebt (…) Ich habe dies klar erkannt.

Vor einer Woche war ihr Gedenktag.

Hier die Predigt vom Frauengottesdienst:

Teresa – Predigt

Vielleicht habt ihr euch gewundert, dass ich die Heilige Teresa von Avila, die große Ordensgründerin, als Prophetin tituliert habe. Wie das?

Die Prophetinnen und Propheten der Bibel zeichnen sich dadurch aus, dass sie ihr gesamtes Leben Gott zur Verfügung stellen. Das hat Teresa gewiss auch getan. Propheten zeigen etwas auf, das nicht in Ordnung ist und zwar in den Augen Jahwes nicht in Ordnung ist – in Gesellschaft, Staat, Kirche … – und weisen auch darauf hin, wie es besser gehen könnte, meistens leben sie das selber auch gleich vor als Prototyp gewissermaßen.

Teresa fand folgende Bedingungen vor:

Sie wurde in Spanien geboren zu einer Zeit, als die Mauren, die Muslime meist nordafrikanischen Ursprungs, gerade erst vertrieben worden waren. Viele Bräuche und Sitten waren noch präsent: der Gesichtsschleier für Frauen z. B., auch die patriarchale Gesellschaftsordnung, in der Frauen in der Öffentlichkeit kaum präsent waren und schon gar nicht etwas zu melden hatten. Machismo heißt das heute.

Sie lebte in der Hochblüte der spanischen Inquisition. Viele Muslime und auch Juden waren nur zum Schein Christen geworden, zwangsweise, um nicht vertrieben zu werden oder die Todesstrafe zu erleiden.

Außerdem war es die Zeit kurz nach der Reformation. Auch in Westeuropa gab es mehrere spirituelle Bewegungen, die dieselben Anschauungen vertraten wie Martin Luther sie formuliert hatte – nicht selten auch extemere und radikalere.

Religiöse Schwärmer gab es auch noch, und zwar jeder Art – mystische wunderbare Phänomene waren quasi „in“ – Visionen, Trancezustände, Stigmatisierung, Wunder aller Art …

Der Staat Spanien bemühte sich in Ordnung und normal zu bleiben; das Königshaus beauftragte die katholische Kirche mit dieser Aufgabe, religiöse Abweichler und Sonderformen jedweder Art zum Verschwinden zu bringen …

Die katholische Kirche war in dieser Zeit geprägt vom mündlichen Gebet, wie Teresa es nennt: Bekannte Gebete durften und sollten gesprochen werden, Vater unser, Ave maria usw. Bei der Heiligen Messe daei sein – und Schluss.

Sensationell: Wie Teresa die persönlichen Gebetserfahrungen praktisch „passieren“, ohne dass sie sie sucht. Wie Jesus mit ihr spricht, mit ihr Kontakt aufnimmt.

Dass sie merkt und spürt – vermittelt durch ihre spirituelle Erfahrung! – Ich bin als Frau vorGott genauso wertgeschätzt wie ein Mann.

Gott macht da keine Unterschiede.

Dass sie mental, im Geist, #betet und es weiterempfiehlt, ja lehrt und propagiert.

Und dass sie als Frau in der öffentlichkeit tätig wird: Ordenshäuser gründen, da ist sie Geschäftsfrau, spirituelle Lehrerin, selbständig denkende und agierende …

Dieser Ausspruch: Ich bin ein Weib, und obendrein kein Gutes“ – damit drückt sie genau diese Sachverhalte aus, wie sie in den Augen der Menschen ihrer Zeit dasteht. Nicht brav und angepasst, nicht den Erwartungen entsprechend – und das ist wieder eine ihrer sensationellen Erkenntnisse: Dass eine Frau gut daran tut, den Erwartungen Gottes zu entsprechen – und nicht denen der Männer, auch nicht des eigenen Ehemannes.

Es ist kein Wunder, dass auch heutige Feministinnen sich auf sie berufen – denn viele heutige Frauen auch in der westlichen Welt haben es in keiner Weise begriffen, dass sie nicht vom Gatten, Vater oder wem immer her ihre Definition, ihren Wert und ihre würde erhalten, sondern dass sie eigenständige Personen sind, vor Gott sich selbst verantworten müssen und als sie selbst gemeint sind.

Manche Männer ihrer Zeit haben das wohl gesehen – es wurde auch versucht, sie mundtot und unschädlich zu machen – es wurde bemerkt, dass ihr Weg der Mystik, diese Gespräche von du zu du mit dem Herrn, mit Jesus, genau das sind, was frei und unabhängig werden lässt.

Dass sie nicht in irgendeinem Inquisitionsgefängnis verschwand, verdankte sie ihrer vornehmen Herkunft und etwas, das wir heute Lobbyismus nennen würden. Teresa war mit mehreren Bischöfen und hochgestellten Persönlichkeiten des spanischen Königreiches persönlich oder durch regen Briefkontakt bekannt.

In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts hat Papst Paul VI. sie zur Kirchenlehrerin ernannt. Übrigens gleichzeitig mit Katharina von Siena.

D. h., die gesamte katholische Kirche, die Christenheit hat etwas von ihr zu lernen.

Dieses persönliche intime Reden mit Jesus Christus – dass wir das mit Begeisterung oft üben, das wünsche ich Ihnen und mir.

Denn Frauen, die das tun, werden dringend benötigt – in der Menschheitsgeschichte und in der Welt von heute.

Hier der Link zu einer interessanten Webseite: www.talitakum2020.wordpress.com

Auszug aus dem Text:

Mittlerweile hab ich eine Homepage erstellt und möchte mit meinem Anliegen auch andere Reformbewegungen mit einbinden. www.talitakum2020.wordpress.com
Irene Gassmann vom Kloster Fahr hat ein Gebet verfasst um für unsere Anliegen auch zu beten. Vielleicht gibt es Möglichkeiten für euch es donnerstags zu beten.
Ihr werdet euch fragen, was ich in Rom erreichen will… darauf weiß ich leider auch keine Antwort, aber ich weiß, dass ich aufstehen muss und in Bewegung kommen will, in der Hoffnung, dass es die Heilige Geistin ist, die mich antreibt und beflügelt. In diesem Sinne bin ich ganz bei Vaclav Havel: “Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es Sinn macht, egal wie es ausgeht.”Ihr dürft diese Informationen gerne weitergeben, wenn mich wer ein Stück begleiten mag, freu ich mich. lg

Margit Schmidinger

Warum sind diese ganzen Geräte da zu Beginn des Gottesdienstes nicht gelaufen? Warum haben sie nicht funktioniert?

Sind sie kaputt?

Sollen wir sie besser entsorgen?

Aha, sie sind nicht kaputt – oder veraltet – der Stromanschluss hat gefehlt.

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder – bei den Jüngern und Jüngerinnen damals in Jerusalem war es ganz ähnlich.

Die Luft war heraußen, würden wir heute vielleicht sagen.

Der Anschluss zu ihrer Kraftquelle war nicht vorhanden. Die Verbindung nicht intakt.

Ja früher, noch vor wenigen Wochen, war Jesus selber bei ihnen.

Er hat ihnen erklärt, was zu tun ist, sie gelehrt, was wichtig ist, ihnen gezeigt, wie man Wunder wirkt …

Zeitweise haben sie sich bestimmt wie in einem Rausch befunden, waren high von den Erfolgen, die es da gegeben hat, die 5000 oder mehr, die einen ganzen Tag lang zugehört haben, die Brotvermehrung bei diesem Anlass; das Aufhören des Sturms auf Jesu Wort hin. Die Auferweckung von Toten … das Gehen auf dem Wasser …

auch von ihren eigenen, Jesus hat sie ausgeschickt um zu predigen und Kranke zu heilen, und es ist ihnen gelungen, sie waren begeistert.

Sie haben gemeint, das geht immer so weiter, eines Tages ist Jesus Herrscher und sie seine Minister…die ganze Welt wird ihnen zu Füßen liegen.

Und dann – der Karfreitag. Alles aus.

Nichts ist mehr wie vorher.

Ja, Jesus war auferstanden. Aber was bedeutete das für ihr weiteres Leben? Sollten sie weitermachen mit der Verkündigung des Evangeliums – und wie? Was sollte das bringen?

Irgendwie waren sie blockiert, zurück konnten sie nicht mehr, und für das Weitergehen fehlte Plan und Energie.

Wir befinden uns jetzt in einer ähnlichen Situation.

Nach der Coronakrise kehren wir gerade wieder in die Normalität zurück. Neue Normalität.

Es  wird noch manches anders werden als es jetzt schon ist – aber so wie vor Corona wird es nicht mehr sein. Nie wieder.

Es fehlt vielen der Plan, eine Perspektive, wie es weitergehen kann in ihrem Leben, in ihrem Beruf, in der Wirtschaft überhaupt in der EU und weltweit.

Es wird weitergehen, das ist gewiss. Weltuntergang war es schließlich keiner.

Aber das genaue Wie, wie das zu bewerkstelligen ist, der Anschluss von vorher auf Nachher – das gute Alte bewahren, aber auch das neugewonnene Gute aus der Krise weiterführen: mehr Zusammenhalt und Rücksicht, Regionalität der Wirtschaft, Sparsamkeit, manches selber machen statt kaufen, Schonung der Umwelt … da fehlts noch.

Aber: Fehlt es nicht auch an uns Christen?

In der Kirche gab es auch einmal einen Enthusiasmus – Aufbruch in der Freiheit, nach den Schrecken des 2. Weltkrieges, zugleich mit dem Wirtschaftswunder, das 2. Vatikanum, alle dürfen mittun beim Gottesdienst, alle mitbestimmen in der Pfarre…

Jugendmessen, Ferienlager, Katholikentage…Papstbesuche …

Immer mehr und noch immer schöner, das haben viele von uns erhofft, auch ich.

Es kam anders: Schwindendes Interesse an der Kirche, außer wenn wieder einmal ein Skandal aufgedeckt wurde…

Weniger Taufen und Hochzeiten, mehr Austritte.

Kirchenbesuch? Naja.

Und als Mitarbeiter in der Pfarre? Was soll man mitbestimmen, wenn nichts da ist? Wenn fast keiner mittut?

Manche glauben, die Lösung liege in der Strenggläubigkeit – manche sehen sie in mehr Planung, mehr Einsatz, mehr Events…

Aber das Wahre ist das nicht…  irgendwie fehlt was.

Die perfekt gebauten Geräte, gute Qualität, …laufen nicht …

Genau. Der Stecker muss in die Steckdose. Eine Verbindung muss hergestellt werden.

Persönliche Beziehung zur Kraftquelle tut not.

Diese Nachttischlamperl, Ventilator, Föhn, CD-Player befinden sich in der Kirche… aber sie laufen nicht, wenn ich sie nicht anstecke.

Wir sind getauft, wir gehen in die Kirche. Wir sind da. Aber das genügt nicht.

Aber wir werden als Christen nicht lebendig und produktiv, solange wir nicht angesteckt sind. Solange wir nicht die Verbindung herstellen, suchen und pflegen, die Gott, Jesus mit uns haben möchte.

Die Jüngerinnen und Jünger damals im 1. Stock des Hauses in Jerusalem am Morgen des Laubhüttenfestes haben genau das getan. Sie haben gebetet.

Und dann plötzlich konnte der Strom fließen – in jede und jeden von ihnen – Mut, Wissen, wie s geht, Plan, Liebe, Begeisterung, die richtigen Worte, auf andere zugehen … alles war da.

Also … wie es weitergeht, es liegt an uns …