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Predigt                                                                 4. Advent 2020 Pucking

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

In den Weihnachtsgeschichten der Bibel spielen Engel eine große Rolle. Heute im Evangelium besucht ein Engel Maria. Auch zu ihrem Mann Josef spricht 2 x ein Engel. In der heiligen Nacht verkünden die Engel den Hirten auf dem Feld dass Jesus geboren ist. Im Alten und Neuen Testament kommen sie immer wieder vor, die Engel.

Ihr habt gezeichnet, wie ihr euch euren Schutzengel vorstellt.

Was ist ein Engel jetzt überhaupt?

Das Wort kommt aus der griechischen Sprache. Dort heißt es aggelos, angelos. Bote. Wir kennen das Wort von Evangelium, eigentlich eu-angelion, gute Botschaft.

Gott hat eine Botschaft für uns Menschen, und man stellt sich vor, dass er Boten hat, die sie ausrichten.

Ich persönlich glaube ja, dass Gott allmächtig ist und mit jedem Menschen selber in Kontakt treten kann, gleichzeitig und überall.

Aber Gott wird verschiedene Möglichkeiten haben, viel mehr als wir uns vorstellen können.

Das einzig Interessante ist, WAS uns ausgerichtet, mitgeteilt werden soll. Wie die Botschaft lautet. Was drinsteht.

Die Engel in der Heiligen Schrift sagen als Einleitung immer dasselbe. Egal was danach noch kommt, istder1.Satz jedesmal gleich.

Wer hat eine Ahnung, wie der lautet?

Fürchte dich nicht.

In den letzten Jahren gibt es in den Zeitschriften und bei Dekoartikeln einen richtigen Engelboom.

Fast so, als ob sie wichtiger wären als Gott selber.

In manchen esoterischen Zirkeln sind Botschaften und Filmchen im Umlauf, wo es um den nahenden Weltuntergang, verschiedene abstruse Thesen zu Corona und ähnliches geht …

Auch in diesem Zusammenhang werden oft Engel genannt.

Da können wir aber ganz klar unterscheiden. Wenn da Angst verbreitet wird oder Dummheit oder engstirniges Denken, eine „Du-musst-Religion“, eine Drohbotschaft – wenn ihr diese Botschaft nicht 20 mal an Bekannte weiterschickt, wird euch Unglück treffen“ oder wenn nicht genau dieses besondere Gebet gesprochen wird, gibt es keine Rettung …wenn die Botschaft im Grunde lautet: „Fürchtet euch“, dann können wir ruhig aufatmen im Bewusstsein: So was kommt nicht von Gott.

Denn: Die Engel in der Bibel nehmen die Angst. Fürchtet euch nicht. Gott zeigt Wege aus Furcht und Dunkel heraus. Gott ruft Menschen auf, daran zu arbeiten, dass es besser wird.

Und noch etwas: Die Engel Gottes befehlen nicht. Sie sind nicht unsere Chefs. Sie bitten um unsere Zusammenarbeit mit Gott und mit ihnen.

Wir sind frei. Gott lässt uns frei, ist auf unsere Zustimmung angewiesen.

Maria ist ein Mensch, der das Herz auf dem rechten Fleck hat. Sie erstarrt nicht vor Ehrfurcht, weil da ein spirituelles Wesen kommt und sie anspricht. Sie schaltet ihr klares Denken nicht aus. Angesichts der Verheißung, dass der Sohn Herrscher über Israel sein wird, zuckt sie nicht aus vor Begeisterung, sondern äußert mit gesundem Menschenverstand ihre Bedenken: Schön und gut, lieber Engel – aber wie soll das gehen? Ich bin nicht im sexuellen Kontakt mit einem Mann.

Und dann erklärt es der Bote Gottes genau.

Wie ist das bei uns – gerade in der momentanen Situation?

Es ist verständlich, dass wir uns Sicherheit wünschen. Eine Gewissheit, dass es ein gutes Ende geben wird, dass es sinnvoll weitergeht mit unserem Leben, mit der Familie, Gesundheit, mit der Firma, …

Unser Adventweg hier in der Kirche ist ein Symbol auch für unser Unterwegssein auf unserem Lebensweg.

Der gesunde Hausverstand sagt: Wenn ein Weg gut verlaufen soll, müssen wir das Ziel und die Strecke kennen. Dafür haben wir am 1. Adventsonntag die Landkarten hingelegt. Der Weg ist sicherer, wenn er gut gebaut, befestigt ist. Dafür liegen die Steine hier, die ihr mitgebracht habt.

Eine gute Ausrüstung, zweckmäßige Schuhe, sind auch nötig für das Vorwärtskommen. Aber da gibt es noch etwas, wodurch die Sicherheit groß wird: Wenn wir von jemandem begleitet werden unterwegs, der sich auskennt und uns beschützt, berät …

Wir dürfen glauben, ja damit rechnen, dass jeder Mensch einen Schutzengel als Begleiter an der Seite hat.

Jesus sagt es über die Kinder: Ihre Engel stehen täglich vor Gottes Thron und berichten …

Wir können es auch so sehen: Gott selber sorgt dafür, dass wir gut durchs Leben kommen, das wir zu ihm finden.

Na, wenn das keine Sicherheit gibt …

Predigt                                                      Mariä Empfängnis

Ohne Erbsünde – Erbsünde, was ist das überhaupt? Was wird da ver- oder geerbt – und von wem?

Liebe Brüder und Schwestern!

Das Wort ist eine sehr schlechte Übersetzung.

Im Lateinischen heißt es „peccatum originale“.

Originalsünde. Wir wissen was ein Original ist – die Ur- oder 1. Sünde ist sozusagen das Markenzeichen der Menschen. Wir haben das Copyright darauf.

Es ist zugleich die Ursache aller weiteren Sünden, Fehlhaltungen und Schandtaten, die Menschen begehen können und auch immer begangen haben. Der Grund für diese.

Woran leiden Adam und Eva – im Mythos so dargestellt – eigentlich, in welcher Beziehung verhalten sie sich falsch?

Sie kündigen Gott das Vertrauen auf.

Sie lassen sich von jemand X-Beliebigem, den sie gar nicht kennen und zu dem sie keinen Bezug haben, einreden, dass ihnen etwas fehlt. Man muss sich das vorstellen: Dass ihnen im Paradies etwas abgeht.

Jemand stört das Vertrauen, das gute Einvernehmen, die Beziehung zwischen den ersten Menschen und Gott.

Und gleich ist auch die Beziehung zueinander gestört – statt Vertrauen hat Adam plötzlich Angst vor Gott – und so kündigt er Eva, dem Liebsten, was er haben sollte, auch gleich das Vertrauen auf – gut dastehen will und muss er schließlich.

Fehlhaltungen entstehen aus einem Mangel an Vertrauen.

Schauen wir uns an, was aus dem Feiertag, dem 8. Dezember, geworden ist:

Es ist ja typisch menschlich, sich schnell einmal benachteiligt vorzukommen.

Dann sehen wir die Fülle um uns nicht, sondern nur das eine, das wir gerade nicht haben (können).

Die Diskussion um den 8. Dezember begann, als der 8. Dezember auf einen Adventsamstag fiel, langer Einkaufssamstag hieß das früher. Da erwartete man sich Umsatz, den großen Geschäftsgewinn – schrecklich, geschlossen halten zu müssen, keiner kann einkaufen gehen, und besonders in grenznahen Gebieten, z. b. in Braunau, in Salzburg oder Schärding, fürchteten Geschäftsleute, Kunden würden ins nahe Ausland ausweichen. Geschäftsentgang.

Heuer muss das auf- und nachgeholt werden, was in den letzten 3 Wochen wegen des Lockdowns nicht möglich war …

Da könnte einer das Geld verdienen, mit dem eigentlich ich gerechnet hätte …

Es ist dann nur logisch, dass, gleich in welchem Berufszweig, auch am Sonntag gearbeitet werden muss – sonst erwirtschaftet man ja um ein Siebentel weniger …

Kriege entstehen, weil sich Völker im Vergleich zu ihren Nachbarn benachteiligt fühlen.

Gewalt, Raub, Raubbau an der Natur und an der menschlichen Gesundheit, Diebstahl, Verleumdung, Mobbing …

Und so weiter und so fort …

Genau diese Grundhaltung hatte Maria nicht.

Im Gegenteil. Das genaue Gegenteil wird von ihr gesagt: „du bist voll der Gnade“.

Du bist reich beschenkt.

Wir alle sind das im Grunde genommen auch. Gott nimmt dieses menschliche „Markenzeichen“ von uns weg, in der Taufe geschieht das grundsätzlich.

Aber mit uns ist es oft so wie mit einem Haus, dessen Fensterläden geschlossen sind. Erst wenn wir die aufmachen, kann das Licht hineinströmen. Wenn wir es bei uns finster haben, dann sehen wir die anderen nicht, die Mitmenschen sind bedrohlich, werden als Gefahr erlebt, vor der man sich schützen muss. Wo es licht ist, kann ich mich freuen, dass sie da sind.

Maria war offen und empfänglich. In ihrem Leben war es hell.

Wir können das lernen, so zu sein. Wir brauchen nur zu sagen: Bitte, ja ich möchte das. Bitte, lass die Gnade in mir wirken, lass mich das spüren und erleben. Dann wird es hell in uns – versuchen Sie es einfach!

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Was ist Schönheit?

Wann trauen wir uns zu sagen, ein Mensch ist schön?

Ist schön sein gleichbedeutend mit makellos, perfekt sein?

Es gibt und gab im Lauf der Geschichte immer Schönheitsideale.

Schönheit galt als Ausdruck dafür, dass jemand gesund ist. In Notzeiten, Barock – nach dem 30jähr. Krieg oder nach dem 2. Weltkrieg – galt eine eher rundliche Körperform als schön.

In einer Zeit großer Fülle und wirtschaftlichen Wohlstands, Fortschritts, im Hochmittelalter, Anfang des 19 und 20. Jh. und in den 70er Jahren des vorh. Sah man es als schick an, möglichst dünn zu sein.

Demnach wäre Schönheit zeitbedingt, eine Geschmacksfrage, wenn man gerade der landläufigen Vorstellung entspricht?

Heute als Frau groß, schlank, zwischen 25 und 40, lange blonde Haare. Eine Barbiepuppe, die reden kann. Wie geklont, dass man sich gar nicht an das Gesicht erinnert …

In der Gotik, als die großen Kathedralen gebaut wurden, haben die Baumeister absichtlich kleine Fehler eingebaut. Perfektion ist unmenschlich.

Wenn einem das Herz aufgeht beim Hinschauen, so dass wir gar nicht mehr wegschauen wollen.

Von Maria haben viele gedichtet „du schönste der Frauen“ – ohne sie jemals gesehen zu haben.

Vielleicht geht es gar nicht um das Aussehen an sich.

Schön – das ist eine Kategorie der Ausstrahlung. Ein Ausdruck der Persönlichkeit.

Die individuelle Note.

Das, was einzigartig ist an einem Menschen.

Was einer echten oder eingebildeten Norm entspricht, kann laut dieser Definition gar nicht schön sein …

Wir kennen das von verschiedenen Heiligen – da verwest der Leib nicht, wenn sie sterben. Oft gerade bei denen, die während ihres Lebens eher krank waren.

Wie kann das sein?

Liebe Brüder und Schwestern, vielleicht könnten wir sagen: Gottes Nähe färbt ab.

Wer oft, regelmäßig oder ständig mit Gott in Kontakt ist, da merkt man das früher oder später.

Gottes Anwesenheit heilt, stärkt, macht gesund, heil – und das wirkt sich selbstverständlich auf die körperliche Erscheinungsform aus.

Wie innen, so außen.

Geistige Gesundheit, Reinheit und Lauterkeit der Gedanken, des Wesens. Gesunder Geist. Nicht so, wie es oft verstanden wird, dass man fit sein muss …

Der Wert des Leibes – gerade nach dem Nazigräuel – die jüdische arme Frau aus der Unterschicht, Untermenschen – als Himmelskönigin proklamieren, das Dogma von 1950, das hat was, darauf können wir stolz sein.

Das ist Zeichen einer gesunden, christlichen Einstellung.

Gesund ist schön, heißt es – Es sind ja dieselben Kräuter, die zu Heil- und Kosmetikzwecken dienen. Und es sind nicht unbedingt die Pflanzen, die landläufig als besonders schön gelten, die die größte Heilkraft entwickeln: Brennnessel, Löwenzahn, Beifuß, Schafgarbe, Knoblauch, Beinwell, Ringelblume …

Wenn wir etwas segnen, dann wollen wir eigentlich sagen: Ja, wir wollen ständig an die Anwesenheit Gottes, an sein Wirken bei uns, erinnert werden – ständig im Kontakt mit ihm sein. Gesegnete Gegenstände sind Erinnerungshilfen, dass er bei uns ist.

So gesehen dient Segen der Gesundheit und Schönheit.

Das wünsche ich Ihnen und mir.

Predigt                                                                                     4. Advent 2019

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

„Träume sind Schäume“, sagt der Volksmund. Stimmt das?

Dahinter steckt die gleiche Geisteshaltung, die Blumen in einem Garten für überflüssig hält…

Die großen spirituell Begabten der Menschheitsgeschichte aller Religionen und die moderne Wissenschaft sagen etwas anderes.

Die Psychologie weiß: In den Traumphasen während des Schlafes regeneriert sich das Gehirn, erholt sich die Seele: Erfahrungen des Tages – und von denen verdanken wir 70 % dem Unterbewusstsein, wir nehmen viel mehr wahr, als das Wachbewusstsein mitbekommt, werden geordnet zu einem Ganzen, aber so, dass oft ein neues Muster entsteht – oft spüren wir nach einem guten Traum plötzlich ganz genau, was wir zu tun haben.

Viele glaubende Menschen haben die Erfahrung gemacht: Gott spricht zu uns mit Hilfe der Träume.

Bei Exerzitien wird immer nach den Träumen gefragt, sie sind wichtig für die geistliche Erfahrung.

Und dann gibt es noch die anderen Träume, die wir so nennen: die großen mutigen Entwürfe der Menschheit, Visionen, Ideen, die oft lang im Verborgenen wirken und sich entfalten, bis sie sichtbar und für viele, die so etwas bislang für unmöglich gehalten haben, überraschend ans Licht kommen.

Von beiden Arten zu träumen spricht heute das Evangelium zu uns, gibt es eine gute Nachricht Gottes an uns.

Es wird von einem Traum Josefs berichtet.

Josef hatte zuvor einen Traum für sein Leben, der soeben zerbrochen war: Bei den Römern gearbeitet monatelang, tüchtige Zimmerleute wurden gebraucht beim Aufbau der Stadt Sephoris und anderswo, gutes Geld ließ sich da verdienen, und dann baue ich mir eine eigene Werkstatt auf in Nazareth, mit Maria zusammen, über ein Jahr sind wir schon verlobt, es wird Zeit für die Hochzeit, wie ich mich freue …

Geplatzt wie eine Seifenblase – als er heimkommt, ist Maria sichtlich schwanger. Aus der Traum. Was soll er tun? Alles kurz und klein schlagen vor Wut? Maria vor Gericht bringen? Sich betrinken? Mit einem Freund drüber reden? Beten? Oder alles nacheinander? Er kommt zum Schluss: Je eher ich von hier fortgehe, diesmal für immer, desto besser … Und während Josefs Gedanken und Gefühle noch rotieren, fällt er in einen unruhigen Schlaf.

Und in diesem Moment, in dem er seinen Lebenstraum verloren gibt, gerät er an einen anderen, größeren Traum: Gottes Lebensentwurf ist anders und schöner – du hast dich in Maria nicht getäuscht, verbringe dein Leben mit ihr, sie erwartet Gottes Kind, sei diesem Kleinen ein guter Vater, sei für ihn da, erziehe ihn, lehre ihn zu vertrauen, gib ihm Sicherheit…

Gott träumt – von großherzigen, liebenden, vertrauenden, tatkräftigen Menschen, die die Welt ein Stück besser hinterlassen, als sie sie vorgefunden haben.

Gott träumt von und hofft auf Menschen wie Josef – die hinausschauen über die engstirnigen Vorstellungen der jeweiligen Zeit und über den eigenen Tellerrand.

Mit solchen Menschen kann die Wüste blühen.

Wovon träumt Gott heute?

Wieviele Träume Gottes sind in der Geschichte schon Wirklichkeit geworden?

Lange Zeit galt es als unvorstellbar, dass alle Menschen frei geboren sind und die gleiche Würde und die gleichen Rechte haben.

Dass nicht jede Geburt ein Risiko auf Leben und Tod darstellt oder dass man einen Blinddarm- oder Lungenentzündung im allgemeinen überlebt.

Dass alle Kinder zur Schule gehen.

Dass in unserem Land niemand erfriert oder verhungert.

Dass Menschen ihre Regierung selber wählen und bilden und nicht den Launen einzelner Familien oder Monarchen ausgeliefert sind.

Dass man den ganzen Planeten bereisen kann.

Dass Frieden herrscht – zumindest zwischen Deutschland und Frankreich. Zwischen Frankreich und England. Zwischen England und Amerika. Zwischen Österreich und Italien.

Da fällt uns auch sofort ein, wo die Träume Gottes noch auf Verwirklichung warten. Die Wüste blüht noch nicht überall, weil Menschen es vorziehen Leben zu zerstören statt zu ermöglichen …

Wovon träumen wir? Wovon träumst du?

Dass ein Streit aufhört, Versöhnung möglich ist? Dass jemand gesund wird? Dass die neue zusammengewürfelte Familie hält, endlich Geborgenheit und Glück vermittelt? Dass es nach 3 schlechten Erfahrungen einmal eine gute gibt? Einen sicheren Arbeitsplatz? Mehr Freude und Erfolg in der Schule? Verlässliche Freunde?

Dass die Natur nicht weiter vergiftet und zerstört wird? Friede zwischen allen Völkern und Menschen dieser Erde?

Dass alle spüren können: Gott liebt uns und ist immer da?

Wir sind eingeladen zu träumen. Gottes Möglichkeiten zu sehen, so tief zu glauben und so unkonventionell zu handeln und so praktisch zu lieben wie Josef es getan hat.

Dein Ja, Maria

Als der Ruf an dich erging, Maria,

warst du unsicher,

hast du nachgefragt:

„Wie soll das geschehen?“

Erst dann hast du Ja gesagt,

ein vertrauensvolles,

ein bedingungsloses Ja,

das ein Leben lang galt.

Wenn der Ruf an mich ergeht,

darf ich unsicher sein,

zweifeln, nachfragen:

„Wie soll das geschehen?“

Kein leichtfertiges,

kein vorschnelles Ja

wird von mir erwartet,

keine blinde Unterwerfung.

Ich habe so viel Zeit,

wie ich brauche,

um mich zu prüfen.

Ich darf auch Nein sagen.

Doch wenn ich Ja sage,

dann nicht: „Ja, vielleicht“,

nicht: „Ja, aber“,

sondern: „Ja, ich bin bereit.“

Predigt Mariä Empfängnis                                       7./8. 12. 2019 Pucking

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Schauen wir uns jetzt unser Adventsymbol an.

Ihr habt Wurzelstücke gebracht, heute entsteht hier auf dem Wüstenboden vom 1.Adventsonntag eine Wurzel…

Wo zu braucht man eine Wurzel, wozu ist sie gut?

………………………

Der Baum oder eine Pflanze hat Halt im Boden, eine Verankerung. Sonst fällt er um.

Er stirbt sogarab. Warum? – Eine Pflanze ernährt sich über die Erde, auf der sie wächst. Wasser vor allem wird über die Wurzeln aufgenommen. Ohne Wurzel kann die Pflanze nicht überleben.

Unsere Wurzel hier ist ein Symbol, ein Zeichen für etwas anderes. Für etwas, das uns Menschen betrifft.

Wir Menschen – haben wir Wurzeln?

— Nein, solche nicht.

Wir sagen „Wurzeln“ zu dem, was uns Halt gibt im Leben, was uns leben lässt, zu unseren Lebensgrundlagen, die unverzichtbar notwendig sind. Und für das, woher wir stammen.

Was kann das sein?

Nahrung, Kleidung, Wärme,Wasser, … ja, aber mehr noch sind unsere Vorfahren gemeint, die Menschen, von denen wir abstammen, aber auch das, was uns unsere Familie, die Gesellschaft, unser ganzes Umfeld mitgibt, die Erziehung, die Tradition. Im Grunde sind es mehrere Hauptwurzeln, wenn ein oder zwei wegfallen, geht es noch, wenn fast alle ausfallen, wird es kritisch.

Auch unser Glaube. Gott selber ist für uns wie eine Wurzel, die uns trägt, Halt und Nahrung gibt – ohne die wir nicht leben können. Gott ist sogar die Hauptwurzel, die Grundlage, aus der die anderen wichtigen Wurzeln ihren Ursprung haben. Wenn diese Wurzel, die Verbindung zu Gott, gekappt ist, dann tragen auch die anderen nicht mehr wirklich.

Das ist eigentlich mit dem gemeint, was das Wort „Erbsünde“ etwas unpassend ausdrücken will. Eigentlich heißt es UR-Sünde. Trennung vom göttlichen, himmlischen Bereich… Wenn die Basis schief ist, kann man nicht ordentlich drauf bauen …

In der Lesung spricht der Prophet Jesaja von der Wurzel Jesse, die bereits abgestorben war – ein toter Baum! – aus der ein neuer Trieb entspringt.

Dieses neue Zeichen von Lebendigkeit ist Maria, die Mutter von Jesus.

Die Menschen damals in Israel, vor allem die tonangebende Schicht, hatten den Bezug zu Gott weitgehend verloren. Sie haben sich an hunderte von religiösen Vorschriften gehalten, die Liebe und das echte Gottvertrauen, verlernt gehabt.

Maria hat das gehabt. Unbändiges Gottvertrauen. Obwohl sie im Orient der Antike ein lediges Kind bekommt, vertrauen, dass alles gut ausgehen wird.

Es bestand die Gefahr, dass sie gesteinigt wird. Aber ihr Verlobter ist zu ihr gestanden, im Matthäusevangelium steht, weil er gerecht war – das soll heißen: er hatte das Herz auf dem rechten Fleck. – Ich liebe diese Frau, dann nehme ich sie halt mit dem Kind…

Es geht heute am Feiertag eigentlich um die Wurzeln von Jesus.

Das Evangelium möchte klarstellen, wo Jesus herstammt: von einer durch und durch gläubigen gottverbundenen Mutter, von sensationell guten Eltern, und direkt von Gott. Gott selber hat dafür gesorgt, dass die Wurzeln, die Voraussetzungen denkbar optimal sind … dass der Menschensohn im Elternhaus, in der Erziehung diese vertrauensvolle warmherzige menschenfreundliche Spiritualität erlebt … die er als Erwachsener verkünden wird.

Was uns angeht: Wir sind jederzeit, aber heute besonders eingeladen, unsere Wurzeln zu stärken. Die Verbindung zu Gott neu zu stärken, auszubauen – ihre Kraft in die anderen wichtigen Bereiche unseres Lebens fließen zu lassen.

Reden wir mit Gott – jeden Abend beim Adventkranz. Gemeinsam und jede/r für sich. Beschäftigen wir uns mit religiösen Themen. Empfangen wir die Sakramente. Leben wir als freie Menschen, die das Herz auf dem rechten Fleck haben.

Predigt                                    Mariä Himmelfahrt 2013

 

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

 

Was wissen wir über Maria?

Mutter von Jesus. Mehr als das, was im Evangelium  gepriesen wird – sie hat ihn erzogen, sprechen und beten gelehrt …

Staatszugehörigkeit, Beruf, Mann, Kind(er)… das Leben mit den Aposteln nach der Auferstehung ihres Sohnes. „Ich bin überzeugt, dass ihr Leben ganz einfach gewesen sein muss“ schreibt Edith Stein, wir haben diesen Satz in der Kapelle auf dem Gobelin stehen.

Legenden. Eine davon: dass sie im Moment ihres Sterbens plötzlich nicht mehr da war. Entrückt, Gott hat sie ganz zu sich genommen, mit Leib und Seele.

 

Wir glauben, und die ganze Kirche glaubt bis heute: Maria war – ist ein ganz besonderer Mensch.

Aber im Grunde ist dieser Glaube sehr klein – etwas beschränkt, wenn wir der Aussage Jesu im heutigen Evangelium Glauben schenken: Selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen. Seine Mutter hat das in vorbildlicher und einzigartiger Weise getan.

 

Aber es steht dem nichts im Wege, dass wir dies auch tun.

Und weil wir ganz verschiedene einzigartige Wesen sind, wird jeder, der diesen Weg einschlägt, dies in einzigartiger Weise tun – und manche bestimmt auch in vorbildlicher Weise.

Gott macht keinen Wertunterschied zwischen den Menschen.

Gerade Maria, die in ihrem Erdendasein unscheinbar war, die niemand um ihre Meinung gefragt hat, die nichts galt bei den Mächtigen und Vornehmen ihrer Zeit, kann uns da Mut machen.

 

 

Die Heilkräuter bringen diese Wertordnung Gottes auch ganz toll zum Ausdruck:

Da ist es ganz ähnlich: Für welche Pflanze müssen wir im Blumengeschäft, in der Gärtnerei wohl mehr zahlen?

Rose – Orchidee – Lilie

Brennessel – Spitzwegerich – Löwenzahn

 

Aha, die sind gratis. Unkraut, das gar nicht in die Blumenhandlung hinein darf …

Aber gerade die haben eine gewaltige Heilkraft.

Die Unscheinbaren. Holler. Weidenrinde. Hirtentäschel. Beifuß, Beinwell und Baldrian. Gänseblümchen. Storchenschnabel. Farnkraut. Wo man kein 2. mal hinschaut. Viele Menschen kennen diese Kräuter nicht einmal.

 

Bei den Menschen kann es ebenso sein. Die, von denen keine Zeitung schreibt, sind oft die, die im Sinne Gottes viel Heilsames und Großartiges leisten.

 

Mir ist beim Vorbereiten bewusst geworden, dass wir mit den Augenblicken unseres Lebens ganz genau so umgehen.

Wir teilen sie ein in Sternstunden und normal, in wichtig und unwichtig. Momente, denen wir nicht sonderlich viel Beachtung schenken:

Beim Gemüseschneiden oder Bügeln, Zähneputzen, der Weg in die Arbeit, das Warten an der Supermarktkasse … das Warten auf die Telefonverbindung, auf den Bus …auf das Grünwerden der Ampel …

Verlorene Zeit?

Aber aus diesen kleinen alltäglichen Momenten setzt sich unser Leben zusammen, nicht einmal nur der Alltag.

Diese Augenblicke sind Lebenszeit. Kostbar und unwiederbringlich, unwiederholbar. Gerade die normalen, unscheinbaren – auch hier – die, auf die es ankommt, die den Takt, die Richtung unseres Lebensweges bestimmen.

Fröhlich und hoffnungsfroh – oder ärgerlich, ungeduldig, gestresst, unzufrieden, hektisch, oberflächlich oder genau, bewusst, voll Angst oder Vorfreude, gelassen und ruhig. Vertrauensvoll, gläubig, voll Liebe für die Mitmenschen oder für das, was rund um mich geschieht …halte ich mich heraus oder bringe ich mich ein …

Diese sind die Einheiten unserer Zeit, auf die es ankommt …

In so einem unscheinbaren Moment ist Maria vom Verkündigungsengel angesprochen worden.

Würden wir den Engel hören?

Im „Gegrüßet seist du, Maria“ heißt die Bitte zum Schluss: „Bitte für uns jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ Da ist beides drin. Jetzt, der alltägliche banale Augenblick, nichts Besonderes, und der wichtigste und besonderste aller Momente, in dem wir den Schauplatz wechseln, die Daseinsform vom sichtbaren zum unsichtbaren Bereich … es wird die Zusammenfassung und Steigerung aller dieser kleinen Augenblicke sein.

Jeder von ihnen ist heilig.

Wie das unscheinbarste Gewächs gewaltige Heilkraft entwickeln kann, wie der unscheinbarste Moment unser Gesamtes Leben beeinflusst, so ist auch der unbekannteste und unscheinbarste Mensch einer, der als Gottes ebenbild seine Wirklichkeit zum Ausdruck bringt.

 

Predigt                                                                 20./21. 7. 2019

 

Liebe Brüder und Schwestern!

 

Aha – möchte uns Jesus etwa faul und untätig haben? Oder was soll das heute wieder im Evangelium? Sollen wir nur mehr beten und nicht mehr arbeiten?

 

Da kommen drei Ebenen, drei Schichten der Wirklichkeit zur Sprache, von denen alle drei uns in unserem Leben ganz konkret begegnen und bei denen Jesus uns helfen will. Eine gute Nachricht für uns hat.

 

Stellen wir uns diese Situation, die geschildert wird, ganz konkret vor. Es kommt seltener Besuch. Die Hausfrau ist nicht wirklich greifbar, weil sie ununterbrochen herumsaust um besondere Festmenübestandteile zu zaubern zu ordern – es war ja ein vornehmes Haus mit Dienern, das Beste vom Besten soll es sei, ist ja ein denkbar vornehmer Gast.

Dieser Gast ist extra gekommen – warum? Um mit den Menschen, die er besucht, Kontakt zu pflegen. Um sich mit der Hausfrau, mit der Hausherrin, denn das war Martha, zu unterhalten, auszutauschen. Der Besuch gilt – ihr und dem Bruder Lazarus und der kleinen Schwester Maria … Der Gast würde sich über ein weniger aufwändiges Mahl, dafür über die Gesellschaft seiner lieben Freundin, durchaus mehr freuen.

Persönliche Beziehung ist wichtiger als äußere Perfektion.

 

Dann ist da die 2. Ebene – der Besuch, der da kommt, ist wie auch schon in der Lesung – Gott in Menschengestalt, Jesus.

Maria hat das Bessere erwählt, weil sie das wahrnimmt. Und entsprechend handelt – sie tut das Angemessene: sie begibt sich in seine Nähe, hört zu, nimmt ihn ernst, nimmt seine Botschaft in sich auf.

 

Uns geht es ja oft so: Wir sind wie Martha total beschäftigt – und zwar in kirchlichen Belangen, denn sie tut durchaus etwas für Jesus, für Gott – wie die vielen Ehren- und Hauptamtlichen, die in dieser und anderen Pfarren unermüdlich tätig sind – Fast hätt ich gesagt. Rastlos tätig sind. Denn genau das wäre verkehrt.

In Braunau – St. Franziskus habe einmal folgendes erlebt: Einer der Firmbegleiter und ich trugen 10 schwere Tische vom Keller ins Erdgeschoß, damit beim Eltern- und Patenabend am Abend des gleichen Tages die Leute im schönen Raum bei Tischen sitzen könnten. Wir machten das gleich in der Früh; der Firmbegleiter ging dann in die Arbeit, ich in den Schulunterricht.

Kurz nach Mittag rief mich eine sehr ordnungsliebende, fleißige Mitarbeiterin der Pfarre an und erklärte empört: „Also, die Leute sind wirklich furchtbar. Da lassen sie einfach 10 Tische mitten am Gang zur Kirche stehen Was denken sich die dabei?

Ich habe alle wieder in den Keller getragen!“

Wieviel Pläne wurden – in unserer Diözese, im Pfarrgemeinderat, in der einen oder anderen Gruppe oder Fachausschuss – schon gemacht, wieviel Seelsorgskonzepte existieren und füllen Bibliotheken, wieviel Ratgeber für Verkündigung und Liturgie kann man erwerben – und doch übersieht man oft das einzig Wichtige:

Auf Gott, auf Jesus selbst zu hören.

Beten.

Mit ihm in Kontakt treten, zuhören, mit dem Herzen hinspüren, was er gerade von mir, genau von diesem Gremium, exakt in dieser speziellen Situation, … will, was es braucht, was wirklich gut ist und angemessen. Und nicht nur Beschäftigungstherapie.

 

Seien wir ehrlich: Das persönliche Beten, überhaupt die Pflege unserer Spiritualität, da gehört Kunst, Kultur, Nichtstun dazu,  fällt oft unserer unermüdlichen Tätigkeit, unserer Überbeschäftigung zum Opfer.

Wie in den zwischenmenschlichen Beziehungen, dort ist es auch nicht das Wahre, machen wir es auch in der Freundschaft mit Jesus Christus: Wenn es stressig wird, wenn die Zeit knapp ist, sparen wir die Beziehungspflege ein, lassen wir die Kommunikation verarmen, …

Und dann wundern wir uns, wieso unsere Bemühungen ins Leere laufen…

Wir benötigen unbedingt den Austausch mit Gott, so bekommen wir Energie, Ideen, Ausdauer, …

Mit Sport und Bewegung ist es auch ganz ähnlich.

 

Unsere gesamte Tätigkeit nützt nichts, wenn die Richtung nicht stimmt.

Vielleicht kennen Sie noch den Ausspruch der ersten Motorradfahrer in den späten 50er- Jahren: Halbstarke hat man sie genannt: Wir wissen zwar nicht, wohin wir wollen, aber dafür sind wir umso schneller dort …

 

Und dann gibt es noch eine dritte Ebene, eine Schieflage, die hier durch Jesus zurechtgerückt wird. Maria tut etwas, was zwar im Jünger- und Jüngerinnenkreis um Jesus üblich geworden war, was aber für das damalige und auch das heutige Judentum in seiner orthodoxen oder ultraorthodoxen Form unerhört ist: Sie sitzt zu Füßen des Rabbi, das ist die Position des Rabbinerschülers, des Jüngers. Sie hört den Ausführungen des Meisters zu und diskutiert vielleicht nicht heute, aber später mit. Und Schüler/in eines Rabbi zu sein hat ein Ziel: selber einer zu werden, zu lehren, schriftkundig zu sein.

Vielleicht erinnert sich jemand an den Film „Yentl“ – die Tochter eines Rabbiners, die sich als Mann ausgibt, um selber Rabbi zu werden. Unnachahmlich dargestellt von Barbra Streisand.

Im orthodoxen Judentum dürfen Frauen die Hl. Schrift nicht lesen und auch die Torarolle nicht berühren – denn da drin ist Gott anwesend, und Frauen sind – unrein.

 

Die große Schwester Marta verhält sich umgekehrt genau so, wie es von der vorbildlichen jüdischen – und auch Jahrtausende lang christlichen – Hausfrau erwartet wurde (und wird).

 

Wenn Jesus jetzt das Verhalten Marias als vorbildlich lobt und Marta freundschaftlich tadelt – so in der Art – geh Marta, jetzt kennst mi schon so lang, denk do amal nach – dann rückt er die Rolle der Frauen zurecht – in die Richtung, wie es Gottes Absicht besser entspricht.

Der Platz der Frau ist laut Jesus im Kreis der Jünger/innen, bei der Theologie, in der Diskussionsrunde, dort wo Gesetze gemacht werden, denn genau das geschah unter Schriftgelehrten und Gesetzeslehrern, sichtbar und hörbar in der Öffentlichkeit. Nicht wie die Stammmutter Sara, die noch vom Zelt aus zuhört …

Es soll eine Aufmunterung für Marta sein und für alle Frauen, die heute noch im orientalischen Bereich es allzuoft für normal, gottgegeben halten, sich mit dem privaten Bereich, mit Küche und Haushalt zu begnügen. Sondern das Bessere, ein besseres Los, zu wählen.

Jesus zeigt Gottes Menschenfreundlichkeit und Gerechtigkeit.

Und ich wünsche uns, Ihnen und mir, dieser zu vertrauen, sie annehmen zu wollen.

Bei der heutigen Maiandacht beim Bannholzkreuz im Haibacher Wald zum Thema “Maria, die Königin” habe ich diese alte Legende erzählt:

 

Der tanzende Gaukler

 

Es war einmal ein Gaukler, der tanzend und springend von Ort zu Ort zog. Aber plötzlich war er das Herumziehen leid. Er verschenkte alles, was er besaß, und ging zu Mönchen, die in einem französischen Kloster lebten. Aber weil er bis dahin sein Leben mit Springen, Radschlagen und Tanzen zugebracht hatte, war ihm alles fremd, was die Klosterbrüder machten: Er konnte nicht beten und auch keine religiösen Lieder singen. So ging er stumm umher, und wenn er sah, wie sie alle aus frommen Büchern lasen, während der Messe im Chor mitsangen und viele Gebete sprechen konnten, stand er dabei und schämte sich …

In seinem Gram flüchtete er eines Tages in eine abgelegene Kapelle. „Wenn ich schon nicht zusammen mit den Mönchen beten kann”, sagte er vor sich hin, „so will ich tun, was ich kann.”

Er zog sein Mönchsgewand aus und stand da in seinem bunten Röckchen, in dem er als Gaukler umhergezogen war. Und während er die Lieder der Mönche hört, beginnt er mit Leib und Seele zu tanzen – vor- und rückwärts, linksherum und rechtsherum. Mal geht er auf seinen Händen durch die Kapelle, mal überschlägt er sich in der Luft und springt die kühnsten Tänze, um Gott zu loben. Er tanzt ununterbrochen, bis ihm der Atem stockt und seine Beine nicht mehr können.

Als er sich erschöpft auf den kühlen Steinboden der Kapelle legt, um ein bisschen auszuruhen, geschieht etwas Seltsames: Die Marienstatue neben dem Altar wird lebendig, löst sich, setzt ihr Kindlein ab, tritt zu dem Gaukler und trocknet ihm mit einem Tüchlein die schweißnasse Stirn.

Dann nimmt sie das Jesuskind wieder in die Arme, steigt zurück auf den Marmorsockel und steht da wie zuvor.

Ein Mönch war ihm gefolgt und hatte durch ein Fenster seine Tanzsprünge gesehen und heimlich den Abt geholt. Am anderen Tag ließ der Abt den tanzenden Bruder zu sich rufen. Der Arme erschrak zutiefst und dachte, er solle bestraft werden. Also fiel er vor dem Abt nieder und sprach:

„Ich weiß, Herr, dass ich hier nicht mehr bleiben kann. So will ich freiwillig ausziehen und wieder in Geduld die Unrast der Straße ertragen.”

Doch der Abt verneigte sich vor ihm, und sprach: „In deinem Tanz hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Uns aber möge Gott alle Worte verzeihen, die uns über die Lippen kommen, ohne dass unser Herz sie sendet.”

 

 

 

7 Teilnehmerinnen kamen gestern zum Thema “Maria und wir”.

Ich konnte gar nicht alle Programmpunkte abhaken, weil es seit Beginn Diskussionen gab – Fragen, Erörterungen, … biblische Auskünfte wurden erbeten, und nach einer guten Weile zeigte ich 10-15 Minuten eines Films über Medjugorje.

 

Da war das Interesse und auch die Begeisterung groß.

Um 21.10 endete ich also mit dem inhaltlichen _Teil, und es wurde eine Stunde lang gejausnet.

 

Ein gelungener, ergiebiger Abend!

Frage; Wart ihr schon einmal – oder öfter? – in Medjugorje? Teilt doch eure Erfahrungen, Gedanken … mit!

Der nächste FrauenGenussAbend in Haibach findet am 11. Juni statt zum Thema “Sommerfreuden” – Erholung oder Mehrarbeit …