Predigt                                                                             

 

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

 

 

Diese Seligpreisungen – mit diesem „selig“ ist gemeint: Freut euch! Freut euch, wenn…

Wer hat sich etwas von dem gemerkt, wann sollen wir uns freuen?

 

Arm, verfolgt, wenn wir Frieden stiften…barmherzig sind, keine Gewalt anwenden…

 

Das ist aber eigenartig.

Normalerweise haben wir ganz andere Ziele.

Wir wünschen einem Menschen alles Gute, das Beste, Glück – Erfolg, Gesundheit, Wohlstand, Ansehen, dass er oder sie die Talente entfalten kann, Freunde…

 

Dieses glücklich sein als Christ…

Das geht über das Normalmenschliche noch hinaus.

Es gibt noch mehr, möchte Jesus in der Bergpredigt sagen.

Das menschlich Erwart- und Wünschbare, das Durchschnittliche, das was gesellschaftlich etwas gilt, ist nicht das, was im Grunde und im letzten glücklich macht. Wieviele Menschen haben alles, Reichtum, Haus, Familie, gute Arbeit… und sind nicht glücklich,

Ja, Gott will, dass wir Menschen glücklich sind.

Er will, dass wir uns für das Gute und Wahre, für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Für uns selber und für andere.

Wenn wir das tun, sind wir selig gepriesen.

Aber genau da, wenn wir so sind und uns als engagierte Christen bewähren wollen, da können wir nicht gleichzeitig die heile Welt im Kleinen nur haben, da geht es nicht ohne Streit und Schwierigkeiten, Verfolgung, Anstrengung… Das geht nicht, wenn wir im bürgerlichen Sinn unsere Ruhe haben wollen…

 

Gottes Ordnung ist eine ganz andere als die der Menschen. Als Christen gehören wir eigentlich zu dieser Ordnung Gottes dazu, da gelten andere Gesetze – Gesetze nicht im Sinn von Vorschriften, sondern von Naturgesetzen oder geistlichen Gesetzmäßigkeiten. Und in diesem Sinn ist Dieser Text aus dem Evangelium das neue Gesetz, Jesus steigt auch wie einst Mose bei den 10 Geboten auf einen Berg…

 

Glücklich sein – das können wir aber haben, das schenkt uns Gott, obwohl – oder vielleicht sogar weil – wir uns jede Menge Probleme einhandeln.

 

Die großen Heiligen die werden normalerweise zuerst seliggesprochen – und wenn wir sie so anschauen: die waren glückliche Menschen. Nicht reich, anerkannt, gesund… – aber glücklich. Sie haben den tiefsten Sinn ihres Lebens erfüllt.

Franziskus von Assisi.

 

Ein Irrtum ist noch aufzuklären: Jesus spricht hier nicht über das Jenseits, das Leben nach dem Tod.

Seine Botschaft gilt den Lebenden. Es ist Frohbotschaft für uns und unser Leben jeden Tag.

 

Als ich in St. Pölten mich in der Basisbewegung eingesetzt habe, war ich glücklich. Ich wusste genau, dass ich keine Anstellung bekomme.

 

Aber ich spürte und wusste genau, so ist es richtig. Und das hat mir ungemein viel gegeben.

 

Ich möchte Sie ermutigen, sich zu erinnern: Wann haben Sie so eine Erfahrung gemacht: dem vordergründig Schönen zum Trotz das Richtige gemacht …? Den schwereren Weg gewählt…?

 

Ich habe vor vielen Jahren einen Spruchkalender mit Grafiken gehabt. Auf einem Blatt stand: Der Weg des geringsten Widerstandes ist … nur … am …Anfang …asphaltiert.

Liebe Brüder und Schwestern, wieviel geht in Politik und Wirtschaft, Umweltschutz, … aber auch in Schulen, in Familien und überall schief, weil Menschen einfach das machen, was leichter geht- statt das Richtige?

 

Jesus vertritt mit seinen Seligpreisungen also nicht eine abgehobene exotische Lehre, sondern einen höchst vernünftigen Ansatz, der das Leben hier und jetzt auf diesem Planeten auf lange sich einfacher und die Bewohner tatsächlich glücklicher machen würde.

 

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