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Freude.

Freude – das ist das Wort, das ich vom Evangelium noch im Ohr habe. Das zentrale Wort.

Freude ist es, die Gott empfindet, sagt uns Jesus durch die Gleichnisse, wenn Verlorene wiedergefunden werden. Oder besser sich finden lassen. Gott weiß ja, wo wir sind.

Aber wir laufen irgendwohin, Menschen begeben sich irgendwohin, wo sie es mit Gott bitte nicht zu tun bekommen.

Warum?

Wahrscheinlich, weil sie nicht ahnen, wie Gott wirklich ist.

 

Vielleicht, weil ihnen die überschwängliche Liebe Gottes unheimlich ist irgendwie – Menschen begreifen oft allzu genau, was sie verdient hätten – bei einem Gott, der wie der strengste aller Oberlehrer oder der wachsamste aller Polizisten wäre.

Oder wie ein unbestechlicher aber unerbittlicher Richter, so wie der ältere Sohn im Gleichnis es vom Vater erwarten würde, ja wie es auch der jüngere erwartet, als Tagelöhner unter Umständen noch, das ist vielleicht drin…

 

Die älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die Buß- und Beichterziehung. Da war auch die Rede von „Sündenstrafen“ …

Bemerkenswerterweise finden wir in den Evangelien, in der Lehre Jesu nichts dergleichen, nicht einmal annähernd.

Lässt der Hirte das verirrte Schaf, nachdem er es gefunden hat, zur Strafe etwa 2 Wochen nichts fressen oder so? Natürlich nicht, Wäre auch irgendwie blöd.

 

Der Sohn bekommt unverzüglich ein Bad, neue Kleider und Schuhe, den Siegelring als beglaubigter Erbe – und ein Festmahl ist angesagt.

 

Wir tun uns oft genauso schwer damit wieder ältere Sohn im Gleichnis.

Unsere Vorstellungen werden von Gottes Verhalten ausgehoben, überboten – Wenn Sünden vergeben sind – und die einzige wirkliche Sünde, das Wort kommt ja von absondern, besteht darin, Gott zu fern zu sein, zuwenig zu vertrauen.

Dabei ist Gott wirklich so: Sobald wir wollen, sind wir wieder ganz nahe bei ihm – ohne Wartezeit. Ohne Bußübungen. Ohne Vorbedingungen. Einfach so. Gratis. Gnadenhalber.

 

In Purgstall an der Erlauf in NÖ steht am Rand der Durchzugsstraße eine riesige Plakatwand mit wechselnden religiösen Texten. Im Frühsommer stand zu lesen: Mensch, warum vergisst du mich? Gott.

 

Wir dürfen uns Gott, Jesus hat ihn so verkündet, wirklich vorstellen wie einen, der uns nachgeht und auf die Schulter tippt: He, hallo, bemerkst du mich eigentlich?

 

Eine Reihe meiner Vorfahren und jetzigen Verwandten haben Gasthäuser, sind Wirtsleute. Ich durfte auch in den Ferien als Kind mithelfen.

In einem Gasthaus ist grundsätzlich jede/r willkommen. OK, wer randaliert, bekommt Lokalverbot. Wer anderen Gästen den Aufenthalt vergrausigt.

Aber kein Wirt käme auf die Idee, von vornherein Regeln aufzustellen, die manchen Menschen vom Gasthaus fernhalten – da würde der Betrieb langsam zurück- und mit der Zeit ganz eingehen.

Im Gegenteil machen gute Wirte aktiv Werbung, um neue Gäste zu gewinnen.

Und was besonders wirkt, ist die Mundpropaganda – wenn es wo gut ist, das Essen, die Atmosphäre stimmen, man sich wohlgefühlt hat, dann kommt man wieder, empfiehlt weiter, nimmt andere mit.

 

So eine Pfarrgemeinde wünsche ich mir.

 

Aber nicht für uns – denn der Gastgeber ist ja eigentlich Jesus, einladen tut Gott.

Wir hätten für die Feier heute kein geeigneteres Evangelium aussuchen können.

Jesus ist zu allen Menschen gekommen, mit allen möchte er es zu tun bekommen, gerade auch mit den Fernstehenden, mit denen ganz am Rand der Gesellschaft.

Es ist klar, dass es dem inneren Kreis in der Pfarre, den Pfarrgemeinderäten, Ehrenamtlichen und denen, die die Gottesdienste mitfeiern, gut gehen soll, und zwar möglichst gut – aber:

damit wir die Energie bekommen, auf die da draußen zuzugehen und bei ihnen die gute Nachricht bekannt zu machen, dass sie unendlich wertvoll sind und von Gott geliebt.

 

 

 

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

 

Aha, möchte Jesus etwa, dass wir unsere Familien nicht mehr wichtig nehmen, dass wir zwischenmenschliche Liebe geringschätzen usw.? Oder wie sollen wir das heutige Evangelium verstehen?

Auf jeden Fall dürfen wir davon ausgehen, dass es sich um ein Evangelium, um FROHE BOTSCHAFT handelt. Und nicht um Drohbotschaft, etwas Negatives oder Furchtbares…

Zur Zeit Jesu – ein orientalisches Land des Altertums – war Familie ALLES. Maßgebliche Lebensgrundlage, Basis von allem. Ohne Familie ging nichts, war eine einzelne Person nichts, man kam nicht aus.

Jesus hat ja selber Anstoß erregt, weil er alleinstehend lebte, sich aus seinem Familienverband gelöst hat – und die JüngerInnen zum gleichen veranlasst, ermutigt hat.

Familienbindungen können aber auch in unserer Zeit dem Heil des Menschen, dem Guten, einer guten und heilsamen Entwicklung durchaus entgegenstehen.

Und da brauchen wir nicht zum Extrembeispiel der Mafia zu gehen, wo die famiglia das gesamte Leben bestimmt und anordnet, kontrolliert…

Da leuchtet uns ein, dass Familie auch etwas Schädliches sein kann.

Oder die Familienfehden, die durch Zuwanderer aus Türkei, Bosnien und Serbien in unser Lsnd getragen werden, wo im Namen der Familienehre Menschen ermordet werden, weil sie sich nicht fügen wollten – dem, was familienüblich ist, jemand anderen heiraten, Mädchen einen Beruf lernen, der ihnen Freude macht, Frauen sich scheiden lassen usw. –

Es gibt weit subtilere Formen familiärer ungesunder Einflussnahme.

Wir kennen die Witze über ewige Junggesellen, die als Muttersöhnchen nie selbständig werden können oder dürfen, nicht heiraten oder keinen eigenen Hausstand gründen, das Leben nicht selbst in die Hand nehmen. Ich hatte selber eine Tante, die es nicht hinterfragt hat, dass ihr die Mutter 2 x verboten hat, mit einem jungen Mann, den sie kennenlernte, auszugehen geschweige an eine Heirat zu denken.

Oder die krankhaften Abhängigkeiten, die häusliche Gewalt schafft – da ist es tatsächlich nur möglich, zum Glück zu gelangen jenseits und außerhalb von Vater und Mutter, Geschwistern und Ehegatten.

Froh- und freimachende Botschaft ist es, wenn solchen Menschen endlich jemand sagt: Deine Familie ist nicht die letzte Instanz. Es gibt Wichtigeres und Richtigeres, als dein Vater, dein Ehemann sagt. Die Familientraditionen sind nicht unumstößliche Lebensnorm für immer und ewig.

Der oberste Herr – ja, und es ist wieder verfänglich, von Gott als vom Herrn zu sprechen – also oberste und letzte Instanz ist woanders ist die Mutter, der Papa, Freund und Freundin der Menschen im Himmel …

 

Und beim Besitz ganz ähnlich.

Wo es ums Geld geht, vergessen Menschen mitunter sehr rasch, wo die oberste Norm läge.

Und wenn wir versucht sind, dabei gleich an die ganz Großen in Wirtschaft und Politik zu denken, die lieber die Lebensgrundlagen der Menschheit zerstören, Stichwort Amazonas, als zuzugeben, dass ihr Konzept falsch ist, dass sie sich geirrt haben und statt auf den großen Luxus zu verzichten, ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis:

 

Ich stamme aus St. Pölten.

Viele Studenten fuhren täglich mit dem Zug nach Wien oder Krems zum Studieren, wozu man eine Freifahrtsausweis bekam.

Andere wohnten in einem Studentenheim, dann hatte man kein Recht auf die Freifahrt.

Eine Freundin aus der gleichen Jugendgruppe der Pfarre ging auf die Pädak nach Krems und wohnte unter der Woche auch dort. Ihr Vater, angesehener Geschäftsmann und Pfarrkirchenrat, hielt es für selbstverständlich, dass seine Kinder – meine Freundin hatte noch drei Geschwister – die Freifahrt beanspruchten. So hammas auch wieder nicht, dass wir nicht nehmen würden, wo sich uns etwas bietet, war sein Motto.

 

Ein bisschen tricksen da, ein kleiner Vorteil dort …

Man bekommt schließlich nichts geschenkt … Oder?

Dies Grundhaltung, die dahintersteckt, ist leider wirklich ein Mangel an Vertrauen Gott gegenüber.

Doch, möchte ich behaupten, wir bekommen etwas geschenkt. Und zwar alles und immer.

 

Liebe Brüder und Schwestern, für das Reich Gottes schenkt uns Jesus das große Vertrauen in Gott und die gewaltige Erleichterung, dass nicht Staatsformen, Religionsoberhäupter, Clanchefs, gesellschaftliche Traditionen oder Wirtschaftsbosse … das letzte Wort haben, sondern dass dieses nur Gott zukommt, der über ihnen steht.

Nehmen wir uns eine Minute Zeit der Stille und lassen wir dies auf uns wirken.

Kann sein, dass wir da und dort ein Aufatmen hören in unserer Kirche.

 

Auch das Nachdenken über Gott, über den Glauben, über biblische Zusammenhänge, über kirchliche Strukturen … ist eigentlich BETEN. Theologie ist eine Form des Betens.

Manchmal haben wir nicht diesen Eindruck, und viele TheologInnen werden sofort ihre Meinung kundtun: nein, sicher nicht.

Kann sein, dass jemand auch von außen über diese Themen nachdenkt oder forscht, z. B. um einen Zeitungsartikel zu schreiben …

Es gibt einen „Trick“ dabei, wie solches Nachdenken, wie theologisches Tun zum Gebet wird:

WENN WIR ES VOR GOTTES ANGESICHT TUN,

d. h., wenn wir uns vor oder während des Nachdenkens, der Beschäftigung mit einschlägigen Themen bewusst sind, dass Gott da ist und unser Tun bemerkt, ja wahrscheinlich oder sogar sicher unterstützt, fördert, uns zur Erkenntnis verhilft, unsere Gedanken in hilfreiche Bahnen lenkt.

Dann ist es Theologie. Nachdenken, was mein Leben mit Gottes Botschaft zu tun hat oder zu tun haben könnte, sollte, dürfte …

das Leben aus dem Glauben, im Licht des Evangeliums deuten – das ist Theologie.

 

Probiert es aus!

 

PS.: Natürlich steht nichts dem im Wege, dass wir über das, was wir gedacht oder erforscht haben, mit Gott ins Gespräch kommen …

Das wäre dann unmissverständlich und eindeutig und ausdrücklich „Beten“.

Ignatius von Loyola schreibt, Menschen, die Exerzitien machen,sollten in der Gebetszeit eine Bibelstelle „betrachten“. Eine Begebenheit aus dem Evangelium sich so vorstellen, als ob man selber dabei wäre und eine der angegebenen Rollen dabei übernehmen.

Heute würde man sagen: Stell dir vor wie Jesus z. B. heilt oder predigt, wie einen Film, in dem du auch in irgendeiner Rolle (die du dir aber aussuchst!) mitspielst.

Über die dabei entstehenden Gedanken und Gefühle, Erkenntnisse, Eindrücke usw. komm anschließend mit Gott oder Jesus ins Gespräch …

 

Zu Beginn deiner Gebetszeit bete das Vorbereitungsgebet:

 

Herr, öffne mir die Augen,

mach weit meinen Blick und mein Interesse,

damit ich sehen kann,was ich noch nicht erkenne.

 

Herr, öffne mir die Ohren,

damit ich dein Wort nicht nur höre,

sondern verstehe,

was du mir sagen willst.

 

Herr, gib mir ein großzügiges Herz,

das sich deinem Wort überlässt

und zu tun wagt,

was es noch nicht getan hat.

Eines weiß ich ganz sicher: persönlich, von Du zu Du, zu beten, mit Gott/Jesus zu sprechen, ist das Notwendigste, das wir tun können.

Ich bin heute sehr dankbar, da geht es besonders leicht.

Auch wenn es uns sehr schlecht geht, wenn wir Unrecht erleiden oder uns in einem Streit befinden, dann wenden wir uns gern an eine „höhere In stanz“, um Recht zu bekommen … oder wenn es Schwierigkeiten gibt.

 

Aber das konsequente, regelmäßige, tägliche Kontakt halten, auch und gerade inmitten von Belanglosigkeiten, in der Normalität, wo scheinbar alles in Ordnung ist, wo alles normal abläuft, wo unser Leben frei von den großen Gefühlen ist … da vergessen wir leicht, auch ich.

Gott aber will unser Partner sein, unser Freund in allen (ALLEN!) Lebenslagen und unter allen Umständen.

In seinen Augen gibt es Belanglosigkeiten gar nicht, weil jede/r von uns unendlich wertvoll ist in jedem einzelnen Augenblick

Liebe alle, ich trete am 1. September eine neue Stelle an und muss das lang geplante Seminar „Natur erleben – Gott/Göttin finden“ aus diesem Grund absagen.

Bei Interesse (mindestens 3 Anmeldungen) finden wir einen neuen Termin.

Sonst bitte weiterhin meine Websitelesen, nächsten Sommer kann ich diese Veranstaltung auf jeden Fall einplanen.

Predigt                                       Christi Himmelfahrt 2019 Aschach

 

Liebe Brüder und Schwestern!

 

Winnetou, Old Shatterhand, Robin Hood, Aeneas, Odysseus, König Artus, Johanna von Orleans, Gandhi, Friedrich Bonhoeffer, Sophie Scholl, Harry Potter, Mutter Teresa … Bischof Erwin Kräutler …

Echte Personen und erfundene Gestalten –

Was haben sie gemeinsam?

Sie sind unter Umständen das, was wir als Helden oder Heldinnen bezeichnen können.

Was sind Helden?

Sie setzen sich unbedingt für das Gute ein. Für Schwächere, für Gerechtigkeit.

Oft gegen eine Übermacht, gegen den Widerstand der Mächtigen, nehmen Verfolgung und Unbequemlichkeit, Mühe … unbeirrt in Kauf, haben einen guten Charakter, Gerechtigkeitssinn, sind hilfsbereit, sozial eingestellt, geben das Äußerste für ihre Ideale, und die sind sehr hoch.

Vorbilder, Originale, nicht erreichbar, man fühlt sich sicher, wenn sie da sind. Man empfindet es als tragisch, wenn se sterben, wenn sie nicht mehr sind.

 

So in diese Richtung etwa haben sich die Menschen zur Zeit Jesu den Messias erhofft.

Jesus ist durchaus in vielem so gewesen als Mensch auf der Erde.

Aber eben noch viel mehr, er hat den Rahmen gesprengt.

Bei der Himmelfahrt – oder wie wir das, was in Lesung und Evangelium geschildert wird, nennen wollen, geht er noch ein letztes Mal über menschliche Maßstäbe und Erwartungen hinaus.

 

Himmelfahrt – das ist ein Abschied. Ein menschenfreundlicher Abschied. Vorsichtig, behutsam, nach und nach.

Jesu, der Auferstandene, zeigt sich immer und immer wieder den Jüngerinnen und Jüngern.

40 Tage ist keine Zeitangabe, sondern 40 ist die biblische Zahl der Vollkommenheit. Der Abschied, die Phase der Umstellung auf das Neue, dauert genau so lang, wie es gut ist. Eine ideale Zeitspanne. Bis alle Jünger so weit sind und es packen. Trauer und Überraschung und Schock und alte Erwartungen verarbeitet haben.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren: Jesus hätte es gern schneller, er hätte uns Menschen gern selbständiger, mutiger, … und er verabschiedet sich zum frühest möglichen Zeitpunkt.

Es entspricht seinem Wesen und dem Wesen Gottes, uns selbständig agieren zu lassen. Er braucht uns nicht zu kontrollieren wie ein misstrauischer Chef. Er vertraut uns wie seinen besten Freunden.

Gott sieht uns allezeit, aber er schaut uns voll Liebe an wie eine Mutter, die die Fortschritte ihres Kindes beobachtet …

Klopft uns nicht gleich auf die Finger, wenn wir etwas falsch machen, lässt uns die Folgen ausbaden, aber unterstützt uns dabei.

Und nie entzieht er uns das Vertrauen …

 

Jesus handelt auch wie optimale Pädagogen: Er zeigt den Jüngern alles, er lehrt sie alles, er sagt: Was ich tue könnt ihr ebenfalls, und sogar noch Größeres …

Sie waren auch immer wieder ohne ihn, selbständig unterwegs, haben verkündet, geheilt, Wunder gewirkt.

Jesus hat die Seinen zur größtmöglichen Selbständigkeit erzogen.

 

Die allzu Zaghaften tröstet er mit der Zusage: ich bin eh bei euch…

Wir brauchen seine Freundschaft, wir brauchen das: zu fragen: was hätte Jesus gesagt, was würde er in einer bestimmten Situation tun, wie würde er entscheiden …

Da könnte sich die Kirche ein gutes Stück abschneiden: Entscheidungen, die von Angst oder Kontrolle, von Vertrauensverlust oder -verweigerung bestimmt werden, kommen ganz sicher nicht vom Heiligen Geist.

Wartet, bis der Heilige Geist euch erfüllt – wartet mit Entscheidungen, bis ihr das ganz deutlich spürt …

 

Aber dann nichts wie los.

 

 

ein Text von Marianne Williamson (aus dem Buch: Rückkehr zur Liebe), den ich bei der Segnung der Täuflinge am Samstag ausgesucht habe:

 

Wir sind dazu bestimmt zu leuchten

 

Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind,
unsere tiefgreifendste Angst ist,
über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.
Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit,
die uns am meisten Angst macht.

Wir fragen uns, wer ich bin,
mich brillant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen?
Aber wer bist Du, Dich nicht so zu nennen?

Du bist ein Kind Gottes.
Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt.
Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich so klein zu machen,
dass andere um Dich herum sich nicht unsicher fühlen.
Wir sind alle bestimmt, zu leuchten, wie es die Kinder tun.
Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist,
zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem einzelnen.

Und wenn wir unser Licht erscheinen lassen,
geben wir anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

 

Hier die 2. Besinnung von meinem Bußgottesdienst:

 

Stolperstein

 

Im Finsteren kann man über so einen Stein, wenn er im Weg liegt, leicht stolpern und zu Fall kommen.

Habe ich anderen Steine in den Weg gelegt?

Füge ich jemandem absichtlich Schaden zu?

Hätte ich einem Mitmenschen, Kollegen, dem Partner, Kind, … das Leben ohne besondere Mühe leichter machen können – oder mir selbst?

Bin ich schadenfroh, wenn jemand ins Stolpern gerät, seine Ziele nicht erreichen, seine Träume nicht verwirklichen kann?

 

Wie gehe ich mit Hindernissen und Störungen in meinem eigenen Leben um? Werde ich schnell mutlos und gebe ich auf?

Werde ich zornig und schiebe die ganze Schuld auf andere?

Wenn ich etwas falsch mache: Bessere ich den Schaden aus, entschuldige ich mich? Oder denke ich: ist sowieso egal – und stelle jede weitere Anstrengung ein?

 

Kann ich aus Fehlern und Unglücksfällen lernen?

 

Wie ist das eigentlich mit Gott?

Lege ich ihm Steine in den Weg? Wieviel Nebensächlichkeiten verbrauchen meine Zeit und Energie und verbauen Jesus den Weg zu meinem Herzen?

Wie groß ist mein Vertrauen?

Bin ich offen für die Anregungen des Heiligen Geistes?

 

 

Kennt ihr auch Menschen, die über ihr Kontrollverhalten Macht ausüben, anderen die Kraft rauben? Aufdringlich sich selbst zum Maßstab machen und andere abwerten?

Wenn man sie fragen würde, sie wären felsenfest davon überzeugt, friedliebend, geistig, spirituell hochstehend, hilfsbereit und was weiß ich noch zu sein.

Jesus war immer wieder mit solchen Menschen konfrontiert.

Sie wussten genau, wie er sich hätte verhalten sollen.

Sie waren“die Guten“, auf jeden Fall.

Pharisäer, die sich das Recht herausnahmen, über andere zu urteilen.

 

In letzter Zeit war ich mit dergleichen belastet.

Heute kam ich erst drauf, dass es so sein musste. Auch ich merke sowas nicht immer sofort.

Zum Glück kenne ich eine bewährte Methode, die hilft:

 

Stell dir ein Körbchen vor, ganz plastisch. Setze die betreffende Person in deiner Vorstellung hinein, und bitte dann Gott, diesen Menschen in Empfang zu nehmen. Zu übernehmen, zur weiteren Behandlung und Fürsorge.

Wirf das Körbchen in hohem Bogen in das nächste große fließende Gewässer (von hier aus ist es die Donau).

Sie in Gedanken, wie es da schwimmt, wie die Person vom Fluss des Lebens mitgenommen, weitergetragen wird.

Freue dich, dass du ihn/sie los bist. Du bist nicht zuständig für diesen Menschen, und er/sie ist in den besten Händen.

Spüre die Freiheit, danke.

 

Es war ein Genuss, die anschließende Freiheit und Erleichterung zu spüren.