Gestern früh wurde ich von einer Familie angerufen, deren 96jährige Mutter im Sterben liegt. Sie hätte gern die „Letzte Ölung“ gehabt, hieß es…

Geht nicht, Corona, wir dürfen nicht ins Haus …

Am gleichen Tag, mehrere Stunden später, Witwe und Tochter eines jüngst Verstorbenen – zu früh, Krebs, …

Wieder diese Klage: Nicht einmal beim Sterben durfte jemand dabei sein.

Und jetzt reicht es mir.

Sich Fernhalten von alten Menschen, ja. Weil DIESE auf diese Weise geschützt werden sollen vor Ansteckung.

Welche Rolle spielt es, wenn jemand in der Sterbestunde (!) noch mit Coronaviren in Kontakt kommt?

Da hat jemand nicht gründlich nachgedacht. Vielleicht auch überhaupt nicht.

Seid mir nicht böse, aber das ist der helle Wahnsinn!

Buchempfehlung:

Wolf Dieter Storl: Wir sind Geschöpfe des Waldes. Warum wir untrennbar mit den Bäumen verbunden sind.

Ich habe jetzt ca. drei Viertel des Buches gelesen, habe es auch schon einmal verschenkt.

Sehr inspirierend, unterhaltsam, lehrreich, … ja: hilfreich auch.

Geht in den Wald. Schaut euch um. Genießt die Farben, Gerüche,Geräusche, … Geschmäcker: viele Blätter, gerade wenn sie noch ganz jung sind, können wir als Salat essen. Buche, Birke, Haselnuss, ein paar Tannen- und Fichtenwipferl.

Die seelische und körperliche Gesundheit wird es uns danken.

Haben Sie einen Blumentopf bei sich zu Hause stehen – oder einen Baum oder Strauch im Garten – oder kaufen Sie, wünschen sie sich immer dieselben Blumen im Strauß?

Bei mir war es einige Jahre ein Marillenbaum, den ich in Braunau/St, Franziskus an der Pfarrhofmauer gepflanzt hatte. Eine „alte Kulturorte“ war es, 2005 im Mai wurde der Baum von der besonderen Gärtnerei gebracht und eingesetzt.

2007 truf er erstmals wirklich viele Marillen.

In den darauffolgenden Jahren hatte ich ausgesprochen großeFreude an dem _baum.

Bis er 2015 Munilia bekam unddaran einging.

2016 oder 2017 wurde er entfernt.

Jetzt trägt der – gesunde – Reststrauch Kriecherl. Gelbe Ringlotten.

Ich wohne nicht mehr dort.

Mir ist es, als wäre mit dem Baum die Lebenskraft gegangen, von Haus und Pfarre und Kirche dort.

Das ist wahrscheinlich übertrieben.

Doch mein Gefühl bleibt.

Heute noch, zu einem Zeitpunkt, an dem ich seit fast 3 Jahren nicht mehr in Braunau lebe.

Schaut auf eure Bäume!

Heute teile ich ein Rezept mit euch.

Brotsuppe

1 mittlere Zwiebel und eine Jungzwiebel klein schneiden, in etwas Butter goldbraun anbraten, Würfel von ca. 2-3 Scheiben alten Schwarzbrotes kurz unter Umrühren mitbraten, mit ca. 1/3 Liter Wasser (oder mehr) aufgießen – oder bis alles mit Wasser bedeckt ist.

Mit einer zerdrückten Knoblauchzehe, Pfeffer, Muskatnuss, Knoblauch und Koriander würzen, etwas Gemüsebrühewürfel dazugeben.

Einmal kurz aufkochen lassen.

Mit dem Pürierstab zu einer cremigen Masse verrühren.

Dann erst ev. noch salzen. Brot ist oft so stark gesalzen, dass man keines mehr hinzuzufügen braucht.

1 Schuss (Stamperlmenge) Weißwein oder Bier verfeinert den Geschmack.

In Teller füllen, 1 El geschlagenes Schlagobers (ev. mit leichtem Stich, das „wegmuss“) oben draufgeben, ev. gebratene Speck- oder Zwiebelringe, Schnittlauch.

Fertig! Köstlich!

Hier der Link zum Online-Symposium: „Es ist an der Zeit. Gesellschaft und Spiritualität.“ 17. – 27. 4. 2020

www.gesellschaft-und-spiritualität.de

Täglich 4 Vorträge bzw. Interviews, gestern ein großartiger Film …

Ermutigend, erfrischend, bereichernd, erneuernd, inspirierend, verändernd …

Schaut euch das an!

Aus dem Veranstaltungstext:

Aufruf an alle Veränderungswilligen:

Vieles ist im Umbruch, und wir stehen sowohl individuell als auch gesellschaftlich vor einer Vielzahl von Herausforderungen. Gleichzeitig gibt es immer mehr Pioniere, die sich ganzheitlichen Lösungsmöglichkeiten und alternativen Ansätzen widmen. Unser Symposium mit den ca. 30 ExpertInnen wird nicht nur die klassischen Bereiche der Gesellschaft wie Politik, Wirtschaft, Bildung und Umwelt, sondern auch die Spiritualität und ihre Integration in die Gesellschaft thematisieren. Wir sind davon überzeugt, dass der Mensch auch spirituelles Wissen vom Leben braucht, um die Ursachen der gesellschaftlichen und individuellen Probleme zu behandeln.
Ronald, Alice und Saskia vom Symposium laden Dich dazu ein, gemeinsam mit BestsellerautorInnen, UnternehmerInnen, WissenschaftlerInnen, Vor- und Querdenkenden und spirituellen LehrerInnen die Frage zu stellen, wie wir die Zukunft gestalten können.

Der „Weiße Sonntag“, unser letzter Exerzitientag. Hier das heutige Evangelium:

Joh 20, 24-29

24 Thomas, der Didymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

25 Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.

26 Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

27 Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

28 Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

29 Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Gedanken dazu – auch für die kommende Zeit nach den Exerzitien:

Gott hat unendlichen Respekt vor unserer je eigenen Persönlichkeit. Kommt uns genau dort entgegen, wo wir es brauchen.

…

Wenn irgendwo Zweifel auftreten oder ich etwas (genau/er) wissen will, frage ich ab jetzt Jesus selbst. Ich kann mich jederzeit an ihn bzw. an Gott selbst wenden.

Egal in welcher Form, mit welchen Worten – Hauptsache, ich tue es.

Nachdem Hiob Gott mit den schlimmsten Anschuldigungen konfrontiert und darauf ausführlich Antwort bekommt, sagt er: „Vom Hörensagen nur hatte ich von dir vernommen. Nun aber hat mein Auge dich geschaut.“ (Ijob 42,5)

Das worauf es ankommt, ist eine persönliche authentische individuelle Gottesbegegnung.

Theologische Bildung, Austausch mit anderen, immer wieder Dazulernen sind wichtig und notwendig.

Aber: Der christliche Glaube ist kein Lehrsatzgebäude, sondern eine Erfahrungsreligion. Nicht ohne Grund wurden wir zu Beginn „Anhänger des neuen Weges“ genannt.

Glaube(n) ist ein Prozess. Machen wir es wie Thomas: Probieren wir aus, treten wir in Kontakt!

Du selbst – und niemand sonst! – bist der/die Experte/in deines Lebens, für deinen Lebensweg.

Nichts und niemand, weder die heiligste Lehre noch die erhabenste Erfahrung eines heiligen Menschen noch die oberste irdische religiöse Instanz kann mir und dir die Entscheidung abnehmen, kann es mir und dir abnehmen, das Leben zu leben.

Wir, jede/r von uns, sitzt an der Quelle. Direkter Kontakt zu Gott ist unser Geburtsrecht und Merkmal als Menschen. Wir dürfen wie Thomas diesen unmittelbaren Kontakt einfordern!

Probiere aus, tritt in Kontakt, sei dabei du selbst!

Noch ein Satz von Ignatius von Loyola zur Stärkung auf dem Weg:

Die wenigsten Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen könnte, wenn sie sich ihm ganz überließen.

Und: Machen Sie Gebrauch vom Chat oder Telefon!

Nach Corona bin ich auch gern für ein persönliches Gespräch erreichbar.

Heute ist der vorletzte Tag.

Bevor morgen zum Abschluss wieder ein Evangeliumstext im Zentrum stehen wird, ist es heute für uns Zeit, innezuhalten und uns den Verlauf der letzten Wochen zu vergegenwärtigen.

Diese Fragen könnte ich stellen:

  • Wann (an welchen Tagen) ist meine Seele besonders in Bewegung gekommen?
  • Welche Texte habe ich besonders liebgewonnen – oder in Erinnerung (vielleicht auch, weil sie mich nicht angesprochen, sondern abgestoßen haben)?
  • Welche Art zu beten, zu meditieren … ist so richtig „meine“ geworden?
  • Gibt es ein Wort, einen Satz, eine Übung, bei dem/der mir „das Herz brannte“, wo ich das Wehen des Heiligen Geistes, die Nähe Gottes gespürt habe?

Es gibt so etwas wie die „persönliche Berufung“. Die geistliche Übung – es kann sich durchaus um eine handeln, die nach außen hin ganz unscheinbar wirkt -, die in mir eine Bewegung auslöst, mich im Tiefsten meines Herzens beschwingt, motiviert, erfreut, tröstet, glücklich macht…, deutet auf dieses Persönliche hin: auf die gottgegebene Einmaligkeit meiner Person.

Ein Beispiel: Aus : Herbert Alphonso: Die persönliche Berufung. Münsterschwarzach 1993, S. 18:

„Du hast lange nicht gebetet. Sag mir: Hast du dich irgendwann in deinem Leben spontan Gott nahe gefühlt … hast du jemals dein Herz angerührt gefühlt und dich selbst in Berührung mit Gott, in Einheit mit Gott?“ Kaum hatte ich die Frage formuliert, da sagte er: „Natürlich, immer wenn ich auf mein vergangenes Leben zurückschaue und sehe, wie gut Gott zu mir gewesen ist, …“ Ich merkte, wie er dabei lebendig geworden war, daß er aus der Tiefe heraus sprach und seine Augen zu leuchten begannen.“

Zur Betrachtung:

Joh 21, 15-19

15 Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! 17 Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Liebst du mich? Er gab ihm zur Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe! 18 Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selbst gegürtet und gingst, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst. 19 Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

Anregung zum Weiterdenken:

Wie fühlt sich Petrus? Er Jesus verleugnet, ist dann wahrscheinlich davongerannt …

Ja, er liebt Jesus … aber seine menschlichen Eigenheiten sind stärker.

Jesus wartet auf seine Entwicklung – und gibt ihm trotzdem den Auftrag gleich.

Joh 21, 1-14

1 Danach offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. [1] 2 Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. 3 Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. 4 Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. 5 Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. 7 Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. 8 Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. 9 Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. 10 Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! 11 Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. 12 Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. 13 Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. 14 Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Jesus sorgt für die Seinen …

Wann begegne ich dem Auferstandenen in dieser Art, dass ich spüre: Er sorgt für mich?

Gebe ich der Versuchung nach, von „glücklichen Zufällen“ zu sprechen?

Was müsste geschehen, dass ich mich traue, seine Anwesenheit bei uns, sein Wirken… zu bezeugen?

Eine weitere Begegnung mit dem auferstandenen Jesus:

Lk 24, 36-49 (Fortsetzung des gestrigen Textes)

36 Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! 37 Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. 38 Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? 39 Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. 40 Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. 41 Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? 42 Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; 43 er nahm es und aß es vor ihren Augen. 44 Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht. 45 Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften. 46 Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen 47 und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem, 48 seid ihr Zeugen dafür. 49 Und siehe, ich werde die Verheißung meines Vaters auf euch herabsenden. Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet!

50 Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. 51 Und es geschah, während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben. 52 Sie aber fielen vor ihm nieder. Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück. 53 Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.

Meine Anregung:

Einfach eine Betrachtung versuchen …

Tipp: Schreiben Sie Ihre Beobachtungen, Eindrücke, Gedanken, Gefühle … (auch in Erinnerung an die Bibeltexte der letzten 3 Tage) heute auf jeden Fall auf!