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Heute ist der Tag der Vorbereitung.

Zwei Überlegungen sind wichtig:

  • Wo ist für mich ein guter Platz im Haus, in der Wohnung, im Freien …, wo ich eine halbe Stunde ungestört bin – wo ich nachdenken, einfach still sein kann, wo mich das Telefon nicht stört, das Haustier nicht … Gut ist es, wenn der Platz die gesamten 30 Tage hindurch der gleiche bleiben kann; aber nur Mut: Experimentieren ist erlaubt! Besser wechselnde Orte – als keiner.
  • Wann ist die optimale Zeit für meine tägliche Übung? Gleich in der Früh? Mitten am Vormittag? Am Abend …? Probieren Sie es einfach aus. Wichtig ist nicht, dass die „Stille Zeit“ immer zur gleichen Stunde stattfindet, sondern DASS sie stattfindet – und dass Sie nicht gestresst sind oder ständig auf dem Sprung…

Dann: Den Platz herrichten: Auf jeden Fall: Bibel, Tagebuch oder Notizblock, Schreibzeug und ev. Malfarben, Kerze, Vase mit Blumen, Lieblingsgegenstand …

Die Tätigkeit des Ordnens und Suchens ist bereits heiliges Tun. Möchten Sie meditativ hinausgehen ins Freie und sich die Zeit nehmen, ein paar kleine Frühlingsblumen zu pflücken?

Wichtig: Wenn mehrere Familienmitglieder an den Exerzitien teilnehmen: Halten Sie Ihre Gebets- und Meditationszeit dennoch jede/r für sich, allein.

Sie können zusätzlich auch gemeinsam beten oder in der Bibel lesen – aber die Beziehung zu Gott, Jesus … die eigene Spiritualität … ist individuell und etwas zutiefst Persönliches.

Wir werden in allen Pfarren ohne Palmprozession, ohne Kreuzweg, ohne Fußwaschung und Feier vom Letzten Abendmahl, ohne Osternachtfeier, ohne Ostereiersuche nach dem Kindergottesdienst am Ostersonntag … auskommen müssen …

Ein Gedanke: Tun wir es im solidarischen Gedenken an unsere verfolgten Glaubensgeschwister im Iran, in Nordkorea, in Saudiarabien oder im früheren Ostblock, die diese Situation oft jahrzehntelang ertragen mussten.

Beten wir in der Zeit, zu der ein Gottesdienst in der Kirche stattgefunden hätte.

Wir werden erfahren: Ohne Osterfeierlichkeiten heißt nicht „ohne Gott“!

Liebe Pfarrgemeinderäte/innen, liebe Pfarrmitglieder, liebe Mitchristen!

Nachdem ich jetzt krankheitsbedingt ein paar Tage ausgefallen bin, ist in der unvorhergesehenen Mehr-Zeit der Stille und des Nachdenkens folgende Idee entstanden:

Ich lade alle herzlich ein, an Online-Exerzitien teilzunehmen.

Ab Samstag, 21. 3. bis zum Weißen Sonntag, 19. April, werde ich jeden Tag einen Impuls (Anregung zum Gebet und einer zusätzlichen geistlichen Übung) auf die Homepages der Pfarren Haid und Pucking sowie auf meine eigene Homepage (www.kostbarleben.jetzt) stellen.

Macht einfach mit; und wer möchte, schreibt mir auch per Mail, dass er/sie dabei ist. In dieser Zeit der verordneten physischen Distanz tut es gut, geistige, spirituelle Verbundenheit zu spüren.

Telefonischer Austausch v. a. wenn Fragen auftreten ist möglich und sinnvoll:

Tel.: 0676 87765305

Mail: dagmar.ruhm@dioezese-linz.at

Meine Beiträge sind täglich ab 5.00 online abrufbar.

Infos zu Exerzitien: Auf Wikipedia oder Kathpedia. Auch unter „Ignatius von Loyola“

Es ist sinnvoll, von Anfang an mitzutun, weil ein geistlicher Prozess, eine persönliche spirituelle Entwicklung, in Gang kommt.

Aber natürlich könnt ihr jederzeit einsteigen!

Ich freue mich auf die gemeinsame Erfahrung!

Dagmar Ruhm

Heute möchte ich dieLinzer Kirchenzeitungvorstellen.

Ab heute gibt es einen Blog, in dem Redakteurinnen über ihre Erfahrungen, über ihr Leben mit „Corona“ schreiben.

Alle Artikel sind aktuell und qualitativ super, theologisch fundiert – nichts Seichtes, Frömmelndes, Abergläubisches … Kirschiges … (wie man es leider in manchen Kirchenmedien antrifft).

Topqualitt, TopmitarbeiterInnen …

Ihr könnt die Zeitung auch abonnieren, sie erscheint jeden Mittwoch, wöchentlich.

Oder in eurer Pfarrkirche kaufen, jede Pfarre hat einige Exemplare zum Auflegen am Schriftenstand.

Hab mir gerade den Auftakt zum diesjährigen Summit von „Pioneers of Change“ angesehen.

Empfehlung von mir: Seid dabei!

Ihr braucht nur „Pioneers of change“ googeln oder Martin Kirchner.

Es ist ein absolut bemerkenswertes Ereignis – zudem, wo die meisten von uns gerade viel mehr Zeit haben als sonst …

14 Tage Interviews zum positiven Wandel, der möglich ist und an vielen Orten weltweit bereits gelebt wird.

Unglaublich – und vorbildlich.

Schaut euch das an!

Hab ein neues Buch zu lesen angefangen.

Eigentlich zur Ablenkung von der Corona-Krise.

Ist nicht gelungen, weil der Inhalt denkbar erschreckend ist, wenn auch andere Themen betreffend.

Wie das Buch heißt?

Marco Politi: Das Franziskus – Komplott.

Genau: Nehmt es als Buchempfehlung. Öffnet die Augen.

Heute hat sich in Pucking spontan ein Studentenpaar gemeldet, um Besorgungen für Menschen zu übernehmen, die zu einer Risikogruppe gehören oder selber nicht fortgehen können.

Wer hat Zeit und könnte sich das überhaupt vorstellen? Am eigenen Wohnort z. B … Melden Sie sich bei der Gemeinde oder Pfarre!

Predigt                        3. Fastensonntag 2020

Liebe Brüder und Schwestern!

Unglaublich –

Ausgerechnet mit der, mit der niemand in der Stadt viel zu tun haben will, spricht Jesus.

Gerade mit einer, die gescheitert ist mit ihrem Lebensentwurf, und das bereits fünf Mal, 5 Ehen, allesamt nicht gelungen, nicht gehalten, und jetzt in einer schlampigen Beziehung, und das im Orient als Frau – ausgelacht werden ist noch das Mindeste, das ihr passieren kann, darum geht sie auch nicht wie alle anderen Frauen der Stadt, wie die geachteten, am Morgen oder am Abend, wenn es kühl ist, den weiten Weg vor die Stadt heraus zum Brunnen, sondern in der fast unerträglichen Mittagshitze.

Mit der schief Angeschauten, Verachteten beginnt Jesus eine Unterhaltung. Er, der Heilige, der Rabbi, der Sohn Gottes, Gott in Menschengestalt.

Unglaublich, aber wahr.

Unglaublich –

Überhaupt, dass ein jüdischer Mann, noch dazu ein angesehener, ein Rabbiner, Toragelehrter, mit einer Frau auf öffentlichem Platz redet. Das gehörte sich einfach nicht. Und schon gar nicht über Glauben und Theologie. Sich für diese Themen zu interessieren war für eine Frau schon tabu – erst recht eine theologische Diskussion.

Unglaublich für die damaligen Verhältnisse, dass Jesus sie als Gesprächspartnerin ernst nimmt.

Unglaublich, aber wahr.

Unglaublich außerdem: die Juden sprechen doch nicht mit den Samaritern. Handelt es sich doch bei diesen um Glaubensabtrünnige, die sichs leicht machen, nur die fünf Bücher Mose, aber von den hunderten rabbinischen Gesetzen wollen sie nichts wissen – na, dafür lassen wir sie auch nicht in den Tempel in Jerusalem, ins Zentralheiligtum, sollen sie schauen, was sie davon haben, nicht auf uns zu hören, selbständig sein zu wollen. Mit denen wollen wir nichts zu tun haben.

Als ob es ganz egal wäre, wo einer betet, als ob man überall auf der Welt Gott begegnen könnte – wo käme man da hin, …

Unglaublich: Jesus denkt anders. Genau so ist es tatsächlich, sagt er: Und das gilt selbstverständlich in diesen Tagen hier für uns, solange wir nicht in der Kirche zum Gottsdienst zusammenkommen dürfen: Gottes Gegenwart ist nicht an Gebäude, nicht an steinerne Heiligtümer und besondere Orte gebunden. Gottes Anwesenheit ist der lebendige Mensch. Jede und jeder, der/die betet.

Gut zu wissen in der Zeit, wo wir auf die Gemeinschaft in vielen Bereichen verzichten müssen.

Und Jesus sagt noch etwas laut und deutlich zu der Frau im Evangelium: im Geist und in der Wahrheit mit Gott in Kontakt treten, mit aufrichtigem, ernsthaftem Sinn. Dann sieht Gott nicht auf die Person.

Unglaublich, aber wahr ist noch mehr – was das Johannesevangelium da behauptet: Wenn Jesus mit dieser Frau vor den Toren Sychars, die damals als Inbegriff unwerten Menschseins galt, so ungeniert und problemlos spricht, von Du zu Du, sie ganz ernst nimmt, dann lautet die Botschaft:

Jeder und jede, wer er auch sei, kann mit Gott sprechen von Angesicht zu Angesicht, unmittelbar – so verloren und verachtet, so unbedeutend, so gescheitert, geschieden, abgehaust, anrüchig, vorbestraft, in Schuld und Sünde verstrickt, so viel oder so wenig christlich oder katholisch oder religiös oder nicht, oder was immer wir uns da an äußeren missliebigen Umständen ausdenken können -, kann er oder sie gar nicht sein.

Unglaublich, aber wahr: Für Gott sind alle Menschen gleich wichtig und gleich interessant. Wer sich für ihn öffnet, für den ist er da, hat er einen unmittelbaren Zugang.

Und noch etwas:

Die Frau wirkt nach dem Gespräch mit Jesus als Missionarin: Unglaublich: ausgerechnet die. Sie ruft alle zusammen, dass sie selbst erleben, wie dieser da ist, mit dem sie so gute Erfahrungen gemacht hat.

Jesus hat sie ja angenommen vorbehaltlos, wie sie war.

Die Begegnung mit Jesus heilt, richtet auf, beschwingt, ermutigt – und bewirkt Gutes für viele.

Wir sind alle eingeladen, uns an dieser Frau ein Beispiel zu nehmen.

Dies alles können wir nämlich ebenfalls erleben. Alles das gilt – unglaublich, aber wahr, für jede und jeden von uns.

Den ganzen Tag beinahe damit beschäftigt, Termine und Veranstaltungen auf verschiedene Art und Weise in allen möglichen Medien (Homepage 2er Pfarren, Plakate, Mails, WhatsApp, persönlich, Telefon …) abzusagen …

Dachte vorher nicht, dass das so lange dauern und so müde machen kann.

Geschafft.

Ein fast freies Wochenende steht bevor.

Statt Gottesdienst 30 min davor vor der Kirchentür stehen und Leute begrüßen, erklären, warum jetzt kein Gottesdienst stattfindet.

Spazierengehen in der freien Natur.Lesen.Ein letztes Mal ins Fitnessstudio gehen, bevor es für meihrere Wochen schließt.

Wie geht es euch?

Und ab Montag gibt es in den Pfarren gar keine Treffen bzw. Sitzungen, Gruppen, Gottesdienste usw. mehr …

Zumindest bis 3. April.

Bischof Manfred Scheuer ordnet daher für die Diözese Linz Folgendes an:

  • Versammlungen aller Art (in geschlossenen Räumen und im Freien) bedeuten ein hohes Übertragungsrisiko und sind bis auf weiteres abzusagen.
  • Gottesdienste finden daher ab Montag, 16.3.2020 ohne physische Anwesenheit der Gläubigen statt. Doch die Kirche hört nicht auf zu beten und Eucharistie zu feiern. Die Priester sind aufgerufen, die Eucharistie weiterhin für die ihnen anvertrauten Gläubigen und für die Welt zu feiern. Die Gläubigen sind eingeladen, über Medien teilzunehmen (Radio, Fernsehen, Onlinestream …) und sich im Gebet zuhause anzuschließen.

Obwohl diese Regelung erst mit Montag in Kraft tritt, können Pfarrverantwortliche für die Feier des kommenden Sonntags entscheiden, ob sie diese neue Regelung bereits vorwegnehmen.

  • Sämtliche aufschiebbare Feiern (Taufen, Hochzeiten etc.) sind zu verschieben.
  • Begräbnisse sollen im kleinsten Rahmen bzw. außerhalb des Kirchenraumes stattfinden. Das Requiem, bzw. andere liturgische Feiern im Zuge des Begräbnisses, sind auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
  • Weitere Versammlungen (Gruppenstunden, Sitzungen, Sakramentenvorbereitungen, Bibelkreise, Gebetsrunden, Exerzitien …) sind abzusagen. 
  • Kirchen sind zum persönlichen Gebet tagsüber offen zu halten.

Diese Anweisungen sind den Gläubigen verpflichtend am kommenden Sonntag im Gottesdienst, bzw. wenn diese bereits abgesagt wurden, durch Aushang im Schaukasten und über die pfarrlichen Medien mitzuteilen.

Es wird empfohlen:

  • für die Seelsorge Telefondienste in den Pfarren einzurichten, auch die Möglichkeiten der sozialen Medien auszuschöpfen, um mit den Gläubigen in Kontakt zu bleiben.
  • den Parteienverkehr in Pfarrkanzleien nach Möglichkeit auf Telefonate und E-Mail-Verkehr zu beschränken.
  • in der Pfarre ein kleines Team zur praktischen Umsetzung der Anordnungen einzurichten (Ausnahme zur oben genannten Absage von Sitzungen).
  • die bekannten Hygienemaßnahmen unbedingt einzuhalten und allgemein darauf hinzuweisen.

Viele Informationen finden Sie laufend aktualisiert unter https://www.dioezese-linz.at/corona

Es ist uns bewusst, dass dies schwerwiegende Maßnahmen sind, die nicht leichtfertig getroffen wurden. Bei all dem geht es darum, vor allem die Gruppe der alten und kranken Menschen zu schützen, die am meisten gefährdet sind. Die Maßnahmen sind Ausdruck einer recht verstandenen christlichen Selbst- und Nächstenliebe. Wir als Kirche hören nicht auf, für die Sorgen und Nöte der Menschen in verantwortungsvoller Weise da zu sein, für sie zu beten und die Eucharistie zu feiern, gerade in dieser schwierigen Situation.

Die Aussage des Seelsorgeamtsleiters der Diözese Bozen-Brixen, Reinhard Demetz, verdeutlicht vielleicht unsere Bemühungen: „Im Rückblick wird mir klar, dass die Schritte, die hier bei uns vor drei Wochen eingeleitet wurden, auch kirchlicherseits viel zu zögerlich waren. Ich würde allen anraten, sich für drastische und beherzte Maßnahmen einzusetzen, um die Verbreitung des Virus auch wirklich zu verlangsamen.“