Schule der Kostbarkeiten
  • Home
  • Kostbarkeiten
    • Theologie
    • Natur
  • Angebote & Preise
  • Termine
  • Blog
  • Biografie
  • Kontakt
    • Impressum
    • Datenschutz
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Aktuell

Geld und Klugheit. Predigt

Liebe Brüder und Schwestern!

 

Aha, da lobt also Jesus einen unehrlichen Verwalter, stellt ihn sogar als Vorbild hin – was soll das jetzt?

Schauen wir uns das Evangelium genau an:

Jesus lobt nicht die Unehrlichkeit, sondern die Klugheit.

Der Verwalter ist klug:

Er jammert nicht, dass er seinen Job verliert. Er macht das Beste draus.

Er verschließt auch nicht die Augen vor den unangenehmen Tatsachen des Lebens. Aha, der Chef entzieht mir sein Vertrauen, die Kündigung steht vor der Tür – und er überlegt sich etwas, umgehend, und handelt – mutig und unkonventionell.

Das sollen wir auch tun.

Wenn eine Entscheidung von uns verlangt wird, wenn Gefahr droht, eine Veränderung sich abzeichnet: das ernst nehmen. Nicht zuwarten. Obs vielleicht eh nicht kommt oder nicht so schlimm sein wird wie es ausschaut. Mit dem Ernstfall rechnen.

Da2. Nicht jammern, nicht in die ungesunde Opferhaltung verfallen – ja, ich bin ja so arm, der Chef ist ja so ungerecht, …

Sondern die Energie auf das richten, was möglich und machbar ist, das eigene Überleben sichern.

Er macht sich beliebt bei den Schuldnern seines Herrn, damit er dann gute Aufnahme findet.

 

Sollen wir also – wie im Evangelium geschildert – uns strafbar machen?

Rät Jesus dazu, das Gesetz zu übertreten, wenn es drauf ankommt?

 

Denn: nach dem bürgerlichen Gesetzbuch hat der Verwalter sich unzweifelhaft strafbar gemacht.

Da ist es ein Wahnsinn, was er treibt, und das Gefängnis ist ihm sicher.

 

Die Juden hatten ein Gesetzbuch, und wir haben es auch. Im AT – sogar mit dem Anspruch, göttliches Recht zu sein.

Und in diesem göttlichen Recht in der Tora steht: dass Schulden dem Verleiher 1. Keine Zinsen einbringen dürfen, vom Volks- und Religionsgenossen darf man keinen Wucherzins verlangen.

Und 2. Sind Schulden nach 7 Jahren zu erlassen, d.h., sie verfallen, brauchen nicht zurückgezahlt zu werden, wenn der, der sich verschuldet hat, es nicht schafft.

Der sinn dieser Regelung ist, dass keine Armen entstehen, dass jeder immer wieder die Chance auf einen wirtschaftlichen Neubeginn erhält.

Alle 50 Jahre mussten Sklaven freigelassen werden.

 

Der Verwalter im Evangelium erlässt offenbar genau die Schulden, die zu Unrecht entstanden sind. D. h., dass er in Gottes Augen dem eigentlichen Recht zur Geltung verhilft.

So ist er zwar illoyal dem Arbeitgeber gegenüber, sehr wohl aber erfüllt er das Gebot Gottes. Er gibt zurück, was den Schuldnern gar nicht erst abverlangt werden hätte dürfen.

 

Es geht wieder einmal darum, die Prioritäten festzuhalten.

Das was im bürgerlichen Gesetzbuch steht, kann unter Umständen dem göttlichen Recht, der Ordnung Gottes zuwiderlaufen. Es ist nicht die oberste Instanz. Nicht einmal Gesetzesvorschriften. Nicht der Chef, der Herr, der Arbeitgeber ist letzte und oberste Instanz.

Da gibt’s noch mehr.

 

Wenn wir unsere weltweite Wirtschaftsordnung anschauen: Die Länder der sogenannten 3. Welt oder auch Schwellenländer wie Brasilien zahlen seit den 70er-, 80er- Jahren des vorigen Jahrhunderts Schulden zurück. Aufgrund der geltenden Zinssätze zahlen sie seit vielen Jahren nur mehr die Raten der Zinseszinsen – weil mehr gar nicht drin ist. Rechnet man alle bisher getätigten Zahlungen zusammen, stellt sich heraus, dass die ursprüngliche Kreditsumme bereits mehrfach zurückgezahlt wurde, oft mehr als 10 Mal.

Die Schulden werden aber immer mehr, weil sich die Zinsen immer draufschlagen und ständig vermehren. Es müssen – und wurden auch – weitere Kredite aufgenommen werden, nur um die Zinszahlungen bedienen zu können. Es ist ein Fass ohne Boden.

Dasselbe gilt übrigens für an sich reiche Länder wie Österreich. Nach dem Gesetzbuch ist das alles rechtens, man hat seine Schulden doch einfach zurückzuzahlen, nicht wahr?

Mit einer Spur von Hausverstand und einem Funken Anstand wäre klar: So kanns nicht gehen, ein genereller Schuldenerlass wäre das einzig Richtige.

 

Aber die Gier, die Aussicht, immer noch mehr und mehr zu bekommen, ist stärker – auch angesichts der Maßnahmen, die nötig sind, um den Klimawandel aufzuhalten. Wenn ich auf etwas verzichten muss – dann lieber Augen zu.

 

So, und jetzt noch einmal zurück zur frohen Botschaft, die im heutigen Evangelium steckt.

Jesus empfiehlt: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons.

Der Stellenwert des Geldes, seine Aufgabe: Freude machen. Helfen, gutes Leben garantieren, Zusammenhalt fördern.

Und: Nein, die Armen sind in den Augen Jesu nicht von vornherein die besseren Menschen. Sie haben bloß eine Möglichkeit weniger, sich falsch, sündhaft zu verhalten.

 

Können wir aus dem Evangelium etwas lernen?

Jesus lobt hier nicht die Gaunerei eines Angestellten, er lobt, dass für die, denen Schulden erlassen werden, nun mehr Raum zum Leben ist. Und genau darum geht es: Geld, Talente, Macht nicht zu raffen, sondern als Mittel zu sehen, Gutes zu tun. Schauen, dass alle leben können.

 

22. September 2019
Schlagworte: bürgerliches Gesetzbuch, Freunde, Geld, gerecht, Jesus, Klugheit, Kreditsumme, Mammon, Schulden, Tora, ungerecht, Verwalter, weltweite Wirtschaftsordnung, Zinsen, Zinsenzinsen
Eintrag teilen
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf LinkedIn
  • Per E-Mail teilen
https://www.kostbarleben.jetzt/wp-content/uploads/Geld5.jpg 427 639 Dagmar Ruhm https://www.kostbarleben.jetzt/wp-content/uploads/logo_zweig_kostbarleben-300x164.png Dagmar Ruhm2019-09-22 21:34:122019-09-22 21:34:46Geld und Klugheit. Predigt
Das könnte Dich auch interessieren
Brot
Pixabay Zweierlei Maß. Predigt
Netz auflösen Teil 3
anders bitte! Predigt zum Weltmissionssonntag
Martin Hengenius Brav sein, um in den Himmel zu kommen …?
Erntedank 2
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Der Zeitraum für die reCAPTCHA-Überprüfung ist abgelaufen. Bitte laden Sie die Seite neu.

Weitere Beiträge

  • Dagmar Ruhm
    Herbst!12. Oktober 2026 - 21:48
  • Internet
    Ritual zu Allerheiligen – Vorschau11. Oktober 2026 - 22:11
  • Dagmar Ruhm
    Ganzheitliche Ernährungstrainerin6. Oktober 2026 - 20:35
  • Martin Hengenius
    50 Jahre Braunau St. Franziskus5. Oktober 2026 - 22:22
  • Österreichisches Filmcasino
    Film: Bruno1. Oktober 2026 - 22:11
  • Dagmar Ruhm
    Große Ankündigung, null Durchführung …27. September 2026 - 21:14
  • Dagmar Ruhm
    Schlehenlikör. Rezept26. September 2026 - 10:59
  • Dagmar Ruhm
    Schlehdorn25. September 2026 - 21:25
  • Dagmar Ruhm
    Ritual zur Herbst-Tagundnachtgleiche15. September 2026 - 22:01
  • Gesund oder krank…15. Juni 2026 - 10:41

Kontakt

MMag. Dagmar Ruhm
Gerichtsfeldgasse 3
3100 St. Pölten

T: +43 650 2814707
M: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt

Anmeldung zum Newsletter:
https://tinyurl.com/kostbarkeiten-news"

Seiten

  • Angebote & Preise
  • Biografie
  • Blog
  • Datenschutz
  • Home
  • Kontakt
  • Kostbarkeiten
  • Landingpage

Kategorien

  • Aktuell
  • Kurs
© 2019 - 2026 by MMag. Dagmar Ruhm
  • Intern
Link to: Outdoor-Erlebnistag Link to: Outdoor-Erlebnistag Outdoor-ErlebnistagDagmar Ruhm Link to: wie entscheiden? Link to: wie entscheiden? wie entscheiden?
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen