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Brot, Leben und die Augustsammlung

Predigt 17. + 18. 8. 2024                                                      Lunz

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Wir begehen heute den Sonntag mit der Caritas – Augustsammlung.

283 Millionen Menschen auf unserer Erde wissen oft nicht, wann sie das nächste Mal etwas essen können. Ein knappes Drittel der Weltbevölkerung macht immer wieder Tage oder Zeiten des Hungers, der Mangelernährung durch.

Während die Lage in Lateinamerika und Asien langsam besser wird, verschlimmert sie sich auf dem afrikanischen Kontinent immer mehr.

Woran liegt das?

Ich denke mir schon öfter, und Ihnen geht es vermutlich genauso: Seit ich ein Kind war, kann ich mich zurückerinnern, wird regelmäßig in der Kirche für die Armen in den Ländern Afrikas gesammelt.

Und doch: Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Lage insgesamt nicht besser, sondern immer schlimmer geworden ist.

Mehr notleidende Menschen, mehr Hunger als je zuvor.

Und obwohl ständig durch Initiative von Hilfsorganisationen wie Caritas, Diakonie und vielen anderen vielversprechende Projekte entstehen, die auch wirklich nachhaltig helfen – Pflanzen von Wäldern, Mikrokredite, Geld für ein paar Hühner oder eine Nähmaschine, oder Solarkocher oder Saatgut oder Schulungen in Landwirtschaft und Gartenbau …

Dass vielerorts die Not größer statt geringer wird, liegt an menschlichem Fehlverhalten.

Gerade in Afrika Stammeskriege, Völkermord, Vertreibung, Machtgier einzelner , Bestechung, man will sich beliebt machen in ungeordneten politischen Systemen, mangelnde Bildung, etabliertes unhinterfragtes Unrecht, Frauen leisten in den Ländern des Südens 70% der Arbeit die Nahrungsmittel produziert – Landwirtschaft und Gartenbau – und 90% der Arbeit überhaupt, habe aber wenig Mitspracherecht – und sind die ersten, die nichtausreichend zu essen bekommen, wenn Mangel herrscht.

Dazu werden militärische und wirtschaftliche Interessen über das Wohl der Menschen gestellt.

Irgendwie wird uns klar, wieso da nicht viel weitergeht.

Und was können wir da tun – außer noch einmal und immer wieder zu spenden, um die ärgste Not zu lindern?

Jetzt sagt Jesus im heutigen Evangelium: Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben – und: wir sollen sein Fleisch essen.

Und das soll helfen? Milliarden sind in den letzten 2000 Jahren zur Kommunion gegangen und gestorben … genau wie davor auch.

Dass wir da schnell an die Kommunion, an das Sakrament der Eucharistie denken … das ist nicht unbedingt verkehrt, aber eine katholische Engführung. Jesus meint noch viel mehr damit, es steckt mehr hinter seinen Worten.

Des Rätsels Lösung liegt in der Lesung aus dem Buch der Sprichwörter. Die Weisheit hat ihren
Tisch bereitet und lädt zum Mahl ein – was gibt es da: Weisheit, Wissen, Durchhaltevermögen, Einsicht, Rat, Mut zu guten Entscheidungen, Gerechtigkeit … zum Beispiel.

Wir sind oft durch unsere katholische Prägung so sehr verblendet, dass wir das Naheliegende nicht mehr erkennen.

Jesus spricht über sich, seine lebendige Person und Persönlichkeit. Er selbst, das meint er damit, ist für uns Nahrung, die wir dringend brauchen, lebendnotwendig.

Alles, was ihn ausmacht. Wie er lebt, denkt und redet, wie er sich verhält, handelt: das sollen wir essen; aufnehmen, uns zu Gemüte führen. Inhalieren.

Ich habe im Gymnasium einen wunderbaren Klassenvorstand gehabt, Frau Prof. Zechmeister, wir hatten sie auch in Mathematik und Physik. Wenn sich die eine oder andere von uns sagen wir eine Woche vor der Schularbeit noch immer nicht wirklich bei einer Rechenart ausgekannt hat, hat sie regelmäßig gesagt: Haiderer, Wagner, Ruhm, … hörst, du kennst dich ja gar nicht aus – das solltest du vor der Schularbeit auf jeden Fall noch einmal inhalieren …

Jesus möchte, dass wir uns auskennen mit ihm, dass wir immer vertrauter werden, bis wir ganz vertraut sind mit ihm, mit Gott selber …

Das heilige Brot, die Eucharistie, ist eine sicht- und greifbare Hilfe dazu, ein Sakrament, wirkkräftiges heiliges Zeichen, Zeichen für das, was eigentlich geschieht. In der nächsten Dimension, wo wir hingehen, wenn wir die Erde verlassen, gibt es keine Sakramente mehr, weil wir Jesus live und echt selber erleben können…

Menschen, die Jesus quasi inhaliert haben – denken wir kurz nach: So jemand macht, was sich gehört, was gut und richtig ist und gibt niemals auf – glauben an die Macht der Veränderung durch kleine und kleinste Anfänge, geben dem neuen Projekt wieder eine Chance. So jemand ist immun gegen unchristliche, antichristliche Meinungen und Machenschaften…

Sie haben sich die Denkweise Jesu zu eigen gemacht. Und: Würde Jesus aufgeben? Menschen, die von seinem Geist erfüllt sind, denen dringt diese lebensbejahende und menschenfreundliche heilstiftende Seinsweise Gottes buchstäblich aus allen Poren und durchdringt die sie umgebende Welt, um diese zu verändern …

Und wir, Sie und ich, können solche Menschen sein …

17. August 2024
Schlagworte: Afrika, Brot, Caritas Augustsammlung, Eucharistie, Evangelium, inhalieren, Jesus, Kommunion, Leben, nachhaltig
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