Sirup zum Verdünnen

10-15 Hollerdolden (je nach Größe)

mit 5 dkg Zitronensäure und dem Saft zweier Zitronen in 2 l Wasser ansetzen, zugedeckt 12 bis 24 Stunden stehen lassen.

Danach durch ein Tuch filtern und 2 kg Kristallzucker einrühren.

Sobald sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, in Flaschen füllen und im Keller (dunkel und kühl) lagern.

Angefangene Flaschen im Kühlschrank aufbewahren.

Sirup hält ca. 1 Jahr. – Aber dann gibt es eh den nächsten Holler, der blüht …

Endlich wieder Zeit gehabt für Gartenarbeit. drei Paradeiser und eine Chilipflanze in Töpfe gesetzt. Vor einer Woche. in Lunz den Steilhang gemäht … einige Stauden und Äste entfernt.

Umgegraben…

Ja, es klingt nach Arbeit, ich hatte einen richtigen Muskelkater – der „Stanglmäher“ – bergauf, bergab, hin und her am Hang… das fährt ein.

Und doch: Erholsam pur.

Ich möchte es nicht ohne.

Wie geht es euch?

Liebe Brüder und Schwestern!

Ein Beistand – was ist das?

Jesus schickt uns den Heiligen Geist als Beistand. Was tut ein solcher?

Ich habe überlegt, welche Wörter mit ähnlicher Bedeutung es noch gibt. Da kommen wir auf ganz schön viel Möglichkeiten, uns konkret vor Augen zu führen, wie Gottes Geist handelt. So wie Jesus es persönlich gemacht hat im Kreis seiner Jüngerinnen und Jünger.

Beistand – das ist jemand, der hilfsbereit bei einem steht, wer zu mir steht und auf mich steht – Jesus und der Heilige Geist lieben uns …

Lateinisch übersetzt heißt Beistand Assistent/in.

Einer, der hilft, Helfer,

Einer, der unterstützt, unter die Arme greift. Trägt und hält, führt und leitet, geleitet … beschützend den Arm um jemand legt. Tröstend fast. Ermutigend. Und uns einsagt, wenn wir mit unserem Wissen am Ende sind. Die Informationen eingibt, die wir brauchen, Intuition.

Beistand – auf englisch übersetzt: Standby. Ein Gerät im Standby-Modus steht zur Verfügung, ist eingeschaltet, auf Abruf bereit. Parat und zu Diensten.

Herbeigerufen werden im Fall des Falles – das ist einer der traditionellen Namen für den Heiligen Geist: Paraklet. Wenn der Hut brennt, eilt er zu Hilfe.

Dann gibt es das Wort Beistand bei uns als Rechtsbeistand – einer, der mit Rat hilft, verteidigt; mein Tun und Sein befürwortet, der dahintersteht, zu mir steht, wenns drauf ankommt … Ja zu mir sagt.

Unterstützen hat diese Nuance des Förderns. Gottes Geist fördert uns – fördert unsere Schätze, Talente zutage. Hilft, sie zu entdecken und zu entwickeln. Bestärkt unsere guten Eigenschaften und Fähigkeiten und macht uns mutig, sie einzusetzen. Für den Heiligen Geist sind wir förderungswürdig. Er ist unser Coach. Lässt nicht locker, damit wir uns gut, zum Besten entwickeln.

Er befördert uns – führt ein Upgrading mit uns durch, näher zu Jesus und Gott hin. Er bewegt uns, motiviert uns, Heilige zu werden – wenn nötig, mit Hinweisen und einem spürbaren Schubs in die richtige Richtung, er wirft uns auch mal aus der spur, wenn wir in der falschen gefangen, festgefahren sind.

Und wenn es anstrengend wird, steht er in voller Größe neben uns und spendet kühlen Schatten, fächelt uns kühle Luft zu und sagt uns was Liebes, Aufbauendes leise und zärtlich ins Herz hinein.

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Heute haben wir hier bei uns in der Kirche verschiedene Hirtinnen und Hirten versammelt.

Die Mütter, deren Ehrentag heute begangen wird; die Feuerwehrmänner und -frauen; die Mitglieder der Musikkapelle….

Menschen, die darauf schauen, dass es anderen gut geht, die für andere sorgen, für sie da sind.

Menschen, die sich für andere einsetzen. Tag für Tag, ja Tag und Nacht, Stunde um Stunde.

Die Feuerwehr hat in ihrem Patron, dem Heiligen Florian, das eindrucksvolle Vorbild eines guten Hirten: Er war ja zuerst beliebter und tüchtiger Stadtpräfekt in Lauriacum, vergleichbar einem heutigen Bürgermeister. Als die Christenverfolgung extrem wurde, war er abwesend – die Christengemeinde vor Ort brachte ihm eine Nachricht, wie schlimm es stand, und er blieb nicht in der sicheren _Ferne, sondern kehrte zu denen zurück, die ihm am Herzen lagen, nahm das Risiko des Martyriums in Kauf, was er dann auch erleiden musste. Zusammen mit seinen Gefährten…

Der Heilige Florian hatte seinerseits ein Vorbild: Jesus Christus selber.

Und alle anderen Hirtinnen und Hirten, allen voran die Mütter, haben dieses Vorbild auch.

Aber Jesus ist für sämtliche Eltern, Einsatzkräfte, Sozial- und Seelsorgsberufe nicht nur ein Vorbild.

Er sagt von sich: Ich bin der gute Hirte. Und die ihm Anvertrauten hören auf seine Stimme.

Im Idealfall.

Warum ist es für uns gut, wenn wir auf seine Stimme hören?

Im Jahr 2010 durfte ich 2 Wochen in der Mongolei verbringen, zu Fuß, mit dem Bildungshaus Puchberg.

Da trafen wir unterwegs immer wieder auf Hirten mit ihren Schaf- und Ziegenherden: Hunderte, ja manchmal über 1000 Tiere gehörten zu so einer Herde.

In der Weite der Steppe kommt für die Tiere alles darauf an, die Stimme ihres Hirten zu hören – die Herden sind wegen ihrer Größe manchmal auf einem Umkreis von ein oder 2 Kilometern verstreut. Zum Aufbruch ruft sie der Hirte zusammen, der auf einem Pferd reitet und von einem Hirtenhund begleitet wird. Wenn einzelne Tiere zurückbleiben würden, weil sie den Hirten überhören, wäre es verkehrt.

Wieso ist es gut, wenn wir die Stimme unseres Hirten hören,? Was sagt uns Jesus denn – oder Gott selber?

Menschen, die beruflich – und Mutter sein ist ein fordernder Beruf – genauso wie Feuerwehr oder Rettung … sich für andere einsetzen, gehen öfter über ihre eigenen Grenzen des Schaffbaren, des gesundheitlich Verträglichen und Zuträglichen und können irgendwann einfach nicht mehr. Bis zum Zustand des Krankseins.

Es ist gut, da zu wissen, es ist noch ein anderer Hirte da- Ich bin nicht für alles und jedes selber zuständig und verantwortlich. Da sorgt auch jemand für mich. Jemand, der das wirklich kann. Weil er allmächtig allgegenwärtig allwissend ist und weiß was ich gerade brauche, was nottut und was gut tut.

Viele Menschen betrachten Gott, wenn sie beten, wie einen Feuerwehrmann – es brennt der Hut, und er soll und möge bitte schleunigst Abhilfe schaffen.

Dabei handelt Gott eigentlich wie eine gute Mutter: Ist um uns bemüht, ohne dass wir es andauernd merken … auch und gerade in den kleinen Dingen des Alltags …

Der gute Hirte Jesus möchte uns mitteilen: dass er da ist – dass die menschlichen Hirten in ihren verschiedenen Erscheinungsformen nicht auf sich allein gestellt agieren müssen, sondern einen haben, der hilft. Der Mut macht – auch zur Pause und Erholung angesichts und trotz der Nöte dieser Welt, der neue Energie gibt, zu dem wir selber kommen dürfen mit unseren Fragen Zweifeln und Nöten, wo wir Trost und Stärkung finden – und zwar jederzeit.

Im Trubel des Geschehens dürfen wir seine beruhigende Stimme hören.

Gott sagt uns, dass wir nicht perfekt sein brauchen, sondern dass unser Einsatz so wie er ist, genügt.

Nur dort, wo Menschen Augen und Ohren verschließen so in der Einstellung, das alles geht mich nichts an, da will uns seine Stimme wachrütteln.

Ich möchte Ihnen, den Müttern, den Feuerwehrleuten und den Musikern, gratulieren: Ihr habt auf die Stimme gehört, die da sagt: Es kommt auf dich an. Du kannst und wirst etwas bewirken.

Und ich möchte Mut machen allen, die noch nicht so wirklich glauben, dass sie und niemand anderes der Hauptdarsteller, die Hauptdarstellerin im Film des eigenen Lebens sind. Nebenrollen oder Statisten gibt es nicht bei Gott. Jesus lädt uns ein, dass wir uns selbst so ernst und so wichtig nehmen, wie er es mit uns tut.

Wir stehen oft ein bisschen wie daneben, wie in einer Ecke, im Abseits, als ob wir nur Zuschauer/innen wären in unserem Leben.

Für den himmlischen Hirten – also in Wirklichkeit – sind Sie, jede/r einzelne, DER STAR, ohne den es nicht geht.

In den letzten Tagen habe ich einige bemerkenswerte Vorgänge zum Thema FFP2-Maske beobachtet bzw, erlebt.

Am Samstag beim „Resch und Frisch“ in Traun: Ich betrete das Geschäft, Menschen stehen ohne Maske vor der Verkaufstheke. Da ich unter der Woche in Linz in zwei vergleichbaren Cafés war (mit Verkaufsmöglichkeit) und jedesmal freundlich darauf hingewiesen wurde, dass ich keine Maske mehr zu tragen brauche, denke ich mir: Aha, und lasse die Maske in der Jackentasche. Ich stehe ja auch unmittelbar neben einem Herrn, ca. 1,90 groß und breitschultrig, der ebenfalls keine Maske trägt – und schon eine ganze Weile dasteht.

Ich schaue mir die Waren an, als mich eine Verkäuferin, die ich in dieser Filiale noch nie gesehen habe, anschnauzt: Haben Sie keine Maske!?

Zuerst überlege ich, wen sie meint – der Mann neben mir zuckt mit keiner Wimper – also:

Ich antworte: Sicher habe ich eine Maske mit. Ich wusste nicht, dass ich hier eine benötige …

Und selbstverständlich nehme ich sie aus der Jackentasche und setze sie auf.

Der stattliche Herr neben mir nicht …

Als ich darauf aufmerksam mache, dass, wenn es Vorschrift ist, hier eine Maske zu tragen, das dann selbstverständlich für alle gelten müsse, werde ich weiter angeschnauzt: Glauben Sie, uns macht das Spaß, den ganzen Tag hier mit der Maske herumzulaufen …?

usw…

Jedenfalls kaufe ich dann doch mein Gebäck. weswegen ich gekommen bin – bei einer hier altvertrauten Verkäuferin, die auch insgeheim die Augen über ihre Kollegin verdreht … und die übrigens ausgesprochen höflich ist, sie kennt mich ja als Stammkundin, die immer wieder für beide Pfarren größere Einkäufe tätigt…

Als ich das Geschäft verlasse, verabschiedet mich die Schimpfende mit folgenden Worten: „Sie brauchen nicht wiederkommen!“

Da wird es mir dann doch zuviel.

Wie hätten Sie reagiert?

Die 2. Episode, erlebt bei einer Pfarrveranstaltung, folgt morgen.

Predigt                                                                       1. 5. 2022    Haid

Liebe Brüder und Schwestern!

Vor vielen Jahren hatte ich ein bemerkenswertes Erlebnis. Bei der Chrisammesse oder am Gründonnerstag, ich weiß es nicht mehr genau, war ich in St. Pölten im Dom. Bischof Krenn predigte. Da fielen folgende Worte:

„Es heißt immer wieder, wir sollen heute fragen: Was würde Jesus tun? Was möchte Jesus in einer bestimmten Situation? … Seien wir ehrlich: Das ist für uns heute gar nicht möglich, das können wir nicht wissen. Wir haben eben die Kirchengesetze, und nach denen müssen wir uns richten.“

Ich bin da unverzüglich aufgestanden und habe den Gottesdienst verlassen. Und mindestens die Hälfte der Mitfeiernden ebenso. Darunter mein ehemaliger Klassenvorstand im Gymnasium, damals eine Dame von 80 Jahren. Sie bemerkte: Das kann man sich wirklich nicht anhören.“

Das Problem ist: Es ist traurig für ihn gewesen, doch aus seiner Sicht hatte Kurt Krenn recht. Da hat die persönliche
Beziehung zu Jesus Christus gefehlt. Er kannte das nicht.

Die ganze Diözese hat es gemerkt.

Die Freundschaft, persönliche Beziehung zu Jesus ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Wirken im Reich Gottes. Für ein Leitungsamt in der Kirche. Managementqualitäten sind gut und wünschenswert – aber wenn die Liebe fehlt, wird es nichts werden.

Paulus hat es so beschrieben: Wenn ich sämtliche natürlichen und übernatürlichen Fähigkeiten der Weltgeschichte hätte, … hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.

Und wie geht das jetzt: Jesus zu lieben?

Sichauf eine lebendige Beziehung einlassen, die sich auch entwickeln kann.

In einer Freundschaft, in einer Liebesbeziehung verstellen wir uns nicht und sind offen für neue Entwicklungen.

Für den Petrus, den Simon aus Galiläa, war dieseErfahrung, dass Jesus ihn mit dem Hirtenamt betraut, obwohl er ihn verleugnet und im Stich gelassen hatte, als es darauf ankam, eine enorm bedeutsame wenn nicht die relevante Erfahrung seinesLebens.

Man darfFehler machen, sogar gewaltige.

Manbraucht sie nichjt verdrängen.

Und weil ich angenommen bin mit meinen Fehlern, mit Fehlleistungen und Blödheiten und persönlichen Handicaps, deswegen darf und soll und kann ich andere so annehmen. Denn jede/r wird Fehler machen, Anders geht es nicht – sind wir doch alle Menschen.

Im Gegenteil, gerade die, die fehlerlos erscheinen möchten, sind besonders gefährlich …

Die Liebe zu Gott – das ist kein geistloses Befolgen von Gesetzeskatalogen, sondern Jesu Persönlichkeit nach – spüren.

Mit Jesus reden – über all das, was sich in meinem Leben ereignet, was ich denke und fühle und plane und mir wünsche …

Beten. Aber das Wort allein trifft es nicht, was gemeint ist.

Menschen, Christen aller Zeiten haben viel gebetet, sich aus dem täglichen Leben zurückgezogen, Askese geübt – Fasten, Armut …

Für Übungszwecke ist das nicht schlecht. Meist wurde das aber weil übertrieben.

Aber ankommen tut es sowieso auf was anderes.

Liebe.

Tun, was Jesus möchte.

Nicht wer sagt, „Herr, Herr“, sondern wer tut, ist mein Freund. Meine Freundin.

Das geht nie ohne Verletzungen oder Probleme.

Aber gefühllose Abgehobenheit ist möglicherweise ein buddhistisches Ideal, kein jesuanisches.

Christentum ist Blut und Leben, Schweiß und Tränen, Schmutz, Farbe, Lust, Schmerz und Begeisterung.

Hl. Geist ist die heilige Aufregung Gottes über die Zustände in der Welt.

Weil Jesus, weil Gott die Zustände dieser Welt nicht kalt lassen, dürfen sie mir nicht egal sein.

Donnerstag, 28.4. 2022, 19.00              

Pfarrzentrum Haid,

Josefstüberl                    

Mit MMag. Dagmar Ruhm,

Pfarrassistentin                                                     

Thema:

WAS FRAUEN STÄRKT …

… am Beispiel Katharinavon Siena (Patronin der Kath. Frauenbewegung, Kirchenlehrerin)

          Was mich erwartet:

            Ein Abend für mich mit  

            kreativen Übungen,   

            spirituellen Texten, Gesprächen,  

            Speis und Trank.

Persönliche Anmeldung erwünscht, 3G-Nachweis erforderlich!

Kostenbeitrag: freiwillig

Predigt Weißer Sonntag 2022

Liebe Brüder und Schwestern!

Geht es uns nicht auch oft, ja meistens so: Wir haben so unsere Zweifel – vor allem ob Jesus, Gott, unser Beten wirklich hört – oder ob es nur eine fromme Übung von uns ist.

 …und wir sagen alles Mögliche über unseren Glauben – und waren total verblüfft, als genau das eingetreten ist, was wir gesagt haben – beim Beten z. B.

Jesus nimmt uns ernst.

Und dann vergessen wir es wieder. Bis zum nächsten Mal.

Leichter fällt es uns zu glauben, dass andere, vielleicht die Großen Heiligen, einen „direkten Draht“ zu Jesus gehabt haben.

Unser Glaube lebt zuerst von dem, was andere uns erzählen.

Thomas hat gehört, was die anderen Apostel erzählen über die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus. Es ist eher nicht der Unglaube, der ihn das sagen lässt, was er sagt.

Thomas spürt: Das genügt nicht. Unsere Heranwachsenden, die kritischen jungen Menschen, die hungern nach Erfahrung, die spüren: das genügt nicht. Thomas will es selber erleben, was ihm vermittelt wird: Wenn ich nicht meine Hände in seine Wunden lege …

Es reicht nicht, fromm zu nicken und brav alles mitzumachen … Es ist sogar völlig inadäquat. Komplett untauglich.

Die Glaubenserfahrung sämtlicher Christen vor uns, und seien es die Apostel und die größten Heiligen selbst, ersetzt nicht unsere eigene.

In dieser Situation, im besten Fall, wenn ein Mensch gelernt hat und gewohnt ist zu beten, mit Jesus vertraut ist vom Hörensagen, wendet sich der/die Betreffende an Jesus, an Gott: Du, zeig mir doch selbst… wo bist du?

Im Evangelium geht Jesus direkt und absolut persönlich auf Thomas ein:  Er fordert ihn auf, genau das zu tun, handgreiflich zu erleben, was er braucht, damit er zum Glauben kommt. Gotteserfahrung, Jesusbegegnung.

Wir sind in diesem Schritt, in dieser Beziehung zu Jesus, nicht durch andere vertretbar. Jede/r ist selbst gefragt.

Wir können von unseren Erfahrungen erzählen, die Glaubensinhalte vermitteln, zu Gottesdiensten einladen, sie ansprechend gestalten. Aber dass ein Mensch wirklich und tatsächlich es mit Gott zu tun bekommt, ihm unmittelbar begegnet, dass entzieht sich dem Bereich dessen, was wir machen können, da wirkt Gott selber mit seiner Gnade.

Ich habe mir da schon gedacht: Wir haben Jesus live da in jedem Gottesdienst – wieso gehen die alle nicht voll Erwartung und Vorfreude in die christlichen Kirchen?

Liegt das an uns, wenn sie das Gefühl nicht haben, da geschieht etwas Außerordentliches?

Haben wir das Gefühl, hier Besonderes zu erleben? Wie der Apostel Thomas im Evangelium?

Merken, spüren wir, dass Jesus wirklich da ist?

Er ist lebendige Person und zeigt mir ständig, wie gern er mich hat. Dinge gelingen. Sogenannte „Zufälle“ ereignen sich. Hass und Ärger verflüchtigen sich, Versöhnung, Friede wird möglich. Heilung geschieht. Ich weiß, was ich wissen muss, im richtigen Moment. Freude an der Arbeit, Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl. Sinn.

Plötzlich alles da.

Das Christentum ist eine Erfahrungsreligion, eine Religion der Praxis.

Schicksalsgemeinschaft auf Gedeih und Verderb.

Karl Rahner hat gesagt: Der Christ des 21. Jahrhunderts wird ein Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein.

Die Frage, warum die Kirche schrumpft, stellt sich nicht. Wer lebt denn in einer Schicksalsgemeinschaft mit Christus, hat ihn als Freund und Herrn angenommen – so wie ich das vorhin beschrieben habe?

Menschen wollen es sehen und erleben, wie andere dieses Christsein leben, damit sie es nachmachen können.

Liebe Brüder und Schwestern: Auf geht’s.

Predigt                                                     Ostermontag, 18. 4. 2022

Liebe Brüder und Schwestern!

Dieses Evangelium von den sogenannten 2 Emmausjüngern, die unterwegs Jesus begegnen, ist uns vertraut.

Als sie zuerst der vielversprechenden Vergangenheit, ihren geplatzen Träumen nachtrauern, vielleicht wollen sie zurück in ihr – heute würden wir en Privatleben nennen, angestammter Beruf, Heimatdorf, Familie …

Und dann kommt einer des Weges, dem können sie ihr Herz ausschütten – offenbar hat er von nichts eine Ahnung, da können sie von Anfang an erzählen – und dann kommt die neue Sicht, Jesus selber deutet ihnen, erklärt ihnen das Geschehen. Sie wollen, dass er noch länger bei ihnen bleibt, obwohl sie ihn noch nicht erkennen.

Es ist eine österliche, nachösterliche Erfahrung, die uns alle heute auch noch betrifft.

Es ist die Erfahrung, die Christen machen, die eine Begeisterte, hoffnungsfrohe Zeit mit Jesus verbracht haben, die irgendwann ihre ganze Hoffnung auf Jesus, auf ihr Engagement im Glauben, in der Kirche gesetzt haben, sich alles erwartet haben.

Ja es ist eine Erfahrung, die alle Menschen machen, denen eine großartige Hoffnung sich nicht erfüllt hat, die offensichtlich mit ihren Plänen gescheitert sind.

Wo ist da jetzt die frohe Botschaft für uns?

Viele in der katholischen Kirche heute, die in meinem Alter oder 10, 20, 30 Jahre älter sind, haben sich vom 2. Vatikanischen Konzil und der Aufbruchsstimmung in der Kirche der 70er- noch 80er-Jahre alles erwartet.

Vieles ist nicht verwirklicht, manches wieder vorbei oder zurückgenommen worden, bevor es sich richtig entwickeln konnte.

Ängstliches Obrigkeitsdenken statt jesuanischer Freiheit und Vertrauen in das Wirken des heiligen Geistes.

Wir können alle nicht zurück, genauso wenig wie in unsere Jugend damals. Und niemand kann ins Privatleben zurück – viele zeihen sich zurück, aber sie spüren, das ist es nicht. Wer einmal von Jesus gerufen wurde, sich eingelassen hat in die nachfolge, der wird anders nicht glücklich, alles andere bringt es nicht.

Das spüren sie irgendwie und werden traurig. Als ob man nicht vor und zurück kann.

Aber: Gott kann, was wir nicht können; er kann jederzeit und überall ganz Neues entstehen lassen. Nächste Woche – oder morgen, sogar heute noch kann sich die Kirche total unerwartet neu gestalten, es kann etwas Unerhörtes eintreffen, es kann Veränderungen geben, die alle unsere Erwartungen übertreffen.

So wie es bei den beiden entmutigten Jüngern auf dem Weg nach Emmaus war.

Als sie Jesus am Brotbrechen erkennen, laufen sie unverzüglich nach Jerusalem zurück, im Finstern noch, am Abend, bis Mitternacht, zu völlig unerwarteter Zeit.

Nichts mit Privatleben – jetzt geht es erst richtig und neu los mit dem Jüngersein.

Lassen auch wir uns immer wieder stärken, machen wir es nach dem Muster der Emmausjünger: miteinander reden über die eigenen spirituellen, geistlichen Erfahrungen, Fragen, …. Mit Jesus reden. Beten. Die Sakramente in Anspruch nehmen. Am Gottesdienst teilnehmen.

Und warten wir zuversichtlich, was geschieht. Es wird die Erfahrung von Auferstehung sein.

Predigt                                                         Osternacht 2022 Haid

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Botschaft von der Auferstehung ist inzwischen hinlänglich bekannt. Interessant, dass auch eingefleischte Atheisten keinen Zweifel darüber haben, dass es nach dem Tod weitergeht …

Dass Jesus Christus wahrhaft auferstanden ist, dass er LEBT, da glauben immer noch manche, das Gegenteil beweisen zu müssen …

Seltsam, oder?

Simone Weil, die christliche Philosophin, obwohl man gar nicht weiß, ob sie getauft war – sie schreibt über die Menschen, die sich nie entscheiden, sondern sich vom Geschehen treiben lassen: Im Essay „Das Unglück und die Gottesliebe“ bringt sie wie auch im Buch „Schwerkraft und Gnade“ folgendes Bild:

Der Mensch, der sich nicht bewusst für das Leben mit Gott, für das Erlöst- und Gehalten sein durch Jesus Christus entscheidet, ist wie ein Ziegel, der aufgrund der Schwerkraft sich von einem Dach löst bei einem Sturm – der Ziegel kann nichts dafür, wohin er fällt, aufgrund der Schwerkraft, es ist ein Naturgesetz. Auf einen Menschen und ihn tötet, auf ein Gerät und es kaputtmacht, oder einfach auf die Wiese.

Wer im Bewusstsein der Auferstehung lebt, die Gnade Gottes in Anspruch nimmt, mit seiner Anwesenheit im eigenen Leben rechnet, ihm Raum gibt bei sich, in Gottes Gegenwart lebt – da ist es so, wie wenn der Ziegel von einer Hand gehalten wird, dass er nicht hinunterfallen kann.

Da wirkt eine Kraft, die stärker ist als die Schwerkraft, als die herrschenden Gesetze.

Da kann es sogar umgekehrt sein: Paulus meint einmal: Denen, die Gott lieben, gereicht alles zum Segen, da entwickelt sich alles, auch und gerade negative Ereignisse, Unglück, Katastrophen … so, dass es dem Heil nicht einmal nur des einen dient, sondern von vielen, der gesamten Umgebung.

Wie können wir das anstellen, dass wir in den Bereich des Lichtes, der Auferstehung, gelangen?

Wir müssen uns bewusst entscheiden. Automatisch geht es nicht. Automatisch wirken die Naturgesetze, die Schwerkraft. Gott tut nichts automatisch, er achtet unsere Persönlichkeit und Freiheit, er braucht unsere bewusste Entscheidung. Täglich stehen wir vor der Wahl: Was denke ich über ein Phänomen, über einen Menschen, dem ich begegne? Wie reagiere ich? Woran orientiere ich mich? Womit fülle ich meine Zeit?

Viele Menschen, ja die meisten, entscheiden sich nicht bewusst – für gar nichts. Die Anforderungen des täglichen Lebens, arbeiten, einkaufen, Familie, dann die Medien, Informationsflut – lassen einen schon nicht zur Ruhe kommen. Dazu kommt die Freizeitindustrie mit zahllosen Angeboten.  Süchte – auch Arbeit kann zur Sucht werden -, Stress – all das wirkt auf viele wie ein Rauschzustand, der vom nüchternen Denken abhält. Vom Überlegen.

Wo ist dann Entscheidungsfreiheit?

Gerade in der Fastenzeit waren wir eingeladen, ja aufgerufen, uns von den verschiedenen Verstrickungen, die uns binden und fesseln, zu befreien, befreien zu lassen…

  • Von der Tendenz, nicht menschengerecht zu leben – sondern ständig unsere Grenzen zu missachten, unsere (biologische Bedingungen …), aber auch die der anderen …
  • Von verkehrten, schädlichen Gottesvorstellungen. Der alte Opa mit weißem Bart jenseits der Berge und Wolken – existiert nicht. Er verlangt auch keine Opfer, es handelt sich auch nicht um einen „er“ – Barmherzigkeit will ich, steht in der Hl. Schrift…
  • Befreien mögen wir uns lassen von der Zerstörung, der Missachtung der Natur. Es gibt nur diese eine Erde – und alles, was wir zum Leben brauchen, stammt von ihr.
  • Von den Verstrickungen, die es mit den nächsten Angehörigen gibt – Familie, Kollegen, Nachbarn, Freunde.
  • Von Fesseln, die ungute Traditionen, ungerechte Gesetze … uns auferlegen, ja ganze Kulturen und Völker knechten…
  • Von den Verwicklungen und Verflechtungen der Politik…

Auferstehung meint: Gott ist stärker als all das. Wenn wir in der Taufe von der Erbsünde befreit werden, dann heißt das: Jesus ist stärker als alle Zwänge, Fesseln und Gewalt, auch von allem, die in dieser Welt unterwegs sind … , auch von allem, was in der Vergangenheit falsch gemacht wurde oder schief gegangen ist…Wir dürfen frei sein und neu anfangen. Nur die Zukunft zählt.

Halleluja!