Heute habe ich eine Zeitschrift dieses Namens kennengelernt – eine oberösterreichische Lokalzeitschrift, überaus interessant …

In der „Spinnerei“, einem In-Lokal in Traun, liegt sie auf … ihr könnt natürlich dort vorbeischauen und sie durchschmökern. Oder:

Hier könnt ihr sie bestellen:

office@wirimbild.at

Predigt                       Christi Himmelfahrt 2022

Liebe Brüder und Schwestern!

„Damit für uns der Himmel offen bleibt, haben wir auf Erden viel zu tun. Ihre Lufthansa.“

So war es vor einigen Jahren zu lesen auf einem riesigen Werbeplakat auf dem Flughafen Frankfurt.

Eine nette Verflechtung der beiden Bedeutungsebenen von „Himmel“ in unserer Sprache – der naturwissenschaftliche freie Raum zwischen den Himmelsobjekten, der uns hier durch Sonnenlicht und Luftspiegelung blau erscheint – und dem mythologischen Symbol für den Zustand der Seligen im Jenseits. Im englischen gibt es zwei Wörter dafür: Sky und Heaven. Vielleicht kennen wir alle das Lied „Imagine – imagine, there’s no heaven, only sky…“

Den Himmel offen halten, dafür sorgen dass er offen und erfahrbar bleibt – ist eigentlich die schönste und vornehmste Aufgabe der Kirche. Das Reich Gottes, die angebrochene Gottesherrschaft verkünden, deutlich machen, sichtbar und erfahrbar machen.

Der Himmel beginnt in dir, heißt ein Buch von Anselm Grün.

Dieser Himmel der Himmelfahrt – Jesus verließ die Jünger, heißt es im Evangelium, und wurde zum Himmel emporgehoben. „Und dann sahen sie ihn nicht mehr“ wird von den Emmausjüngern erzählt.

Jesus hat sich wieder ganz in den Raum, in die Dimension Gottes begeben.

Das bedeutet nicht, dass er weg ist, fort. Es bedeutet im Gegenteil, dass die Erfahrbarkeit des Reiches Gottes, das ja mit seiner Geburt begonnen hatte, nicht mehr an die räumliche und zeitliche menschliche Anwesenheit seiner Person gebunden ist – die Menschen sind ihm immer nachgelaufen, wollten ihm zuhören, von ihm geheilt werden, ihre Sünden von ihm vergeben lassen usw. –

Dieses Fortgehen, sich in den Himmel Gottes begeben, das meint, Jesus ist jetzt wieder bei Gott und der hat einen Namen: Jahwe. Ich bin da. Ich bin der für euch.

Gott in seiner Allmacht, der es vermag, ganz und ungeteilt bei jedem Menschen überall auf der Welt da zu sein, als Gesprächspartner beim Beten, als Helfer in der Not, im Vollzug der Sakramente als der, der sich hingibt in Brot und Wein, als der, der tauft, der Sünden vergibt, den Geist sendet, den Ehebund zweier Menschen segnet, Kranke aufrichtet, in seine Nachfolge beruft…   Frieden und Versöhnung stiftet, Gemeinschaft aufbaut und nährt als Herz und Blutkreislauf einer Pfarre, eines Ordens, der Weltkirche…

„In ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ heißt es in einem Hochgebet.

Christen sind eigentlich und im Grunde immer von dieser Gegenwart Gottes, Jesu durchdrungen und erfüllt. Wie die Luft, die wir atmen.

Zum Greifen nah für jeden, der dafür offen ist.

Ich habe schon einmal erzählt, dass ich zwei Jahre krank war und zeitweise solche Kreislaufstörungen hatte, dass mir immer schlecht und schwindlig war. Ich bekam manchmal Angst, wenn ich etwas erledigen musste, einen ort erreichen sollte… ob ich das wohl schaffe.

Ich war ja hartnäckig – mein Leben zu hause verbringen wollte ich nicht.

Ich hab dann ab einem bestimmten Moment glauben können. Jesus ist bei mir. Wie ein Freund, ein Bruder, der mich zur Sicherheit und aus Freundschaft begleitet.

Ich war dann von großer Freude und Beschwingtheit erfüllt, obwohl ich erst ein Jahr später ca. geheilt wurde.

Jetzt, wo es mir schon lange wieder gut geht, muss ich gestehen, denke ich nicht immer daran, dass Jesus immer bei mir ist…

Ich lade Sie ein, sich das auch vorzustellen. In schönen Zeiten, wenn gerade alles so prächtig aufblüht in Fülle, ist es wahrscheinlich leichter, und Gottes Wirken in dieser Welt vorzustellen. Aber er ist genauso da im Streit, im Konflikt, in Mangel und Not, in Krankheit, in sehr schweren Situationen. Jede Lage hätte, hat das Potential in sich, durch dieses Anteilnehmen und Dabeisein Gottes, dass sich Erstaunliches tut, zum Besten wendet.

Im Himmel, den wir uns als Zustand nach dem Tod vorstellen, fällt es uns leichter, das zu glauben. Dass es geht, dass Todfeinde sich versöhnen, Mörder und Ermordete, Folterer und Gefolterte, Kinderschänder und Missbrauchte. Klar, sind die Betroffenen ungeheuer gefordert, sich auf diesen Prozess einzulassen.

Es geht aber schon jetzt, vor dem Tod.

Und die Kirche, die Amtskirche, aber wir alle als mündige Christen, haben die Aufgabe, von diesen Möglichkeiten zu sprechen und zu zeigen, wie’s geht… Und in der Feier der Liturgie die Erlösung zu feiern durch angemessene und ansprechende Gestaltungsformen. Es muss mindestens das zu merken sein, dass Gott, Jesus alle Menschen in gleicher Intensität liebt und in seiner Nähe haben will…

So ein offener Himmel, ein erlebbarer Jesus – wäre das nicht die beste Werbung für die Kirche? Auch im Interesse von Wachstum der Gemeinde, von Zuwachs an geistlichen Berufen? – Für die wir heute auch im Rahmen des Bittgottesdienstes beten, in Umwandlung der Luftfahrtwerbung könnte es heißen:

Damit der Himmel für uns offen bleibt, haben wir auf Erden alle Hände voll zu tun. Machen Sie mit! Ihre Kirche.

Sirup zum Verdünnen

10-15 Hollerdolden (je nach Größe)

mit 5 dkg Zitronensäure und dem Saft zweier Zitronen in 2 l Wasser ansetzen, zugedeckt 12 bis 24 Stunden stehen lassen.

Danach durch ein Tuch filtern und 2 kg Kristallzucker einrühren.

Sobald sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, in Flaschen füllen und im Keller (dunkel und kühl) lagern.

Angefangene Flaschen im Kühlschrank aufbewahren.

Sirup hält ca. 1 Jahr. – Aber dann gibt es eh den nächsten Holler, der blüht …

Endlich wieder Zeit gehabt für Gartenarbeit. drei Paradeiser und eine Chilipflanze in Töpfe gesetzt. Vor einer Woche. in Lunz den Steilhang gemäht … einige Stauden und Äste entfernt.

Umgegraben…

Ja, es klingt nach Arbeit, ich hatte einen richtigen Muskelkater – der „Stanglmäher“ – bergauf, bergab, hin und her am Hang… das fährt ein.

Und doch: Erholsam pur.

Ich möchte es nicht ohne.

Wie geht es euch?

Liebe Brüder und Schwestern!

Ein Beistand – was ist das?

Jesus schickt uns den Heiligen Geist als Beistand. Was tut ein solcher?

Ich habe überlegt, welche Wörter mit ähnlicher Bedeutung es noch gibt. Da kommen wir auf ganz schön viel Möglichkeiten, uns konkret vor Augen zu führen, wie Gottes Geist handelt. So wie Jesus es persönlich gemacht hat im Kreis seiner Jüngerinnen und Jünger.

Beistand – das ist jemand, der hilfsbereit bei einem steht, wer zu mir steht und auf mich steht – Jesus und der Heilige Geist lieben uns …

Lateinisch übersetzt heißt Beistand Assistent/in.

Einer, der hilft, Helfer,

Einer, der unterstützt, unter die Arme greift. Trägt und hält, führt und leitet, geleitet … beschützend den Arm um jemand legt. Tröstend fast. Ermutigend. Und uns einsagt, wenn wir mit unserem Wissen am Ende sind. Die Informationen eingibt, die wir brauchen, Intuition.

Beistand – auf englisch übersetzt: Standby. Ein Gerät im Standby-Modus steht zur Verfügung, ist eingeschaltet, auf Abruf bereit. Parat und zu Diensten.

Herbeigerufen werden im Fall des Falles – das ist einer der traditionellen Namen für den Heiligen Geist: Paraklet. Wenn der Hut brennt, eilt er zu Hilfe.

Dann gibt es das Wort Beistand bei uns als Rechtsbeistand – einer, der mit Rat hilft, verteidigt; mein Tun und Sein befürwortet, der dahintersteht, zu mir steht, wenns drauf ankommt … Ja zu mir sagt.

Unterstützen hat diese Nuance des Förderns. Gottes Geist fördert uns – fördert unsere Schätze, Talente zutage. Hilft, sie zu entdecken und zu entwickeln. Bestärkt unsere guten Eigenschaften und Fähigkeiten und macht uns mutig, sie einzusetzen. Für den Heiligen Geist sind wir förderungswürdig. Er ist unser Coach. Lässt nicht locker, damit wir uns gut, zum Besten entwickeln.

Er befördert uns – führt ein Upgrading mit uns durch, näher zu Jesus und Gott hin. Er bewegt uns, motiviert uns, Heilige zu werden – wenn nötig, mit Hinweisen und einem spürbaren Schubs in die richtige Richtung, er wirft uns auch mal aus der spur, wenn wir in der falschen gefangen, festgefahren sind.

Und wenn es anstrengend wird, steht er in voller Größe neben uns und spendet kühlen Schatten, fächelt uns kühle Luft zu und sagt uns was Liebes, Aufbauendes leise und zärtlich ins Herz hinein.

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Heute haben wir hier bei uns in der Kirche verschiedene Hirtinnen und Hirten versammelt.

Die Mütter, deren Ehrentag heute begangen wird; die Feuerwehrmänner und -frauen; die Mitglieder der Musikkapelle….

Menschen, die darauf schauen, dass es anderen gut geht, die für andere sorgen, für sie da sind.

Menschen, die sich für andere einsetzen. Tag für Tag, ja Tag und Nacht, Stunde um Stunde.

Die Feuerwehr hat in ihrem Patron, dem Heiligen Florian, das eindrucksvolle Vorbild eines guten Hirten: Er war ja zuerst beliebter und tüchtiger Stadtpräfekt in Lauriacum, vergleichbar einem heutigen Bürgermeister. Als die Christenverfolgung extrem wurde, war er abwesend – die Christengemeinde vor Ort brachte ihm eine Nachricht, wie schlimm es stand, und er blieb nicht in der sicheren _Ferne, sondern kehrte zu denen zurück, die ihm am Herzen lagen, nahm das Risiko des Martyriums in Kauf, was er dann auch erleiden musste. Zusammen mit seinen Gefährten…

Der Heilige Florian hatte seinerseits ein Vorbild: Jesus Christus selber.

Und alle anderen Hirtinnen und Hirten, allen voran die Mütter, haben dieses Vorbild auch.

Aber Jesus ist für sämtliche Eltern, Einsatzkräfte, Sozial- und Seelsorgsberufe nicht nur ein Vorbild.

Er sagt von sich: Ich bin der gute Hirte. Und die ihm Anvertrauten hören auf seine Stimme.

Im Idealfall.

Warum ist es für uns gut, wenn wir auf seine Stimme hören?

Im Jahr 2010 durfte ich 2 Wochen in der Mongolei verbringen, zu Fuß, mit dem Bildungshaus Puchberg.

Da trafen wir unterwegs immer wieder auf Hirten mit ihren Schaf- und Ziegenherden: Hunderte, ja manchmal über 1000 Tiere gehörten zu so einer Herde.

In der Weite der Steppe kommt für die Tiere alles darauf an, die Stimme ihres Hirten zu hören – die Herden sind wegen ihrer Größe manchmal auf einem Umkreis von ein oder 2 Kilometern verstreut. Zum Aufbruch ruft sie der Hirte zusammen, der auf einem Pferd reitet und von einem Hirtenhund begleitet wird. Wenn einzelne Tiere zurückbleiben würden, weil sie den Hirten überhören, wäre es verkehrt.

Wieso ist es gut, wenn wir die Stimme unseres Hirten hören,? Was sagt uns Jesus denn – oder Gott selber?

Menschen, die beruflich – und Mutter sein ist ein fordernder Beruf – genauso wie Feuerwehr oder Rettung … sich für andere einsetzen, gehen öfter über ihre eigenen Grenzen des Schaffbaren, des gesundheitlich Verträglichen und Zuträglichen und können irgendwann einfach nicht mehr. Bis zum Zustand des Krankseins.

Es ist gut, da zu wissen, es ist noch ein anderer Hirte da- Ich bin nicht für alles und jedes selber zuständig und verantwortlich. Da sorgt auch jemand für mich. Jemand, der das wirklich kann. Weil er allmächtig allgegenwärtig allwissend ist und weiß was ich gerade brauche, was nottut und was gut tut.

Viele Menschen betrachten Gott, wenn sie beten, wie einen Feuerwehrmann – es brennt der Hut, und er soll und möge bitte schleunigst Abhilfe schaffen.

Dabei handelt Gott eigentlich wie eine gute Mutter: Ist um uns bemüht, ohne dass wir es andauernd merken … auch und gerade in den kleinen Dingen des Alltags …

Der gute Hirte Jesus möchte uns mitteilen: dass er da ist – dass die menschlichen Hirten in ihren verschiedenen Erscheinungsformen nicht auf sich allein gestellt agieren müssen, sondern einen haben, der hilft. Der Mut macht – auch zur Pause und Erholung angesichts und trotz der Nöte dieser Welt, der neue Energie gibt, zu dem wir selber kommen dürfen mit unseren Fragen Zweifeln und Nöten, wo wir Trost und Stärkung finden – und zwar jederzeit.

Im Trubel des Geschehens dürfen wir seine beruhigende Stimme hören.

Gott sagt uns, dass wir nicht perfekt sein brauchen, sondern dass unser Einsatz so wie er ist, genügt.

Nur dort, wo Menschen Augen und Ohren verschließen so in der Einstellung, das alles geht mich nichts an, da will uns seine Stimme wachrütteln.

Ich möchte Ihnen, den Müttern, den Feuerwehrleuten und den Musikern, gratulieren: Ihr habt auf die Stimme gehört, die da sagt: Es kommt auf dich an. Du kannst und wirst etwas bewirken.

Und ich möchte Mut machen allen, die noch nicht so wirklich glauben, dass sie und niemand anderes der Hauptdarsteller, die Hauptdarstellerin im Film des eigenen Lebens sind. Nebenrollen oder Statisten gibt es nicht bei Gott. Jesus lädt uns ein, dass wir uns selbst so ernst und so wichtig nehmen, wie er es mit uns tut.

Wir stehen oft ein bisschen wie daneben, wie in einer Ecke, im Abseits, als ob wir nur Zuschauer/innen wären in unserem Leben.

Für den himmlischen Hirten – also in Wirklichkeit – sind Sie, jede/r einzelne, DER STAR, ohne den es nicht geht.

In den letzten Tagen habe ich einige bemerkenswerte Vorgänge zum Thema FFP2-Maske beobachtet bzw, erlebt.

Am Samstag beim „Resch und Frisch“ in Traun: Ich betrete das Geschäft, Menschen stehen ohne Maske vor der Verkaufstheke. Da ich unter der Woche in Linz in zwei vergleichbaren Cafés war (mit Verkaufsmöglichkeit) und jedesmal freundlich darauf hingewiesen wurde, dass ich keine Maske mehr zu tragen brauche, denke ich mir: Aha, und lasse die Maske in der Jackentasche. Ich stehe ja auch unmittelbar neben einem Herrn, ca. 1,90 groß und breitschultrig, der ebenfalls keine Maske trägt – und schon eine ganze Weile dasteht.

Ich schaue mir die Waren an, als mich eine Verkäuferin, die ich in dieser Filiale noch nie gesehen habe, anschnauzt: Haben Sie keine Maske!?

Zuerst überlege ich, wen sie meint – der Mann neben mir zuckt mit keiner Wimper – also:

Ich antworte: Sicher habe ich eine Maske mit. Ich wusste nicht, dass ich hier eine benötige …

Und selbstverständlich nehme ich sie aus der Jackentasche und setze sie auf.

Der stattliche Herr neben mir nicht …

Als ich darauf aufmerksam mache, dass, wenn es Vorschrift ist, hier eine Maske zu tragen, das dann selbstverständlich für alle gelten müsse, werde ich weiter angeschnauzt: Glauben Sie, uns macht das Spaß, den ganzen Tag hier mit der Maske herumzulaufen …?

usw…

Jedenfalls kaufe ich dann doch mein Gebäck. weswegen ich gekommen bin – bei einer hier altvertrauten Verkäuferin, die auch insgeheim die Augen über ihre Kollegin verdreht … und die übrigens ausgesprochen höflich ist, sie kennt mich ja als Stammkundin, die immer wieder für beide Pfarren größere Einkäufe tätigt…

Als ich das Geschäft verlasse, verabschiedet mich die Schimpfende mit folgenden Worten: „Sie brauchen nicht wiederkommen!“

Da wird es mir dann doch zuviel.

Wie hätten Sie reagiert?

Die 2. Episode, erlebt bei einer Pfarrveranstaltung, folgt morgen.

Predigt                                                                       1. 5. 2022    Haid

Liebe Brüder und Schwestern!

Vor vielen Jahren hatte ich ein bemerkenswertes Erlebnis. Bei der Chrisammesse oder am Gründonnerstag, ich weiß es nicht mehr genau, war ich in St. Pölten im Dom. Bischof Krenn predigte. Da fielen folgende Worte:

„Es heißt immer wieder, wir sollen heute fragen: Was würde Jesus tun? Was möchte Jesus in einer bestimmten Situation? … Seien wir ehrlich: Das ist für uns heute gar nicht möglich, das können wir nicht wissen. Wir haben eben die Kirchengesetze, und nach denen müssen wir uns richten.“

Ich bin da unverzüglich aufgestanden und habe den Gottesdienst verlassen. Und mindestens die Hälfte der Mitfeiernden ebenso. Darunter mein ehemaliger Klassenvorstand im Gymnasium, damals eine Dame von 80 Jahren. Sie bemerkte: Das kann man sich wirklich nicht anhören.“

Das Problem ist: Es ist traurig für ihn gewesen, doch aus seiner Sicht hatte Kurt Krenn recht. Da hat die persönliche
Beziehung zu Jesus Christus gefehlt. Er kannte das nicht.

Die ganze Diözese hat es gemerkt.

Die Freundschaft, persönliche Beziehung zu Jesus ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Wirken im Reich Gottes. Für ein Leitungsamt in der Kirche. Managementqualitäten sind gut und wünschenswert – aber wenn die Liebe fehlt, wird es nichts werden.

Paulus hat es so beschrieben: Wenn ich sämtliche natürlichen und übernatürlichen Fähigkeiten der Weltgeschichte hätte, … hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.

Und wie geht das jetzt: Jesus zu lieben?

Sichauf eine lebendige Beziehung einlassen, die sich auch entwickeln kann.

In einer Freundschaft, in einer Liebesbeziehung verstellen wir uns nicht und sind offen für neue Entwicklungen.

Für den Petrus, den Simon aus Galiläa, war dieseErfahrung, dass Jesus ihn mit dem Hirtenamt betraut, obwohl er ihn verleugnet und im Stich gelassen hatte, als es darauf ankam, eine enorm bedeutsame wenn nicht die relevante Erfahrung seinesLebens.

Man darfFehler machen, sogar gewaltige.

Manbraucht sie nichjt verdrängen.

Und weil ich angenommen bin mit meinen Fehlern, mit Fehlleistungen und Blödheiten und persönlichen Handicaps, deswegen darf und soll und kann ich andere so annehmen. Denn jede/r wird Fehler machen, Anders geht es nicht – sind wir doch alle Menschen.

Im Gegenteil, gerade die, die fehlerlos erscheinen möchten, sind besonders gefährlich …

Die Liebe zu Gott – das ist kein geistloses Befolgen von Gesetzeskatalogen, sondern Jesu Persönlichkeit nach – spüren.

Mit Jesus reden – über all das, was sich in meinem Leben ereignet, was ich denke und fühle und plane und mir wünsche …

Beten. Aber das Wort allein trifft es nicht, was gemeint ist.

Menschen, Christen aller Zeiten haben viel gebetet, sich aus dem täglichen Leben zurückgezogen, Askese geübt – Fasten, Armut …

Für Übungszwecke ist das nicht schlecht. Meist wurde das aber weil übertrieben.

Aber ankommen tut es sowieso auf was anderes.

Liebe.

Tun, was Jesus möchte.

Nicht wer sagt, „Herr, Herr“, sondern wer tut, ist mein Freund. Meine Freundin.

Das geht nie ohne Verletzungen oder Probleme.

Aber gefühllose Abgehobenheit ist möglicherweise ein buddhistisches Ideal, kein jesuanisches.

Christentum ist Blut und Leben, Schweiß und Tränen, Schmutz, Farbe, Lust, Schmerz und Begeisterung.

Hl. Geist ist die heilige Aufregung Gottes über die Zustände in der Welt.

Weil Jesus, weil Gott die Zustände dieser Welt nicht kalt lassen, dürfen sie mir nicht egal sein.

Donnerstag, 28.4. 2022, 19.00              

Pfarrzentrum Haid,

Josefstüberl                    

Mit MMag. Dagmar Ruhm,

Pfarrassistentin                                                     

Thema:

WAS FRAUEN STÄRKT …

… am Beispiel Katharinavon Siena (Patronin der Kath. Frauenbewegung, Kirchenlehrerin)

          Was mich erwartet:

            Ein Abend für mich mit  

            kreativen Übungen,   

            spirituellen Texten, Gesprächen,  

            Speis und Trank.

Persönliche Anmeldung erwünscht, 3G-Nachweis erforderlich!

Kostenbeitrag: freiwillig

Predigt Weißer Sonntag 2022

Liebe Brüder und Schwestern!

Geht es uns nicht auch oft, ja meistens so: Wir haben so unsere Zweifel – vor allem ob Jesus, Gott, unser Beten wirklich hört – oder ob es nur eine fromme Übung von uns ist.

 …und wir sagen alles Mögliche über unseren Glauben – und waren total verblüfft, als genau das eingetreten ist, was wir gesagt haben – beim Beten z. B.

Jesus nimmt uns ernst.

Und dann vergessen wir es wieder. Bis zum nächsten Mal.

Leichter fällt es uns zu glauben, dass andere, vielleicht die Großen Heiligen, einen „direkten Draht“ zu Jesus gehabt haben.

Unser Glaube lebt zuerst von dem, was andere uns erzählen.

Thomas hat gehört, was die anderen Apostel erzählen über die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus. Es ist eher nicht der Unglaube, der ihn das sagen lässt, was er sagt.

Thomas spürt: Das genügt nicht. Unsere Heranwachsenden, die kritischen jungen Menschen, die hungern nach Erfahrung, die spüren: das genügt nicht. Thomas will es selber erleben, was ihm vermittelt wird: Wenn ich nicht meine Hände in seine Wunden lege …

Es reicht nicht, fromm zu nicken und brav alles mitzumachen … Es ist sogar völlig inadäquat. Komplett untauglich.

Die Glaubenserfahrung sämtlicher Christen vor uns, und seien es die Apostel und die größten Heiligen selbst, ersetzt nicht unsere eigene.

In dieser Situation, im besten Fall, wenn ein Mensch gelernt hat und gewohnt ist zu beten, mit Jesus vertraut ist vom Hörensagen, wendet sich der/die Betreffende an Jesus, an Gott: Du, zeig mir doch selbst… wo bist du?

Im Evangelium geht Jesus direkt und absolut persönlich auf Thomas ein:  Er fordert ihn auf, genau das zu tun, handgreiflich zu erleben, was er braucht, damit er zum Glauben kommt. Gotteserfahrung, Jesusbegegnung.

Wir sind in diesem Schritt, in dieser Beziehung zu Jesus, nicht durch andere vertretbar. Jede/r ist selbst gefragt.

Wir können von unseren Erfahrungen erzählen, die Glaubensinhalte vermitteln, zu Gottesdiensten einladen, sie ansprechend gestalten. Aber dass ein Mensch wirklich und tatsächlich es mit Gott zu tun bekommt, ihm unmittelbar begegnet, dass entzieht sich dem Bereich dessen, was wir machen können, da wirkt Gott selber mit seiner Gnade.

Ich habe mir da schon gedacht: Wir haben Jesus live da in jedem Gottesdienst – wieso gehen die alle nicht voll Erwartung und Vorfreude in die christlichen Kirchen?

Liegt das an uns, wenn sie das Gefühl nicht haben, da geschieht etwas Außerordentliches?

Haben wir das Gefühl, hier Besonderes zu erleben? Wie der Apostel Thomas im Evangelium?

Merken, spüren wir, dass Jesus wirklich da ist?

Er ist lebendige Person und zeigt mir ständig, wie gern er mich hat. Dinge gelingen. Sogenannte „Zufälle“ ereignen sich. Hass und Ärger verflüchtigen sich, Versöhnung, Friede wird möglich. Heilung geschieht. Ich weiß, was ich wissen muss, im richtigen Moment. Freude an der Arbeit, Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl. Sinn.

Plötzlich alles da.

Das Christentum ist eine Erfahrungsreligion, eine Religion der Praxis.

Schicksalsgemeinschaft auf Gedeih und Verderb.

Karl Rahner hat gesagt: Der Christ des 21. Jahrhunderts wird ein Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein.

Die Frage, warum die Kirche schrumpft, stellt sich nicht. Wer lebt denn in einer Schicksalsgemeinschaft mit Christus, hat ihn als Freund und Herrn angenommen – so wie ich das vorhin beschrieben habe?

Menschen wollen es sehen und erleben, wie andere dieses Christsein leben, damit sie es nachmachen können.

Liebe Brüder und Schwestern: Auf geht’s.