Liebe Brüder und Schwestern!

 

Aha, da lobt also Jesus einen unehrlichen Verwalter, stellt ihn sogar als Vorbild hin – was soll das jetzt?

Schauen wir uns das Evangelium genau an:

Jesus lobt nicht die Unehrlichkeit, sondern die Klugheit.

Der Verwalter ist klug:

Er jammert nicht, dass er seinen Job verliert. Er macht das Beste draus.

Er verschließt auch nicht die Augen vor den unangenehmen Tatsachen des Lebens. Aha, der Chef entzieht mir sein Vertrauen, die Kündigung steht vor der Tür – und er überlegt sich etwas, umgehend, und handelt – mutig und unkonventionell.

Das sollen wir auch tun.

Wenn eine Entscheidung von uns verlangt wird, wenn Gefahr droht, eine Veränderung sich abzeichnet: das ernst nehmen. Nicht zuwarten. Obs vielleicht eh nicht kommt oder nicht so schlimm sein wird wie es ausschaut. Mit dem Ernstfall rechnen.

Da2. Nicht jammern, nicht in die ungesunde Opferhaltung verfallen – ja, ich bin ja so arm, der Chef ist ja so ungerecht, …

Sondern die Energie auf das richten, was möglich und machbar ist, das eigene Überleben sichern.

Er macht sich beliebt bei den Schuldnern seines Herrn, damit er dann gute Aufnahme findet.

 

Sollen wir also – wie im Evangelium geschildert – uns strafbar machen?

Rät Jesus dazu, das Gesetz zu übertreten, wenn es drauf ankommt?

 

Denn: nach dem bürgerlichen Gesetzbuch hat der Verwalter sich unzweifelhaft strafbar gemacht.

Da ist es ein Wahnsinn, was er treibt, und das Gefängnis ist ihm sicher.

 

Die Juden hatten ein Gesetzbuch, und wir haben es auch. Im AT – sogar mit dem Anspruch, göttliches Recht zu sein.

Und in diesem göttlichen Recht in der Tora steht: dass Schulden dem Verleiher 1. Keine Zinsen einbringen dürfen, vom Volks- und Religionsgenossen darf man keinen Wucherzins verlangen.

Und 2. Sind Schulden nach 7 Jahren zu erlassen, d.h., sie verfallen, brauchen nicht zurückgezahlt zu werden, wenn der, der sich verschuldet hat, es nicht schafft.

Der sinn dieser Regelung ist, dass keine Armen entstehen, dass jeder immer wieder die Chance auf einen wirtschaftlichen Neubeginn erhält.

Alle 50 Jahre mussten Sklaven freigelassen werden.

 

Der Verwalter im Evangelium erlässt offenbar genau die Schulden, die zu Unrecht entstanden sind. D. h., dass er in Gottes Augen dem eigentlichen Recht zur Geltung verhilft.

So ist er zwar illoyal dem Arbeitgeber gegenüber, sehr wohl aber erfüllt er das Gebot Gottes. Er gibt zurück, was den Schuldnern gar nicht erst abverlangt werden hätte dürfen.

 

Es geht wieder einmal darum, die Prioritäten festzuhalten.

Das was im bürgerlichen Gesetzbuch steht, kann unter Umständen dem göttlichen Recht, der Ordnung Gottes zuwiderlaufen. Es ist nicht die oberste Instanz. Nicht einmal Gesetzesvorschriften. Nicht der Chef, der Herr, der Arbeitgeber ist letzte und oberste Instanz.

Da gibt’s noch mehr.

 

Wenn wir unsere weltweite Wirtschaftsordnung anschauen: Die Länder der sogenannten 3. Welt oder auch Schwellenländer wie Brasilien zahlen seit den 70er-, 80er- Jahren des vorigen Jahrhunderts Schulden zurück. Aufgrund der geltenden Zinssätze zahlen sie seit vielen Jahren nur mehr die Raten der Zinseszinsen – weil mehr gar nicht drin ist. Rechnet man alle bisher getätigten Zahlungen zusammen, stellt sich heraus, dass die ursprüngliche Kreditsumme bereits mehrfach zurückgezahlt wurde, oft mehr als 10 Mal.

Die Schulden werden aber immer mehr, weil sich die Zinsen immer draufschlagen und ständig vermehren. Es müssen – und wurden auch – weitere Kredite aufgenommen werden, nur um die Zinszahlungen bedienen zu können. Es ist ein Fass ohne Boden.

Dasselbe gilt übrigens für an sich reiche Länder wie Österreich. Nach dem Gesetzbuch ist das alles rechtens, man hat seine Schulden doch einfach zurückzuzahlen, nicht wahr?

Mit einer Spur von Hausverstand und einem Funken Anstand wäre klar: So kanns nicht gehen, ein genereller Schuldenerlass wäre das einzig Richtige.

 

Aber die Gier, die Aussicht, immer noch mehr und mehr zu bekommen, ist stärker – auch angesichts der Maßnahmen, die nötig sind, um den Klimawandel aufzuhalten. Wenn ich auf etwas verzichten muss – dann lieber Augen zu.

 

So, und jetzt noch einmal zurück zur frohen Botschaft, die im heutigen Evangelium steckt.

Jesus empfiehlt: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons.

Der Stellenwert des Geldes, seine Aufgabe: Freude machen. Helfen, gutes Leben garantieren, Zusammenhalt fördern.

Und: Nein, die Armen sind in den Augen Jesu nicht von vornherein die besseren Menschen. Sie haben bloß eine Möglichkeit weniger, sich falsch, sündhaft zu verhalten.

 

Können wir aus dem Evangelium etwas lernen?

Jesus lobt hier nicht die Gaunerei eines Angestellten, er lobt, dass für die, denen Schulden erlassen werden, nun mehr Raum zum Leben ist. Und genau darum geht es: Geld, Talente, Macht nicht zu raffen, sondern als Mittel zu sehen, Gutes zu tun. Schauen, dass alle leben können.

 

Heute hatte ich ein wunderbares Erlebnis. Seit April habe ich mich auf den Outdoortag gefreut, heute war es so weit: Beim Arthofergut in Hartkirchen lernten wir, mittels Feuerstein ein Lagerfeuer zu entzünden, wanderten ca. 2 Stunden durch den Wald, um die Gegend zu erkunden, uns in Baum- und Pilzkunde zu vertiefen und Pilze zu sammeln.

Dann wurde gemeinsam gekocht, auch Brot gebacken, gegessen, erzählt, Erfahrungen ausgetauscht.

Super!

 

Das müsst ihr auch erleben!

Termine gibt es mehrmals im Jahr. Näheres erfahrt ihr bei Outdoor Eferding, Günther Arthofer.

zur Inspiration – aus dem KFB-Brief der Diözese Linz, Sep. 2019, vgl. S. 10

 

 

Wir sind Frauen mit vielfältigen Begabungen, Fähigkeiten und Stärken.

Wir leben heute in einer Zeit großer gesellschaftlicher Herausforderungen und Umbrüche.

Wir leben in unserer Kirche, die uns Gemeinschaft und Freude schenkt,

die uns Halt gibt und mit Zuversicht in die Zukunft schauen lässt.

 

Doch vieles passiert in unserer Kirche, an dem Menschen leiden.

Für viele Menschen ist Kirche nicht mehr Heimat.

Vor allem Frauen verlassen sie;

Es gibt Krisen, Missstände, Missbrauch – oft werden keine klaren Worte gefunden;

Es gibt Verletzungen, eine harte Sprache, die wehtut.

Menschen fühlen sich vielfach nicht mehr wahrgenommen mit ihren Sorgen und Nöten.

 

Unser Blick richtet sich auf Jesus Christus, sein wertschätzendes Interesse an den Menschen und besonders an den Frauen;

Sein liebevolles, heilsames Wirken;

Seine klaren Worte, sein solidarisches Handeln an den Ausgegrenzten, an den Menschen an den Rändern der Gesellschaft.

 

Im Blick auf diesen Jesus und im Bewusstsein, von ihm begleitet zu sein,sind wir als wanderndes Volk Gottes auf dem Weg.

Wir sind unterwegs mit allen Menschen, mit den Priestern und Laien,

wissend, dass wir als getaufte und gefirmte Frauen Kirche sind –

un d so als Teil der Kirche Anspruch haben auf Teilhabe.

 

Uns Frauen ist es ein Anliegen und Wunsch,

am gemeinsamen Haus Kirche im Geiste Jesu mitzubauen.

Offenheit und Ehrlichkeit im gemeinsamen Tun walten zu lassen,

einander zu bestärken, aus Krisen herauszuführen und neu zu beginnen;

auf die Menschen zu schauen,

wohin ihre Sehnsucht führt, mitzugehen,

aufmerksam auf Brüche hinzuschauen und sie zu benennen,

angenommen zu sein als Mensch, der ich bin,

fallen zu dürfen und ohne Scham wieder aufzustehen

einander zu ermutigen und die Charismen zu leben.

 

Als geisterfüllte Frauen leben wir aus unseren spirituellen und geistlichen Quellen,

getragen von einer Spiritualität der Gnade und Barmherzigkeit, Zärtlichkeit und Kraft.

Wir leben und feiern unseren Glauben, wie es uns Frauen entspricht.

Wir reden von einem Gott, der die Liebe ist,

der uns in der Bibel in vielfältigen Bildern begegnet

und uns Mutter und Vater, Freundin und Freund, Geistin, Urgrund, Quelle des Lebens … ist.

 

Wir Frauen wünschen uns für die Zukunft:

Gleichberechtigt und partnerschaftlich am Leben der Kirche teilzuhaben und sie mit unserer Frauenkraft mitzugestalten.

 

Möge der Gott des Lebens und der Liebe in uns die Sehnsucht wachhalten,

uns immer wirksamer für eine solidarische, gerechte Welt einzusetzen

und Gottes Güte in unserer Kirche immer stärker spürbar werden zu lassen.

Kfb steiermark Maria Magdalena Feiner, Lydia Lieskönig

Eine gute Sache.

Schaut euch die Website des Internationalen Versöhnungsbundes an: www.versoehnungsbund.at

 

Oder das Programm der Burg Schlaining.

Frieden ist nötig – und wir können jede Menge zur Entstehung desselben beitragen.

Freude.

Freude – das ist das Wort, das ich vom Evangelium noch im Ohr habe. Das zentrale Wort.

Freude ist es, die Gott empfindet, sagt uns Jesus durch die Gleichnisse, wenn Verlorene wiedergefunden werden. Oder besser sich finden lassen. Gott weiß ja, wo wir sind.

Aber wir laufen irgendwohin, Menschen begeben sich irgendwohin, wo sie es mit Gott bitte nicht zu tun bekommen.

Warum?

Wahrscheinlich, weil sie nicht ahnen, wie Gott wirklich ist.

 

Vielleicht, weil ihnen die überschwängliche Liebe Gottes unheimlich ist irgendwie – Menschen begreifen oft allzu genau, was sie verdient hätten – bei einem Gott, der wie der strengste aller Oberlehrer oder der wachsamste aller Polizisten wäre.

Oder wie ein unbestechlicher aber unerbittlicher Richter, so wie der ältere Sohn im Gleichnis es vom Vater erwarten würde, ja wie es auch der jüngere erwartet, als Tagelöhner unter Umständen noch, das ist vielleicht drin…

 

Die älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an die Buß- und Beichterziehung. Da war auch die Rede von „Sündenstrafen“ …

Bemerkenswerterweise finden wir in den Evangelien, in der Lehre Jesu nichts dergleichen, nicht einmal annähernd.

Lässt der Hirte das verirrte Schaf, nachdem er es gefunden hat, zur Strafe etwa 2 Wochen nichts fressen oder so? Natürlich nicht, Wäre auch irgendwie blöd.

 

Der Sohn bekommt unverzüglich ein Bad, neue Kleider und Schuhe, den Siegelring als beglaubigter Erbe – und ein Festmahl ist angesagt.

 

Wir tun uns oft genauso schwer damit wieder ältere Sohn im Gleichnis.

Unsere Vorstellungen werden von Gottes Verhalten ausgehoben, überboten – Wenn Sünden vergeben sind – und die einzige wirkliche Sünde, das Wort kommt ja von absondern, besteht darin, Gott zu fern zu sein, zuwenig zu vertrauen.

Dabei ist Gott wirklich so: Sobald wir wollen, sind wir wieder ganz nahe bei ihm – ohne Wartezeit. Ohne Bußübungen. Ohne Vorbedingungen. Einfach so. Gratis. Gnadenhalber.

 

In Purgstall an der Erlauf in NÖ steht am Rand der Durchzugsstraße eine riesige Plakatwand mit wechselnden religiösen Texten. Im Frühsommer stand zu lesen: Mensch, warum vergisst du mich? Gott.

 

Wir dürfen uns Gott, Jesus hat ihn so verkündet, wirklich vorstellen wie einen, der uns nachgeht und auf die Schulter tippt: He, hallo, bemerkst du mich eigentlich?

 

Eine Reihe meiner Vorfahren und jetzigen Verwandten haben Gasthäuser, sind Wirtsleute. Ich durfte auch in den Ferien als Kind mithelfen.

In einem Gasthaus ist grundsätzlich jede/r willkommen. OK, wer randaliert, bekommt Lokalverbot. Wer anderen Gästen den Aufenthalt vergrausigt.

Aber kein Wirt käme auf die Idee, von vornherein Regeln aufzustellen, die manchen Menschen vom Gasthaus fernhalten – da würde der Betrieb langsam zurück- und mit der Zeit ganz eingehen.

Im Gegenteil machen gute Wirte aktiv Werbung, um neue Gäste zu gewinnen.

Und was besonders wirkt, ist die Mundpropaganda – wenn es wo gut ist, das Essen, die Atmosphäre stimmen, man sich wohlgefühlt hat, dann kommt man wieder, empfiehlt weiter, nimmt andere mit.

 

So eine Pfarrgemeinde wünsche ich mir.

 

Aber nicht für uns – denn der Gastgeber ist ja eigentlich Jesus, einladen tut Gott.

Wir hätten für die Feier heute kein geeigneteres Evangelium aussuchen können.

Jesus ist zu allen Menschen gekommen, mit allen möchte er es zu tun bekommen, gerade auch mit den Fernstehenden, mit denen ganz am Rand der Gesellschaft.

Es ist klar, dass es dem inneren Kreis in der Pfarre, den Pfarrgemeinderäten, Ehrenamtlichen und denen, die die Gottesdienste mitfeiern, gut gehen soll, und zwar möglichst gut – aber:

damit wir die Energie bekommen, auf die da draußen zuzugehen und bei ihnen die gute Nachricht bekannt zu machen, dass sie unendlich wertvoll sind und von Gott geliebt.

 

 

 

Heute möchte ich auf eine wunderbar hilfreiche Einrichtung aufmerksam machen: den Behelfsdienst der Diözese Linz – ok, ich war auch schon einige Male im Behelfsdienst der Diözese St. Pölten, aber in Linz bin ich naturgemäß einfach regelmäßig.

Von Glückwunschbilletts für sämtliche denkbare Lebensereignisse über Matrikenbücher und -formulare, Materialien für Firmung, Erstkommunion, Taufe, Gottesdienstgestaltung, Begräbnis, Umkehr und Buße, für Schulunterricht und pfarrlichen Gruppenbetrieb, Hilfen für Pfarrgemeinderat und Fachausschüsse, Kalender, Geschenke, Bücher, Kleinschriften … Hostien und Weihrauch …

 

Also beinahe nichts für den kirchlichen Gebrauch, was es NICHT gibt …

dazu enorme Hilfsbereitschaft und eine große Dosis Freundlichkeit.

 

Wo das zu finden ist?

 

Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz

Tel.: 0732 7610 3813

Heute Nachmittag bin ich nach einem Termin durch Traun gefahren, wollte eigentlich zum großen Kreisverkehr Richtung Hörsching und Eferding – als ich das Hinweisschild“Badezentrum, Ödtsee“ entdeckte.

Vor vielen Jahren, 1996 und 1997, war ich einige Male dort zum Schwimmen, als ich in Hörsching Pastoralassistentin war.

Ich bog also ab, stellte mein Auto am Parkplatz ab und ging ein bisschen herum, schaut mir die Landschaft rund um den See an – manches gab es damals noch nicht,z. B. die Sandterassen und den Sandstrand …

Ein paar Leute waren dort, v. a. spielende Kinder mit Müttern oder Omas.

Auch das Café gab es noch, mit anderen Besitzern oder Pächtern.

 

Nach  einem Eisbecher und ein paar Minuten Zeitunglesen brach ich wieder auf und fuhr nach Hause.

Eine nette Zwischendurcherholung war das heute!

 

Beim Schulanfangsgottesdienst der NMS Haid wurde heute eine Geschichte vorgelesen, die auch mich beeindruckt hat.

Hier der Text:

Joel stand kurz vor seiner Bar Mizwa (vergleichbar mit unserer Firmung).
Einige Wochen vorher  durfte er dem Rabbi einen Besuch abstatten.

Der Rabbi begrüßte Joel und seinen Vater mit einem freundlichen Händedruck.

Dann segnete er den Buben, damit er wachsen möge und eine Freude für die Gemeinde und seine Familie werde.

Schließlich  stellte der Rabbi eine ungewöhnliche Frage an Joel: „Bist du ein Fußball-Fan?“ Joel bejahrte die Frage.

„Von welcher  Mannschaft bist du ein Fan – von Rapid Wien oder  FC Salzburg?“ „Von FC Salzburg“, antwortete der  Bub.

„Ist auch dein Vater ein Anhänger dieser Mannschaft?“ „Ja“, antwortete Joel.

„Nimmt er dich zu den Spielen mit?“, fragte der Rabbi weiter.

„Hin und wieder“, sagte Joel. „Erst vor drei Wochen habe ich ein Spiel mit ihm gesehen.“

„Wie war das Spiel?“, fragte der Rabbi.

„Es war enttäuschend“, meinte der 13-jährige. „Bereits nach der ersten Halbzeit ist unsere Mannschaft 3:0 hinten gelegen. Daher haben wir uns entschieden, das Stadion zu verlassen.“

Da fragte der Rabbi: „Und haben auch die Spieler das Spiel verlassen, als ihr gegangen seid?“

„Aber nein, Rabbi. Die Spieler können das Spiel nicht mittendrin verlassen“, erklärte Joel.

„Warum nicht?“, fragte der Rabbi lächelnd. „Erkläre mir, wie das funktioniert.“

Joel sagte: „Also das ist so. Es gibt Spieler und es gibt Anhänger. Die Anhänger können gehen, wann immer sie wollen. Denn sie sind nicht Teil des Spiels. Das Spiel geht auch ohne sie weiter. Aber die Spieler müssen bleiben. Sie müssen bis zum Ende des Spiels versuchen zu gewinnen.“

Da lächelte der Rabbi erneut und sagte: „Das ist eine Lehre, die ich dir auch in Bezug auf die Religion und die Schule geben will.  Du kannst ein Anhänger oder aber auch ein Spieler sein. Sei ein Spieler!“

 

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

 

Aha, möchte Jesus etwa, dass wir unsere Familien nicht mehr wichtig nehmen, dass wir zwischenmenschliche Liebe geringschätzen usw.? Oder wie sollen wir das heutige Evangelium verstehen?

Auf jeden Fall dürfen wir davon ausgehen, dass es sich um ein Evangelium, um FROHE BOTSCHAFT handelt. Und nicht um Drohbotschaft, etwas Negatives oder Furchtbares…

Zur Zeit Jesu – ein orientalisches Land des Altertums – war Familie ALLES. Maßgebliche Lebensgrundlage, Basis von allem. Ohne Familie ging nichts, war eine einzelne Person nichts, man kam nicht aus.

Jesus hat ja selber Anstoß erregt, weil er alleinstehend lebte, sich aus seinem Familienverband gelöst hat – und die JüngerInnen zum gleichen veranlasst, ermutigt hat.

Familienbindungen können aber auch in unserer Zeit dem Heil des Menschen, dem Guten, einer guten und heilsamen Entwicklung durchaus entgegenstehen.

Und da brauchen wir nicht zum Extrembeispiel der Mafia zu gehen, wo die famiglia das gesamte Leben bestimmt und anordnet, kontrolliert…

Da leuchtet uns ein, dass Familie auch etwas Schädliches sein kann.

Oder die Familienfehden, die durch Zuwanderer aus Türkei, Bosnien und Serbien in unser Lsnd getragen werden, wo im Namen der Familienehre Menschen ermordet werden, weil sie sich nicht fügen wollten – dem, was familienüblich ist, jemand anderen heiraten, Mädchen einen Beruf lernen, der ihnen Freude macht, Frauen sich scheiden lassen usw. –

Es gibt weit subtilere Formen familiärer ungesunder Einflussnahme.

Wir kennen die Witze über ewige Junggesellen, die als Muttersöhnchen nie selbständig werden können oder dürfen, nicht heiraten oder keinen eigenen Hausstand gründen, das Leben nicht selbst in die Hand nehmen. Ich hatte selber eine Tante, die es nicht hinterfragt hat, dass ihr die Mutter 2 x verboten hat, mit einem jungen Mann, den sie kennenlernte, auszugehen geschweige an eine Heirat zu denken.

Oder die krankhaften Abhängigkeiten, die häusliche Gewalt schafft – da ist es tatsächlich nur möglich, zum Glück zu gelangen jenseits und außerhalb von Vater und Mutter, Geschwistern und Ehegatten.

Froh- und freimachende Botschaft ist es, wenn solchen Menschen endlich jemand sagt: Deine Familie ist nicht die letzte Instanz. Es gibt Wichtigeres und Richtigeres, als dein Vater, dein Ehemann sagt. Die Familientraditionen sind nicht unumstößliche Lebensnorm für immer und ewig.

Der oberste Herr – ja, und es ist wieder verfänglich, von Gott als vom Herrn zu sprechen – also oberste und letzte Instanz ist woanders ist die Mutter, der Papa, Freund und Freundin der Menschen im Himmel …

 

Und beim Besitz ganz ähnlich.

Wo es ums Geld geht, vergessen Menschen mitunter sehr rasch, wo die oberste Norm läge.

Und wenn wir versucht sind, dabei gleich an die ganz Großen in Wirtschaft und Politik zu denken, die lieber die Lebensgrundlagen der Menschheit zerstören, Stichwort Amazonas, als zuzugeben, dass ihr Konzept falsch ist, dass sie sich geirrt haben und statt auf den großen Luxus zu verzichten, ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis:

 

Ich stamme aus St. Pölten.

Viele Studenten fuhren täglich mit dem Zug nach Wien oder Krems zum Studieren, wozu man eine Freifahrtsausweis bekam.

Andere wohnten in einem Studentenheim, dann hatte man kein Recht auf die Freifahrt.

Eine Freundin aus der gleichen Jugendgruppe der Pfarre ging auf die Pädak nach Krems und wohnte unter der Woche auch dort. Ihr Vater, angesehener Geschäftsmann und Pfarrkirchenrat, hielt es für selbstverständlich, dass seine Kinder – meine Freundin hatte noch drei Geschwister – die Freifahrt beanspruchten. So hammas auch wieder nicht, dass wir nicht nehmen würden, wo sich uns etwas bietet, war sein Motto.

 

Ein bisschen tricksen da, ein kleiner Vorteil dort …

Man bekommt schließlich nichts geschenkt … Oder?

Dies Grundhaltung, die dahintersteckt, ist leider wirklich ein Mangel an Vertrauen Gott gegenüber.

Doch, möchte ich behaupten, wir bekommen etwas geschenkt. Und zwar alles und immer.

 

Liebe Brüder und Schwestern, für das Reich Gottes schenkt uns Jesus das große Vertrauen in Gott und die gewaltige Erleichterung, dass nicht Staatsformen, Religionsoberhäupter, Clanchefs, gesellschaftliche Traditionen oder Wirtschaftsbosse … das letzte Wort haben, sondern dass dieses nur Gott zukommt, der über ihnen steht.

Nehmen wir uns eine Minute Zeit der Stille und lassen wir dies auf uns wirken.

Kann sein, dass wir da und dort ein Aufatmen hören in unserer Kirche.

 

Die Bischofskonferenz in Lima wird von der Diözese Linz lernen, wie man Seelsorgeteams aufbauen kann.

Habe ich heute im Vortrag von Gabriele Eder-Cakl erfahren.

„Soviel Anfang war noch nie“.

Das Seminar für Haupt-und ehrenamtliche in der Diözese Linz war eine echte Bereicherung.

Noch etwas sagte die Pastoralamtsleiterin: Die Menschen im Amazonasgebiet brauchen die Eucharisitiefeier, um Kraft zu haben für ihren Einsatz für Gerechtigkeit, für ihren Kampf um die Erhaltung der Natur, des Regenwaldes. Und für vieles mehr.

Sie brauchen die Eucharistie dringend. Lebensnotwendig.

Und deswegen müssen endlich Frauen die Priesterweihe empfangen, damit dies gewährleistet ist.

Und der Stammesälteste, der auch der Schamane ist, muss sie empfangen, weil er der glaubwürdige Respräsentant der Spiritualität ist für den Stamm.

 

Bitten wir Gottes heilige Geistin ruach, dass sie darauf hinarbeitet.