Liebe Erstkommunionkinder, lieber Eltern, liebe Brüder und Schwestern!

„Regenbogen“ lautet das Thema der heurigen Erstkommunion. Wie entsteht so ein Regenbogen?

Wenn es regnet und gleichzeitig die Sonne scheint.

Kommt das oft vor? – Nein, es ist eher selten.

Die Menschen, von denen das Alte Testament, der erste Teil der Heiligen Schrift, erzählt, haben den Regenbogen als Zeichen dafür verstanden, dass Gott die Menschen lieb hat. Dass Gott mit den Menschen, ja mit der ganzen Schöpfung, einen Bund geschlossen hat. Ein Abkommen ,,, Gott hat feierlich versprochen, bei den Menschen zu sein und sich zu kümmern, dass es uns gut geht.

Der Regenbogen ist ein besonderes Zeichen – normalerweise gibt es das nicht, dass es gleichzeitig regnet und sonnig ist.

Mit Jesus ist auch etwas ganz besonders, was es sonst nicht gibt: Jesus ist Mensch und Gott zugleich. Und beides zu 100 Prozent, würden wir sagen.

Gott hat sein Versprechen, dass er vor langer Zeit mit dem Regenbogen gegeben hat, in sensationeller Weise wahr gemacht: er ist als Mensch auf die Erde gekommen.

Aber weil wir Jesus nicht ständig sehen und erleben können nach seinem Tod und seiner Auferstehung, hat er sich etwas echt Tolles einfallen lassen:

Wir brauchen nur ganz einfach Eucharistie zu feiern, über Brot und Wein zu beten wie Jesus damals beim letzten Abendmahl, und er ist anwesend, ist da, gegenwärtig bei uns.

Gott weiß, dass wir uns schwer tun etwas zu glauben, wenn wir es nicht sehen können. Deshalb etwas aus unserem Alltag, etwas ganz Normales, Brot, ein sichtbares Zeichen, das wir angreifen und sogar essen können …

Wir sollen nicht nur glauben, sondern dürfen wissen: Gott ist bei uns.

Es ist aber jetzt nicht nur so, dass es uns selber gut tut, Kraft gibt und glücklich, froh macht, wenn wir die Kommunion empfangen.

Wir nehmen ja Jesus in uns auf.

Die Kommunion hilft uns dabei, immer mehr so zu werden wie Jesus. Wir nehmen von Jesus immer auch dann etwas auf, wenn wir die Bibel lesen oder beten …

Aber wenn wir die Hostie empfangen, haben wir Jesus in uns. Wir sind wie lebendige Tabernakel auf 2 Beinen. Jede/r von uns ein Ort der Anwesenheit Gottes …

Stellen wir uns vor, wie großartig das ist, wenn wir das Wesen Jesu, seine Anwesenheit, überall hin bringen … Jeder Mensch, der bei der Kommunion war, strahlt den Segen Gottes in diese Welt.

Dass ihr das selber spüren könnt und oft und gern tut, ihr Erstkommunionkinder, aber auch alle anderen, die heute hier sind, das wünschen wir euch: die Religionslehrerin, der Kurat und ich.

Donnerstag,                             

6. 5. 2019, 18.30

Pfarrzentrum Haid

Josefstüberl                   

 mit MMag. Dagmar Ruhm,

Pfarrassistentin                                                    

Thema:

Maria – und wir. Aus der vielfältigen Tradition Heilsames auswählen.

Was mich erwartet:

Kreative Übungen, Spirituelle Texte,

Austausch, saisonale Köstlichkeiten (letztere zum Mitnehmen)

Persönliche Anmeldung ist erforderlich: 0676 8776 5305

Kostenbeitrag: EUR 10,-      

Veranstalterin: Pfarre 4053 Haid, Kirchenstr. 1, Tel.: 0676 87765305

Predigt                 25. 4. 2021, Weltgebetstag um geistliche Berufe,

                                                  Jesus, der gute Hirte

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir dürfen diesen Text heute auch als Handlungsanweisung nehmen für die Hirten und Hirtinnen heute – „Pastoral“ heißt, das betreffend, was die Hirten-Arbeit ausmacht. Jesus im pastoralen Wirken zum Vorbild nehmen: die Prioritäten setzen so wie er es tat.

Nicht so sein wie Diebe und Räuber – wir denken an Sektenführer, die sich an den Mitgliedsbeiträgen der Anhänger bereichern .. Mun, verschiedene asiatische Gurus… oder sich am bedingungslosen und blinden Gehorsam berauschen…

Haben wir nicht. Aber es schadet nicht, wachsam zu sein, das eigene Handeln immer wieder anzuschauen, die Ziele mit den Zielen Jesu abzustimmen: Die heutigen Kirchenschafe merken es sehr genau und sehr schnell, wenn ihnen verdorbenes Gras geboten wird, wenn sie es in der Verkündigung nicht mit dem lebendigen Jesus und seiner frohen Botschaft zu tun bekommen, sondern mit der Forderung, irgendetwas zu tun und zu leisten, Erfüllung von Geboten und Normen, die größtenteils der Systemerhaltung dienen…

Ja, es ist gut und wichtig, wenn viele Menschen den Gottesdienst mitfeiern, wenn alle ihren Kirchenbeitrag zahlen. Aber die Seelsorger und aktiven Christen in Diözese und Pfarre sind manchmal in Gefahr, in erster Linie nur mehr die Zahlen der zahlenden und kirchenfüllenden Mitglieder zu sehen…

Jesus hat immer zuerst das Heil des konkreten Menschen vor Augen.

Wenn eine/r heil wird, hat das immer Auswirkungen auf ihre/seine Umgebung… wer Jesus wirklich erlebt, möchte das sowieso der Gemeinschaft, ja der ganzen Welt mitteilen…

Die Menschen spüren, ob es um SIE geht – oder um die Macht- oder sonstigen Interessen der Kirche(n)…

Jetzt habe ich vorher gesagt: Handlungsanweisung für geistliche Berufe.. aha, denken Sie vielleicht, Priester, hauptamtliche Seelsorger/innen, Theolog/inn/en, Ordenschristen…

Geht mich nichts an…

O doch. Das tut es.

Wir alle nämlich sind Gerufene und Berufene.

Christ sein ist ein , ja der geistliche Beruf schlechthin. Sein Leben mit Jesus verbringen.

Entsprechend den eigenen Charismen und der je individuellen Berufung:

Ob die lautet: Ärztin. Krankenpfleger. Lehrer. Ehefrau, Mutter, Ehemann, Vater, Politiker, Konzernchefin…, oder: im alltäglichen unscheinbaren Beruf und Alltag Zeugnis geben vom Christsein… Berufung kann auch heißen: Priester in der Jugendarbeit, Priester in der Pfarre, Gemeindeleiter/in, Nonne in Kontemplation, Nonne in der Slumseelsorge…

Da kommt jede/r bestenfalls im Lauf des Lebens rechtzeitig drauf.

Zum Christsein gehört optimalerweise auch das Hören auf Jesus. Ständig mit ihm in Kontakt stehen. Er weist mich hin auf das, was ich gut kann und für andere, für die Kirche tun und sein soll…

Viele Christen hören die Stimme des guten Hirten nicht.

Weil wir es nicht gewohnt sind.

Oder weil wir gar nicht damit rechnen, etwas zu hören.

Oder wir hören ihn nicht aus dem Lärm unseres Lebens, unserer Arbeit und Freizeit, heraus…

Das können wir aber leicht ändern.

Jesus will, dass es uns gut geht im umfassenden Sinn – Lebenssinn, Aufgabe, Bewältigung von Problemen, Fähigkeiten entfalten, Liebe, Gemeinschaft, Verstehen…

Er ist wirklich der gute Hirte.

Ich will Sie zum geistlichen Leben ermutigen:

Versuchen Sie es jeden Tag mit einer stillen Zeit – 5 min sind besser als nichts. Und ganz bestimmt sind 5 Minuten mit Freude und Erwartung besser als eine Stunde mit Grausen.

Laden Sie Jesus in Ihren Alltag ein. Bitten Sie ihn, an Ihrem Arbeitsplatz bei Ihnen zu sein. Dass die Arbeit Freude macht und leicht von der Hand geht und erfolgreich ist. Dass Sie mit den Kolleg/inn/en ein gutes Verhältnis haben. Dass Probleme sich lösen lassen,. Dass die Arbeit zum Wohl aller geschieht. Dass die lästige Pflicht zur Erfüllung wird.

Ob das Fließband, Kochen, Kinder unterrichten, Taxi fahren, Firma verwalten oder Gottesdienst feiern ist.

Gott sorgt sich um alles in unserem Leben, wenn wir ihn nur lassen: Das Beispiel von Pfr. Schobesberger ist legendär: und viele haben die Probe gemacht, es funktioniert: bitten Sie Gott, wenn Sie dringend wo in eine Stadt…  oder Linz … fahren müssen, um einen Parkplatz in der Nähe der Ortes, wo Sie hinmüssen, es wird einer frei sein. Mir ist es sogar schon passiert, mir sind in Linz dann im Verkehrstrubel Bedenken gekommen – und ich habe den ersten freien Parkplatz in vertretbarer Nähe benützt. Genau vor dem Haus, wo ich etwas zu erledigen hatte, war einer frei.

Oder man braucht nur aus dem Haus zu gehen und trifft den Menschen, den man dringend gerade angerufen hat, und der nicht zu Hause war…

Gott, Jesus und der heilige Geist ist wirklich unglaublich menschenfreundlich. Ich kann mich erinnern, vor zwei Jahren ca. habe ich am Nachmittag mehrere Personen anrufen wollen zwecks Terminvereinbarung, verschiedener Fragen usw. Einige Kinder wegen des Jungscharlagers, eine Dame wegen des Pfarrcafés zum Kuchentauschen, eine wegen Jugendtreff und wegen eines Fachausschusstreffens. Keine/r war zu Hause. Dann wars mir zu blöd, ich hab gedacht, so ein schöner Tag, geh ich ins Freibad schwimmen. In der Stunde, die ich dort war, hab ich alle getroffen und alles ausmachen können.

Geistliches Leben: in allem die Gegenwart, das Wirken Gottes erkennen, mit seinem Segen rechnen… sich darüber freuen.

Wenn  wir das tun, wenn wir ein Klima schaffen, wo das in und üblich und gefragt ist, so mit Gott verbunden zu sein und auf ihn zu hören, da werden Menschen – nämlich die, die dazu gerufen werden -, auch die Berufung zum Orden oder zur Weihe vernehmen – und auch ermutigt werden, diesem Ruf zu folgen. Nicht weil die Kirche das braucht oder sonst wer, sondern weil das ihr Lebenssinn ist und sie restlos glücklich macht, ihr Leben erfüllt.

Gott schenke uns, dass wir uns darauf einlassen.

Heute ein Tipp: Bestellt euch den Pfingstkalender!

Ist zwar schon seit Ostermontag amLaufen, aber es dauert ja noch einige Wochen bis Pfingsten!

Anregende, wirklich tiefgründige Beiträge, die zu denken geben und – wenn man sich drauf einlassen mag – die Spiritualität vertiefen.

Jeden Tag bin ich überrascht!

Ptobiert es.

Googeln: Pfingstkalender

oder: https://www.pastoralinnovation.org/pfingstkalender-2021

Predigt 3. Sonntag der Osterzeit

Liebe Brüder und Schwestern!

Interessant: Das heutige Evangelium spielt zeitlich vor dem, was wir vorigen Sonntag gehört haben.

Jesus, der auferstandene, erscheint seinen Jüngerinnen und Jüngern. Wissen sie, was mich am Christentum besonders fasziniert – oder am biblischen Gott?

In vielen Religionen gilt es als notwendig, unabdingbar, dass der Mensch sich auf die Gottsuche begibt, wenn er Erlösung, Erleuchtung, Glauben oder was immer finden will.

Bei uns ist es umgekehrt.

Da macht sich Gott auf die Suche nach dem Menschen.

Jesus besucht die Seinen.

Er muss sie, so scheint es, erst nach und nach überzeugen, dass es wirklich er ist, offenbar hat er nicht mehr so ausgeschaut wie sie es von früher gewohnt gewesen sind. Die Emmausjünger erkennen ihn nicht gleich; optisch überhaupt nicht, erst die Geste des Brotbrechens bringt sie zur Gewissheit.

Oder beim Fischfang am See – da ist Jesus nicht durch sein Aussehen erkennbar …

Es muss aber ein paar Erkennungszeichen geben, die die Jünger überzeugt haben von der Wirklichkeit der Auferstehung.

Heute sind es drei oder sogar vier.

Jesus zeigt den Aposteln die Wunden, die Spuren von der Kreuzigung. Greift mich doch an. Es ist derselbe, der am Kreuz gestorben ist.

Der Auferstandene isst ein Stück Fisch vor ihren Augen. Er lebt, es ist kein Geist, schon gar nicht eine Halluzination, Einbildung der Jünger.

Er kennt sie, mit Namen und ihren Eigenheiten; er spricht mit den Jüngern, mit den Freunden über gemeinsame Erlebnisse in der Vergangenheit. Er weiß noch, dass Petrus versprochen hat unter allen Umständen zu ihm zu halten und ihn dann doch verleugnet.

Jesus hat dieselben Wesenszüge, Charaktereigenschaften wie vor seinem Tod. Er ist freundlich, liebevoll, verzeiht, ist barmherzig … hat ein Herz für die Menschen. Hilft, schenkt, steht bei … Seine Persönlichkeit hat sich nicht verändert.

Und er behält die Gesten bei, die er gestiftet hat – das Segnen und Brechen des Brotes. Den reichen Fischfang. Das Nehmen der Angst, das Vergeben der Sünden, das Wiederaufrichten der Gescheiterten, der Versager – Petrus…

Lauter Beweise der Auferstehung.

Wie ist das heute bei uns – jetzt?

Sehen wir Beweise des Auferstandenen – dass er bei uns ist?

Suchen wir sie?

Brotbrechen.

Über ihn erzählen.

Ihn angreifen, begreifen, sehen, erleben wollen … warum bestehen wir nicht auf authentischer Erfahrung? Also, ich möchte ihn sehr wohl sehen, mit Händen greifen. Mich von ihm beschenken lassen. Ihn in mein Leben einladen.

Ist der Glaube an die Auferstehung – nämlich dass der auferstandene Jesus bei uns ist – ganz konkret! – deswegen vielleicht bei uns so blass und kraftlos, weil wir uns nicht trauen, ihn live zu erleben? Wer hat uns denn den Blödsinn eingeredet, dass wir ins Blinde hinein glauben sollen?

Ist Erfahrung nicht weit wichtiger als Etwas für wahr halten – ja das, worauf es ankommt?

Ich bin mit Freude katholisch: Mein Glaube ist konkret, ereignet sich mit allen Sinnen – sehen, hören, schmecken, riechen, reden, hören, fühlen …

Wenn Jesus bereit ist, uns handgreifliche Beweise zu geben – warum um Gottes willen sind wir so dumm oder sündhaft bescheiden – oder vermessen stolz – ich brauch das nicht, hab ich nicht nötig … , dass wir auf sie verzichten?

Schaumgebremst, eingesperrt – und dann wundern wir uns, dass sich keiner für die Kirche interessiert.

Bestehen wir darauf, alles zu erleben, was Gott uns anzubieten hat. Sakramente, seine spürbare Anwesenheit im Gebet und Führung, theologisches Wissen, das Wirken des Geistes, Gemeinschaft, Wunder, Heilung und und und …

Alles für uns.

Predigt                                          Weißer Sonntag, 10. 4. 2021 Pucking

Liebe Brüder und Schwestern!

Selig, die nicht sehen und doch glauben.

Der Satz ist so oft gesagt worden, und wir haben ihn, vermute ich, so oft gehört, dass wir gar nicht mehr drüber nachdenken, was er eigentlich bedeutet.

(Denn, und das behaupte ich hier und heute: Aus dem Zusammenhang gerissen und falsch vermittelt ist er absolut verkehrt.)

Zuerst müssen wir fragen: an wen richten sich diese Worte? – An die Apostel jedenfalls nicht, denn die haben Jesus sehr wohl gesehen, live erlebt, wie es bei uns heißt, vor dem Tod und nach seiner Auferstehung.

Die Worte richten sich an die Leser- und Hörerschaft des Evangeliums, an die nachgeborenen, die Jesus als er in Israel lehrte und heilte, nicht begegnet sind. Die, denen das Evangelium verkündet wird vom Jahr 38 nach Christus bis zum Weltende. Das „Selig, die nicht sehen und doch glauben“ richtet sich – z. B. – an uns.

Was ist das überhaupt: „glauben“?

Glaube hat die Dimension des Fürwahrhaltens – es gibt ein Glaubenswissen. Die Aussage des Evangeliums: Jesus ist Gott in Person und von den Toten auferstanden“ können wir nur glauben – oder eben nicht.

Was im Glaubensbekenntnis aufgezählt wird.

Glauben hat aber auch die Dimension des Vertrauens. Das hat was mit Liebe zu tun, mit Gefühl und einem persönlichen Naheverhältnis. Wenn wir jemandem Vertrauen schenken, dann haben wir, wenn wir gesund und normal und vernunftbegabt sind, in der Regel allen Grund dazu.

Liebe Brüder und Schwestern, Jesus verlangt in keiner Weise von uns einen blinden Glauben. Ins Blaue hinein.

Im Gegenteil.

Wir Christen haben den Vorteil, dass wir unserem Religionsgründer jederzeit und überall begegnen können. Das Problem ist, dass wir ihn hier in dieser Dimension nicht SEHEN können – und deswegen sind wir selig, wenn wir es trotzdem versuchen und für möglich halten, dass der direkte Kontakt möglich ist.

Glaube ist für Christen lebendige Beziehung mit Christus. Ja, es kommt etwas zurück – da können wir uns bei den großen Mystikern und Mystikerinnen der Kirchengeschichte vergewissern, was und wie viel.

Und Christentum bedeutet noch mehr: Das Zentrum des heutigen Evangeliums sind die Worte, die Thomas zum Schluss sagt: „Mein Herr und mein Gott!“ Das ist ein Glaubensbekenntnis.

Christ sein heißt, Jesus als Herrn zu übernehmen.

Meinungen anderer Menschen, Systeme, Herrscherfiguren, Chefs, wer oder was auch immer – sind nicht die letzte Instanz über uns.

Es bedeutet, mich in allem nach ihm, Jesus, zu richten, nach seiner Meinung zu fragen, mit ihm mich austauschen über die Themen und alle Belange meines Lebens.

Christ sein bedeutet, zu diesem Herrn zu stehen, komme, was da wolle. Dann stellt sich die Frage nicht, ob ich am Sonntag in den Gottesdienst gehe – er lädt mich zu seiner Party – Auferstehungsparty – ein. Wie könnte ich da weg bleiben? Es stellt sich die Frage nicht, ob und wie ich bete – weil es unvorstellbar ist, mit jemandem, mit dem ich das Leben teile, nicht regelmäßig zu reden.

Es stellt sich die Frage nicht, ob ich die 10 Gebote einhalte oder mich nach dem Katechismus richte – denn wenn mir Jesus so wichtig ist, dann geht es doch gar nicht anders als ständig zu fragen was er dazu sagt … wenn ich jemanden liebe, werde ich dann machen, was den bestimmt kränken wird? … na eben.

Ja, und ich werde merken, spüren, dass Jesus wirklich da ist.

Er ist lebendige Person und zeigt mir ständig, wie gern er mich hat. Dinge gelingen. Sogenannte „Zufälle“ ereignen sich. Hass und Ärger verflüchtigen sich, Versöhnung, Friede wird möglich. Heilung geschieht. Ich weiß, was ich wissen muss, im richtigen Moment. Freude an der Arbeit, Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl. Sinn.

Plötzlich alles da.

Karl Rahner hat gesagt: Der Christ des 21. Jahrhunderts wird ein Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein.

Der christliche Glaube ist dem Wesen nach kein Lehrsatzgebäude, sondern eine Erfahrungsreligion. Nicht ohne Grund wurden wir zu Beginn „Anhänger des neuen Weges“ genannt.

Glaube(n) ist ein Prozess. Machen wir es wie Thomas: Probieren wir aus, treten wir in Kontakt!

Du selbst – und niemand sonst! – bist der/die Experte/in deines Lebens, für deinen Lebens- und Glaubensweg.

Nichts und niemand, weder die heiligste Lehre noch die erhabenste Erfahrung eines heiligen Menschen noch die oberste irdische religiöse Instanz kann mir und dir die Entscheidung abnehmen, kann es mir und dir abnehmen, das Leben zu leben.

Wir, jede/r von uns, sitzt an der Quelle. Direkter Kontakt zu Gott ist unser Geburtsrecht und Merkmal als Menschen. Wir dürfen wie Thomas diesen unmittelbaren Kontakt einfordern!

Probieren wir es aus!

Eine Filmempfehlung:

Alphabet – Angst oder Liebe.

Ein Film von Erwin Wagenhofer über unser Bildungssystem, über Bildung überhaupt, Grenzen und Möglichkeiten …

Anschauen!

Lernen!

Eine empfehlung …

… für alle, die Hilfe bei der Betreuung ihrer alten Angehörigen suchen.

Ich habe die besten Erfahrungen gemacht.

Das niederösterreichische Hilfswerk kam seit Ende Oktober zu meinem Vater, zuletzt 2x täglich.

Danke – und gut, dass es euch gibt!

Predigt zum Ostermontag (Kindergottesdienst)

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Manchmal kommt es anders als vermutet …

Die Raupen in der Geschichte glauben, die eine Raupe spinnt, sie ist jetzt verrückt geworden…

Die Jünger, die im Evangelium unterwegs sind, haben wie die Apostel anfangs geglaubt, befürchtet: Weil Jesus am Kreuz gestorben ist, ist es auch mit dem, was er wollte und verkündete, aus und vorbei.

Die drei Frauen glauben, Jesus ist tot. Sie erwarten, eine Leiche im Grab zu finden.

Auch die Römer und die Hohenpriester glauben, Jesus ist jetzt tot, es wird wieder Ruhe einkehren …

Die römischen Kaiser bis 304 n. Chr. haben geglaubt, das Christentum ist eine Sekte, die leicht mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden kann – indem sie einfach alle Christen umbringen. Dann wird wieder Ruhe einkehren …

Auch die Kirche selbst hat geglaubt, die modernen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Menschenrechte, ja vieles, das Jesus selbst gesagt hat, kann getrost ausgeblendet werden – man kann ganz einfach verbieten über manches nachzudenken oder zu diskutieren … – weil es die Bequemlichkeit, die Ruhe, die Macht usw. stört …

Viele Menschen in der heutigen Welt glauben, Christentum und Kirche haben nichts mehr zu sagen und nichts mehr zu bieten. Sie halten das, was in der Bibel steht, sich in Pfarren z. B. tut, für uninteressant.

Die Jüngerinnen und Jünger Jesu hatten erst dann keine Zweifel mehr, dass Jesus auferstanden war, dass seine Sache weitergeht – ja, wann?

…………….

…………….

  • als er ihnen begegnete – immer wieder. Die ganze Osterzeit in den nächsten Wochen hören wir davon.

Es war immer eine persönlich einzigartige Begegnung. So wie diese heute.

Vielleicht ist das der einzige oder beste Weg, wie Jesu Botschaft bei den Menschen Wurzeln schlagen – geglaubt werden – kann: Wenn es viele persönliche Begegnungen gibt, immer wieder.

Unter Menschen, die einander ernst nehmen mit ihrem Namen und ihrer Geschichte.

Und: die eigenen Erfahrungen, die man mit Gott gemacht hat, anderen weitererzählen. Zeugnis ablegen über den Glauben.

Weiter mit anderen im Gespräch bleiben …

Das Christentum hat sich auf diese Weise ausgebreitet – und wird nur auf diese Weise überleben.

Übrigens: Das Evangelium steht klar auf dem Standpunkt, dass das geht: dem Auferstandenen begegnen, mit ihm in Kontakt treten… Wir sind eingeladen, die gleichen Erfahrungen zu machen wie die beiden Emmausjünger. Mit Jesus reden, ihm zuhören.

Wir brauchen es nur zu versuchen.

Halleluja, Jesus ist auferstanden!

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Glauben Sie das? So wirklich, von Herzen und aus tiefster Überzeugung: dass Jesus auferstanden ist und lebt?

Und wenn ja, schließlich sind sie jetzt hier, um genau das zu feiern: Glauben Sie, dass dies mit uns, mit Ihnen, mit dieser ganzen Wirklichkeit etwas zu tun hat, dass dies alles verändert?

Und gleich noch eine Frage: Ist bei irgendwem hier schon einmal eingebrochen worden? Da herrscht nachher ein ziemliches Durcheinander, meistens wird mehr kaputt, der Reparaturaufwand ist größer als das, was gestohlen wurde.

Heute hören wir in allen biblischen Texten von der Ordnung, die Gott schafft.

  • Zuerst der Schöpfungsbericht – aus Chaos und Dunkel (tohuwabohu – wüst und leer) werden Licht und der Kosmos – Kosmos ist das griechische Wort für Ordnung.
  • Dann der Durchzug durch das Schilfmeer, die Befreiung des unterdrückten Volkes. Unrecht, Gewalt, Unfreiheit als Unordnung, mit der Gott aufräumt …
  • Und dann Not, in die Menschen geraten, weil sie eine Ordnung ohne Gott schaffen wollen – sie ernten ständige Arbeitsüberlastung und Uneinigkeit hinsichtlich der Werte, die gelten sollen. Gott wirbt um das Vertrauen der Menschen, darum, dass seine Ordnung wieder Geltung bekommt, weil es dann auch Fülle geben wird. Wissen, Glaube, aber auch materielle Güter.
  • Im Brief an die Römer schreibt Paulus davon, dass Gott die Menschen, die das wollen, die sich darauf einlassen, umwandelt – aus der alten Unordnung, Sünde, heraushebt und umgestaltet in der Weise, wie sie ursprünglich gedacht waren – es war sehr gut.

Wo Gott handelt, entsteht mehr an Ordnung – eine größere Ordnung.

Im Evangelium begegnen wir Menschen, die sich bereits auf die Ordnung Gottes eingelassen haben, die Jesus als Jüngerinnen und Jünger gefolgt sind. Es geht ordentlich zu.

Die Frauen gehen in der Früh des 1. Tages der Woche zum Grab, um die Bestattung Jesu perfekt durchzuführen; am Rüsttag des Paschafestes war ja nur mehr Zeit für das Allernotwendigste. Menschen, die in der Gnade leben, halten sich an die religiösen Gebote: sie halten den Sabbat, da hätten sie weder den weiten Weg aus der Stadt hinaus gehen dürfen noch mit einem Leichnam in Berührung kommen.

Und: Menschen, die in der Gnade, mit Gott verbunden, leben, spiegeln Gotts Ordnung wider: Sie tun mehr als unbedingt nötig. Jesus, die wichtigste Person in ihrem Leben, soll ein Begräbnis haben wie ein König.

Solchen Menschen kommt Gott mit seinem Tun zu Hilfe. Beseitigt Hindernisse: Der Stein ist schon weg, die Frauen können das Grab ungehindert betreten.

Jetzt ist aber der tote Jesus nicht mehr da.

Die Jüngerinnen sind ratlos, ihr Weltbild ist aus den Fugen – jedoch offen für die himmlischen Boten, die sie informieren – und zwar der Ordnung halber umfassend. Gott lässt sie nicht im Unklaren. Und die Erklärung der Engel stimmt haargenau mit dem überein, was Jesus die ganze Zeit schon über seinen Leidensweg gesagt hat, als sie mit ihm seit Galiläa herumgezogen sind.

Und dann bringen die Frauen das neue Wissen zu den männlichen Jüngern, die im Obergemach in Jerusalem geblieben sind.

Nur einer lässt sich auf den Hauch, die Ahnung von Gottes Ordnung ein und läuft zum Grab, sieht die Leinenbinden – wir wissen aus dem anderen Evangelium, von Johannes, dass im leeren Grab säuberlich aufgeräumt war, alles zusammengelegt an seinem Platz …

So viele Hinweise auf Ordnung – und die Auferstehung? Damit ein Organismus am Leben sein kann, ist ein höchstmögliches Maß an Ordnung nötig: Zusammenspiel chemischer, physikalischer, biologischer Prozesse … Leben ist ein äußerst sensibles Gefüge, ein hochkomplexes System, Leben ist anstrengend: dauernd muss man etwas tun, damit es nicht aus dem Gleichgewicht gerät – Tod ist einfach. Sobald das Leben draußen ist, zerfällt alles, wird wieder Chaos. Unordnung. Mist.

Jesus hat mit seinem Wirken die ganze Zeit schon auf Gott hingewiesen: wohin er auch kam, hat er etwas ins Lot gebracht, das rechte Maß, Gottes Ordnung wieder hergestellt. Gesundheit; er hat Tote wieder ins Leben gerufen. Aus Not Fülle geschaffen (das Weinwunder, die Brotvermehrung). Freude statt Trauer. Versöhnung. Frieden. Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.

Auferstehung geschieht auch heute, wo Menschen sich auf Gottes Wirken einlassen. Menschen allein schaffen das bei aller fieberhaften Anstrengung nicht: Dass alles glatt geht, so drücken wir es oft aus. Frieden. Fülle für alle. Nicht einmal im Kleinen, in Familie oder Beruf ist das verwirklichbar…

Wenn wir Menschen mit unseren Möglichkeiten auf uns gestellt sind …

Jedoch: Wer an die Auferstehung Jesu glaubt und sich darauf einlässt, darf sich einklinken in Gottes Struktur, sich tragen lassen, spüren und erleben, wie alles umgestaltet wird- unser Denken, die Menschheit, die Erde, die gesamte Wirklichkeit.                Amen