Heute geht es um den ersten dieser drei Sätze: „Ich bin ganz“.

Unser von klein auf antrainierter Minderwertigkeitskomplex meldet sich vermutlich sofort mit einem mehr oder weniger ausgeprägten Zusammenzucken.

„ja, aber meine Defizite, was ich alles nicht kann, wo ich überall schon versagt habe, meine Krankheiten, oder körperlichen Beeinträchtigungen oder seelischen Wunden …

Die modernen CoachingexpertInnen haben längst begriffen: Es muss immer zuerst darum gehen, zu schauen, was da ist. Die Möglichkeiten sehen lernen, die Fähigkeiten würdigen, die Erfolge erwähnen und feiern.

Vor mehreren Jahrzehnten hab ich in der Pädagogikausbildung gelernt: Kinder entwickeln sich in der Weise, die man ihnen zutraut.

Das gilt auch für Erwachsene.

Jesus ist da ein guter Lehrer – war er in den Evangelien für seine JüngerInnen und ist er heute für uns.

Er traute den JüngerInnen zu: heilen, predigen, Wunder tun, aus der Sündenstruktur aussteigen und ein neues freies Leben beginnen… Dämonen austreiben, übers Wasser gehen, Berge versetzen, Tote auferwecken, …

„Was ich tue, das könnt ihr auch.“

Also:

Jede/r von uns ist ein vollständiger und vollwertiger Mensch, mit allen Fähigkeiten ausgestattet, die sie/er braucht, um ein glückliches, erfolgreiches Leben zu führen.

Geliebt, extra gewollt von Gott persönlich, „kein Produkt des Zufalls“, wie es im Lied „Du bist du“ heißt.

„Ganz“, das meint auch „in Integrität“. Wir haben unsere Menschenwürde als Geburtsrecht bekommen, von Gott persönlich, das heißt, sie ist unverlierbar und unzerstörbar.

Jeder Versuch, diese Würde uns abzusprechen, zu schmälern, zu verletzen, kann – und wird – uns weh tun, ist aber zum Scheitern verurteilt.

Was wir selber niemals tun dürfen: Uns diese Versuche gefallen zu lassen oder, schlimmer: an Meinungen anderer zu glauben, die uns einen Minderwert einreden wollen.

Frauen haben das in der Vergangenheit zu oft und oft im Kollektiv getan.

Setzen wir uns heute zum Gebet hin – oder stellen wir uns aufrecht hin, erhobenen Hauptes, und spüren wir in unsere Würde, in unsere Großartigkeit, in unsere Gottverbundenheit hinein. In unser wahres Wesen.

Tochter Gottes.

Sohn Gottes.

Viele Menschen wollen lieber nichts oder so wenig wie möglich mit der Kirche zu tun haben. Sie glauben nicht,dass es da etwas gibt, das sie nährt und stärkt und aufbaut, ihnen im Leben hilft.

Zu sehr gab es in der Vargangenheit  – gerade für die Normalbevölkerung – die ständigen Ermahnungen und das Rubterziehen, das Schlechtmachen – betont wurde vor allem, dass der Mensch sündig sei, dauernd etwas üben oder leisten müsse, damit er „gerettet“ wird – Sonntagspflicht (der Zwang, in die Messe zu gehen), die -Vorschrift, regelmäßig zu beichten, ein permanentes Schuldgefühl, eine gewisse Lebensfeindlichkeit (dies in der katholischen Kirche weniger) – „Besinnt euch auf das Wesentliche“ – meinte: Theater, Kino, Tanzveranstaltungen, gutes Essen, schöne Kleidung, Körperpflege, Make Up, Gesellschaftsspiele … seien nicht wirklich wichtig und am besten ganz zu meiden … Sex sowieso.

Dass sich die Sicht der Dinge seit mindestens dem 2. Vatikanischen Konzil geändert hat, sprach sich nicht oder nur sehr mangelhaft herum …

Was ist jetzt feministische Theologie – oder Spiritualität?

Drei Prinzipien oder Voraussetzungen gibt es:

Ich bin ganz – Ich bin gut – ich bin schön (vgl. Elisabeth Moltmann – Wendel: Das Land, wo Milch und Honig fließt, Gütersloh1985, S. 162 – 170)

  1. Ich bin ganz

Menschen – Frauen – haben von Geburt an als Menschen an sich alles mitbekommen, was sie zum Leben und Glücklichsein brauchen.

Leib und Seele sind Gottes gute Schöpfung. Natürlich braucht ein Baby totale Fürsorge – und jeder Mensch ist auf die Mitmenschen angewiesen um überleben zu können und um gut leben zu können.

Aber: Es bedarf keiner speziellen Theorie oder Praxis, um heil oder heilig oder vollständig zu werden. Wir sind es bereits, es liegt an uns, dies im Leben Tag   mehr und neu zum Vorschein zu bringen, auszudrücken. Den Schatz in uns zu finden.

Jesus Christus hat darauf hingewiesen, wer wir eigentlich sind: Gottes geliebte Kinder.

  • Ich bin gut

Menschen sind Gottes gute Schöpfung. Ein Kind ist arglos, vertrauend, anderen zugewandt, kreativ, hilfsbereit, lebensfördernd … Natürliche Prozesse und Gefühle – Hunger, Durst, Lust, Schmerz, … und erst recht die leibliche Verfasstheit sind sehr gut, wie es im Schöpfungsmythos der Bibel von Gott zugesagt wird.

Deformationen, „böses“ Verhalten, Unehrlichkeit, Berechnung, Gier, Neid, Hass, Gewalt … werden gelernt durch Erwachsene oder ältere Kinder, die dies weitergeben und vorleben … („Erbsünde“). Ein kleiner Mensch entwickelt sich so, wie er/sie es in der Umwelt sieht, durch Nachahmung.

Es gilt, unsere guten Anlagen durch Bildung und Übung zutage zu fördern…

Frauen wurden sehr lange durch ihre Zugehörigkeit zu Männern definiert – Gattin, Tochter, Mutter, Schwester, … von … und erhielten ihren Wert, ihren gesellschaftlichen Status dadurch.

So etwas bleibt auch Männern nicht immer erspart …

Definieren wir uns als freie Frauen, als Gegenüber Gottes… oder der

Göttin

  • Ich bin schön

… weil ich Gottes Gute Schöpfung bin. Nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen …

Gott macht keine halben Sachen.

Menschen, v. a. Frauen, haben sich in der Geschichte allzu sehr über herr(!)schende Schönheitsideale selber bewertet, meist abgewertet: Zu dick, zu dünn, zu jung, zu alt, zu groß, keine idealen Proportionen, zu muskulös, zu schlaff, falsche Haarfarbe, (Sie wollte blond, blond wie eine Semmel sein …), zu große Nase, Damenbart, behaarte Beine – oder sonstige Körperstellen, … zu aufgetakelt, zu wenig zurechtgemacht, zu viel Schminke, zu blass …

Wir sind schön, weil wir schön sind! Wenn wir selber uns schön finden – Modediktate hin oder her – , das Beste aus uns machen, unsere Schönheit betonen, präsentieren, weil wir uns gefallen und mit unserem Aussehen glücklich sind.

Tun wir es zum Lob Gottes!

Weil die Menschheit gelernt hatte, sich Gott als Mann vorzustellen, galt lange nur der Mann als tatsächliches Ebenbild Gottes …

Feministische Theologie macht darauf aufmerksam, dass es 1. Zahlreiche weibliche Vergleiche und Bilder für Gott in der Bibel gibt, und ermutigt 2. Dazu, für das Göttliche weibliche Benennungen zu verwenden:

Göttin, Geistin, Geistkraft, Sophia, Schekinah, ruach, Mutter, unendliche Zärtlichkeit, …

Werden wir erfinderisch!

Gottesbilder

Ein Hindernis auf dem Weg zum Glauben, zum Gottvertrauen kann eine Vorstellung von Gott sein, die mehr abschreckend als hilfreich ist.

Viele stellen sich unter „Gott“ noch immer diesen alten Mann mit dem weißen Bart vor – wie Michelangelo ihn in der Sixtinischen Kapelle gemalt hat.

Jahrhunderte hindurch wurde von den Mächtigen ihrer Zeit über Gott in einer Weise, dass er dem Feudalherrn, dem Kirchenfürsten, dem König, dem Gutsherrn, dem Großbauern … sehr ähnelte.

Die wichtigste Botschaft war denn auch: Gehorsam.

So ein Gott hat Untertanen und Diener/innen, hat absolute Macht, duldet keine Widerrede und kein Abweichlertum – wer zur Großfamilie oder zur Grafschaft, zum Königreich nicht gehören wollte, wurde eines Besseren zwangsweise belehrt – oder musste das Weite suchen.

Da war folgendes passiert: Die Obrigkeiten dieser Welt hatten sich ein Bild von Gott nach ihrem eigenen Bild gemacht – und weil die kirchliche Verkündigung sakrosankt war, unangreifbar, „ewige Wahrheit“, zementierten sie so ihre eigene Machtstellung immer weiter ein.

Dieses Tun steht in diametralem Gegensatz zu dem, was die Bibel fordert.

Im Alten Testament gibt es das sogenannte Bilderverbot: Du sollst dir kein Bild (von Gott) machen, das 2. Der 10. Gebote.

Die Propheten des Alten Bundes prangern solche Erscheinungen an. Die Menschen damals dürften bereits dieser Versuchung erlegen sein, von Gott so zu reden, als ob er eine Verlängerung, Überhöhung, himmlische Beglaubigung ihrer selbst wäre – als ob sie göttlich beauftrag wären, „Herren“ zu sein über Knechte, Frauen, Arme, Andersdenkende …

„Das, was ihr verkündet, ist nicht Jahwe, das ist Baal“ (vgl. z. B. Jer 7 und 8)

Der Gott der Bibel steht ausnahmslos auf der Seite der Kleinen, der Benachteiligten, Schwächeren, ist der Anwalt und Verteidiger der Fremden, Witwen, Waisen und Armen.

Was in der Bibel (noch) nicht ausdrücklich formuliert ist: die Tatsache, dass Gott kein MANN, kein ER ist. Sondern: Reiner Geist, Vater UND Mutter, Freundin UND Freund, … Jahwe („ich bin da bzw, ich bin präsent, für euch da, anteilnehmend da …“) ist ein Tätigkeitswort und eben darum geschlechtsneutral.

Der Gottesname durfte und darf bis heute im Judentum nicht ausgesprochen werden; es wurde üblich !Adonai! statt dessen zu sagen, wenn Bibeltexte vorgelesen wurden. Das heißt „Herr“, klingt also männlich – und beeinflusst das Denken und die christlich- jüdische Vorstellungswelt bis heute.

Jesus (als Mensch Jude und Orientale) hat auch nicht vom „Vater“ geredet, sondern „abba“ gesagt – das ist der Papa, der das Baby wickelt, füttert, herumträgt, … voller Zärtlichkeit.

Morgen gibt es mehr zur weiblichen Seite Gottes!

Heute ist es gut, dies noch einmal durchzulesen – und mit Jahwe ins Gespräch zu kommen – und wenn es nur ein paar Minuten sind!

Wenn wir uns in den letzten Tagen damit beschäftigt haben, dass wir von Gott total mit Gnade und Liebe erfüllt werden, mit Talenten reich beschenkt, behütet, gesegnet, mit liebevollen Details überrascht …, stellt sich noch immer die Frage:

Wie kommt es, dass wir von Gott nicht ALLES erwarten, oder mehr als bisher, uns zeitweise gar nicht zu bitten trauen …? Oder nicht glauben können, im Ernst für eine Tatsache halten können, dass Gott uns bedingungslos liebt?

Vielleicht ist es es ein christlicher Minderwertigkeitskomplex – wir stellen selbst an uns Ansprüche, die Menschen gar nicht erfüllen können. Wir meinen, wir müssten erst perfekt sein, superfromm, ständig hilfsbereit, fleißig, fehlerlos …

Und erst dann, wenn wir das hinbekommen, haben wir eine Chance, dass wir uns eventuell in die Schlange der Bittsteller vor Gottes Thron einreihen dürfen …

Seltsam, nicht?

Es ist fast so, als ob niemand von uns, wenn wir so denken, das Evangelium je gelesen hätte.

Das, was Jesus nämlich als Kernbotschaft verkündet hat, ist die Vergebung der Sünden.

Im Klartext (es gibt da noch mehr, aber davon ein anderes Mal): Gott liebt uns bedingungslos, nicht trotz unserer Mängel, Unvollkommenheiten und Sünden, sondern mitsamt dem allen. Sünde heißt Trennung von Gott, dieses verkehrte Bewusstsein, dass wir glauben, unwürdig oder nicht gut genug zu sein und deswegen nicht glauben können, dass Gott uns zu FreundInnen haben will.

Gott würde (was heißt hier „würde“ … hat er ja tatsächlich getan …) alles dafür geben, wenn wir einfach so mit ihm/ihr Kontakt hielten, alles sagen würden, was uns am Herzen liegt, einfach da wären in seiner /ihrer Nähe … Von seiner Warte aus gibt es keine Barriere.

Ich habe seit ein paar Jahren Engelkarten. Auf einer davon steht der schöne Satz: Die Engel verurteilen dich nie. Egal, was auch vorgefallen sein mag und wie schrecklich das ist, was du vielleicht getan hast – sie wenden sich nie von dir ab und hören nie auf, dir zu helfen.

Wenn das schon bei den Engeln so ist – dann doch weit mehr bei Gott selbst …!

Die Übung für heute: Ich setze mich hin im Bewusstsein, dass Gott sich reißt um meine Aufmerksamkeit und Nähe … und dann einfach ein paar Minuten so sitzen bleiben …

Kinderpredigt zum Elisabethsonntag 2020 Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder! Ist Jesus ein Finanzberater? Will er uns zeigen, wie man möglichst reich wird, sein Geldvermögen vermehrt? Eher nicht, oder? In […]

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade. Der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen,

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder –

jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen.

Wie geht es Ihnen mit diesem Gebet?

Vertraut? Fremd? Kommt es Ihnen etwas seltsam, antiquiert … vor?

Früher, in meiner Jugend, erschien es mir peinlich, höchst seltsam, ein „Gegrüßet seist du, Maria“ zu beten – oder gar einen Rosenkranz. Schonallein die Formulierungen …!

Ein kluger Exerzitienbegleiter (P. Rupert Dinhobl, Göttweig 1993) fand für mich folgende Worte:

Das „voll der Gnade“ meint: bis oben hin angefüllt mit Gnade, mit der Liebe Gottes, mit all seinen Gaben, die er zu geben hat. Griechisch kecaristomenh /KECHARISTOMENE/ …  Bezieh das auf dich. Es stimmt ja auch … diese Zusage gilt uns allen. Stell dir vor, wie Gott dich mit seiner Zuwendung ganz erfüllt und wie es noch überfließt.

Mein heutiger Vorschlag: beten Sie das Ave Maria mit dieser Vorstellung, in diesem Bewusstsein. Und gehen Sie heute – vorerst einmal nur heute – in dieser Haltung, in diesem Bewusstsein durch den Tag.

Heute geht es wieder darum, das Vertrauen in Gottes Hilfe zu stärken.

Meditieren Sie besonders diese Worte:

15Darum rüstete er sich und mit ihm zog ein großes Heer der Gottlosen, um ihm zu helfen und sich an Israel zu rächen. Und sie kamen bis nach Bet-Horon.

16Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen. 

17Als sie aber das Heer sahen, das ihnen entgegenkam, sagten sie zu Judas: Wir sind nur wenige; auch sind wir heute matt vom Fasten; wie sollen wir gegen ein so großes und starkes Heer kämpfen? 

18Aber Judas sagte: Es kann leicht geschehen, dass wenige ein großes Heer überwinden; denn Gott kann ebenso gut durch wenige den Sieg verleihen wie durch viele. 

19Denn der Sieg kommt vom Himmel und wird nicht durch eine große Zahl errungen. 

Im Anschluss der gesamte Zusammenhang. Ich habe den Bibeltext gekürzt, um Sie nicht zu überfordern. Selbstverständlich können Sie die gesamten ersten drei Kapitel des 1. Makkabäerbuches lesen. Online oderausder Bibel bei sich zu Hause.

Wichtig: Denken Sie an Situationen, wo Sie einer Übermacht, einem unlösbar erscheinenden Problem o. ä. gegenübergestanden sind – oder vielleicht ist es jetzt gerade der Fall.

1 Makk1  (Einheitsübersetzung 2016)

41 Damals schrieb der König seinem ganzen Reich vor, alle sollten zu einem einzigen Volk werden 42 und jeder sollte seine Eigenart aufgeben. Alle Völker fügten sich dem Erlass des Königs. 43 Auch vielen Männern aus Israel gefiel seine Art des Gottesdienstes; sie opferten den Götterbildern und entweihten den Sabbat. 44 Der König schickte Boten nach Jerusalem und in die Städte von Juda mit der schriftlichen Anordnung, man solle eine Lebensform übernehmen, die dem Land fremd war. 45 Brand-, Schlacht- und Trankopfer im Heiligtum seien einzustellen, Sabbate und Feste zu entweihen, 46 das Heiligtum und die Heiligen zu schänden. 47 Man solle stattdessen Altäre, Heiligtümer und Tempel für die fremden Götter errichten sowie Schweine und andere unreine Tiere opfern. 48 Ihre Söhne dürften sie nicht mehrbeschneiden, vielmehr sollten sie sich mit jeder denkbaren Unreinheit und Entweihung beflecken. 49 So sollte das Gesetz in Vergessenheit geraten und alle seine Satzungen sollten hinfällig werden. 50 Wer aber des Königs Anordnung nicht befolge, müsse sterben. 51 Ähnliche Anweisungen erließ er für sein ganzes Reich. Er setzte Beamte ein, die die Durchführung im ganzen Volk überwachen sollten; auch gab er den Befehl, der Reihe nach in allen Städten von Juda einen Opfergottesdienst zu halten. 52 Viele aus dem Volk schlossen sich ihnen an; sie alle fielen vom Gesetz ab und trieben es schlimm im Land. 53 Die Israeliten mussten sich vor ihnen verstecken, wo immer sie Zuflucht fanden. 54 Am fünfzehnten Kislew des Jahres 145 ließ der König auf dem Altar den Gräuel der Verwüstung errichten; auch in den Städten Judäas ringsum errichtete man Altäre. [4] 55 Vor den Haustüren und auf den Plätzen brachten sie Rauchopfer dar. 56 Alle Buchrollen des Gesetzes, die man fand, wurden zerrissen und verbrannt. 57 Wer im Besitz einer Bundesrolle angetroffen wurde oder zum Gesetz hielt, wurde aufgrund der königlichen Anordnung zum Tod verurteilt. 58 Sie ließen Israel ihre Macht fühlen und gingen mit Gewalt gegen alle vor, die sie Monat für Monat in den Städten aufspürten. 59 Am fünfundzwanzigsten dieses Monats brachten sie auf dem Altar, den sie über dem Brandopferaltar errichtet hatten, ein Opfer dar. 60 Frauen, die ihre Kinder hatten beschneiden lassen, wurden auf Befehl des Königs hingerichtet; 61 dabei hängte man die Säuglinge an den Hals ihrer Mütter. Auch ihre Familien brachte man um samt denen, die die Beschneidung vorgenommen hatten. 62 Dennoch blieben viele aus Israel fest und stark; sie aßen nichts, was unrein war. 63 Lieber wollten sie sterben, als sich durch die Speisen unrein machen und den heiligen Bund entweihen. So starben sie. 64 Ein gewaltiger Zorn lag auf Israel.

 2. Kapitel

In jenen Tagen trat ein Priester auf aus dem Geschlecht des Jojarib namens Mattatias; sein Vater war Johanan, der Sohn Simeons. Er stammte aus Jerusalem, hatte sich aber in Modeïn niedergelassen. 2 Er hatte fünf Söhne: Johanan mit dem Beinamen Gaddi, 3 Simeon mit dem Beinamen Tassi, 4 Judas mit dem Beinamen Makkabäer, 5 Eleasar mit dem Beinamen Awaran und Jonatan mit dem Beinamen Apphus.

Damals gingen viele, die Recht und Gerechtigkeit suchten, in die Wüste hinunter, um dort zu leben. 30 Ihre Kinder und ihre Frauen und auch ihr Vieh nahmen sie mit; denn die ihnen zugefügten Übel waren unerträglich geworden.

  Da kam für Mattatias die Zeit, dass er sterben musste. Da sagte er zu seinen Söhnen:

Judas, der Makkabäer, ist seit seiner Jugend ein tapferer Krieger. Er soll an der Spitze eures Heeres stehen und den Krieg gegen die Völker führen. 67 Schart alle um euch, die das Gesetz halten! Nehmt Rache für euer Volk! 68 Zahlt es den fremden Völkern heim! Achtet auf das, was das Gesetz befiehlt! 69 Und nachdem er sie gesegnet hatte, wurde er mit seinen Vätern vereint.

3. Kapitel:  (Lutherbibel)

31Judas Makkabäus trat nun an die Stelle seines Vaters. 

2Und seine Brüder und alle, die sich zu seinem Vater gehalten hatten, halfen ihm und kämpften für Israel mit Freuden.

3Judas gewann seinem Volk großes Ansehen. Er legte den Harnisch an wie ein Held und gürtete sich mit seinen Waffen und schützte sein Heerlager mit seinem Schwert. 

4Er war mutig wie ein Löwe, kühn wie ein junger brüllender Löwe, wenn er etwas jagt. 

5Er spürte die Abtrünnigen auf und verfolgte sie, und die, die das Volk verführten, bestrafte er mit Feuer, 

6sodass überall die Feinde vor ihm erschraken und alle Abtrünnigen niedergeworfen wurden; und er hatte Glück und Sieg. 

7Das verdross viele Könige; aber Jakob war es eine Freude und ewiger Ruhm und Ehre. 

8Er zog durch die Städte Judas und erschlug die Gottlosen, um den Zorn von Israel abzuwenden. 

9So wurde sein Name berühmt bis an die Enden der Erde, sodass alle Unterdrückten ihm zuliefen.

Judas Makkabäus besiegt Apollonius und Seron

10Da brachte Apollonius ein großes Heer zusammen von Heiden und Leuten aus Samarien, um gegen Israel zu kämpfen. 

11Als Judas das hörte, zog er ihm entgegen, kämpfte mit ihm und erschlug ihn, und viele Feinde wurden verwundet und getötet; die Übrigen aber flohen. 

12Judas machte große Beute und nahm sich das Schwert des Apollonius; das führte er fortan sein Leben lang.

13Als dann Seron, der Befehlshaber des syrischen Heeres, hörte, dass die Partei und Gemeinde der Frommen sich zu Judas hielt, sagte er: 

14Ich will mir einen Namen machen, damit ich im ganzen Königreich gepriesen werde, und will Judas und seinen Haufen, der den Befehl des Königs verachtet, schlagen. 

15Darum rüstete er sich und mit ihm zog ein großes Heer der Gottlosen, um ihm zu helfen und sich an Israel zu rächen. Und sie kamen bis nach Bet-Horon.

16Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen. 

17Als sie aber das Heer sahen, das ihnen entgegenkam, sagten sie zu Judas: Wir sind nur wenige; auch sind wir heute matt vom Fasten; wie sollen wir gegen ein so großes und starkes Heer kämpfen? 

18Aber Judas sagte: Es kann leicht geschehen, dass wenige ein großes Heer überwinden; denn Gott kann ebenso gut durch wenige den Sieg verleihen wie durch viele. 

19Denn der Sieg kommt vom Himmel und wird nicht durch eine große Zahl errungen. 

20Sie ziehen gegen uns voller Frevel und Bosheit und wollen uns, unsre Frauen und Kinder ermorden und berauben. 

21Wir aber müssen uns wehren und für unser Leben und Gesetz kämpfen. 

22Darum wird sie Gott vor unsern Augen vernichten; ihr sollt sie nicht fürchten.

23Als er das gesagt hatte, griff er die Feinde an, ehe sie sich’s versahen, und schlug den Seron und sein Heer in die Flucht 

24und jagte sie von Bet-Horon hinunter in die Ebene und erschlug achthundert Mann; die Übrigen flohen ins Philisterland. 

25So legte sich Furcht und Schrecken vor Judas und seinen Brüdern auf alle Völker ringsum. 

26Und in allen Ländern sprach man von Judas und seinen Taten und es kam auch vor den König.

Fürs persönliche Gebet heute Psalm 127, 1-2

Nach dem Durchlesen und Meditieren: Mit Gott darüber ins Gespräch kommen … habe ich ähnliches selber schon erfahren?

Hier der Text (Gute Nachricht – Bibel):

Ein Lied Salomos, zu singen auf dem Weg nach Jerusalem.[1] Der Herr selbst muss das Haus bauen, sonst arbeiten die Bauleute vergeblich. Der Herr selbst muss die Stadt beschützen, sonst ist jede Wache umsonst. 2 Was könnt ihr denn ohne Gott erreichen? In aller Frühe steht ihr auf und arbeitet bis tief in die Nacht; mit viel Mühe bringt ihr zusammen, was ihr zum Leben braucht. Das gibt Gott den Seinen im Schlaf![2]

Und, haben Sie heute wider Erwarten einen Parkplatz gefunden? Oder ist Ihnen etwas anderes zuteilgeworden, zugefallen, einfach so, anstrengungslos …? Nur auf Ihre Bitte hin, den vielleicht sogar unausgesprochenen, nur halb gedachten Wunsch …?

Ich schreibe „nue“ – nur auf die Bitte hin …

Ehrlich: Kann etwas Großartigeres eintreten, als dass Gott persönlich mit uns in Kontakt tritt – wie ein lieber Papa, eine vertraute Freundin, wie der geliebte Mensch … uns einfach eine Freude macht, unser Leben erleichtert, weil er/sie uns mag?

Zeichen der Liebe und Fürsorge für uns …

Die Anregung für heute: Sprechen Sie mit Gott/Jesus darüber! Über das, was er getan hat, über Ihre Wünsche, Sorgen, Hoffnungen, Ängste, Freuden … über Ihre Gedanken und Pläne – und vielleicht auch über seine Gedanken und Pläne …

Sprechen Sie über offene Fragen Ihres Glaubens. Bitten Sie um Antwort, um Aufklärung, um Erkenntnis.

Sprechen Sie mit Jesus über Ihre Mitmenschen – über die, denen Ihre Liebe, Zuneigung, Sorge … gilt – und über die lästigen, Schwierigen, Zeit und Nerven Raubenden, über die, denen Sie nicht begegnen möchten, über die, die Sie bewundern und denen Ihr tiefer Respekt gilt … Sprechen Sie mit ihr (Gott*) über Ihre Arbeit, über Ihre Freizeit …

Ganz egal, worüber Sie mit ihr* reden, haben Sie folgenden Satz der  Heiligen Teresa von Avila im Bewusstsein:

Alle Schwierigkeiten im Gebet können zurückverfolgt werden auf eine Ursache: zu beten, als wäre Gott abwesend.

Oder:

Beten ist nichts anderes als ein Gespräch mit einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil wir sicher sind, dass er uns liebt (…) Ich habe dies klar erkannt.

Gott zeigt uns seine Liebe

Vor vielen Jahren, nein: vor wirklichvielen Jahren (1987 0der 1988) hat mir eine Bekannte eine Kassette mit einem Vortrag von Pfarrer Schobesberger geborgt.

Ich habe sie mir angehört und kann mich an den Inhalt in keiner Weise erinnern. Nur eine einzige Begebenheit blieb mir im Gedächtnis:

Er schildert in diesem Vortrag, wie er immer, wenn erdringend einen Parkplatz benötigt, einen findet – bzw. wie Gott ihm einen präsentiert.

Im September 1995 trat ich meinen Dienst in der Diözese Linz an als Pastoralassistentin in Hörsching mit Religionsunterricht in der Caritasfachschule für Altenbetreuung und Familienhilfe.

Zu meinen Aufgaben gehörte es, jede Woche die Pfarrangehörigen, die in den Linzer Spitälern zu besuchen. Jeden Mittwoch Nachmittag tat ich das in einem anderen Krankenhaus – AKH, Barmherzige Brüder, Barmherzige Schwestern, Elisabethinen, Unfallklinik, Wagner Jauregg, Diakonissen, Frauenklinik.

Da es am Nachmittag kaum möglich war, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Linz nach Hörsching zu kommen, fuhr ich mit meinem Auto.

Ich erinnerte mich an den Jahre zuvor gehörten Vortrag von Pfarrer Schobesberger; für mich stand fest: Wenn das mit dem Parkplatz, den er immer findet, bei ihm geht, dann funktioniert es auch bei mir.

Und das tat es.

Zeitweise verlor ich ein bisschen den Glauben – und dann war es, als ob mich Gott ein bisschen auslachen würde.

Zum Beispiel war einmal wirklich sehr viel los verkehrsmäßig, und ichdachte mir: Also heute nehme ich den ersten Parkplatz, den ich sehe. Wer weiß, ob es sonst noch einen gibt. Das tat ich, und ich marschierte ein paar Minuten zum betreffenden Krankenhaus. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass gleich in unmittelbarer Nähe zum Eingang einer oder sogar zwei, drei Parkplätze frei waren …

Es funktioniert seit 25 Jahren.

Probieren Sie es selbst!

Übrigens traf ich 1999, als ich nach Braunau – St. Franziskus kam, Franz Schobesberger persönlich, weil er jedes Jahr ein Glaubensseminar in meiner neuen Pfarre hielt.

Selbstverständlich habe ich ihm von meiner Erfahrung berichtet.