Heute geht es wieder darum, das Vertrauen in Gottes Hilfe zu stärken.

Meditieren Sie besonders diese Worte:

15Darum rüstete er sich und mit ihm zog ein großes Heer der Gottlosen, um ihm zu helfen und sich an Israel zu rächen. Und sie kamen bis nach Bet-Horon.

16Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen. 

17Als sie aber das Heer sahen, das ihnen entgegenkam, sagten sie zu Judas: Wir sind nur wenige; auch sind wir heute matt vom Fasten; wie sollen wir gegen ein so großes und starkes Heer kämpfen? 

18Aber Judas sagte: Es kann leicht geschehen, dass wenige ein großes Heer überwinden; denn Gott kann ebenso gut durch wenige den Sieg verleihen wie durch viele. 

19Denn der Sieg kommt vom Himmel und wird nicht durch eine große Zahl errungen. 

Im Anschluss der gesamte Zusammenhang. Ich habe den Bibeltext gekürzt, um Sie nicht zu überfordern. Selbstverständlich können Sie die gesamten ersten drei Kapitel des 1. Makkabäerbuches lesen. Online oderausder Bibel bei sich zu Hause.

Wichtig: Denken Sie an Situationen, wo Sie einer Übermacht, einem unlösbar erscheinenden Problem o. ä. gegenübergestanden sind – oder vielleicht ist es jetzt gerade der Fall.

1 Makk1  (Einheitsübersetzung 2016)

41 Damals schrieb der König seinem ganzen Reich vor, alle sollten zu einem einzigen Volk werden 42 und jeder sollte seine Eigenart aufgeben. Alle Völker fügten sich dem Erlass des Königs. 43 Auch vielen Männern aus Israel gefiel seine Art des Gottesdienstes; sie opferten den Götterbildern und entweihten den Sabbat. 44 Der König schickte Boten nach Jerusalem und in die Städte von Juda mit der schriftlichen Anordnung, man solle eine Lebensform übernehmen, die dem Land fremd war. 45 Brand-, Schlacht- und Trankopfer im Heiligtum seien einzustellen, Sabbate und Feste zu entweihen, 46 das Heiligtum und die Heiligen zu schänden. 47 Man solle stattdessen Altäre, Heiligtümer und Tempel für die fremden Götter errichten sowie Schweine und andere unreine Tiere opfern. 48 Ihre Söhne dürften sie nicht mehrbeschneiden, vielmehr sollten sie sich mit jeder denkbaren Unreinheit und Entweihung beflecken. 49 So sollte das Gesetz in Vergessenheit geraten und alle seine Satzungen sollten hinfällig werden. 50 Wer aber des Königs Anordnung nicht befolge, müsse sterben. 51 Ähnliche Anweisungen erließ er für sein ganzes Reich. Er setzte Beamte ein, die die Durchführung im ganzen Volk überwachen sollten; auch gab er den Befehl, der Reihe nach in allen Städten von Juda einen Opfergottesdienst zu halten. 52 Viele aus dem Volk schlossen sich ihnen an; sie alle fielen vom Gesetz ab und trieben es schlimm im Land. 53 Die Israeliten mussten sich vor ihnen verstecken, wo immer sie Zuflucht fanden. 54 Am fünfzehnten Kislew des Jahres 145 ließ der König auf dem Altar den Gräuel der Verwüstung errichten; auch in den Städten Judäas ringsum errichtete man Altäre. [4] 55 Vor den Haustüren und auf den Plätzen brachten sie Rauchopfer dar. 56 Alle Buchrollen des Gesetzes, die man fand, wurden zerrissen und verbrannt. 57 Wer im Besitz einer Bundesrolle angetroffen wurde oder zum Gesetz hielt, wurde aufgrund der königlichen Anordnung zum Tod verurteilt. 58 Sie ließen Israel ihre Macht fühlen und gingen mit Gewalt gegen alle vor, die sie Monat für Monat in den Städten aufspürten. 59 Am fünfundzwanzigsten dieses Monats brachten sie auf dem Altar, den sie über dem Brandopferaltar errichtet hatten, ein Opfer dar. 60 Frauen, die ihre Kinder hatten beschneiden lassen, wurden auf Befehl des Königs hingerichtet; 61 dabei hängte man die Säuglinge an den Hals ihrer Mütter. Auch ihre Familien brachte man um samt denen, die die Beschneidung vorgenommen hatten. 62 Dennoch blieben viele aus Israel fest und stark; sie aßen nichts, was unrein war. 63 Lieber wollten sie sterben, als sich durch die Speisen unrein machen und den heiligen Bund entweihen. So starben sie. 64 Ein gewaltiger Zorn lag auf Israel.

 2. Kapitel

In jenen Tagen trat ein Priester auf aus dem Geschlecht des Jojarib namens Mattatias; sein Vater war Johanan, der Sohn Simeons. Er stammte aus Jerusalem, hatte sich aber in Modeïn niedergelassen. 2 Er hatte fünf Söhne: Johanan mit dem Beinamen Gaddi, 3 Simeon mit dem Beinamen Tassi, 4 Judas mit dem Beinamen Makkabäer, 5 Eleasar mit dem Beinamen Awaran und Jonatan mit dem Beinamen Apphus.

…

Damals gingen viele, die Recht und Gerechtigkeit suchten, in die Wüste hinunter, um dort zu leben. 30 Ihre Kinder und ihre Frauen und auch ihr Vieh nahmen sie mit; denn die ihnen zugefügten Übel waren unerträglich geworden.

…

  Da kam für Mattatias die Zeit, dass er sterben musste. Da sagte er zu seinen Söhnen:

…

Judas, der Makkabäer, ist seit seiner Jugend ein tapferer Krieger. Er soll an der Spitze eures Heeres stehen und den Krieg gegen die Völker führen. 67 Schart alle um euch, die das Gesetz halten! Nehmt Rache für euer Volk! 68 Zahlt es den fremden Völkern heim! Achtet auf das, was das Gesetz befiehlt! 69 Und nachdem er sie gesegnet hatte, wurde er mit seinen Vätern vereint.

3. Kapitel:  (Lutherbibel)

31Judas Makkabäus trat nun an die Stelle seines Vaters. 

2Und seine Brüder und alle, die sich zu seinem Vater gehalten hatten, halfen ihm und kämpften für Israel mit Freuden.

3Judas gewann seinem Volk großes Ansehen. Er legte den Harnisch an wie ein Held und gürtete sich mit seinen Waffen und schützte sein Heerlager mit seinem Schwert. 

4Er war mutig wie ein Löwe, kühn wie ein junger brüllender Löwe, wenn er etwas jagt. 

5Er spürte die Abtrünnigen auf und verfolgte sie, und die, die das Volk verführten, bestrafte er mit Feuer, 

6sodass überall die Feinde vor ihm erschraken und alle Abtrünnigen niedergeworfen wurden; und er hatte Glück und Sieg. 

7Das verdross viele Könige; aber Jakob war es eine Freude und ewiger Ruhm und Ehre. 

8Er zog durch die Städte Judas und erschlug die Gottlosen, um den Zorn von Israel abzuwenden. 

9So wurde sein Name berühmt bis an die Enden der Erde, sodass alle Unterdrückten ihm zuliefen.

Judas Makkabäus besiegt Apollonius und Seron

10Da brachte Apollonius ein großes Heer zusammen von Heiden und Leuten aus Samarien, um gegen Israel zu kämpfen. 

11Als Judas das hörte, zog er ihm entgegen, kämpfte mit ihm und erschlug ihn, und viele Feinde wurden verwundet und getötet; die Übrigen aber flohen. 

12Judas machte große Beute und nahm sich das Schwert des Apollonius; das führte er fortan sein Leben lang.

13Als dann Seron, der Befehlshaber des syrischen Heeres, hörte, dass die Partei und Gemeinde der Frommen sich zu Judas hielt, sagte er: 

14Ich will mir einen Namen machen, damit ich im ganzen Königreich gepriesen werde, und will Judas und seinen Haufen, der den Befehl des Königs verachtet, schlagen. 

15Darum rüstete er sich und mit ihm zog ein großes Heer der Gottlosen, um ihm zu helfen und sich an Israel zu rächen. Und sie kamen bis nach Bet-Horon.

16Da zog Judas ihm mit einer kleinen Schar entgegen. 

17Als sie aber das Heer sahen, das ihnen entgegenkam, sagten sie zu Judas: Wir sind nur wenige; auch sind wir heute matt vom Fasten; wie sollen wir gegen ein so großes und starkes Heer kämpfen? 

18Aber Judas sagte: Es kann leicht geschehen, dass wenige ein großes Heer überwinden; denn Gott kann ebenso gut durch wenige den Sieg verleihen wie durch viele. 

19Denn der Sieg kommt vom Himmel und wird nicht durch eine große Zahl errungen. 

20Sie ziehen gegen uns voller Frevel und Bosheit und wollen uns, unsre Frauen und Kinder ermorden und berauben. 

21Wir aber müssen uns wehren und für unser Leben und Gesetz kämpfen. 

22Darum wird sie Gott vor unsern Augen vernichten; ihr sollt sie nicht fürchten.

23Als er das gesagt hatte, griff er die Feinde an, ehe sie sich’s versahen, und schlug den Seron und sein Heer in die Flucht 

24und jagte sie von Bet-Horon hinunter in die Ebene und erschlug achthundert Mann; die Übrigen flohen ins Philisterland. 

25So legte sich Furcht und Schrecken vor Judas und seinen Brüdern auf alle Völker ringsum. 

26Und in allen Ländern sprach man von Judas und seinen Taten und es kam auch vor den König.

Fürs persönliche Gebet heute Psalm 127, 1-2

Nach dem Durchlesen und Meditieren: Mit Gott darüber ins Gespräch kommen … habe ich ähnliches selber schon erfahren?

Hier der Text (Gute Nachricht – Bibel):

Ein Lied Salomos, zu singen auf dem Weg nach Jerusalem.[1] Der Herr selbst muss das Haus bauen, sonst arbeiten die Bauleute vergeblich. Der Herr selbst muss die Stadt beschützen, sonst ist jede Wache umsonst. 2 Was könnt ihr denn ohne Gott erreichen? In aller Frühe steht ihr auf und arbeitet bis tief in die Nacht; mit viel Mühe bringt ihr zusammen, was ihr zum Leben braucht. Das gibt Gott den Seinen im Schlaf![2]

Und, haben Sie heute wider Erwarten einen Parkplatz gefunden? Oder ist Ihnen etwas anderes zuteilgeworden, zugefallen, einfach so, anstrengungslos …? Nur auf Ihre Bitte hin, den vielleicht sogar unausgesprochenen, nur halb gedachten Wunsch …?

Ich schreibe „nue“ – nur auf die Bitte hin …

Ehrlich: Kann etwas Großartigeres eintreten, als dass Gott persönlich mit uns in Kontakt tritt – wie ein lieber Papa, eine vertraute Freundin, wie der geliebte Mensch … uns einfach eine Freude macht, unser Leben erleichtert, weil er/sie uns mag?

Zeichen der Liebe und Fürsorge für uns …

Die Anregung für heute: Sprechen Sie mit Gott/Jesus darüber! Über das, was er getan hat, über Ihre Wünsche, Sorgen, Hoffnungen, Ängste, Freuden … über Ihre Gedanken und Pläne – und vielleicht auch über seine Gedanken und Pläne …

Sprechen Sie über offene Fragen Ihres Glaubens. Bitten Sie um Antwort, um Aufklärung, um Erkenntnis.

Sprechen Sie mit Jesus über Ihre Mitmenschen – über die, denen Ihre Liebe, Zuneigung, Sorge … gilt – und über die lästigen, Schwierigen, Zeit und Nerven Raubenden, über die, denen Sie nicht begegnen möchten, über die, die Sie bewundern und denen Ihr tiefer Respekt gilt … Sprechen Sie mit ihr (Gott*) über Ihre Arbeit, über Ihre Freizeit …

Ganz egal, worüber Sie mit ihr* reden, haben Sie folgenden Satz der  Heiligen Teresa von Avila im Bewusstsein:

Alle Schwierigkeiten im Gebet können zurückverfolgt werden auf eine Ursache: zu beten, als wäre Gott abwesend.

Oder:

Beten ist nichts anderes als ein Gespräch mit einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil wir sicher sind, dass er uns liebt (…) Ich habe dies klar erkannt.

Gott zeigt uns seine Liebe

Vor vielen Jahren, nein: vor wirklichvielen Jahren (1987 0der 1988) hat mir eine Bekannte eine Kassette mit einem Vortrag von Pfarrer Schobesberger geborgt.

Ich habe sie mir angehört und kann mich an den Inhalt in keiner Weise erinnern. Nur eine einzige Begebenheit blieb mir im Gedächtnis:

Er schildert in diesem Vortrag, wie er immer, wenn erdringend einen Parkplatz benötigt, einen findet – bzw. wie Gott ihm einen präsentiert.

Im September 1995 trat ich meinen Dienst in der Diözese Linz an als Pastoralassistentin in Hörsching mit Religionsunterricht in der Caritasfachschule für Altenbetreuung und Familienhilfe.

Zu meinen Aufgaben gehörte es, jede Woche die Pfarrangehörigen, die in den Linzer Spitälern zu besuchen. Jeden Mittwoch Nachmittag tat ich das in einem anderen Krankenhaus – AKH, Barmherzige Brüder, Barmherzige Schwestern, Elisabethinen, Unfallklinik, Wagner Jauregg, Diakonissen, Frauenklinik.

Da es am Nachmittag kaum möglich war, mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Linz nach Hörsching zu kommen, fuhr ich mit meinem Auto.

Ich erinnerte mich an den Jahre zuvor gehörten Vortrag von Pfarrer Schobesberger; für mich stand fest: Wenn das mit dem Parkplatz, den er immer findet, bei ihm geht, dann funktioniert es auch bei mir.

Und das tat es.

Zeitweise verlor ich ein bisschen den Glauben – und dann war es, als ob mich Gott ein bisschen auslachen würde.

Zum Beispiel war einmal wirklich sehr viel los verkehrsmäßig, und ichdachte mir: Also heute nehme ich den ersten Parkplatz, den ich sehe. Wer weiß, ob es sonst noch einen gibt. Das tat ich, und ich marschierte ein paar Minuten zum betreffenden Krankenhaus. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass gleich in unmittelbarer Nähe zum Eingang einer oder sogar zwei, drei Parkplätze frei waren …

Es funktioniert seit 25 Jahren.

Probieren Sie es selbst!

Übrigens traf ich 1999, als ich nach Braunau – St. Franziskus kam, Franz Schobesberger persönlich, weil er jedes Jahr ein Glaubensseminar in meiner neuen Pfarre hielt.

Selbstverständlich habe ich ihm von meiner Erfahrung berichtet.

Eine Erinnerungsübung:

Hattest du, hatten Sie im Lauf des Lebens schon einmal – oder mehrmals – den Eindruck, die Gewissheit: Gott hat mir geholfen, ein Gebet erhört, in mein Leben zum Guten eingegriffen …?

Zünden Sie eine Kerze an, setzen Sie sich still hin und versuchen Sie, sich zu erinnern.

Schreiben Sie auf, was Ihnen einfällt – und heben Sie den Zettel auf?

Besser: Wenn Sie es nicht schon getan haben oder ohnehin praktizieren: Besorgen Sie sich heute (Wohnungsfundus) oder morgen ein schönes Notizbuch für Ihre persönlichen Aufzeichnungen, für Ihr geistliches Tagebuch – für dieses Seminar in den Wochen bis zum 1. Dezember – und für später!

Das Alte Testament basiert stark auf der Übung des Gedächtnisses – weil ich weiß, dass Gott bereits geholfen hat, glaube und vertraue ich darauf, dass er es wieder – jetzt – tun wird …

Morgen teile ich ein Beispiel aus meinem Leben mit Ihnen!

Predigt zu Mt 25, 1-13

1 Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. 2 Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug. 3 Die Törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, 4 die Klugen aber nahmen mit ihren Lampen noch Öl in Krügen mit. 5 Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. 6 Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen! 7 Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht. 8 Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus! 9 Die Klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es nicht für uns und für euch; geht lieber zu den Händlern und kauft es euch! 10 Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen, kam der Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen. 11 Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf! 2 Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht. 13 Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Kommt uns da etwas eigenartig vor? Sonst heißt es ja immer, wir sollen teilen und zusammenhelfen, es ist im Sinne Jesu, dass wir auf unsere Mitmenschen schauen …

Oder?

Es geht hier um etwas anderes.

Ich habe Bekannte, die in Wien leben – beide schwer im Berufsleben stehend, der Mann ist selbständig, die haben folgendes erzählt – bei einer Feier – : sie haben geplant, dass sie an einem bestimmten Tag um 11 Uhr die standesamtliche Trauung haben. Am Abend zuvor hat der Bräutigam seine Zukünftige angerufen und gesagt: Du, wir haben ein Problem. Wir müssen bitte morgen schon um 10.30heiraten, ich habe nämlich um 11.30einen geschäftlichen Verhandlungstermin, der neue Kunde kann nur da, dann ist er wieder drei Wochen im Ausland … …das hat bedeutet, dass die Braut ihren Friseurtermin nicht wahrnehmen konnte, weil sich das dann nicht mehr ausging. Das gemeinsame Stehbuffet im Gasthaus mit ein paar Freunden dauerte dann etwas länger, weil die Braut mit den Freunden zuerst allein hinging, ihr Frischangetrauter kam erst um 13.00 dazu … ok, sie haben trotzdem geheiratet am nächsten Tag, sie waren schon zwei Jahre zusammen, sie mögen einander wirklich – aber lustig war das nicht …

Verständlich, und recht oft darf so etwas nicht passieren, wozu heiratet man, wenn der andere dann nie da ist … Gerade beim Heiraten sehen wir ein: da bin ich selber gefragt, da kann ich mich nicht vertreten lassen, es kommt auf mich an, ich selbst bin gefragt, niemand sonst.

Jesus verwendet die Hochzeit als Vergleich für das – wer hat es sich gemerkt? – ja, als Vergleich mit dem Himmel.

Himmel meint die direkte Kommunikation mit Gott, die Beziehung. Bei einer Hochzeit geht es ja auch in erster Linie um eine Beziehung.

Ist es wurscht, wen wir heiraten?

Na, eben nicht, Ganz und gar nicht. Und es ist genauso wenig egal, ob und wie sehr ich mich einbringe, wieviel Zeit ich aufwende für die Beziehung, wie ernst und wichtig ich den Partner, die Partnerin nehme – weil, wie gesagt, wenn ständig etwas anderes wichtiger ist als die Beziehung, wozu dann überhaupt…

Wir alle sind Personen, zu denen Gott eine persönliche Beziehung, eine Freundschaft, haben will. Hier und jetzt, in diesem Leben hier auf der Erde. Nicht erst wenn wir gestorben sind und im Jenseits in anderer Form weiterexistieren.

Dann werden wir mit Gott diese Freundschaft haben – oder eben nicht, wenn er uns als Person Jahrzehnte hindurch wurscht war… oder ständig etwas anderes wichtiger.

Jesus möchte keine Drohbotschaft verkünden, wie es viele Theologen in den vergangenen Jahrhunderten leider getan haben.

Hinweisen möchte er und klarstellen: Es ist nicht gleichgültig, wie wir denken, wie wir uns verhalten. Es ist im Grunde die Botschaft vom Wert jedes Augenblicks, vom Wert, von der unendlichen Wichtigkeit und der Unersetzbarkeit jeder und jedes einzelnen.

Der folgende Text ist als Trost für das Volok Israel verfasst worden.

Wir dürfen ihn jede/r auf uns selbst beziehen. Gott geht auf jeden Menschen so persönlich zu wie auf das Bundesvolk im Alten Testament. Meditiere diesen Text in der Gebetszeit und setze statt „Israel“ deinen eigenen Vornamen ein.

Jesaja 43, 1-5a

1 Aber jetzt, so spricht der HERR, der dich geschaffen[1], Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. 2 Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen. 3 Denn ich bin der HERR, dein Gott, ich, der Heilige Israels, dein Retter[2]. Ich gebe Ägypten als Lösegeld für dich, Kusch und Seba an deiner Stelle. 4 Weil du teuer bist in meinen Augen und wertvoll bist und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen hin an deiner Stelle und Völkerschaften anstelle deines Lebens. 5 Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir!

Wenn ich lernen will zu glauben, ist es am Anfang einmal gut zu klären, an wen ich glauben soll oder darf.

Gott – wer ist das? Wie ist er? Wieso sagen wir eigentlich „er“ und nicht „sie“?

Gott ist reiner Geist, nicht männlich oder weiblich.

Ist Gott eine höhere Existenzform, die weit weg lebt, distanziert uns gegenüber – oder wie ein strenger König aus dem mittelalterlichen Märchen, dem es hauptsächlich darum geht, dass wir seine (!) Gesetze einhalten, und der nur aktiv wird, wenn wir dies nicht tun – so wie es im Staat zu geschehen pflegt?

Der Philosoph Blaise Pascal hat eine Gotteserfahrung gemacht, die er der Nachwelt hinterlassen hat.

„Feuer. Mehrere Stunden Feuer. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Nicht der Gott der Philosophen“

In einem Buch habe ich die Formulierung gelesen: „Es ist ein uns zugewandtes, überaus zärtliches Universum“

Viele Menschen haben von der Erfahrung gesprochen und geschrieben: Gott spricht sie von sich aus an. Ohne dass sie es wollen, geplant haben, damit rechnen …

Versuchen wir heute, uns an die Weisen zu erinnern, wie wir uns Gott vorzustellen gelernt haben.

Und dann: Sprechen wir mit ihm/ihr darüber … fragen wir ganz einfach.

Kann man „Glauben“ lernen?

Heute lade ich ein zum ersten Tag des gleichnamigen Onlineseminars.

Definieren wir zuerst, was „Glauben“ überhaupt bedeutet.

Es gibt das Glauben dass … Ich glaube, dass sich dieser Einsatz lohnt.

Ich glaube, dass Jesus auferstanden ist.

Ich glaube, dass es morgen regnet.

…

usw.

Es gibt aber auch das „Glauben im Sinn von „Vertrauen“.

Ich vertraue dir.

Ich glaube deinen Worten.

Ich vertraue dir meine Kinder an zur Beaufsichtigung

Die erste Form des Glaubens kann man sicher lernen – das Glaubensbekenntnis auswendiglernen, dann weiß ich, was ich zu glauben habe …

Es geht aber darum: Können wir diese zweite Form lernen? Einüben? Gott vertrauen, dass er es unwahrscheinlich gut mit uns meint?

Vielleicht gerade in diesen Tagen angesichts von Corona und Lockdown eine gewissen Herausforderung …

Doch: Ja, die Bibel, das Alte Testament geht davon aus, dass Glaiben gelernt werden kann und muss.

Es kommt darauf an, eigene Erfahrungen weiterzuerzählen. Zu teilen. Sich zu erinnern.

Eine Übung für den heutigen Tag:

Wo habe ich gespürt, dass Gott mir Gutes tut, mit mir in Kontakt ist, ein Gebet ge- und erhört hat?

Ich spüre dieser Erinnerung eine Weile nach. Vielöleicht 10 Minuten.

Ich spreche mit Gott über diese Erfahrung: loben, danken, bitten … fragen – wenn ich wo mehr erfahren, wissen will. Ich schließe mit einem Kreuzzeichen ab.

…

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

Die Ausstellung hier in unserer Kirche soll an die Menschen erinnern, die vor 75 Jahren als wertlos gegolten haben, die man versuchte, jeder Würde zu berauben, auch im Tod noch – sie wurden zum Teil einfach im -Straßengraben liegengelassen, zum Teil in eilig ausgehobenen Gruben, Massengräbern, verscharrt. Namenlos, ohne jede Ehrfurcht … Damit sollte zum ausdruck gebracht werden: auf die kommt es nicht an. Erinnerung überflüssig.

In vielen Kulturen und zu fast allen Zeiten war ja das Umgekehrte üblich: Das Gedenken, die Erinnerung sollte hochgehalten werden, mit allen Mitteln. Grabbeigaben bei den Kelten, Gedenksteine, Mausoläen, die Pyramiden zeugen davon, dass keine Kosten und Mühen gescheut wurden.

Man hat auch Wert darauf gelegt, einen Leichnam möglichst so einzubalsamieren, dass er für die Ewigkeit haltbar gemacht wird. Das diente zum Trost: Wenn etwas so ausschaut, als ob es halten würde, dann glaubt man auch eher an das ewige Leben, dass sich die Person „hält“, weiterbesteht, weiterlebt.

Wir erfahren im Evangelium, dass auch Jesus mit einem Gemisch aus Myrrhe und Aloe einbalsamiert wurde. Allerdings sehr hastig, weil vor Einbruch der Dunkelheit am Rüsttag zum Schabbat zuwenig Zeit war. Deswegen gingen die Frauen ja 2 Tage später nochmal zum Grab, um das Einbalsamieren zu vervollständigen.

Auch heute ist es oft so, dass Menschen Menschliches möglichst lange aufrechterhalten, konservieren, wollen. Reiche in Nord und Süd, Ost und West optieren auf Angebote findiger Geschäftemacher: Chemikalien sollen den Leichnam erhalten, oder Einfrieren und später mal Auftauen kommen manchen verlockend vor.

Auf diese Weise will man vorsorgen und erhofft sich „ewiges“ Leben im Sinne von nicht aufhörend bis in die ferne Zukunft.

Wer Geld hat, kann sich also das ewige Leben kaufen?

Oder zumindest die Erinnerung an die eigene Person.

Man erkennt sofort, wo jemand von den „Oberen zehntausend“ bestattet ist, auch heute noch, nicht nur im alten Ägypten oder China oder Mittelamerika. Die Größe und Prunkentfaltung der letzten Ruhestätte macht deutlich, dass Menschen ihre allzumenschliche Gesinnung vom Diesseits ins Jenseits mitnehmen möchten.

Sogar im Tod noch sollen gesellschaftliche Unterschiede, sollen Rangordnung usw. gewahrt bleiben.

Es gilt jedoch: Auch der größte Aufwand kann die Verwesung nicht auf Dauer aufhalten.

Im Sterben und Tod – ob es den Größen dieser Erde passt oder nicht – werden alle gleich.

Vor Gott zählt das Äußere nicht.

Reichtum, langes Leben, viele Kinder, Erfolg, Prominenz, Gesundheit, Schönheit, Volkszugehörigkeit … spielen keine Rolle.

Jetzt haben wir seit 8 Monaten Corona. Auf unserer Erde sind Zigtausende an der Krankheit gestorben. Auch in Österreich waren und sind es zu viele. Jeder einzelne ist zu viel.

Bei all dem bleibt es eine Tatsache, dass die meisten in armen Ländern sterben, weil es dort weder ausreichend Hygienemaßnahmen noch medizinische Versorgung gibt. Zumindest nicht für die arme Normalbevölkerung.

Dazu bleiben uns weiterhin die täglichen Hungertoten. Und die Unzähligen, die auf der Flucht sterben – vor Lampedusa, bei Kriegshandlungen in Syrien, im Nahen Osten, in Afrika. Alle, die sterben an Unterernährung und mangelnder Hygiene und medizinischer Versorgung in der sogenannten „3. Welt“, in Afrika, Indien, Lateinamerika: jede/r einzelne von ihnen ist bei Gott so angesehen und bedeutungsvoll wie etwa Donald Trump, Wladimir Putin, Franziskus von Rom, Queen Elizabeth oder Angelina Jolie …

Auch die Ausstellung, die wir in dieser Woche bei uns in der Kirche haben, soll darauf ein Hinweis sein.

Es kommt allein darauf an, wie es im Herzen eines Menschen aussieht. Ausgesehen hat, ein Leben lang. Gott können wir nichts vormachen.

Gott demonstriert sogar manchmal ganz deutlich, wer bei ihm Ansehen hat: Es gibt eine Reihe Heiliger, die von uns angesehen werden können, weil deren Leichnam nicht verwest ist – ganz ohne besondere Maßnahmen. Z. B. Benedikt von Nursia, Katharina von Siena, Teresa von Avila, Vinzenz von Paul, von dem wir am Dienstag gehört haben, der Hl. Pfarrer von Ars, Bernadette Soubirous von Lourdes, Don Bosco, Johannes XXIII, Pater Pio und eine Reihe anderer sind bisher erhalten geblieben.

Vielleicht ist ja die beste Vorsorge für die Ewigkeit, und in dieser werden wir den größten Teil unseres Daseins verbringen,  dass Gott uns gerne sieht …und dass wir uns gerne bei ihm sehen lassen.