Geheimtipp für die Freizeit: der botanische Garten in Linz.
Ihr ahnt nicht, was jetzt schon alles blüht!
War heute dort.
Eintritt 3,60 Euro
offen 10.00 – 17.00
Geheimtipp für die Freizeit: der botanische Garten in Linz.
Ihr ahnt nicht, was jetzt schon alles blüht!
War heute dort.
Eintritt 3,60 Euro
offen 10.00 – 17.00
Heute haben wir mit Josef Pichler, Pfarrer in Haid 1985 bis 2019, Geburtstag gefeiert. Anlässlich seines Siebzigrs gingen wir mit ihm essen zum Stockingerwirt in Haid/Ansfelden.
Hier mehr Infos zur Pfarre Haid und zu KonsR Josef Pichler: www.dioezese-linz.at/pfarren/haid
Zum „Stockinger“: http://www.stocki.at/en/
Predigt Aschermittwoch 2020
Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!
„Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ wird heute – etwas später – gesagt, wenn wir das Aschenkreuz bekommen.
Wieso brauchen wir diese Aufforderung? Wir glauben doch eh an das Evangelium, oder? Wir sind Christen und wir glauben, was z. B. im Glaubensbekenntnis steht.
Wir glauben, dass …
Das Glauben hat aber noch eine andere Richtung: Wem glauben wir – wem vertrauen wir?
Das wird oft übersehen, auch die frommen Juden zur Zeit Jesu haben geglaubt, – und dennoch war Jesus nicht mit ihnen zufrieden.
Offenbar waren die äußeren Aspekte der Religion derart wichtig, dass das Eigentliche zu kurz gekommen ist.
Es war wichtig, sichtbar in der Öffentlichkeit zu beten. An den Straßenecken …
Es war selbstverständlich, öffentlich zu machen, wieviel man an Bedürftige gespendet hat.
Es war üblich, am Donnerstag zu fasten, und wer als besonders fromm gelten wollte, tat dies auch am Montag. Aber das sollten dann auch alle mitbekommen.
Bei den Frömmigkeitsübungen ging es also in erster Linie um das Umfeld – und nicht um Gott.
Jesus mahnt wie die AT Propheten ein, dass es um die persönliche unverwechselbare Beziehung jedes/r einzelnen zu Gott geht.
Und um das Vertrauen, das in diesem geschützten Rahmen wachsen kann. Das Vertrauen, das uns bitten lässt – wie wir es auch gegenüber dem lieben Papa, der Mama tun würden – um Gesundheit, um Frieden, um alles, was wir brauchen.
Umkehren meint: wirklich den Blick und das Interesse auf Gott richten.
Weg von den Äußerlichkeiten hin zu dem, was das Herz angeht.
Umkehren meint auch – wie ich es im Pfarrblatt geschrieben habe, dorthin schauen, was hinter einem selbst liegt. Was sich dort befindet, wo keiner hinschaut.
Dies sind zuerst einmal die Menschen, die hinten sind, im Hintertreffen, die auf der Strecke geblieben sind. Die man nicht gerne sieht, weil sie keinen schönen Anblick bieten. Arm, behindert, fremd, krank, Obdachlose, …
Wir sehen dort, wo wir normalerweise nicht hinschauen wollen, aber noch mehr: die Probleme, die ungelöst unter den Teppich gekehrt wurden. Die Aufgaben, die anstehen, die aber keiner in Angriff nimmt, wo sich keiner die Finger verbrennen will. Das, was zum Himmel stinkt, wo alle einen großen Bogen darum machen. Weil wir damit vermeintlich oder wirklich überfordert sind.
Umkehren bedeutet, genau da überall hinzuschauen, sich dem zuzuwenden.
Wir können das eben tun – insofern wir dem Evangelium vertrauen. Umkehren und neu werden geht nur im Bewusstsein, im Glauben, dass Gott bei uns ist – und ein Interesse daran hat, dass die Probleme dieser Welt gelöst, bewältigt werden.
Beten ist so gesehen keine fromme Übung, sondern überlebensnotwendig – damit wir in der Fülle der Schwierigkeiten nicht untergehen, sondern voll Lebensfreude und Tatkraft tun, was zu tun ist.
Ohne Gott sind wir ziemlich schnell wie so ein leerer Korb – wir haben dann nichts mehr zu bieten und sind damit beschäftigt, uns selber mit Dingen zu versorgen, die wir zu brauchen meinen. Ohne die wir unserer Meinung Nach nicht auskommen.
Dinge, die wir kaufen können, die wir essen und trinken, Anerkennung von außen, Absicherungen noch und noch…
Die 40 Tage der österlichen Bußzeit laden uns ein, unser Leersein, unser Bedürftigsein Gott hinzuhalten im Vertrauen, dass er gibt, was wir brauchen – und noch viel mehr. Gott verwöhnt uns. Wenn wir ihn lassen.
… schaue ich mir jedes Jahr an.
Heuer ist er wieder besser, sprich: lustiger… ein paar Jahre hindurch war es eher so, dass ich abgedreht habe, um in einem Buch weiterzulesen.
1988 habe ich so gelacht, dass ich mich heute noch daran erinnere.
Der Apotheker, der Klavier spielte – aber wie auch immer… sehenswert ist er jedesmal.
Patriotismus pur, lustig, geistreich … aktuell, politisch, wie Kabarett sein soll.
Aber vielleicht passiert ja inzwischen mehr im wirklichen Leben, da hat Humoristisches mehr Inhalt …
Hier das Kabarett, das wir (drei Frauen) beim Haider Pfarrfasching aufgeführt haben:
Kabarett „Die Sauberfrauen“
Putzfrauenstammtisch – zuerst nur Helmi und Elfi
Wie geht’s dir? … Ja Helmi, griaß di …
Wie es mir geht?
Unwahrscheinlich viel zu tun.
Du weißt eh, ich putze ja seit vielen Jahren im Parlament.
Fad war mir da noch nie.
Aber was mir im vergangenen Jahr da alles untergekommen ist, so darf es nicht mehr weitergehen. Der helle Wahnsinn!
Überhaupt – im April hab ich einen Gips ghabt, putze da die Böden, zuerst saugen, dann wischen, und wie ich mich da so vorarbeite, d. h., von vorn nach hinten, im Retourgang, auf einmal, ja was glaubst, da legts mich auf – solche Bodenunebenheiten …
Elfi: Ja, man hörts, was die immer unter den Teppich kehren…
Helmi: Ja genau! Früher wars meistens nur feuchter Staub. Papierln, die keiner mehr braucht. Aber inzwischen liegen da Teile von zerschrammten Festplatten herum, … gegen den Sommer zu staube ich einen Kasten ab im FPÖ-Club, war wohl ein bisserl zu gründlich… da falln mir 2 Kisten mit alten Liederbüchern beinahe auf den Schädel…
Die waren vorher nicht da, die muss dort wer einfach hinglegt haben, ich möcht fast sagen, versteckt … möchte nicht wissen, von wem… dabei haben wir eh 4 Altpapiercontainer vor der Haustür.
Also zum Gerümpel entsorgen habens mich damals nicht angestellt, ich muss schon sagen – langsam wird es mir zu bunt!
Elfi:
Wir haben so viel zu tun, es ist ein Wahnsinn. Ordnung schaffen! Pausenlos!
Aber weil du sagst „Bunt“ – wie geht’s dir im Büro von den Grünen …?
Da darf ich nicht rein. Die putzen selber. Alles bio.
Aber sag einmal – was hast du da für ein Putzgerät? Ist das ein Magnet? Wozu brauchst du den?
Ich hab doch mit 1. Jänner meinen Arbeitsplatz gewechselt. Der Chef ist eh derselbe. Aber im Casino ist es viel interessanter als in der Nationalbank.
Ich mein halt – die Kunden, die sind gut drauf, spendierfreudig. Bei der Finanz knausrig, im Casino lebens auf…
Wenn ich da die Klos mache alle Stunden, da sind immer wirklich viele Münzen im Körbchen…
Aber in der Früh gibt’s Dreck, das glaubst du nicht…
Den da, den Magneten, den hab ich unter einem Spieltisch gefunden – keine Ahnung, wer den wohl verloren hat …
Aber ich bin ja zum Aufräumen da.
Im Finanzamt hab ich vor Weihnachten aushelfen müssen, es sind so viele ausgefallen wegen Grippewelle, und, weißt, die sparen wo es geht…
Aber ein lustiges Erlebnis hab ich da gehabt.
Eines Tages, so am Montag oder Dienstag nach dem 1. Adventsonntag, finde ich einen Brief im Papierkorb. Bin ja nicht neugierig, aber weil oben gestanden ist: Liebes Christkind, bin ich aufmerksam geworden, denk mir, was soll das jetzt – liebes Christkind!, wir sind ja nicht im Kindergarten… und da stand:
…
Dagmar kommt fix und fertig mit Kärcher und oranger Müllabfuhruniform.
Helmi: Ja Dagmar, wie schaust denn du aus…? Bist jetzt bei der Stadtgemeinde? Auch nicht schlecht …
Aber naa, i brauch bloß durt, wo i jetzt putzn muss, was Gröberes, was Stärkeres man i … Mit a bissl Kehren und Wischen ist es da nicht getan.
Ma, ich sags euch, ich bin fix und fertig.
Elfi: Wo arbeitest denn jetzt? Na sags schon! Wir haben dich ja eine Ewigkeit nicht mehr gesehen.
Ja, es ist ja so weit weg, im Ausland. Ihr glaubts nicht, was im Vatikan los ist.
Die Kellergeschoße …
Da könnten wir zu zehnt putzen und räumen, und wir würden in Jhren nicht fertig.
Das ganze alte Papierzeugs in den Archiven, wie das großspurig heißt, bei uns sagt man einfach Kellerraum dazu. Im untersten Stockwerk, da muss einmal ein Verließ oder so was gewesen sein, da liegen Totenköpfe herum, alles mögliche Gerümpel… Da, wo der Papst wohnt, oder besser gsagt eben nicht wohnt, wos jetzt leer ist, da haben wir eine Generalreinigung gemacht. Aber da sind in jedem Raum Soldaten herumgestanden, damit wir Putzfrauen ja nicht wo reinschauen, wo wir nicht sollen …
Helmi und Elfi: Im Vatikan? Bist narrisch! Ja wie kommst denn dort überhaupt hin?
Na ihr wissts doch, meine Tante, die Walburga Sargnagel selig, ihr Boss is ja dann amal was Höheres worn…
Helmi: Ja die Tante, die war ja berühmt weit und breit für ihre Sauberkeit und Ordnung …
Dagmar: Ja, die hat damals gewaltig aufgräumt im Pfarrhof.
Gleich am Anfang ist sie gegen herrschende Unsitten energisch vorgegangen, Hut ab …
Sie war ja auch sehr sparsam, also hat sie regelmäßig die Vorräte kontrolliert. Gleich im ersten Jahr ihres segensreichen Wirkens hat sie mir erzählt:
Wie ich da so in eines von den 2 Mostfassln schaue, denke ich mir: öha, zu Weihnachten war es halb voll, jetzt ist grad noch der Boden bedeckt – wie kommt das?…usw.
Ob in Linz auch wer aufräumt? Da ist ein solches Chaos, jetzt wollens die Pfarren größer machen. 20 Jahre hab ich nichts anderes gehört – alle Boot waren Tagungen und Schulungen -, nichts war wichtiger als „nachgehende Seelsorge“. Ob die das noch wissen, was sie allen eingetrichtert haben?
Seelsorger am Ort, an der Basis des Geschehens – brauch ma nimma, eine große Kirchn tut es, kann ja eh hingehen, wer will.
…
Beim Betriebsausflug der Pfarrhaushälterinnen hat sie mich einmal mitgenommen, da hat der Monsignore Ambrosius Weinbeißer, Bischofsvikar für die Pflege traditioneller katholischer Formen, eine Ansprache gehalten. Wisst ihr, was er da gesagt hat?
Die Haushälterinnen sind unverzichtbar. Und sie sollen jetzt mutig mehr Aufgaben übernehmen.
Na mehr hat er net braucht. Meine Frau Tante hupft sofort auf: Da frag ich doch sofort: Noch mehr? Was sollen wir denn noch alles tun?
Mia schreiben eh schon die Predigten vom Pfarrer, Orgel spielen hab i glernt, dem PGR sag i, was sie zu tun haben, Taufgespräche übernehm ich, ja beim Gottesdienst hab ich mich schon aufgestellt…
Was bitte meinen Sie mit „noch mehr“?
…
Du, die Tante Burgi war doch aus bestem Haus, Handarbeitslehrerin war sie, wie ist denn gerade sie Pfarrhaushälterin geworden?
Was, des wissts ihr nicht? Sie hat doch 3 Männer begraben müssen.
(… Geschichte mit den Knödeln. „Tante Burgi saß am Fenster und stopfte und stopfte … da kam ein schöner junger Mann vorbei …“)
…
Ja, von den vielen Hochzeiten und Begräbnissen, da hat sie eben irgendwann den Herrn Pfarrer gut gekannt.
Er hat sie dann gfragt, ob sie Haushälterin werden will, – aber, hat er gsagt, Knödel isst er keine, niemals.
Aber mit der Zeit sind so Anfragen gekommen, international, sag ich …
Vom FBI, ob sie für den Kim Jong Il Knödel kochen könnte. Der kennt noch keine österr. Hausmannskost…
Von den Russen, ob sie im Trump Tower Marillenknödel machen könnte…
Die PKK hat gefragt, sie möge für den Erdogan österreichisch kochen …
Der CIA hätt`s sogar auf eine internationale Knödeltournee schicken wolln in Regierungspaläste auf 5 Kontinenten …
Aber da ist sie dann in Pension gegangen.
Ehrlich gesagt: Ich hatte hute einen „ganz normalen“ freien Tag – wie jeden Montag.
Den Vormittag verbrachte ich im Europakloster Gut Aich, Begleitgespräch mit Bruder Thomas Hessler, Behandlung im Hildegardzentrum.
Dann bin ich eine Weileim Wald spazieren gegangen – Schneeglöckchen fand ich keine, dafür Himmelsschlüssel und Bärlauch – sehr klein noch, aber in einer Woche wird er voll dasein.
Am Abend Pilatestraining.
Gemütlich lesen, ein bisschen aufräumen, Bügeln, Vorbereitungen für den morgigen Arbeitstag.
2 liebe Menschen anrufen, die heute Geburtstag haben.
Und morgen?
Werde ins Pfarrbüro Faschingskrapfen mitbringen … Mittag ist morgen Schluss.
Geht ihr irgendwo hin Fasching feiern?
Was unternehmt ihr?
Diese alte Geschichte hatten wir heute im Jugendgottesdienst als Lesung:
Der tanzende Gaukler
Es war einmal ein Gaukler, der tanzend und springend von Ort zu Ort zog. Aber plötzlich war er das Herumziehen leid. Er verschenkte alles, was er besaß, und ging zu Mönchen, die in einem französischen Kloster lebten.
Aber weil er bis dahin sein Leben mit Springen, Radschlagen und Tanzen zugebracht hatte, war ihm alles fremd, was die Klosterbrüder machten: Er konnte nicht beten und auch keine religiösen Lieder singen. So ging er stumm umher, und wenn er sah, wie sie alle aus frommen Büchern lasen, während der Messe im Chor mitsangen und viele Gebete sprechen konnten, stand er dabei und schämte sich …
Man schickte ihn eines Tages in eine abgelegene Kapelle, um dort zu putzen. Während er arbeitete, bestaunte er die Statuen der Heiligen und begann, voller Ehrfurcht an Gott zu denken. „Wenn ich schon nicht zusammen mit den Mönchen beten kann“, sagte er vor sich hin, „so will ich tun, was ich kann.“
Er zog sein Mönchsgewand aus und stand da in seinem bunten Röckchen, in dem er als Gaukler umhergezogen war. Und während er die Lieder der Mönche hört, beginnt er mit Leib und Seele zu tanzen – vor- und rückwärts, linksherum und rechtsherum. Erst geht er auf seinen Händen durch die Kapelle, dann wieder überschlägt er sich in der Luft und springt die kühnsten Tänze, um Gott zu loben. Er tanzt ununterbrochen, bis ihm der Atem stockt und seine Beine nicht mehr können.
Ein Mönch war ihm gefolgt und hatte durch ein Fenster seine Tanzsprünge gesehen und empört den Abt geholt. Dieser sah dem Gaukler heimlich zu.
Am anderen Tag ließ der Abt den tanzenden Bruder zu sich rufen. Der Arme erschrak zutiefst und dachte, er solle bestraft werden. Also fiel er vor dem Abt nieder und sprach:
„Ich weiß, Herr, dass ich hier nicht mehr bleiben kann. So will ich freiwillig ausziehen und wieder in Geduld die Unrast der Straße ertragen.“
Doch der Abt verneigte sich vor ihm, und sprach: „In deinem Tanz hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Mit allem, was du kannst.
Uns aber möge Gott alle Worte verzeihen, die uns über die Lippen kommen, ohne dass unser Herz sie sendet.“
Predigt 22. und 23. 2. 2020
Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!
Wenn wir „Feinde“ hören, fallen uns sofort ein: Israeli und Palästinenser. Oder der „islamische Staat“.
„Liebt eure Feinde, betet für die, die euch verfolgen“, sagt Jesus.
Schockierend, oder?
Aber denken wir gründlich nach: Es ist tatsächlich die einzige Möglichkeit, Frieden zu schaffen. Wie Versöhnung möglich wird.
Wie entsteht Feindschaft? Man denkt schlecht über einen anderen Menschen, über ein anderes Volk …Wir erwarten, dass etwas Negatives kommt von dieser Seite.
Der römische Besatzungssoldat, der zu Recht damals im Land Jesu von jedem Bürger des Landes fordern durfte, dass er ihm etwas eine Meile trägt, hat sich erwartet, dass der sich nicht freut, dass der murrt, sich ärgert, dass der Hass auf die Römer vielleicht stärker wird.
Zu Feindschaft gehört, dass man was macht, was den anderen kränkt, verletzt, beleidigt, stört … was ihn schädigt.
Feindschaft arbeitet mit Angst.
Hass ist eigentlich eine verfestigte Meinung über andere, man erwartet nur Schlechtes von deren Seite. Hass nährt sich von der Weigerung, den anderen kennenzulernen.
Wer hasst und verfeindet ist, schottet sich ab – vor Erkenntniszuwachs, vor einer Annäherung oder einem Verstehenwollen des anderen – wie vor einer ansteckenden Krankheit.
Diese Menschen spüren etwas Richtiges: Wer auf andere Neugier verspürt, sich für sie zu interessieren beginnt, hört automatisch auf zu hassen.
Freundlichkeit ist ansteckend.
Liebe ist stärker als Hass. Licht (Energie) vertreibt die Finsternis (Abwesenheit von Energie).
Wer dem Feind freundlich entgegenkommt, überrascht ihn.
Überraschung, Aufsprengen der Erwartungshaltung. Da wird er neugierig: He, wieso macht denn der/die das?
Jesus rät uns, seinen Jüngern, dass wir für die beten sollen, die uns verfolgen.
OK, wir hier leben nicht in einer Situation der Christenverfolgung.
Aber hat jemand Feinde? Ungute Nachbarn? Depperte Kollegen, ungerechte Lehrer, verständnislose Chefs …? Penetrante Familienmitglieder? Bekannte, um die man lieber einen Bogen macht?
Ignatius von Loyola schlägt eine super Methode vor.
Stellen wir uns zuerst einen Menschen vor, den wir sehr schätzen und mögen. Wünschen wir dem/der von Herzen alles Gute. Stellen wir uns ruhig Einzelheiten vor. Geht gut, oder?
Pause, durchatmen – Dann stellen wir uns jemand vor, der uns egal ist – einen Nachrichtensprecher aus dem Fernsehen, die Verkäuferin vom Supermarkt o. ä …. und probieren das Gleiche: wünschen wir ihr/ihm von Herzen alles erdenklich Gute …
Geht auch ganz gut.
Aber jetzt: Stellen wir uns einen vor, den wir absolut nicht ausstehen können.
Und wünschen wir dem alles Gute – erinnern wir uns an das Gefühl, das wir bei dem Menschen hatten, den wir mögen … übertragen wir dieses Segensgefühl auf den, den wir nicht mögen.
Es geht.
Und wir sollen es so lange üben, bis es mühelos geht.
3x täglich.
Übrigens: Jesu Worte in der Bergpredigt sind keine Kochrezepte oder Bauanleitungen. Es geht um die Grundhaltung.
Jesus, dem die Volksmassen ja nachlaufen als einem Befreier, weist ausdrücklich darauf hin: Nein, es geht nicht um einen Umsturz, nicht darum, die Gesetze aufzuheben – sondern es geht darum, das Herz einzuschalten, das gesunde G’spür für das, was rechtens ist …
Es geht nicht ums Gesetz, sondern um lebende Menschen.
Es ist auch manchmal so, dass sich Menschen hinter Gesetze zurückziehen, verschanzen, weil sie zu bequem sind, sich selber mit ihren Mitmenschen auseinander- oder besser zusammenzusetzen und nach Lösungen zu suchen. Die jüdischen und alle anderen Religionspolizisten haben diese Tendenz.
Man kann ein Gesetz so anwenden, dass es größtes Unrecht verursacht.
Jesus will uns sagen: Ihr müsst es anders machen.
Vielleicht erinnert sich wer an Petrus, wie der den Jesus fragt: Wie oft muss ich meinem Nächsten vergeben? 7 mal?
Jesus antwortet: nicht 7x, sondern77x. Liebe Brüder und Schwestern: Das ist keine Zahlenangabe (dass ich beim 78x den anderen köpfen darf …)! Sondern orientalische Redeweise und meint: Lieber Petrus, du musst grundsätzlich vergebungsbereit sein. Ohne Limit.
Den Feind lieben: die Herausforderung annehmen, mich mit dem anderen zusammenzuraufen … es ist eine immerwährende Aufgabe.
Warum ich jetzt doch kein Evangelium, sondern diesen Text aus dem 1. Korintherbrief ausgesucht habe als Bibeltext … Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt – steht in den Briefen des Johannes. Und: Gott ist die Liebe.
Wir stellen uns nämlich immer wieder – unter Gott alles mögliche vor, was eher abschreckend, furchtbar oder auch nichtssagend oder seltsam erscheint oder so weit weg und unnahbar, …
Gott ist aber anders.
Sogar die Esoterik spricht in letzter Zeit vom „zugewandten zärtlichen liebevollen Universum“.
Die Bibel schildert, wie Gott sich Menschen zu verschiedenen Zeiten selber mitteilt, offenbart: Gott hat in der Bibel einen Namen: Jahwe. Ich bin (für dich) da.
Das erscheint mir ziemlich ähnlich…
Mit Gesetzen und Glaubensformeln sind Menschen nicht in der Lage, Gott zu verstehen.
Gott ist auch immer Geheimnis, der oder die ganz andere, unbegreiflich im Grunde – und doch:
Wer liebt, bekommt eine Ahnung davon und erfasst mit der Zeit und mit wachsender Liebe mehr und mehr, worum es eigentlich im Leben geht.
Jesus vergleicht das Reich Gottes – das Leben, so wie Gott es gemeint hat – mehrmals mit einem Hochzeitsmahl. Bestes Essen, Musik, Tanz, Gelächter … Ein rauschendes Fest. Bei dem die Liebe gefeiert und gewürdigt wird, im Mittelpunkt steht, Anlass des Festes ist.
Im Himmel sitzen wir nicht einsam auf einer Wolke und spielen Harfe.
Sicher nicht.
Himmel ist Freude für Leib und Seele, ständige Weiterentwicklung, Lernen, Engagement, Interesse für einander, Gemeinschaft, Zusammengehörigkeit.
Ihr Lebensgefährte, Bruder, Mitarbeiter, Freund … kann da mitreden, meine ich nach allem, was Sie über ihn erzählt, gesagt haben. Es ist schade, dass er nicht mehr hier bei Ihnen ist – aber wir dürfen glauben, dort kennt er sich aus, ist in seinem Element.
Ein Text aus der Bibel – 1. Brief an die Gemeinde in Korinth, Kapitel 13
Zum Nachdenken.
Was meint ihr?
1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. 3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. 4 Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. 5 Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. 6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. 7 Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. 8 Die Liebe hört niemals auf. Prophetisches Reden hat ein Ende, Zungenrede verstummt, Erkenntnis vergeht. 9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, Stückwerk unser prophetisches Reden; 10 wenn aber das Vollendete kommt, vergeht alles Stückwerk. 11 Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. 12 Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin. 13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
Ich erinnere mich an meine Gymnasialzeit. Mit 14 waren wir in der Woche vor den Osterferien, Mitte April, auf Schikurs in Lackenhof. Damals gab es dort weit mehr Schnee als heuer in den Semesterferien in Hinterstoder.
OK, die Pisten sind befahrbar, …
Die Waldwege sind beinahe schnee- und eisfrei.
Schön ist es im Poppengut. Wellnessangebote sind ok., eigentlich 1a. Für einen nicht allzugroßen Privatanbieter super.
Essen ist traumhaft.
Schaut es euch selber an!