Predigt 1.
Fastensonntag, 1. 3. 2020
Liebe
Brüder und Schwestern, liebe Kinder!
Eine
alte Geschichte. Jeder kennt sie. Klar, haben wir schon in der Schule gehört:
Der Teufel, der Böse will Jesus davon abbringen, seine Mission zu erfüllen. Dann
würde die Welt nämlich nicht gerettet bzw. erlöst.
Wenn
Jesus seine Berufung nicht gelebt hätte, am kreuz zu sterben …
Der
Böse – oder der Widersacher des Guten können wir vielleicht sagen, dann
verstehen wir besser, um was es geht -, versucht Jesus einzureden, wie erseiner
Meinung nach zu sein hat:
Der
Messiaskönig, Gott als Mensch, der selbstverständlich keinen Mangel leidet,
weil er die Macht hat, sich jeden Wunsch jederzeit und unverzüglich zu
erfüllen.
Klar,
dass er seine Wunderkräfte einsetzt.
Und
klar auch, dass er es demonstriert, vor aller Welt klarstellt, dass Gott auf seiner
Seite ist. Ihn auffängt, wenn er sich wo hinunterstürzt…
Vor
ein paar Wochen habeich mir die Oper“ Der Prophet“ von Jakob Meyerbeer
angeschaut.
Da
kann man mitverfolgen, wie ein normaler junger Mann mit der Zeit zum Messias stilisiert
wird, aufgebaut, als Superstar im Religiösen – der keine menschlichen Probleme mehr
haben darf. Als er versucht, sich normal menschlich zu benehmen, wird er vom
religiösen Kommandoteam fallengelassen.
Was
hat das jetzt mit uns zu tun?
Auch
heute, in unser aller Leben, gibt es diese Stimmen, die uns weismachen möchten:
sie wissen ganz genau, wie wir zu sein haben. Was wir kaufen, we wir handeln, was
wir in der Freizeit tun, wie wir aussehen, usw.
Unser
wahres Wesen: komplett gleichgültig.
Dazu
müssen wir wissen: Glücklich werden wir nur, wenn wir unserer ureigenen
persönlichen Berufung folgen. Grundsätzlich: dass wir Gottes geliebte Kinder
sind. Und alles andere unter „ferner liefen“.
Die
österliche Bußzeit lädt uns ein, es besser zu machen als bisher. Buße kommt von
besser.
Wir
dürfen frei sein. Frei werden von allen Zumutungen und unguten Vorbildern. Was
Illustrierte, Facebook und Instagram, Fernsehen und die Werbung uns nahelegen
und vorschreiben wollen: was wir haben, kaufen, machen, denken, wie wir unsere
Freizeit verbringen sollen… damit wir abhängiger und abhängiger werden von
ihren Angeboten, damit sie mehr Geschäft mit uns machen, an uns verdienen.
Die
gute Botschaft lautet: Wir müssen und brauchen gar nichts, um perfekt oder auch
nur akzeptabel zu sein. Wir brauchen nicht erst intelligenter, schöner,
attraktiver, besser gestylt, gebildeter, fitter, sportlicher, schlanker oder
besser proportioniert zu sein.
Wir
sind akzeptiert – zutiefst angenommen und geliebt von Gott – ohne
Vorbedingungen, einfach weil wir da sind. Wir dürfen und sollen uns entwickeln,
dazulernen, natürlich. Aber im Grunde ist das Vollkommene schon da.