Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt … er hat mich gesandt, .,, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“

 

Ja klar, denken wir, das war eben bei Jesus so, ist ja Sohn Gottes, wer wenn nicht er …

Wozu er gekommen ist, sagt er auch gleich: den Armen eine frohe Nachricht bringen, Gefangene befreien, Blinde sehend machen, Zerschlagene befreien …

Er ist ja der Retter, der Erlöser. Wir erwarten das.

Im Griechischen heißt „Retter“ soter. Unser Wort „sozial“ kommt davon. Sozial tätig sein, menschenrettend handeln. Der Kernauftrag des Messias, ja Gottes.

 

Kann das nur Jesus?

Nein, denn wir sind getauft, viele auch gefirmt. Wir sind voll des heiligen Geistes, zumindest der Intention und Absicht Gottes nach, wir sind Gesalbte des Herrn.

 

Ist unser Kernauftrag: Menschen retten.

 

Ein Gnadenjahr des Herrn. Halten wir zuerst einmal fest, was damals mit dem „Gnadenjahr“ gemeint war.

 

Das Judentum, das Alte Testament, schreibt für jedes 7. Jahr einen Schuldenerlass vor, das Sabbatjahr, und für jedes 50. Jahr, das Jobeljahr, zusätzlich noch die Aufhebung jeder Schuldknechtschaft und Sklaverei. Wir erinnern uns: „Ich bin gekommen, die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen …“

Es spielt auch das Thema der Sündenvergebung durch Gott hinein – das wollte Jesus sicher auch bringen, und das war sein Spezielles, das nur er bieten kann.

 

Und wieso, fragen wir erstaunt, kann das jemand nicht wollen? Das ist doch super!

 

Liebe Brüder und Schwestern, nicht alle profitieren vom Gnaden- oder Jobeljahr.

Da hat ein Reicher einem Armen Geld geborgt, das der nicht zurückzahlen kann,  – wenn im 5. Oder 6. Jahr eine Not ausbricht, war keiner mehr bereit, Geld zu verleihen, weil man ja sicher sein konnte, es nicht zurückzubekommen.

Oder einer hat mehrere Schuldknechtsfamilien, die gratis für ihn arbeiten müssen – nach 50 Jahren hat er die mit einem Schlag nicht mehr und muss ihnen noch dazu ihre Felder zurückgeben, damit sie wieder eine Existenzgrundlage haben.

Da ist es aus mit dem großen Reichtum.

Wir können uns ausmalen, wie sehr sich der freut über das Jobeljahr.

 

Und im übertragenen Sinn?

Gibt es nicht auch viele, allzu viele, die von Hass, Missgunst, von Angst, Angstmacherei und Dummheit der anderen profitieren?

Menschen, die sich an der Not der Mitmenschen bereichern?

 

Es gibt Menschen, Familien, Systeme, die beziehen ihre Kraft und ihren Lebenssinn daraus, rachedurstig zu sein, verfeindet, nicht vergebungsbereit … alle fanatischen Richtungen dieser Erde leben davon, dass sie Feindbilder aufbauen – die lenken nämlich so gut von den eigenen Mängeln und Fehlern ab. Diktaturen benötigen Feinde und Krieg.

 

Schauen wir auf uns: Wovon möchten wir uns durch Jesus befreien lassen?

Wenn ab morgen früh alles gut wäre, vergeben, bereinigt, geheilt, gerecht, in Ordnung gebracht …

Wie sähe das aus?

Was wäre anders? Was müsste da sein?

Es IST möglich. Wir brauchen es nur zu wollen, Jesus Christus darum zu bitten.

 

 

Wenn wir das erfahren, erleben, dann kann das gehen, dass wir spüren, wir sind gesalbt und erfüllt vom Geist Gottes.

Dann können wir akzeptieren, wer wir eigentlich und im Grunde sind. Gesegnete. Sohn oder Tochter Gottes.

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