Das hebräische Wort für Frieden, Schalom, bedeutet gleichzeitig „Fülle“.

Ein Frieden ohne Fülle ist nicht möglich.

Wer sich arm, benachteiligt … vorkommt, im Mangelbewusstsein lebt, sieht alles negativ – v.a. das Verhalten anderer Menschen.

Wer ständig befürchtet, zu kurz zu kommen, übervorteilt zu werden usw., ist stets auf dem Sprung, der (vermeintlichen) Gewalt zuvorzukommen.

Tipp: Lasst es euch möglichst gut gehen.

Lasst euch verwöhnen.

Genießt das Dasein.

Freut euch am leben, an jeder Sekunde!

Reich beschenkt gönnen wir allen Gutes.

Hymnus

Was ich schon immer nicht glauben konnte – unveränderlich seist du, Gott.

Eines deiner Attribute: der unbewegte Beweger.

Aber, dann hörte ich von Abraham, wie er mit dir handelte.

Von 50 auf 10 Gerechte ließest du mit dir reden.

10 hätten ausgereicht, und Sodom, die schreckliche verkommene Stadt, stünde noch heute…

Und immer wieder hörtest du auf Menschen.

Ließest reden mit dir.

Nichts unabänderlich nichts unverständlich, unverstehbar…

Und manches trat nicht ein

Oder anders als du geplant hättest

Auf den Wunsch deiner Geliebten

Es kam eine Zeit,

da lerntest du

als Mensch zu leben auf dieser von dir geschaffenen Erde

du lerntest Hunger und Durst, Schmerzen und Kälte, Anstrengung und Müdigkeit

aber Festesfreude ebenso

Lachen über Lustiges

Genuss

Und Spiel

Nur das Unverstandensein und den Zorn über Dummheit und Bösartiges

Das kanntest du schon

Du lerntest

Dich hineinziehen zu lassen in die Belange der Menschen

Sich Entscheiden können

Und das Festgefahrensein in den Mustern von Kultur und Religion

Und wieder

Immer wieder hörtest du

Auf die Schreie der Menschen

Lerntest von ihnen

Und ändertest deine Meinung dein Verhalten

Auch heute

Hörst du auf uns

Würdest dich bewegen lassen

Wenn wir es nur versuchten

Ernsthaft zu glauben an Veränderung

Die während des Weges geschieht

„Ich bin der Weg“ hast du gesagt.

Predigt

Die heilige Scholastika von Nursia (* um 480 in Nursia, dem heutigen Norcia in Umbrien; † um 542 bei Montecassino)

Nach Gregor war Scholastika von Kindheit an Gott geweiht. Traditionell wird sie als erste Benediktinerin betrachtet, es ist allerdings aus dieser knappen Information bei Gregor nicht zu entnehmen, ob sie tatsächlich in einer klösterlichen Gemeinschaft lebte oder, wie in jener Zeit üblich, allein als geweihte Jungfrau.

Laut der Vita besuchte Scholastika ihren Bruder jährlich; sie trafen sich in einem Gutshaus seines Klosters und verbrachten den Tag miteinander im Gebet und geistlichen Gespräch. Bei einem dieser Treffen bat Scholastika Benedikt, noch bis zum Morgen bei ihr zu bleiben und das Gespräch fortzusetzen, was er zunächst ablehnte. Auf ihr inständiges Gebet hin begann ein so gewaltiges Unwetter, dass Benedikt nicht aufbrechen konnte und die Nacht über bleiben musste, so dass die Geschwister bis zum Morgen miteinander sprechen konnten. Gregor kommentiert die Episode mit den Worten: „Jene vermochte mehr, weil sie mehr liebte.“ (vgl. Wikipedia)

Drei Tage darauf starb Scholastika.

Scholastika und Benedikt stammten aus einer alten vornehmen Familie und aus reichem Haus. Natürlich erwartete man, dass Benedikt standesgemäß heiratete und wenn möglich das Vermögen vermehrte, vielleicht eine politische Laufbahn… usw.

Die Schwester war offenbar sehr lernfreudig; da sie sich v.a. mit den Wissenschaften und mit Gebet und Meditation beschäftigte, hat man sie, vermute ich, weitgehend in Ruhe gelassen. V. a., wenn noch weitere Geschwister da waren.

Ich habe das Evangelium ausgesucht, weil Jesus durch eine Frau eine maßgebliche Horizonterweiterung erfährt, d. h. dazulernt. Das Selbstverständnis Jesu, dass er der Messias der Juden ist, dehnt sich auf, verändert sich – er ist der Heiland aller Menschen, der Retter und Erlöser der gesamten Schöpfung.

Das hat er an diesem Tag zu verstehen begonnen, es war neu für ihn.

So wie Benedikt durch eine Frau, seine Schwester, durch diese Unwettersituation lernt, dass es etwas Wichtigeres gibt als seinen vorgefassten Plan und die Gewohnheit, am Abendwieder heimzukehren.

In beiden Fällen lernt der „Guru“ dazu…

Mitmenschliche Wärme, Hilfsbereitschaft, dass da jemand Heil erfährt, ist das, worauf es ankommt – und nicht Klosterregeln, Religionsgesetze oder einmal gefasste Entschlüsse… und wenn sie noch so einen frommen Anstrich haben.

Es kommt auf das Gespräch an, auf den Dialog.

Auf das Miteinander und Aneinander lernen.

Predigt                                                                        12. 2. 2022

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Kinder!

„Selig“ – das ist so ein Wort…besetzt durch diese katholische Sprache… Seligsprechung usw. … gemeint ist eigentlich „glücklich“.

Wir alle wollen glücklich sein. Oder glücklicher werden, als wir sind.

Wir wollen, dass unsere Kinder glücklich sind.

Und wir verstehen darunter: gesund, klug, tüchtig, erfolgreich, gutaussehend, wohlhabend, – dass es ihnen an nichts fehlt. Ein sorgenfreies Leben.

Eltern überlegen oft schon, wenn sie noch ein Kleinkind haben: in welche Schule soll es gehen, in welchen Kindergarten, welche Ausbildung, welche Kurse … werden die besten sein?

Aber da fehlt etwas. Wenn wir Christen sind, aber wahrscheinlich auch sonst, merken wir: Als Menschen allein auf uns gestellt mit diesen Mitteln und Möglichkeiten, die die Welt uns bietet – das ist nicht genug. Wir schaffen es nicht, das Glück herzustellen.

Da braucht es Gott dazu. Eine Ebene mehr, wenn wir es so ausdrücken wollen.

Aber noch etwas: Kann es nicht sein, dass das Glück eventuell anderswo zu finden ist, als wir es im allgemeinen suchen?

Schauen wir uns noch einmal an, was Jesus empfiehlt, wer seiner Meinung nach glücklich zu schätzen ist:

Jedenfalls nicht, wer an das Recht des Stärkeren glaubt.

Oder dass sich der Lauteste durchsetzt. Oder dass, wer reich ist, sich mehr erlauben darf als wer anderer.

Gewaltfrei leben – nicht andere gegeneinander ausspielen, um selber besser dazustehen.

Sanft umgehen – auch mit der Natur. Nicht alles ausschinden aus Bergen, Meeren, Landwirtschaft, was irgendwie geht- sondern Ressourcen schonen.

Nicht alles tierisch ernst nehmen.

Wir sind voreingenommen, weil wir diesen Text schon so oft gehört haben und zu kennen glauben. Wiss ma eh schon …

Wer diese Sequenz zum ersten Mal hört, spürt: Da steckt jede Menge Humor drin.

Jesus meint auch: Mach das Unerwartete. Was keiner glaubt. Überrasche andere.

Steig aus aus dem Irrsinn der Zustände und Abläufe, die für normal gelten.

Es gibt einen tollen Spruch, der lautet: Sei du die Veränderung, die du von der Welt erwartest.

Das ist unmöglich, wenn man MitläuferIn ist, angepasst.

Denke selbst, sei eigenwillig und eigenartig – individuell.

Das schaffen wir nur, wenn wirGott auf unserer Seite wissen.

Ein Baum braucht, um sich gut entwickeln zu können, einen guten Boden – tiefe Wurzeln – Spirituell zu den Urgründen gehen. Zum Urgrund allen Seins.

Nur dann kann eine bestimmte Höhe und Weite nach außen erreicht werden.

Wie gesagt – Gott wünscht sich nichts mehr, als dass wir glücklich sind. Wir, alle Menschen auf diesem Planeten.

Lassen wir uns von ihm raten und helfen.

Seit einiger Zeit bekomme ich den Katalog des Koppverlags.

Interessant: Themen, über die sonst niemand spricht oder schreibt … immer wieder auch ansprechende Romane, mit Tiefsinn und Humor, Bücher, die in Buchhandlungen eher nicht zu finden sind ,,,

Versandkostenfrei bestellbar, Beratung am Bestelltelefon, Rücksendungen und Umbestellungen werden akkurat bearbeitet.

Probieren sie es selbst!

Vor allem, wenn Sie Spannendes für freie Tage suchen.

Typisch brasilianisches Bohnengericht

1 große Zwiebel fein schneiden, ca. 10 dkg Bauchspeck würfeln, in Butter anrösten.

Aufgießen, köcheln lassen.

Weiteres Gemüse fein schneiden: 1 Suppengrün, 1 Zucchini, 1 Paprikaschote. Möglich sind auch Broccoli oder Karfiol. 20 – 30 Minuten mitkochen lassen.

1 große Dose rote und weiße Bohnen, 1 Dose Maiskörner, 1 Dose Erbsen dazu geben, 1 Suppenwürfel.

Mit Salz, Pfeffer, Oregano, Knoblauch, Lorbeerblatt würzen.

Vor dem Fertigwerden Saft einer halben Zitrone und eine geschälte geschnittene Orange beifügen.

Gleichzeitig Schweinsfüße (einer reicht) kochen, das Fleisch vom Knochen lösen, klein schneiden und ziemlich gegen Ende in den Eintopf geben.

Dazu isst man in Brasilien Reis.

Predigt                                  Anbetungstag, Blasius      3. 2. 2022 Pucking

Achatius, Ägidius, Barbara, Blasius, Christophorus, Cyriacus, Dionysius, Erasmus, Eustachius, Georg, Katharina, Margareta, Pantaleon, Vitus.

Liebe Brüder und Schwestern, wer von Ihnen weiß, um wen es sich dabei handelt?

Genau, die 14 Nothelfer.

Bis auf Ägidius lauter Märtyrer. Man hat sie gegen so ziemlich alles um Hilfe angerufen, was in einem Menschenleben von Gefahr bedroht sein kann oder schiefgehen kann.

Blasius: Bischof in Sebaste, im heutigen Armenien. Zunächst soll er Arzt in Sebaste gewesen sein. Seine unermüdliche Hilfsbereitschaft und Toleranz allen Menschen gegenüber, ob arm, ob reich, ob Christ oder Heide, war der Grund, dass er zum Bischof gewählt wurde. Zahlreiche Legenden haben seine Heilungen zum Thema. Die bekannteste Erzählung berichtet, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb wird er gegen Halsleiden angerufen.

Überlegen wir heute 2 Dinge:

Wovon möchte ich geheilt sein? Es muss sich um keine Krankheit handeln. Es kann ein Ste#reit sein, eine Gewohnheit, über die ich mich ärgere und die ich nicht loswerde, oder eine lästige Pflicht, die ich irgendwann übernommen oder aufgehalst – bekommen habe… aufgehalst, Blasius ist ja für den Hals zuständig …

Oder ein Umstand, eine Umweltbedingung meines Lebens, die ich mir niemals ausgesucht hätte und mit der ich nicht zurechtkomme … die ich mir anders wünsche.

Liede Mitmenschen, Gott liebt uns. Er möchte nicht, dass wir irgendwo uns quälen oder ungut gestresst werden… Gott freut sich über unser Frei- und Leichtsein, über unser Glück.

Herausforderungen, ja, aber da haben wir ja Fähigkeiten dafür bekommen.

Bitten wir – vielleicht heute beim Blasiussegen, dass Gott uns da befreit.

Und das Zweite: Wir haben Fähigkeiten bekommen. Wir sind nicht als Unfähige und Hilflose arme Würstchen ins Chaos der unbarmherzigen Welt geworfen worden.

Wir sind gut ausgerüstet. Werden wir uns unserer Fähigkeiten und Möglichkeiten bewusst.

Und wir sind nicht als einzelne einsame mutterseelenallein da. Wir sollen zusammenhelfen, zusammenwirken. Gemeinschaft sein.

Die Frage: Für wen kann ich Nothelfer Nothelferin sein?

Für wen macht es einen entscheidenden Unterschied, wenn ich mich einsetze, wenn ich in Erscheinung trete, mich einmische, etwas sage, etwas tue…?

Kommen wir heraus aus dieser Armuts- und Bedürftigkeitsfalle.

Jede/r von uns ist Gottes geliebtes Kind.

Und zugleich Gottes Partner. Mitschöpfer und Mitverantwortliche. Gott zählt auf uns. Wer kann auf uns zählen?

Predigt                         – Darstellung des Herrn 2003

„Kalt und immer kälter – i wer abgebrüht und älter… aber des wü i net und des muas i jetzt klärn, i mecht lachen, tanzen, singen und rearn – und die liab mecht i bis in die zechnspitzn gspian…“

Liebe Brüder und Schwestern, dieser Liedtext aus den 80er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wollte auch eine Anregung sein, sich nicht vorschnell zufriedenzugeben… eine Anstiftung wider die Resignation.

Das heutige Fest – früher Maria Lichtmess, seit dem 2. Vatikanum Darstellung des Herrn – möchte ganz Ähnliches.

Früher beendete es den Weihnachtsfestkreis. Das geschieht inzwischen durch das Fest Taufe des Herrn. Wir haben schon vier Sonntagsevangelien gehabt, bei denen Jesus als Erwachsener in Erscheinung tritt.

Weihnachten ist schon einige Zeit her, 40 Tage, um genau zu sein… Nach der Vorschrift des Alten Testaments musste jede männliche Erstgeburt, die als Eigentum Gottes galt, nach Ablauf dieser Zeit ausgelöst werden durch ein Opfer. Wir wissen, mit der Zahl 40 bezeichnet die Bibel immer etwas Besonderes, keinen genau messbaren Zeitraum, sondern eine Erfahrung, die Menschen mit Gott machen, eine Zeit, die voll Gnade, voll Gegenwart Gottes erlebt wird.

Der Tag Lichtmess, noch einmal mit weihnachtlichem Licht, dieses Fest soll ein Übergang sein, eine Erinnerung, ein Trost, Segen und Stärkung für die Zukunft, für die Zeit die jetzt beginnt, das normale, alltägliche Leben. Die für den Alltag zuhause gesegneten Kerzen sollen Zeichen sein für etwas anderes: Die Weihnachtsbotschaft: Gott ist in die Welt gekommen, ganz nahe bei uns, voll Segen und Kraft, ist wahr… Die Wunder, die das Evangelium berichtet, sind nicht abgeschlossene, unwiederbringliche Vergangenheit, eben genau das nicht, sondern sie haben mit unserem Leben, mit jedem und jeder von uns zu tun. Das Licht der Welt leuchtet hier und jetzt für uns.

Das heutige Evangelium will uns auch auffordern, im Alltag, in der „Normalzeit“ nicht abzustumpfen – kalt und immer kälter zu werden. Das Altwerden können wir nicht verhindern, genausowenig wie Simeon und Hanna.

Aber gerade diese beiden können für uns Vorbilder sein. Jahrzehntelang unbeirrbar darauf warten, es schließlich erwarten, dass Gott seine Versprechen erfüllt.

Viele von uns erleben Weihnachten als eine besondere Zeit der Gnade…

Simeon und Hanna sind eine Anfrage an uns und eine Ermutigung: Was erwarten wir sonst, das ganze Jahr über, von Gott? Warum lassen wir uns in der „Normalzeit“ vom Glauben und Hoffen abhalten? Warum geben wir uns mit den Erscheinungen dieser Welt zufrieden?

Wer sagt uns, Krieg sei unvermeidlich? Waffen müssten produziert werden…

Wer redet uns ein, Arbeitslosigkeit, Umweltzerstörung, Wegwerfgesellschaft, Konsumhaltung, Kommunikationsdefizit…Sich es hier und da ein bisschen richten, Freunderlwirtschaft, es mit Gesetzen nicht so genau nehmen, und mit der Verlässlichkeit und Treue und Hilfsbereitschaft… sei unvermeidlich, ganz normal…?

Wer zwingt uns, den ganz normalen Wahnsinn mitzumachen

Eine Krankheit als unheilbar hinzunehmen… einen krankmachenden Zustand, eine Familiensituation, wo mehrere verfeindet sind miteinander… Mobbing im Beruf…

Vorurteile… Schikanen Ausländern gegenüber…? Dass einfach jemand immer wieder die Stimmung schlecht macht mit giftigen Bemerkungen… Dass Lügen verbreitet, Menschen schlecht gemacht werden…die Grundlagen unseres Rechtsstaates lächerlich gemacht werden… in Wissenschaft nur eine bestimmte Methode propagiert wird… weil sie mehr Geld bringt momentan. In der Religion, in anderen, aber auch in unserer, Halbwahrheiten, geschichtlich ziemlich junge Traditionen und fundamentalistische Irrtümer als gottgegeben und unveränderlich stilisiert werden…

Niemand hält uns davon ab, uns selber zu informieren, selber nachzudenken, mit anderen zu diskutieren, unsere Meinung öffentlich zu sagen und unsere Rechte einzufordern.

Körperlich alt und älter zu werden, das heißt noch lange nicht, unser Urteilsvermögen, Lebensfreude, Hoffnung zu begraben… Oft werden Jugendliche bewundert oder auch milde belächelt, weil sie vom Leben – oder von Gott- noch alles erwarten. Allerdings ist diese Fähigkeit kein Privileg der Jugend. Simeon und Hanna. Abraham im AT… Schon gar nicht ist es bedauerlich oder dumm.

Wir sehen ja, dass Gott solche Erwartungen nicht enttäuscht. Ich trau mich sagen: er enttäuscht sie niemals.

Dies zu glauben, in unserem Leben zu versuchen und zu erfahren, lädt uns der heutige Festtag ein.

Predigt Kindersegnung                                                 So., 30. 1. 2022

Liebe Kinder, liebe erwachsene Brüder und Schwestern!

Das ist ja der ganze Papa! Wow, die Augen und die Nase – genau wie bei der Mama… na, genauso wie der schaut, wenn ihm was nicht so passt – genau wie die Tante Frieda …

Solche Kommentare hören wir und äußern wir auch selber immer wieder, wenn wir kleine Kinder anschauen.

Das ist nett gemeint.

Wenn die Kleinen größer werden, kann das weniger lustig werden.

„Ist das nicht der Sohn des Zimmermanns?“ sagen die Leute in der Synagoge von Nazaret, als Jesus aus der Bibel vorliest und über seine Aufgabe in dieser Welt spricht. Seine Aufgabe als Messias, Heiland: alles will er gut machen, Freiheit, Erkenntnis, Gesundheit, Fülle und Glück für jeden Menschen.

Und die Bürger seiner Heimatstadt meinen: Was, agrat der? Was ist der schon? Was kann der? Der Sohn vom Josef, vom Zimmermann…  Was Besonderes will der sein? Na geh…

Sie haben sich eine Meinung gebildet, die nicht gestimmt hat. Wir wissen heute, wer Jesus war und ist.

Wenn unsere Kinder sich entwickeln zu immer mehr Eigenständigkeit und ihre Fähigkeiten entfalten wollen, dann stoßen sie auch an Grenzen.

Das hat in unserer Familie noch nie jemand gemacht.

Was, grad du willst Ingenieurin werden? Das schaffst du sicher nicht.

Nein, für die Musikschule haben wir keine Zeit, Außerdem steht bei uns kein Klavier zu Hause…

Zuckerbäcker willst du lernen? Dam musst du ja in Salzburg wohnen, dort ist die einzige Lehrstelle … das hältst du nicht durch …

Glaubst du etwa wirklich, dass es einen Sinn hat, wenn du in den Jugendchor gehst – du mit deiner Stimme?

Wir kennen das – und ich bin sicher, wir haben alle so etwas selber gehört.

Das wirklich Wunderbare ist: Wir sind von Gott gesegnet, und der hat auch immer noch ein Wort mitzureden bei dem, was aus uns wird.

Unser Freund im Himmel setzt sich dafür ein, dass das Beste aus einem Menschen entstehen kann, sich entwickeln kann.

Jeder Mensch, der sich auf diesem Planeten befindet, ist auf ausdrücklichen Wunsch Gottes hier.

Jede und jeder hat eine individuelle persönliche Berufung, einen Beitrag zum Leben, etwas speziell Neues, Unverwechselbares, eine Bereicherung für diese Welt, ohne die wir alle zusammen nichtauskommen können.

Es gibt einen Spruch: Jeder Mensch kommt als Genie zur Welt mit einzigartigen Begabungen. Wird als Original geboren.

Leidersorgt die Erziehung mancherorts dafür, dass viele als Abziehbilder sterben.

Es geht auch anders.

Dazu eine wahre Begebenheit:

Grundschullehrerin in einem New Yorker Massenviertel, arme Leute, verwahrloste Kinder …

Bei den Klassentreffen stellte sich nach Jahren immer wieder heraus, dass überdurchschnittlich viele ihrer Schüler/innen studiert hatten oder im Beruf sehr erfolgreich waren und überhaupt glücklich mit ihrem Leben.

Die Lehrerin hatte an ihre Schüler „geglaubt“, sie hatte die guten Anlagen und Möglichkeiten gesehen und gefördert und jedem/r einzelnen vermittelt: Du bist wichtig, du bist einzigartig, du kannst es schaffen.

Diese Einstellung der Lehrerin hatte ihnen Mut gemacht, das ganze Leben hindurch.

Wenn die Kinder heute gesegnet werden. Segnen heißt im Lateinischen benedicere. Etwas Gutes sagen. Aussprechen – die guten Möglichkeiten, die in einem Kind, in einem Menschen stecken. Ein Machtwort sprechen – im positiven Sinn: Du kannst das. Trau dich! Probier es doch! Hab Geduld, noch einmal von vorn!

Gesegnet sein bedeutet sicher nicht: dass wir perfekt sind, dass alles immer glatt und problemlos ablaufen wird, dass alles gelingt im Leben.

Es heißt nicht, dass immer nur eitel Wonne und Sonnenschein herrschen.

Nein.

Aber in allem auf und Ab, in den Wechselfällen des Lebens, in Freud und Leid sind Gesegnete nie allein und verlassen. Gott begleitet uns auf allen Wegen.

Und dazu dürfen sich die Kinder jetzt aufstellen. Ich sage: Sara, du bist gesegnet – ein Segen darfst du sein!

Jedes Kind bekommt ein Freundschaftsband ums Handgelenk gebunden als Zeichen, dass Gott und Jesus als Freund immer an seiner Seite ist.

Morgen feiern wir in Haid Kindersegnung.

Wahrscheinlich gibt es so etwas in vielen Pfarren. In Pucking zum Beispiel ist sie für den 13. Februar geplant.

Segnen: was bedeutet das eigentlich?

Auf Lateinisch heißt es: benedicere.

Gutes sagen, sprechen. Gutes zu-sprechen. Alles Gute wünschen.

Natürlich beten wir im Gottesdienst, dass Gott die Kinder segnen möge.

Ihnen alles Gute schenken und sie behüten und begleiten auf ihrem Weg durch das Leben.

So, dass sie das Gute nicht nur selber haben, sondern auch ausstrahlen und weitergeben an ihre Umgebung. So hat Gott zu Abraham im Alten Testament gesagt: Ein Segen sollst du sein. Durch dich sollen alle Völker Segen erlangen.

Glück – so könnten wir es auch nennen.