Schule der Kostbarkeiten
  • Home
  • Kostbarkeiten
    • Theologie
    • Natur
  • Angebote & Preise
  • Termine
  • Blog
  • Biografie
  • Kontakt
    • Impressum
    • Datenschutz
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Aktuell

Erfahrung …

© Alois Stockhammer | stockhammers.info

Einst lebten einige Frösche in einem kleinen Brunnen am Rande eines alten Dorfes, das schon lange von den Menschen verlassen war. Tagaus, tagein lebten sie innerhalb dieser engen Mauern, doch beschwerten sie sich nicht, weil sie ja gar nichts anderes kannten. „Es ist einfach so“, sagten sie, „das hier ist unsere Welt.“

Tagaus, tagein wanderte die Sonne über den Himmel, und zur Mittagszeit fielen ein paar warme Sonnenstrahlen in das stehende Wasser. Die Frösche beachteten dies nicht weiter.

 

Eine junge Fröschin war jedoch unter ihnen, die sich schon lange wunderte, woher die Sonne kam und wohin sie ging, wenn sie nicht mehr über dem Brunnen war. „Es muss doch noch etwas anderes geben als dieses enge Gefängnis“, dachte sie.

 

Sie sprach mit den anderen Fröschen darüber, aber die wollten lieber ihre Ruhe haben. Manche lachten sie aus und meinten: „Das sind Träume, die nichts bringen. Außer diesem Brunnen existiert nichts.“

 

In der Morgendämmerung, als alle noch schliefen, machte sie sich auf den Weg, um nach der Heimat der Sonne zu suchen. Es war nicht leicht, den Brunnenrand zu überwinden – aber mit einiger Mühe schaffte sie es auf den Brunnenrand.

Voller Staunen betrachtete sie, was es alles gab.

Dann hüpfte sie des Weges.

Nach vielen Tagen, an denen sie manchmal beinahe verhungert, verdurstet oder gefressen worden wäre oder vor Erschöpfung nicht mehr weiterkonnte, sah sie ein seltsames Glitzern in der Ferne.

Dorthin wollte sie, und kurz vor Mittag, als die Sonne schon ganz oben am Himmel stand, da sah sie es vor sich – das Meer. Wasser, so weit sie sehen konnte.

Sie hüpfte und freute sich. Und so kam ihr plötzlich der Gedanke: „Das muss ich den anderen Fröschen sagen. Ich darf das nicht einfach für mich behalten. Sie alle können frei sein und diese Herrlichkeit und Schönheit und Grenzenlosigkeit des Ozeans erleben und erfahren.“ Und so hüpfte sie zurück zu dem alten Brunnen, um die gute Nachricht zu verbreiten.

 

„Frösche!“, rief sie. „Ich war da draußen und dort gibt es ein riesiges Wasser. Es ist wunderschön und unendlich, ohne Mauern, ohne Anfang und Ende.“

 

Und wie bei den Menschen, wenn jemand etwas verkündet, das den normalen Horizont übersteigt, gab es drei Arten von Fröschen: Die einen, die nichts davon hören wollten. Andere, die zwar vielleicht gerne wollten, sich aber nicht trauten, denn es war ja doch alles so ungewiss und anstrengend.

Und die dritten, die sich, in einer der folgenden Nächte, wagemutig auf den Weg machten. Aber das waren sehr wenige.

 

Als der menschenverlassene Brunnen kurze Zeit später vollständig austrocknete, waren sie die einzigen, die am Leben blieben.

« Geschichten von Sukadev und König Janaka | Kurzfassung

27. April 2019
Schlagworte: Brunnen, Frösche, Horizont, Leben, Meer
Eintrag teilen
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf LinkedIn
  • Per E-Mail teilen
https://www.kostbarleben.jetzt/wp-content/uploads/sto_frosch.jpg 1123 2000 Dagmar Ruhm https://www.kostbarleben.jetzt/wp-content/uploads/logo_zweig_kostbarleben-300x164.png Dagmar Ruhm2019-04-27 22:35:162019-04-27 22:35:16Erfahrung …
Das könnte Dich auch interessieren
© Klaus Schlewitz | bandbreite.at Aschermittwoch. Predigt
SPÖ Barbara Prammer – Symposium
Brot, Leben und die Augustsammlung
Brot des Lebens! Brot des Lebens?
Liturgie
Garten
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Der Zeitraum für die reCAPTCHA-Überprüfung ist abgelaufen. Bitte laden Sie die Seite neu.

Weitere Beiträge

  • Gesund oder krank…15. Juni 2026 - 10:41
  • afrikaansvatter-cat-44533
    Trägheit, eine Todsünde. Wieso? Zugleich eine Predigt zum Dreifaltigkeitssonntag31. Mai 2026 - 10:33
  • Klugheit14. Mai 2026 - 21:32
  • smuldur
    Gerechtigkeit. Zugleich eine Predigt zum Muttertag10. Mai 2026 - 11:43
  • Dominique Vince
    Tapferkeit. fortitudo9. Mai 2026 - 9:44
  • Martin Hengenius
    Bald gibt es wieder ein Ritual8. Mai 2026 - 21:35
  • Dagmar Ruhm
    Licht und Liebe – und alles ist gut?7. Mai 2026 - 13:47
  • Karma und göttliche Barmherzigkeit. Predigt12. April 2026 - 11:10
  • erste Zeugin der Auferstehung5. April 2026 - 11:26
  • Passion – so oder so… Predigt zum Palmsonntag29. März 2026 - 10:05

Kontakt

MMag. Dagmar Ruhm
Gerichtsfeldgasse 3
3100 St. Pölten

T: +43 650 2814707
M: dagmar.ruhm@kostbarleben.jetzt

Anmeldung zum Newsletter:
https://tinyurl.com/kostbarkeiten-news"

Seiten

  • Angebote & Preise
  • Biografie
  • Blog
  • Datenschutz
  • Home
  • Kontakt
  • Kostbarkeiten
  • Landingpage

Kategorien

  • Aktuell
  • Kurs
© 2019 - 2026 by MMag. Dagmar Ruhm
  • Intern
Link to: Versöhnungsfeier Link to: Versöhnungsfeier VersöhnungsfeierPixabay Link to: Thomas. Predigt zum Weißen Sonntag Link to: Thomas. Predigt zum Weißen Sonntag Thomas. Predigt zum Weißen Sonntag
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen