Viele Menschen wollen lieber nichts oder so wenig wie möglich mit der Kirche zu tun haben. Sie glauben nicht,dass es da etwas gibt, das sie nährt und stärkt und aufbaut, ihnen im Leben hilft.

Zu sehr gab es in der Vargangenheit  – gerade für die Normalbevölkerung – die ständigen Ermahnungen und das Rubterziehen, das Schlechtmachen – betont wurde vor allem, dass der Mensch sündig sei, dauernd etwas üben oder leisten müsse, damit er „gerettet“ wird – Sonntagspflicht (der Zwang, in die Messe zu gehen), die -Vorschrift, regelmäßig zu beichten, ein permanentes Schuldgefühl, eine gewisse Lebensfeindlichkeit (dies in der katholischen Kirche weniger) – „Besinnt euch auf das Wesentliche“ – meinte: Theater, Kino, Tanzveranstaltungen, gutes Essen, schöne Kleidung, Körperpflege, Make Up, Gesellschaftsspiele … seien nicht wirklich wichtig und am besten ganz zu meiden … Sex sowieso.

Dass sich die Sicht der Dinge seit mindestens dem 2. Vatikanischen Konzil geändert hat, sprach sich nicht oder nur sehr mangelhaft herum …

Was ist jetzt feministische Theologie – oder Spiritualität?

Drei Prinzipien oder Voraussetzungen gibt es:

Ich bin ganz – Ich bin gut – ich bin schön (vgl. Elisabeth Moltmann – Wendel: Das Land, wo Milch und Honig fließt, Gütersloh1985, S. 162 – 170)

  1. Ich bin ganz

Menschen – Frauen – haben von Geburt an als Menschen an sich alles mitbekommen, was sie zum Leben und Glücklichsein brauchen.

Leib und Seele sind Gottes gute Schöpfung. Natürlich braucht ein Baby totale Fürsorge – und jeder Mensch ist auf die Mitmenschen angewiesen um überleben zu können und um gut leben zu können.

Aber: Es bedarf keiner speziellen Theorie oder Praxis, um heil oder heilig oder vollständig zu werden. Wir sind es bereits, es liegt an uns, dies im Leben Tag   mehr und neu zum Vorschein zu bringen, auszudrücken. Den Schatz in uns zu finden.

Jesus Christus hat darauf hingewiesen, wer wir eigentlich sind: Gottes geliebte Kinder.

  • Ich bin gut

Menschen sind Gottes gute Schöpfung. Ein Kind ist arglos, vertrauend, anderen zugewandt, kreativ, hilfsbereit, lebensfördernd … Natürliche Prozesse und Gefühle – Hunger, Durst, Lust, Schmerz, … und erst recht die leibliche Verfasstheit sind sehr gut, wie es im Schöpfungsmythos der Bibel von Gott zugesagt wird.

Deformationen, „böses“ Verhalten, Unehrlichkeit, Berechnung, Gier, Neid, Hass, Gewalt … werden gelernt durch Erwachsene oder ältere Kinder, die dies weitergeben und vorleben … („Erbsünde“). Ein kleiner Mensch entwickelt sich so, wie er/sie es in der Umwelt sieht, durch Nachahmung.

Es gilt, unsere guten Anlagen durch Bildung und Übung zutage zu fördern…

Frauen wurden sehr lange durch ihre Zugehörigkeit zu Männern definiert – Gattin, Tochter, Mutter, Schwester, … von … und erhielten ihren Wert, ihren gesellschaftlichen Status dadurch.

So etwas bleibt auch Männern nicht immer erspart …

Definieren wir uns als freie Frauen, als Gegenüber Gottes… oder der

Göttin

  • Ich bin schön

… weil ich Gottes Gute Schöpfung bin. Nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen …

Gott macht keine halben Sachen.

Menschen, v. a. Frauen, haben sich in der Geschichte allzu sehr über herr(!)schende Schönheitsideale selber bewertet, meist abgewertet: Zu dick, zu dünn, zu jung, zu alt, zu groß, keine idealen Proportionen, zu muskulös, zu schlaff, falsche Haarfarbe, (Sie wollte blond, blond wie eine Semmel sein …), zu große Nase, Damenbart, behaarte Beine – oder sonstige Körperstellen, … zu aufgetakelt, zu wenig zurechtgemacht, zu viel Schminke, zu blass …

Wir sind schön, weil wir schön sind! Wenn wir selber uns schön finden – Modediktate hin oder her – , das Beste aus uns machen, unsere Schönheit betonen, präsentieren, weil wir uns gefallen und mit unserem Aussehen glücklich sind.

Tun wir es zum Lob Gottes!

Weil die Menschheit gelernt hatte, sich Gott als Mann vorzustellen, galt lange nur der Mann als tatsächliches Ebenbild Gottes …

Feministische Theologie macht darauf aufmerksam, dass es 1. Zahlreiche weibliche Vergleiche und Bilder für Gott in der Bibel gibt, und ermutigt 2. Dazu, für das Göttliche weibliche Benennungen zu verwenden:

Göttin, Geistin, Geistkraft, Sophia, Schekinah, ruach, Mutter, unendliche Zärtlichkeit, …

Werden wir erfinderisch!

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