Vonder Rettungsstation zum Clubhaus

An einer gefährlichen Küste machten vor Zeiten ein paar Leute eine Rettungsstation für Schiffbrüchige auf. Zu dieser Rettungsstation gehörte nur ein einziges Boot. Mit diesem wagte sich die kleine, mutige Mannschaft immer wieder, bei Tag und bei Nacht,auf das Meer hinaus, um Schiffbrüchige zu retten.

Es dauerte nicht lange,bis dieser kleine Stützpunkt überall bekannt war. Viele der Geretteten und auch andere Leute der Umgebung waren gern bereit,die armselige Station mit Geld zu unterstützen. die Zahl der Gönner wuchs und wuchs. Mit dem Geld, das sie spendeten, wurde die Rettungsstation großzügig ausgebaut, immer schöner und komfortabler. Sie wurde allmählich zu einem beliebten Aufenthaltsort und diente schließlich den Menschen als eine Art Clubhaus. Immer mehr Mannschaftsmitglieder weigerten sich nun, auszufahren und Schiffbrüchige zu retten. Sie wollten den Rettungsdienst überhaupt einstellen, weil er unangenehm und dem normalen Clubbetrieb hinderlich sei.

Ein paar Mutige,die den Standpunkt vertraten, dass Lebensrettung ihre vorrangige Aufgabe sei, trennten sich von ihnen. Nicht weit davon entfernt begannen sie, mit geringen Mitteln eine neue Rettungsstation aufzubauen. Aber auch sie erfuhr nach einiger zeit dasselbe Schicksal: Ihr guter Ruf verbreitete sich schnell, es gab neue Gönner, und es entstand ein neues Clubhaus.

So kam es dann schließlich zur Gründung einer dritten Rettungsstation . Doch auch hier wiederholte sich die gleiche Geschichte…

Wer heute diese Küste besucht, findet entlang der Uferstraße eine beträchtliche Reihe exklusiver Clubs. Immer noch wird die Küste vielen Schiffen zum Verhängnis; nur heute rettet sie keiner mehr.

(Hoffsümmer: Kurzgeschichten 1. Mainz, 5. Aufl. 1983, S. 49 f)

Predigt                                        Ökumenischer Gottesdienst 2020

Liebe Brüder und Schwestern!

Die Worte, die wir gerade im Evangelium gehört haben, erschrecken mich, wenn ich ehrlich bin. Jahrhundertelang wurden sie zum Anlass genommen, andere Menschen zum Christentum zu zwingen oder auch wieder katholisch zu machen… mit Gewalt, ohne Rücksicht auf Verluste, Macht auszuüben oder besser gesagt zu missbrauchen – Kirchenobrigkeiten haben allen Ernstes tatsächlich geglaubt, dass außerhalb der eigenen Kirche, der eigenen Konfession kein Heil zu erwarten wäre … und wer nicht dazugehört, ist verdammt.

Der Apostel Paulus würde uns zeigen, was tatsächlich gemeint ist. Er hat am eigenen Leib erfahren, wie das gehen kann, Menschen zu JüngerInnen zu machen, nicht des Papstes oder der Kirche, sondern wirklich zu Jüngern, zu Schülern Jesu.

Wir haben die lange Lesung aus der Apostelgeschichte gehört.

Was geschieht da?

Ein tagelanger Sturm.

Die Römer wollen die Gefangenen, die sie nach Rom bringen sollen, umbringen, damit sie sie los sind – bzw. damit sie nicht ausreißen.

Dazu kommt es aber nicht.

Dann der Schiffbruch, und die überaus, alles Erwarten übersteigende Freundliche entgegenkommen der Malteser -Feuer, Wärme, Unterkunft, trockener sicherer Schlafplatz, Erholung für ein paar Tage, ruhe, Freundlichkeit. Essen, warme Getränke…

Diese Bewohner der Insel Malta waren bereits JüngerInnen Jesu, obwohl sie nie zuvor von ihm gehört hatten.

Sie haben gehandelt, wie er es tun würde, wie er es von seinen SchülerInnen verlangt.

Dass Paulus in den paar Wochen, die er auf Malta verbringt, von diesem Jesus erzählt, das fällt auf fruchtbarsten Boden.

Das Vorbereitungskomitee des Gottesdienstes hat sich etwas dabei gedacht.

Im Jahr 2015 war ich Pfarrassistentin in Braunau – St. Franziskus.

Im September begann der Flüchtlingsstrom – an ein zügiges Durchkommen in den Durchzugsstraßen Braunaus war nicht zu denken. Die Brücke nach Simbach, nach Deutschland, war gestopft voll mit Menschen, die zu Fuß über die Grenze wollten.

Ein riesiges Zelt wurde aufgestellt, um als Zwischenstation für die vielen zu dienen, die Polytechnische Schule war bald zu klein geworden.

Irgendwann haben Menschen der Pfarre begonnen, täglich einen heißen Eintopf auf dem Brückenkopf auszugeben. Es kamen 5000 jeden Tag. Tagelang hatten sie von Broten und Obstgelebt. Ohne Möglichkeit, sich zu waschen, zu duschen.

Die evangelische Pfarre und die katholische Pfarre im Stadtzentrum, beide in der Nähe der Brücke, öffneten die Pfarrheime – auch dort gab es warmes Essen.

Zusammenarbeit aller Engagierten stand auf der Tagesordnung. Monatelang. So lange der Zustrom eben dauerte.

In Situationen wie dieser spüren Menschen intuitív, worauf es ankommt. Und worauf auf jeden Fall nicht: auf einen genauen Wortlaut des Glaubensbekenntnisses, auf dogmatische Fehlerlosigkeit, …

Jünger damals im Judentum verbrachten das Leben mit dem Rabbi – sie lernten nicht nur das, was er lehrte durch Worte, sondern weit mehr durch die Art, wie er sich verhielt, wie er handelte, dachte, sein Leben gestaltete…

Wenn Jesus sagt, macht alle Menschen zu meinen Jüngern, dann meint er genau das, dass sich alle so verhalten sollen, wie er …

Das ist es, was Christen weltweit verbinden und kennzeichnen, auszeichnen sollte: das Verhalten, an dem man ablesen kann, wie Jesus es gemeint hat.

Und wenn wir als Christen Jesus so verkörpern, durch unser Verhalten beweisen, dass er sowieso bereits in uns wohnt, dann erübrigen sich sämtliche Diskussionen, wer ev. die Kommunion empfangen darf oder nicht.

Der Kirche ist es die längste Zeit so gegangen wie in der folgenden Geschichte:

„Von der Rettungsstation zum Clubhaus“ (Hoffsümmer: Kurzgeschichten 1. Mainz, 5. Aufl. 1983, S. 49 f) – Text morgen im Blog

Und jetzt, liebe Brüder und Schwestern, seien wir so gut und machen wir Schluss damit.

Wir haben da diese Ruder: Wenn wir sie nicht benützen, treibt das Christentum auf der Stelle, dümpelt dahin. Also: Rudern wir gemeinsam, bringen wir das Kirchenschiff auf Kurs. Miteinander.

Eine Zeitlang hieß es, es sei besonders fromm und vorbildlich, täglich an einer Heiligen Messe teilzunehmen.

Ich habe genau das ca. eineinhalb Jahre lang gemacht.

Aber nun, im Jahr 2020 dazu folgende Anmerkung: Wo, bitte, geht das überhaupt noch?

In den beiden Pfarren, in denen ich als Pfarrassistentin tätig bin, jedenfalls nicht.

Auch nicht im Umkreis derselben.

Wer nicht in einer größeren Stadt oder nahe einem Männerkloster, z. B. in Kremsmünster, St. Florian oder Melk zu Hause ist, hat keine Chance.

Also muss es andere Wege geben … Täglicher Wortgottesdienst ist es wohl auch nicht.

Was meint ihr?

Schreibt mir eure Ideen!

Hier der Link und die Adresse:

www.seminarzentrum-hertz.de

info@seminarzentrum-hertz.de

Seminarzentrum Hertz, D 84307 Eggenfelden, P. Viktrizius-Weiß-Str. 18

Tel.: 0049 8721506770

Übrigens: Tag der offenen Tür ist am 2. Februar.

War heute in einem Haus zu Besuch, wo es 2 Katzen gibt – besser gesagt: Kater.

Katzentiere sind wunderbare Wesen.

sie wissen genau, was sie wollen – und was sie nicht wollen.

Sie lassen sich streicheln und vermitteln uns, dies sei ein außerordentliches Privileg für uns.

Sie fangen Mäuse (oder Vögel oder sonst etwas, es muss sich nur schnell genug bewegen) aus purer Lust am Nachlaufen und Spielen.

Sie sind nur aktiv, wenn sie nicht gerade schlafen oder dösen oder die Welt beobachten.

Sie wissen genau, was sie dürfen und was nicht – und wenn wir sie sehen können, halten sie sich an die von uns aufgestellten Regeln. meistens.

Ich liebe Katzen.

Habe heute mehrere Stunden in der Therme Geinberg verbracht.

Auf mehrere Arten baden …

normale Sauna, Vulkandampfbad, Sonnen- und Schattensauna, Salzlagune, Innen- und Außenthermalbecken, Sprudelbad …

Infrarotsauna gäbe es auch und im Sommer ein Außenschwimmbecken.

Das Essen ist gut, die Atmosphäre angenehm.

Ideenreiche Cocktails.

Probiert es aus!

Ihr kommt garantiert total entspannt nach Hause.

Predigt                            Taufe Jesu                     So., 12. 1. 2020 Haid

Liebe Brüder und Schwestern!

Jesus hat sich in der Menschenschlange angestellt und von Johannes dem Täufer taufen lassen. Sensationell daran ist: Die Taufe des Johannes war eine Bußtaufe, ein Akt zur Vergebung der Sünden.

Jesus, der auch ganz Gott ist – braucht der das?

Jesus ist auch ganz Mensch. Er ist in einem familiären Umfeld aufgewachsen und war den kulturellen und sozialen Einflüssen seiner Zeit ausgesetzt. Die Leute in Nazareth haben vermutlich schon getuschelt – jetzt ist der über dreißig, er hätte schon längst eine Familie gründen sollen, erfolgreich sein in seinem Betrieb als Zimmermann, eine Säule der Gemeinde, der für die Witwen und Waisen in der Verwandtschaft sorgt … statt dessen ist er ein Herumtreiber, monatelang in der Wüste, …

Und jetzt steht er da im Jordan, und sein Weg wird gleich zweimal bestätigt: Johannes, der ja mit ihm verwandt ist, erkennt in ihm den, der mit Feuer und Heiligem Geist taufen wird, der über ihm steht, ihm als Erfüllung seines Vorläufertums folgen wird. Der der erwartete Messias – auf Hebräisch Meschiach, ist, der Gesalbte des Herrn.

Jesus verlangt es aber – und kaum dass er getauft ist, kommt die Bestätigung oder Beglaubigung durch Gott selber: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.

Das Matthäusevangelium komponiert diesen Text in genialer Weise.

Im Judentum gab und gibt es unterschiedliche Messiasvorstellungen. Eine davon schaut so aus, dass ein religiöser Vorläufer kommt, ein strenggläubiger, der predigt und bewirkt, dass sich die Menschen bekehren.

Kurz darauf oder noch gleichzeitig soll dann der eigentliche in Erscheinung treten, der als politischer König ein neues Reich errichten wird.

So wird uns auch klar, wieso die religiöse Elite damals von Jesus erwartet hat, dass er wirklich sich als König outet. Und es wurde in keiner Weise verstanden, dass er das nicht getan hat, dass er sich kreuzigen ließ– das Judentum wartet ja heute noch.

Es kommt aber noch etwas dazu, was alle Erwartungen übertrifft und auch sprengt. Gott spricht hörbar zu den Menschen.

Bei der Taufe Jesu ertönt nicht nur die Stimme, es ist auch etwas zu sehen: Gottes Geist kommt sichtbar wie eine Taube auf ihn herab.

Die Taube ist uns bestens vertraut als Darstellung für den Heiligen Geist.

Im Judentum handelte es sich allerdings um ein Symbol, das tabu war. Und zwar absolut. Die Taube ist das heilige Tier der Göttin Ischtar, der großen Muttergöttin und Liebesgöttin im arabischen Raum, gegen die das ganze AT wettert – da die Menschen immer wieder zu diesem Glauben abgedriftet sind.

Matthäus stellt nun richtig, dass alles Gute von diesem einen Gott kommt, der weder männlich noch weiblich ist – egal auf welche Weise Menschen ihn/sie anrufen.

Die Liebe, Barmherzigkeit, Vergebung, Geduld, das Lebenlassen, die Schönheit, der Reichtum der Natur, das Blühen und die schönen Seiten des Lebens – und dass angesichts von Gewalt nicht Gegengewalt das rettende Mittel ist – dieser Gott ist hier anwesend in diesem Menschen Jesus.

Und dieser ist nicht nur der Retter Israels, sondern der ganzen Welt.

Auch bei unserer Taufe ertönt die Stimme Gottes: Das ist meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn.

Wir werden frei von der Erbsünde, von der menschheitsumfassenden Schuldverstrickung, d. h., äußere Umstände können uns nicht gefangen nehmen.

Wir werden gesalbt – zu KönigInnen, PriesterInnen und ProphetInnen.

Was tun Könige?

Sie tragen Verantwortung. Sorgen für Recht und Ordnung. Schauen, dass alle haben, was sie brauchen, dass die Menschen im Land gut und glücklich leben können. König sein ist im Grunde ein Sozialberuf. In der Taufe bekommen wir den Auftrag und zugleich Gottes Hilfe zugesagt, wenn wir Verantwortung übernehmen in Familie, Beruf, Gesellschaft, Staat … uns für andere einsetzen, dass ihr Leben besser, schöner wird.

Was tun Priester?

Darauf aufmerksam machen, dass diese sichtbare Welt nicht alles ist, was es gibt. Brücken bauen zwischen Gott und Mensch. Verbindung pflegen zwischen Himmel und Erde. Bei Gott eintreten für die Menschen – für Gottes Anliegen Werbung machen bei den Menschen.

Jede/r von uns kann das auch und hat es, vermute ich einmal, schon öfter getan.

Propheten sind in der Bibel Menschen, die die Welt mit Gottes Augen sehen – und darauf aufmerksam machen, wo Menschen eine gottferne Ordnung erstellen, die lebensfeindlich ist.

Wir haben heute jetzt dann gleich die Möglichkeit, unsere Taufe zu erneuern. Ja zu sagen zu unserer einzigartigen Berufung und Würde.

Ich frage mich:

Wenn Menschen andere fertigzumachen versuchen und sogar mit dem Umbringen bedrohen,

weil sie als Kind nach Österreich geflüchtet sind,

weil sie nicht der eigenen Partei angehören,

weil sie gebildet sind und ein Studium abgeschlossen haben,

weil sie glaubhaft für Recht und Ordnung einstehen,

weil sie plötzlich ein MinisterInnenamt bekleiden,

weil sie weiblichen Geschlechts sind

weil sie muslimischen Glaubens sein könnten (!)

…

…

Was haben die Hetzer in ihrem bisherigen Dasein versäumt zu lernen?

Merken sie, wie unsäglich ihr Benehmen ist?

In welchem Umfeld leben sie?

Welche Hoffnungen und Träume bewegen sie – nämlich wirklich?

Was würde sie glücklich machen?

Vermutlich genau das, was sie ablehnen (Kreativität, Lernfreude, zahlreiche Kontakte, Bildung, Spiritualität, Lebenssinn, Nachdenken, Liebe, Humanität…)

Liebe Alma Zadic, nur Mut!

Es gibt sie wieder, die Frauengenussabende – diesmal in Haid.

Weitersagen, kommen, genießen!

Fastenzeit – fade Zeit?

Oder einfach ein Genuss, weil: Weniger ist mehr?

Was mich erwartet:

Kurzvortrag, kreative und spirituelle Übungen, gemeinsames Herstellen einer köstlichen Mahlzeit, gemeinsam essen und plaudern.

Mittwoch, 11. März, 19.00 Pfarre 4053 Haid, Kirchenstraße 1, Josefstüberl.

Beitrag: EUR 10,-

Am Feiertag war ich abends noch im Kino. Hab mir den Film „The two popes“ angeschaut. Dauert 7 Viertelstunden, ist aber total spannend. War keine Sekunde langweilig.

Wenn ihr die Gelegenheit habt: Geht noch hin.

Im City-Kino in Linz, Graben, läuft er noch, allerdings nicht täglich. Schaut dort aufs Kinoprogramm. Meines Wissens geht es auch in Wien noch.

Eine tolle Erfahrung, einblick in kirchliche Diskussionen, Erneuerung in der christlichen Spiritualität.

Und: Schreibt mir, wie es euch gefallen hat!